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Handyvertrag einfach wechseln – so geht‘s

13.11.2021 | 09:15 Uhr | Steffen Zellfelder

Wir erklären, wie Sie Ihren Handyvertrag & -tarif einfach wechseln, worauf Sie achten müssen und welche Vorteile das mit sich bringt.

Nichts bleibt für die Ewigkeit - oder doch? Wer den Handytarif nie wechselt, der kann tatsächlich endlos in den gleichen Konditionen gefangen bleiben, was oft sehr wenig Datenvolumen für sehr viel Geld bedeutet. Der fortwährende Kampf um Kunden zwingt die Anbieter aber dazu, stets neue und lukrativere Tarife zu entwickeln – man will schließlich Neukunden ködern. Mit einem kleinen Trick kann man seinen Mobilfunkprovider auch während eines laufenden Vertrages dazu bewegen, Tarif-Optionen kundenfreundlich aufzustocken oder Fristen zu verkürzen - aber eines nach dem anderen.

Neuen Handytarif finden im PC-WELT-Tarifrechner

Schritt 1: Neuen Tarif finden: Vergleichsportale helfen bei der Suche

Eigentlich ganz logisch: Erst wer einen Tarif gefunden hat, der besser zu seinen Ansprüchen passt, sollte einen Tarifwechsel vornehmen.Dazu gibt es im Internet einige Vergleichsmöglichkeiten wie den PC-WELT-Tarifrechner . Oft ist dieser Schritt tatsächlich der aufwendigste – im Dickicht aus Flatrate beziehungsweise Inklusivminuten, Datenvolumen, 4G/5G, Vertragslaufzeit und der Netzabdeckung sollte man sich hier etwas Zeit für die vielen Details nehmen.

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Gab es früher bei der Vertragslaufzeit nur zwei Möglichkeiten, nämlich Prepaid oder einen Zweijahresvertrag, so gestaltet sich die Auswahl heute sehr variantenreich, weshalb Sie auch sehr flexible Handytarife finden: Es gibt Verträge ohne Laufzeit, mit täglicher, monatlicher, einjähriger oder auch noch mit zweijähriger Vertragsdauer, mit automatischer Nachbuchung und verschiedenen Kündigungsfristen von einem Tag bis mehrere Monate. Pauschal gilt: Die Konditionen eines neuen Tarifs sind meistens umso besser gestaltet, je länger Sie sich vertraglich an einen bestimmten Anbieter binden. Aber: Je länger Sie sich binden, desto höher ist die Chance, dass der gewählte Tarif zum Ende der Vertragslaufzeit „veraltet“ ist und keine zeitgemäßen Konditionen mehr beinhaltet. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. So bietet beispielsweise Freenet Funk einen Tarif im O2-Netz , den Sie täglich anpassen und sogar täglich kündigen können.

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Jetzt müssen Sie sich noch entscheiden, ob Sie einen neuen Vertrag abschließen wollen, oder den Tarif ihres bestehenden Handyvertrages wechseln möchten. Im zweiten Fall spricht man von Tarif-Upgrade oder -Downgrade und muss nicht unbedingt neue Vertragslaufzeiten eingehen. Wie das geht und was es kostet, erklären wir weiter unten im Absatz „ Aus alten Konditionen freikaufen “.

Schritt 2: Alten Tarif/Vertrag rechtzeitig kündigen – das wird in Zukunft einfacher

Kein großer Aufwand, aber immer zeitkritisch: Wer den alten Tarifvertrag kündigen möchte, muss sich unbedingt an die jeweils geltenden Kündigungsfristen halten. Wer die verschläft, stößt beim Provider nämlich selten auf Kulanz. Weil hier je nach Vertragsmodell andere Fristen gelten, empfiehlt sich ein Blick in die letzte Rechnung: Dort sollten Kündigungsfristen ebenso aufgeführt sein wie der letztmögliche Tag der Kündigung. Alternativ finden Sie die Info auch online auf der Webseite des Mobilfunkanbieter in Ihrem Konto oder auch in Ihrem Vertrag.

Je nach Anbieter können Sie ganz einfach online in Ihrem Kundenbereich die Kündigung vornehmen. Es gibt Provider, bei denen Sie dann zusätzlich noch innerhalb einer meist zwei-wöchigen Frist die Kündigung telefonisch bestätigen müssen. Hier wird oft versucht, Sie als Kunden zu halten. Bleiben Sie standhaft, wenn Sie wirklich gewillt sind, zu kündigen, weil woanders bessere Konditionen winken. Sie können natürlich auch schriftlich kündigen, etwa mit einer Vorlage, wie wir in diesem Artikel erklären .

An dieser Stelle gibt es gute Nachrichten für Verbraucher: Eine Gesetzesnovelle macht das Kündigen wohl bald ganz einfach: Mit einem „Kündigungsbutton“ soll jeder Mobilfunkkunde in Deutschland die Möglichkeit haben, Verträge auf Knopfdruck zu beenden. Die Umsetzung ist für Mitte 2022 geplant. Auch die grundsätzliche Verkürzung der Vertragslaufzeiten auf ein Jahr und kürzere Kündigungsfristen sind Teil der Reform und sollen bereits früher in Kraft treten.

