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5 Gründe für die Apple Watch

15.07.2022 | 10:30 Uhr | Peter Müller

Drei Modelle der Apple Watch stehen zur Auswahl, im Herbst baut Apple das Angebot um. Warum man unbedingt eine braucht.

Die Apple Watch ist die meistverkaufte Uhr der Welt, behauptet Apple. Das mag angesichts der starken Fragmentierung des Marktes stimmen, dass die Uhr aus Cupertino die meistverkaufte Smartwatch ist, daran bestehen weit weniger Zweifel. Die Konkurrenz hatte in den ersten Jahren dem nichts außer spezialisierte Lösungen entgegenzusetzen. Doch der Wettbewerb wird härter: Google hat sich mit Fitbit große Kompetenz ins Haus geholt, und will mit der Pixel Watch ab Herbst die Apple Watch genau dort herausfordern, wo auch der Hersteller die größten Marktchancen gefunden hat: im Gesundheitswesen. Der technische Vorsprung Cupertinos mag geschrumpft sein, Cupertino ruht aber nicht. Für den September erwarten Auguren eine Apple Watch Pro , die sich an engagierte Sportler richtet. Der Bildschirm soll größer werden und mehr relevante Daten anzeigen, dazu das Glas noch stabiler. Neue Sensoren sollen gar in der Lage sein, die Körpertemperatur qualitativ zu erfassen und zumindest einen weiteren Richtwert für die Gesundheit ausgeben – so wie es seit der Series 6 mit der Blutsauerstoffsättigung der Fall ist. Eine medizinische Funktion wie das Einkanal-EKG (seit Series 4) ist das jedoch nicht. Zuletzt ist auch das Schlaftracking besser geworden, weil man dank des Schnellladers (seit Series 7) die Uhr bis auf kurze Ladephasen von je einer halben Stunde die Apple Watch an sich rund um die Uhr tragen kann.

Aber was seit der Apple Watch Series 5 das absolute Killerfeature ist: Die Uhr zeigt seither auch die Zeit an – und zwar immer, dank ihres Always-On-Displays. Was ja die Kernaufgabe einer herkömmlichen Armbanduhr ist, war für Smartwatches aus Gründen der zur Verfügung stehenden elektrischen Energie bisher nicht möglich. Die für diesen Herbst erwartete zweite Generation der Apple Watch SE soll dazu auch in der Lage sein.

Die Innovation hat zwar ihren Preis, wer es aber eine Nummer kleiner will, kann immer noch zur fast fünf Jahre alten Apple Watch Series 3 greifen, muss dabei aber viele Abstriche machen. Dafür kostet sie kaum noch mehr als ein weniger smartes Fitnessarmband. Im Herbst wird Apple die Series 3 aus dem Angebot nehmen, womöglich nimmt dann die Apple Watch SE – an sich eine 5er mit etwa weniger Funktionalität – ihren Platz ein. Die Auswahl ist also groß und wird nicht kleiner werden.

Auch wenn andere das anders sehen: Hier haben wir Gründe gesammelt, warum es eine Apple Watch sein muss und keine andere Smartwatch oder gar keine intelligente Uhr.

Grund 1: Das vielfältige Design

Die ersten Smartwatches hat es schon vor der Apple Watch gegeben und neben dem Hersteller aus Cupertino tummeln sich noch diverse andere auf dem Markt. Design mag zwar Geschmackssache sein, doch hat Apple nicht den Fehler anderer Hersteller gemacht und entweder ein klobiges Monster konstruiert oder auf den althergebrachten runden Formfaktor gesetzt, der für Zifferblätter zwar bestens geeignet ist, aber nicht dafür, mal kurz in eine Mail, SMS oder Push-Nachricht zu schauen. Das dürfte letztendlich auch den Ausschlag gegen die Pixel Watch geben , wenngleich Googles Versuch mit dem runden Formfaktor aller Ehren wert ist.

Dennoch ist die Apple Watch schon auf den ersten Blick eine Uhr, noch mehr seit der Series 5 mit dem immer angeschalteten Display. Eine durchaus elegante Uhr, für fast jeden Geschmack hat Apple etwas dabei.

