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(Fast) ein Jahr mit dem iPhone 13: Unsere Erfahrungen

27.05.2022 | 15:45 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Nicht mehr lange hin, bis zum iPhone 14 (Pro). Wir bereiten uns vor – und blicken auf fast ein Jahr mit den Vorgängern zurück.

Das iPhone 14 geht im Westen auf : Wenn man genau über den Atlantik und einen ganzen Kontinent späht, meint man, es hinter dem Horizont schon glimmen sehen. Zumindest auf abstrakter Ebene – das iPhone ist ein höchst globales Produkt, in Kalifornien konzipiert, aber in China zusammengebaut, mit Rohstoffen und Vorprodukten aus der ganzen Welt.

Die Uhr kann man zwar nicht nach dem iPhone stellen, aber einigermaßen den Kalender. Wenn nichts dazwischenkommt, erwarten wir die Premiere der iPhone-14-Reihe am Dienstag, den 13. September im Rahmen einer Keynote, die Apple womöglich wieder vor Publikum halten wird. Ein bis zwei Wochen danach werden wir die neuen Telefone in den Händen halten. Und dann werden iPhone 13, Pro, Mini und Pro Max zum Altglas und -aluminium? Für uns Redakteure gewissermaßen ja, denn um über die neuen Produkte sachgemäß berichten zu können, sollten wir sie auch täglich nutzen. Privat blieben wir länger einem Modell treu, aber wir müssen ja jedes Jahr upgraden.

Und im Morgengrauen des iPhone 14 können wir auf die Nacht und den Tag zurückblicken, die wir mit dem iPhone 13 verbrachten. Also natürlich auf das Jahr, das bald hinter uns liegt. Begeistern uns die 13er noch so wie in den Tests vom September 2021? Oder gibt es die ein oder andere Macke, an die wir uns nach acht Monaten immer noch nicht gewöhnt haben? Wie sieht es mit dem Akku aus, merkt man schon erste Spuren des Nachlassens? Können wir am Ende das iPhone 14 schon gar nicht mehr erwarten, weil uns die Features des Vorgängers nicht ausreichen? Führen wir am Ende jedes Jahr genau die gleiche Diskussion? Ein Erfahrungsbericht in vier Teilen. pm

iPhone 13 – verdammt gute Kamera

Im Ernst: Mir gefällt das rosafarbene iPhone 13. Jedes Jahr achten wir bei der Farbauswahl darauf, einen der neuen Töne zu nehmen, das war bei 13ern eben Rosa und Polarstern. Allein schon der Unterscheidung willen: Selbst wenn sich äußerlich nichts tut, schafft Apple jedes Jahr mit neuen Tönen einzigartige Merkmale. Vom iPhone 12 (hatte ich vorher in Grün) zum iPhone 13 hätte es das nicht einmal gebraucht, an der Anordnung der rückwärtigen Kameras kann man die Generationen von 2020 und 2021 hervorragend auseinanderhalten.

Bei meinem Test im vergangenen September hatte ich eben auf die Kameras und deren Unterschiede besonderes Augenmerk gelegt, neu ist insbesondere der Kinomodus. Was mir aber auch bei Fotos auffiel: Es war ganz klar eine Entwicklung zu erkennen, obwohl die Bauteile zumindest sehr ähnlich sind. Die Idee, auf der Rückseite die Kameras mit Weitwinkel- und Ultraweitwinkeloptik diagonal anzuordnen und nicht mehr untereinander, um so eine etwas größere Parallaxe zu bekommen, war einfach, aber genial. Mehr zu besseren Fotos – etwa bei Nacht – hat der neue Chip A15 Bionic beigetragen. Der Platz für die Objektive eines Smartphones ist begrenzt, umso wichtiger, was der Prozessor aus diversen Einzelbelichtungen in Echtzeit errechnet. Beim iPhone 14 könnten sich die Objektive dramatisch ändern, aber nur bei den Pro-Modellen. Ich werde vermutlich im Herbst auch wieder die Gelegenheit haben, iPhone 14 mit iPhone 13 hinsichtlich der Kamera zu vergleichen und bin gespannt, wie der Unterschied ausfällt. Leider habe ich das iPhone 12 zurückschicken müssen, so entfällt eine interessante Vergleichsmöglichkeit. Die gab aber letztens das große Kind, als es für einen Schnappschuss des Haustieres "mein" 13er auslieh, weil sein 11er gerade nicht zur Hand war: "Boh, ist die Kamera gut geworden."