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Schritt 3: Alte Nummer behalten, oder nicht?

Nicht vergessen: Wer zu einem neuen Anbieter wechselt, der kann seine alte Rufnummer mitnehmen. Diesen Wunsch können Sie gleich bei Abschluss des neuen Vertrags äußern, in dem Sie etwa im Online--Bestellformular einen Haken setzen, Ihre aktuelle Handynummer angeben und den Zeitpunkt, zu dem sie ungefähr portiert werden soll. Wer beim alten Anbieter lediglich in einen neuen Tarif wechselt, behält sie sowieso und muss nichts machen. Alle anderen können sich bei der Mitnahme aber viel Zeit und Mühe sparen – schließlich muss man keine neue Zahlenkette auswendig lernen und allen Kontakten Bescheid geben.

Im deutschen Telekommunikationsgesetz ist der Service sogar festgeschrieben: Jeder Kunde kann auch beim Anbieter-Wechsel die alte Rufnummer inklusive Vorwahl mitnehmen. Das nennt sich „Portierung“ und darf nur ein paar Euro kosten: Die Bundesnetzagentur hat für den Service erst letztes Jahr eine Preis-Obergrenze von 6,82 Euro festgelegt . Praktisch: Genau diese Summe, und manchmal auch noch mehr, kann man beim neuen Anbieter nach der Rufnummer-Übertragung als Bonus abstauben – bei O2 winken aktuell sogar 100 Euro .

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Bei Prepaid-Tarifen lässt sich die Portierung meist direkt umsetzen, schließlich ist man hier nicht an Vertragslaufzeiten gebunden. Auch im laufenden Vertrag lassen sich Rufnummern übertragen, das muss jedoch beantragt werden und nennt sich „Opt-In“. Nach der Portierung kann man die alte Nummer dann für einen neuen Vertrag nutzen, für den alten Vertrag erhält man eine neue Nummer. Die Portierung dauert für gewöhnlich ein bis zwei Wochen und ist in der Regel auch noch nach neuem Vertragsabschluss möglich.

Vertrag kündigen, dem Anbieter Druck machen – und Boni abstauben

Der nach wie vor erbitterte Preiskampf zwischen den Anbietern verschafft Endverbrauchern beim Kündigen von Mobilfunkverträgen eine starke Verhandlungsposition. Die lässt sich – besonders bei ein- oder zweijährigen Vertragsmodellen – effektiv ausspielen. Eine Garantie auf Erfolg gibt es dabei zwar nicht, es winken mitunter aber deutlich bessere Tarif-Konditionen. Und so funktioniert es:

Möglichst einige Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist kündigen wir unseren laufenden Mobilfunkvertrag und spielen damit dem Anbieter den Ball zu. Bei Providern wie O2, Telekom oder Vodafone dauert es dann in der Regel nicht lange, bis sich eine besonders befugte Abteilung der Kundenbetreuung meldet, die primär für den Rückgewinn oder Erhalt bestehender Kunden zuständig ist.

Bei diesem Service-Personal lassen sich dann oft besonders gute Konditionen wie Rabatte, Inklusiveinheiten oder Flatrates verhandeln. Je länger man bereits Kunde beim gleichen Anbieter ist, desto engagierter zeigt sich die Kundenrückgewinnung. Zweiter Vorteil: Häufig lässt sich vereinbaren, einen Vertrag mit den neuen und besseren Konditionen ab sofort zu beginnen – die verbleibende Laufzeit des alten Vertrages wird damit effektiv verkürzt. Sollte sich niemand melden, lässt sich eine Kündigung auch wieder zurücknehmen. Das muss aber geschehen, bevor die Kündigung am letzten Vertragstag tatsächlich wirksam wird.

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Aus alten Konditionen freikaufen: Bei Downgrades fallen Kosten an

Wer ohne den laufenden Vertrag zu kündigen beim alten Anbieter in einen neuen Tarif wechseln möchte, der kann das zum Teil kostenlos tun: Dann nämlich, wenn man mit einem Upgrade in einen teureren Tarif wechselt. Für die Anbieter bedeutet das mehr Umsatz, an dieser Stelle will man Kunden also keine Steine in den Weg legen. Anders gestaltet es sich beim Downgrade, also beim Wechsel in einen preiswerteren Tarif: Je nach Anbieter gelten hier andere Preise und Konditionen.

Während O2-Kunden meist individuell verhandeln und auf Kulanz hoffen müssen, erlauben Vodafone und Telekom das Downgrade erst nach 12 Monaten und verlangen Gebühren: Die Telekom berechnet 49,95 Euro, Vodafone will immerhin 99,95 Euro haben. Bei Handydiscountern müssen sich Kunden individuell erkundigen, Tarifwechsel sind dort aber oft zum Festpreis möglich.

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