Die günstigsten Uhren mit Aluminiumausgabe sind in Schwarz, Silber, Gold, Roségold, Rot, Blau und Grün zu haben, mit von Generation zu Generation unterschiedlichen Tönen – wir sagen nur "Mitternacht" und "Polarstern". Die mit Edelstahlgehäuse sind Schwarz, Gold oder Silber, Titan gibt es in einem helleren und einem dunkleren Ton. Die schier unendliche Vielfalt der Armbänder macht die Apple Watch zu einem beliebig konfigurierbaren Wearable, etwa zweimal im Jahr gibt es leicht veränderte Farben und alle paar Jahre ein neues Material wie "gewebtes Nylon" oder eine neue Passform wie das Single Loop. Wer es etwas exklusiver haben möchte, bekommt bei Apple auch hochwertiges Leder oder ein Edelstahl-Gliederarmband. Dritthersteller fügen noch etliche weitere Designs, Farben und Formen hinzu . Mittlerweile kann man die Apple Watch sich auch schon beim Kauf mit seinem liebsten Armband konfigurieren, einige Zeit lang hatte Apple nur einige Varianten vorgegeben, das Wunschband musste man dann extra erwerben.

Zwei spezielle Sondermodelle hat Apple auch noch im Programm, für Sportler die Apple Watch Nike+ mit einem exklusiven Kunststoffarmband und die Apple Watch Hermès mit einer großen Vielfalt von exklusiven und nicht gerade billigen Lederarmbändern. Die beiden Modelle kommen auch noch mit exklusiven Zifferblättern (Apple sagt dazu "Faces"), aber auch die Standardauswahl dieser Ansichten ist durchaus beeindruckend – sie lässt sich sogar mit einer App erweitern . So gleicht kaum eine Apple Watch der anderen.

Alle Modelle kommen zudem in zwei Größen. Bis Series 3 waren das 38 mm oder 42 mm Bildschirmhöhe, von Series 4 bis Series 6 waren es 40 und 44 Millimeter, ab der Series 7 41 und 45 Millimeter – auf deren Bildschirm ist vorrangig in den Ecken mehr Platz für Komplikationen, die Uhr selbst ist nicht größer geworden. Bewusst spricht Apple nicht von einer Damen- oder einer Herren-Uhr, auch wenn der Schluss bei den unterschiedlichen Größen erst einmal nahe liegt. Wir haben aber die Uhren getestet und stellen fest: Auch viele Herren kommen mit der 38er, 40er oder 41er zurecht, so wie es Damen mit der 42er, 44er und 45er gelingen mag. Es ist letztlich eine Frage der Größe der Hände und des Unterarms – und auch hier punktet die Apple Watch besonders bei zarteren Damen und Herren: Kleiner als das kleinere Apple-Watch-Modell ist keine Smartwatch.

Das Armband muss jedoch die richtige Länge haben, Apple liefert bei vielen seiner Bänder zwei Varianten mit. Die Armbänder sind zudem flott gewechselt – für jeden Anlass eine andere Uhr, das kommt dann gar nicht mal so teuer, trotz Apples Armbandpreisen von 59 Euro aufwärts. Dritthersteller bieten günstigere Alternativen . Seit watchOS 6 gibt es zudem für neuere Modelle ein Verlauf-Zifferblatt, damit ist die genaue farbliche Anpassung an die gerade getragene Kleidung perfekt möglich – ideal für modebewusste Zeitgenossen!

Grund 2: Die Bedienung

Die Apple Watch ist nicht nur auf den ersten Blick eine Uhr, sondern auch auf den zweiten: Rechts vom Bildschirm steht ein Rädchen hervor. Selbst Uhrexperten waren einst verblüfft über Apples Lösung, wie man ein digitales Gerät mit derart kleinem Bildschirm bedienen kann. Die "Digital Crown", wie Apple die Uhrenkrone des Digitalzeitalters nennt, ist nicht nur für die Freunde mechanischer Uhren attraktiv. Die kontextsensitive Digitalkrone steht in allen denkbaren Situationen als intelligentes Bedienelement bereit, App-Entwickler können sich bei der Gestaltung allein darauf konzentrieren. Sogar die Steuerung von Mini-Spielen ist mit der Digital Crown möglich .