Vermutlich muss das iPhone 13 dann auch wieder zurück zum Hersteller, wenn das 14er da ist. Privat würde ich nicht jedes Jahr ein neues iPhone kaufen, aber das Ergebnis des Schnelltests mit Tierfotografie legt einen zweijährigen Updatezyklus durchaus nahe.

Erfahrungen mit früheren Modellen lassen auch darauf schließen, dass nach zwei Jahren der Akku merklich nachgelassen hat und auch deshalb ein neues iPhone sinnvoll wäre – man kann es ja in Zahlung geben oder privat verkaufen, der Aufpreis zum neuesten ist dann auch nicht mehr sehr viel größer als die Kosten für den Akkutausch. Nach einem Jahr ist die Batterie aber noch völlig in Ordnung, das Telefon kommt zwar beinahe täglich an das Ladegerät, hingegen oft nur, um von 30 Prozent auf 80 Prozent hochzuladen, ganz ohne Zwischenstopp hält die Ladung fast noch zwei Tage bei nicht allzu intensiver Nutzung.

iPhone 13: Nach acht Monaten im Einsatz immer noch bei 100 Prozent Maximalkapazität
Vergrößern iPhone 13: Nach acht Monaten im Einsatz immer noch bei 100 Prozent Maximalkapazität

Die gefühlte starke Leistungsfähigkeit bestätigt der interne Messwert der Batteriegesundheit: Dank unserer Pflege und des optimierten Ladens steht die maximal Ladung immer noch bei 100 Prozent – wir sind mal gespannt, was davon im Oktober noch übrig ist. Aber sicher noch genug, um mit dem iPhone 13 in ein zweites Jahr zu gehen oder sogar ein Drittes. Denn von äußerlichen Schäden blieb es dank Magsafe-Hülle in Rosa bisher verschont. Die ist auch hübsch, wenngleich das blanke iPhone immer besser aussieht. pm

iPhone 13 Mini – Perfekt fürs Reisen

Zugegeben, das iPhone 13 Mini der Redaktion behandle ich etwas stiefmütterlich. Alle meine Kommunikationen, besonders die von Whatsapp, passieren auf meinem privaten iPhone 11 Pro, dieses Gerät muss also im täglichen Einsatz am meisten "leiden". Doch das kleine iPhone habe ich nach dem allerersten Test im Herbst 2021 nicht vergessen. Ganz zufällig habe ich herausgefunden, wo das kleine Smartphone allen anderen überlegen ist – auf Reisen. Der Hauptfaktor ist eine geile Kamera. Das Kamera-Modul auf der Rückseite mit der diagonalen Ausrichtung hat bessere Sensoren, das hat der Kollege Müller bereits oben behandelt. Die Fotos vom Mini müssen den Fotos von den großen iPhones und von den Pro-Modellen in (fast) nichts nachstehen. Der Nachtmodus ist genauso beeindruckend wie auf dem weit teureren iPhone 13 Pro Max. Apropos, Nachtmodus. Auf einer Hüttenwanderung in der Mieminger Kette ist ein Abend auf der Bank draußen obligatorisch, wenn sich die Sonne setzt und die weiß gesprenkelte Velvetdecke sich über die Berge legt. Wer bei der Hüttenübernachtung sich keine Sterne am Abend anschaut, dem wird vom Hüttenwirt ein Hausverbot erteilt, der DAV streicht denjenigen lebenslänglich aus seinen Teilnehmerlisten. So sind wir dieser ungeschriebenen Regel gefolgt, und haben eher aus Spaß heraus den Nachthimmel fotografiert. Sogar die eingefleischten Technik-Nerds aus der Gruppe waren von den Ergebnissen erstaunt. Ja, noch mehr, wir mussten die Beleuchtung bei der Szene etwas runterregeln, sonst sah die Szene schon nach einer Morgendämmerung aus. 

