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Glyphenpaletten

15.07.2009 | 12:06 Uhr |

Glyphenpaletten

Flankiert werden die Funktionen für die Zuweisung typografischer Opentype-Attribute durch die Glyphenpaletten in den jeweiligen Anwendungen. Sie bieten drei Vorteile: a) über die Tastatur nicht erreichbare Zeichen per Doppelklick in den Text einzubetten, b) einen Überblick des Zeicheninventars einer Schrift und c) sich lediglich bestimmte Zeichengruppen anzeigen zu lassen. Aufgelistet werden diese Zeichengruppen in einem Pop-up-Menü. Welche Zeichengruppen aufgelistet werden, hängt von der aktuellen Anwendung ab. Indesign etwa listet auch Untergruppen für die Standardzeichenbelegung auf, Illustrator und Xpress hingegen beschränken sich weitgehend auf die Typo-Zusatzsets. Welche Zusatzsets genau angezeigt werden, hängt von der Ausstattung der jeweiligen Schrift ab. Die Myriad Pro enthält nur wenige Sets, die Warnock Pro ist opulent ausgestattet.

Glyphenpalette in Indesign: Welche Zeichensets eine Opentype-Schrift enthält, zeigen Pop-up-Listen an.
Vergrößern Glyphenpalette in Indesign: Welche Zeichensets eine Opentype-Schrift enthält, zeigen Pop-up-Listen an.

Einen Überblick der in einer Schrift enthaltenen Zeichen liefert das Hauptfenster der jeweiligen Glyphenpaletten. Eine kleine Dreieckminiatur in der unteren Ecke rechts in den einzelnen Zeichenfenstern zeigt an, ob es zu einem bestimmten Zeichen Alternativen gibt. Klickt man auf das Dreieck, öffnet sich ein Pop-up-Feld, das die Zeichenvarianten anzeigt. Zudem ermöglichen Glyphenpaletten das Zusammenstellen anwenderdefinierter Zeichensets. Dies ist beim Zusammenstellen von Zeichen aus Dingbats-Fonts praktisch.

Glyphenpalette in Xpress: Zeichenalternativen sind durch ein kleines Dreieck kenntlich gemacht.
Vergrößern Glyphenpalette in Xpress: Zeichenalternativen sind durch ein kleines Dreieck kenntlich gemacht.

Fazit

Grundsätzlich liegt man mit der Prognose nicht verkehrt, dass sich sowohl die Ausdifferenzierungsfunktionen in den aufgeführten Profi-Anwendungen als auch die Zeichenvielfalt in den Schriften weiter verbessern wird. Der in den Neunzigern erhobene Vorwurf, Computersatz sei schlechter, trifft die Realität längst nicht mehr. Spannender ist die Frage, welche neuen Funktionen im Zuge der Opentype-Entwicklung zukünftig noch realisiert werden.

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