Auch die Anordnung der App-Symbole auf dem Bildschirm der Apple Watch erzählt von Apples Gestaltungsphilosophie. Wenn ein Bildschirm so klein ist, dass die übliche Matrixanordnung nicht die Lösung sein kann, nimmt man eben eine andere. In der dichten Kugelpackung bekommt Apple viel mehr Symbole unter, ohne dabei an Übersichtlichkeit zu verlieren. Zumindest, solange man nicht zu viele Apps darauf geladen hat. Aber dann kann man nach einem langen Druck auf den Bildschirm auf die Listendarstellung umschalten, in der die Apps alphabetisch sortiert sind.

Dass Apple offensichtlich auch genau darauf schaut, wie die Kunden die Uhr nutzen, sieht man an einer mit watchOS 3 erfolgten Änderung im Bedienungskonzept. Der zweite Knopf auf der Seite der Uhr war in den ersten beiden Versionen des Betriebssystems der Uhr noch dazu gedacht, zwölf Favoriten unter den Kontakten anzuzeigen, die man mit einem weiteren Tipp oder Dreh an der Digital Crown per Schnellnachricht erreichte. Hat vermutlich kaum jemand genutzt, wichtiger ist nun eine Art von Dock, in der die derzeit laufenden Apps untergebracht sind und der schnelle Wechsel zwischen ihnen möglich ist. Mit einem Doppeltipp auf die Krone kommt man sofort zur zuletzt genutzten App zurück. Und die Komplikationen bieten vom Zifferblatt aus nicht nur einen schnellen Weg in die entsprechende Anwendung, sondern zeigen auch einige Informationen daraus an, etwa die verbleibende Zeit eines Timers. Für die Series 3 gibt es einige Zifferblätter mit bis zu vier Komplikationen, seit der Series 5 kann bis zu acht dieser Symbole auf den Hauptbildschirm stellen. Die spekulierte Apple Watch Pro könnte noch mehr dieser Optionen bieten.

Vor allem aber ist mit der Apple Watch Siri an das Handgelenk gekommen. Man muss nicht mehr laut "Hey Siri" brüllen, bis sich das iPhone meldet, die Airpods oder sogar die Uhr, sondern kann schnell am Handgelenk den Sprachassistenten aufrufen. Telefonieren ist so ebenfalls möglich, auch wenn das noch ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint, wenn man mit der an das Gesicht gehobenen Hand plaudert. Das ist auch gar nicht nötig, die Mikrofone sind so empfindlich und der Lautsprecher so laut, dass man den Arm einfach baumeln lassen oder beliebig bewegen kann, wenn man mit der Uhr telefoniert.

Seit der Series 3 ist die Apple Watch auch optional mit einem LTE-Chip erhältlich, mit einer eSIM wird die Uhr recht unabhängig vom iPhone, man kann komplett ohne Telefon telefonieren. Mit watchOS 6 kam eine neue App namens "Geräusche", welche die Umgebungslautstärke misst und im Zweifelsfall eine Warnung ausgibt – auch für diese Anwendung gibt es für die meisten Zifferblätter eine Komplikation.

Grund 3: Alles in einem

Zugegeben, wer eine schicke Armbanduhr haben will, braucht keine Apple Watch. Wer ein Fitnessarmband nutzen will, um sich zu mehr Bewegung zu motivieren, braucht keine Apple Watch. Wer gar eine halbwegs professionelle Sportuhr mit GPS-Sensor für sein Training nutzen will, braucht keine Apple Watch. Wer ab und an ein Einkanal-EKG benötigt, braucht keine Apple Watch, es gibt auch hier mittlerweile Alternativen .