Und so erwies sich das Mini-iPhone als die Hauptkamera auf allen Reisen: Egal ob das stürmische Meer auf Mallorca oder die Sandstrände mit Palmen auf Rhodos, von den ganzen Gipfeln in den Alpen ganz zu schweigen: Unser iPhone 13 Mini war jeder Herausforderung gewachsen, selbst dem schlechten Wetter. Denn auch dabei kann das Smartphone wie eine gute wetterfeste Kleidung die Situation retten: Wir haben mit den "Fotografischen Stilen", also der neuen Kamerafunktion des iPhone 13 so manches Foto vor Unscheinbarkeit gerettet

Doch selbst die beste Kamera wäre nichts, wenn sie dabei nicht vom großartigen Akku getrieben wurde. In einer fremden Stadt von A nach B kommen? Am Abend bei Google Maps nach Restaurants und Kneipen in der Nähe suchen? Am Abend unterwegs nach Hause noch ein paar Fotos schießen? Das alles geht mit einer Akku-Ladung, und zwar so, dass am Abend noch etliche Prozentpunkte an möglichen Stromlieferung zur Verfügung stehen und man keine Schweißausbrüche und Panikattacken bekommt, weil ja das Smartphone sich gleich ausschalten kann. So macht das Vagabundieren besonders viel Spaß, weil man ja am Tag schier grenzenlos viele Fotos schießen, vom Ort zu Ort an der Küste navigieren kann und dabei nicht an die Steckdose oder die Powerbank denken muss. Auch Coconut Battery bestätigt unseren persönlichen Eindruck: Nach 80 Ladezyklen weist das iPhone 13 Mini noch die vollständige Akkukapazität auf. Unser zweijähriges iPhone 11 Pro geht dann doch merklich früher in die Knie: Nach 618 Zyklen kann das Smartphone auf maximal 83,3 Prozent der ursprünglichen Akkukapazität aufladen. Es wäre eigentlich an der Zeit für den Akkuwechsel. 

Immer noch 100 Prozent an Akkukapazität.
Vergrößern Immer noch 100 Prozent an Akkukapazität.

Ein weiterer nicht unwichtiger Faktor für den perfekten Reisebegleiter sind die Größe des Geräts und sein Gewicht. Und da hat Apple unserer Meinung nach den perfekten Kompromiss geschaffen: Der Akku und die Kamera sind super, das alles passt wie durch Wunder in ein winziges Gehäuse, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen. Denn das iPhone 13 Mini ist recht handlich, dass man es mit einer Hand bedienen kann, haben wir schon erwähnt. Was noch wichtiger ist: Das Gerät passt in jede Tasche, man kann es leicht verstauen und leicht wieder hervorholen, ohne sich an den Kanten, Reißverschlüssen etc. zu verheddern. Dieser Umstand hat uns schon ein paar Motive gerettet: Landet eine Alpendohle vor eigener Nase, wird sie nicht warten, bis man das iPhone aus der Rucksacktasche befreit. 

Fazit: 

Das iPhone 13 Mini ist eindeutig besser als sein Ruf. Wir können uns nicht die mageren Verkaufszahlen erklären, worüber manche Marktforschungsfirmen berichtet haben. Denn die einzigartige Kombination an der Gehäusegröße, Akkukapazität vereint mit einer tollen Kamera, macht das Gerät zu einem perfekten Reisebegleiter. hk

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