Doch erfüllt die Apple Watch all diese Wünsche in einem Gerät und noch viel mehr. Hersteller von Fitnessarmbändern und Sportuhren ziehen sich verstärkt in Nischen zurück, Tomtoms Sportuhren setzen auf schwarz-weiß-Displays für eine deutlich längere Akkulaufzeit. Fahrradcomputer wie der Wahoo Elemnt gehen sehr auf die Bedürfnisse von Profis und ambitionierten Freizeitsportlern ein, dass die Funktionalität der Apple Watch dagegen verblasst.

Die Apple Watch animiert aber nicht nur zu mehr Bewegung, sie war auch die erste Uhr, die anhand von Pulsdaten Vorhofflimmern erkennen konnte, wichtig für die Vorbeuge von ernsten Herzkrankheiten. Herzinfarkte kann die Apple Watch nicht identifizieren, das stellt sie bei jeder EKG-Messung auch fest. Doch hatten schon viele Apple-Watch-Nutzer nach einer Warnung der Uhr ihren Arzt aufgesucht, obwohl sie sich fit fühlten und einen Fehlalarm vermuteten. Nach genauerer Untersuchung mussten sie ihrer Uhr dann doch recht geben …

Die Apple Watch führt längst Apps selbstständig aus und ist nicht mehr nur wie in den Anfangstagen für die Anwendungen Dritter eine erweiterte Anzeige. Mit watchOS 6 bekam man im Jahr 2019 auch gleich einen App Store an das Handgelenk. Ganz ohne iPhone kommt die Uhr auf Dauer noch nicht aus, beziehungsweise lässt sich ohne iPhone gar nicht erst in Betrieb nehmen. Diese Verbindung zum iPhone ist aber eher von Nutzen als von Schaden: Wie coole Apps gehen und wie sie sich für Apples Geräte optimieren lassen, wissen hunderttausende von begabten Entwicklern – das merkt man im Angebot des App Store, die meisten Anwendungen für das iPhone kommen auch schon gleich mit einer Erweiterung für die Apple Watch – oder eben gleich für sie konzipiert. 

Grund 4: Noch schneller informiert und kommuniziert

Wie Sie sehen, spricht also nicht nur für die Apple Watch, dass man sein iPhone nicht mehr aus der Jackentasche oder dem Rucksack ziehen muss, um es zu benutzen. Ganz unwichtig erscheint uns dieser Grund aber auch nicht. Denn wer je in einer vollen Bahn oder einer anderen dicht gedrängten Menge stand, wenn ein womöglich wichtiger Anruf einging, weiß, dass der Anrufer auflegt, bevor man überhaupt an sein Telefon gelangt ist. Oder die Situation, wenn man während eines Bundesliga- oder Champions-League-Spiel des Lieblingsvereins anderweitig beschäftigt ist: Die Sport-App meldet sich mit einem Push-Signal, jetzt kommt man aber völlig unmöglich an das Telefon, zumindest nicht ohne unangenehm aufzufallen. Kurzer Blick auf das Handgelenk – Check. Bei der Navigation hilft die Uhr ebenso weiter, bevor das iPhone ansagt, wohin man wann abbiegen soll, klopft einem die Uhr kurz auf das Handgelenk. Gleiches passiert, wenn ein Timer abläuft. So können einen wichtige Informationen nicht mehr verpassen. Es entfällt jedoch auch die Ausrede: Ich konnte gerade nicht rangehen… Zur Not stupst man halt mit der Nase auf den Bildschirm, um ein Telefonat anzunehmen.

Viele Smartphone-Nutzer verzichten bewusst auf eine Armbanduhr, seitdem die Uhrzeit auf dem Sperrbildschirm Standard ist – aber fummeln Sie einmal Ihr iPhone aus der Tasche, während Sie Ihr Date, Ihr Chef oder Ihre Bahnbekanntschaft langweilt und Sie einfach nur wissen möchten, wie lang das noch dauert. Einen kurzen Blick auf das Handgelenk wird kaum jemand bemerken, vor allem, wenn sie die Uhr ab der Series 5 gar nicht einmal mehr wecken müssen. Derart lassen sich auch schneller von Ihnen als wichtig eingestufte Mails oder Chats kurz beantworten: Wenn Ihr Date Sie etwa nicht langweilt, der Chef aber dennoch schnell eine kurze Antwort von Ihnen benötigt. Für so manchen sind derartige Szenerien zwar schrecklich, andere finden aber genau darin einen Kaufgrund für eine Smartwatch, insbesondere für die von Apple. Dieses Szenario hat aber auch Schattenseiten: Man blickt nur kurz auf die Uhr, um festzustellen, ob die Nachricht wichtig ist oder nicht, das Gegenüber versteht das aber als ungeduldigen und unhöflichen Blick auf die Uhrzeit.

Grund 5: Gesundheit und Finanzen

Mit dem Healthkit und Apple Pay bietet sich Apple als Dienstleister für das Gesundheitssystem und das Bankwesen an. In beiden Segmenten hat Apple schon jetzt mehr als nur einen Fuß in der Tür. Zahlreiche Studien mit renommierten Universitäten und Instituten nutzen die immensen Datenmengen, die Apple-Watch-Nutzer bereitstellen. Seit watchOS 6 gibt es einen Zyklus-Tracker, Studien zur Frauengesundheit werden von den Daten der Nutzerinnen profitieren. Nach vier Jahren teils sehr harter Verhandlungen mit dem stark fragmentierten und regionalisierten Bankensystem in Deutschland ist nun Apple Pay Ende 2018 in Deutschland, selbst Sparkassen und VR-Banken haben sich nach anfänglicher Skepsis dem System angeschlossen, die Sparkassen gar mit ihrer eigenen Girocard. So werden Apple-Watch-Nutzer nicht mehr seltsam angesehen, wenn sie mit der Uhr bezahlen . Auch das ist einfacher, als für Apple Pay das iPhone aus der Tasche zu ziehen. Berechtigterweise heben Skeptiker ihre Stimme, wenn ein Anbieter aus den USA von ihnen hochsensible Daten haben möchte, mit denen man unglaubliches anstellen kann, gelangen sie in die falschen Hände. Apple verspricht aber höchste Sicherheit, Daten werden verschlüsselt, viel vom Computing geschieht auf der Uhr selbst und nicht auf den Servern des Unternehmens, wo sie in der Theorie Angriffen ausgesetzt sein könnten. Wer welche Gesundheitsdaten einsehen kann, entscheidet der Patient respektive Apple-Watch-Besitzer allein.

Bei allem Zweifel darf man die Vorteile nicht vergessen: Chronisch Kranken kann ein eleganter und praktischer Helfer am Handgelenk für die Therapie in unkomplizierter Weise wertvolle Daten erheben, speichern und auswerten, immer mehr medizinische Hilfsmittel unterstützen die Apple Watch  – Apple arbeitet intensiv mit dem Gesundheitswesen zusammen.

Attraktiv ist auch Apple Pay: Sie bezahlen Ihren Wocheneinkauf einfach mit einem Schwenk des Handgelenks! Mit der Apple Watch müssen Sie sich nicht einmal jedes Mal per PIN authentifizieren, solange die Apple Watch an Ihrem Handgelenk sitz und entsperrt ist, reicht das für die Authentifizierung. Beim Bezahlen mit Apple Pay müssen sie sich noch per Face-ID oder Touch-ID authentifizieren, was zwar auch recht bequem ist, aber eben ein kleiner Schritt mehr. Seit dem Frühjahr 2022 kann man gar mit der Apple Watch am Sparkassenautomaten Geld abheben . Apple Pay speichert lediglich Tokens auf der Uhr, aus der man nicht die komplette Kreditkartennummer samt Sicherheitscode rekonstruieren könnte, geht die Uhr verloren oder wird sie gestohlen. Eine Internetverbindung ist beim Zahlen nicht notwendig.

Was Gesundheits- und Finanzdaten anbetrifft, ist es letztlich eine Frage des Vertrauens, wem man sich anvertraut. Für Misstrauen Apple gegenüber sehen wir aber keinen Grund. Wie Apple die Daten und Privatsphäre seiner Kunden schützt, legt das Unternehmen ausführlich auf seiner Website dar .

Apple zeigt sich sehr optimistisch, dass die Wearable-Technologie im Allgemeinen und die Apple Watch im Speziellen die Kraft haben, Krankheiten zu heilen oder zumindest die Leute zu mehr Bewegung und einem gesünderen Leben zu animieren. Seitdem die Apple Watch vieler Leute Handgelenk ziert, lesen wir auch immer wieder Berichte über lebensrettenden Maßnahmen, die aufgrund etwa von aufrüttelnden Ergebnissen der Pulsmessungen rechtzeitig eingeleitet wurden. Das mag in Einzelfällen so stimmen, doch fehlt der Apple Watch noch einiges , um sich mit kardiologischen Spezialinstrumenten messen zu können. Das Ein-Kanal-EKG ist eine großartige Neuerung, auch der Sturzsensor ab der Apple Watch Series 4: Wer hinfällt und sich nicht einmal mehr rühren kann, muss sich keine Sorgen machen, die Apple Watch ruft den Notarzt und verständigt hinterlegte private Kontakte. Dabei übermittelt die Uhr sogar gleich den korrekten Ort, was bei herkömmlichen Anrufen an die 112 immer noch nicht immer der Fall ist. Den Notruf kann man auch bewusst schnell anrufen oder einen Notfallpass anzeigen lassen, mittels eines langen Drucks auf die Seitentaste.

Es fehlen zwar die spektroskopische Messung von Blutdruck oder gar Blutzucker, aber was nicht ist, kann noch werden. Und schon allein der von der Uhr geweckte Ehrgeiz , jeden Abend die drei Ringe der App Aktivitäten zu schließen und somit lange genug trainiert und ausreichend Kalorien verbrannt zu haben sowie oft genug aufgestanden sein, bringt ein merkliches Mehr an Fitness.

Fazit: Kaufen oder nicht, das ist hier die Frage

Nicht jeder Apple-Nutzer hat Bedarf an einer Apple Watch. Wer aber das Prinzip Smartwatch für schick, zukunftsträchtig oder hilfreich hält, kommt an der Apple Watch nicht vorbei. Die Akku-Laufzeit von einem Tag ist in der Regel auch kein Problem, man sollte nur nicht vergessen, die Uhr nachts an die Energieversorgung zu hängen. Oder zweimal täglich die Schnellladefunktion (ab Series 7) nutzen, die in einer halben Stunde den Akku um 70 Prozentpunkte auflädt.

Übersicht: Das kosten die Grundmodelle

Aufgeführt sind jeweils die Modelle mit dem günstigsten Armband. Die Apple Watch Series 3 ist nur mit einem Gehäuse aus Aluminium erhältlich, wahlweise in Schwarz, Silber, Gold oder Roségold, gleiches gilt für das Nike-Sondermodell, das auf der Serie 5 basiert. Die 5er-Modelle mit Gehäusen aus Edelstahl, Keramik oder Titan (jeweils hell oder dunkel) sind jeweils nur mit LTE-Chip zu haben. Gleiches gilt für das Hermès-Sondermodell mit seinen Edelstahlgehäusen.

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Grundpreise der Apple Watches (jeweils mit günstigstem Armband)

Modell

38 mm / 40 mm b/ 41mm (in €)

42 mm / 44 mm /45 mm (in €)

Series 3 GPS

219

249

SE GPS

299

329

SE GPS + LTE

349

379

SE Nike GPS

299

329

SE Nike GPS + LTE

349

379

Series 7 GPS

479

509

Series 7 GPS  + LTE

579

609

Series 7 GPS  + LTE (Edelstahl)

729

779

Series 7 GPS  + LTE (Titan)

829

879

Series 7 Nike GPS

479

509

Series 7 Nike  GPS  + LTE

579

609

Series 7 Hermès GPS + LTE

1299

1349

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