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Highres-Audio am iPad Pro und Mac – Teil 2

24.01.2021 | 07:06 Uhr |

Verstärker mit USB-DAC für den direkten Anschluss am Mac und iPad: So bekommen Sie Highres-Audio ausgegeben.

In unserem ersten Teil ging es um die Anbieter von Highres-Audio-Dateien – also der Musik in höchster technischer Qualität. Ein Begriff, der hierbei auch gerne benutzt wird, ist Studioqualität oder Studio Master.

Um in den Genuss der hohen Audioqualität zu kommen, benötigt man neben den Audiodateien auch Verstärker, die über sehr hochwertige Wandler verfügen. Nur entsprechende Wandler mit bis zu 32 Bit und 352,8 kHz können Highres-Audio so verarbeiten, das man den Unterschied zur CD-Qualität auch wirklich hört.

Für unseren Vergleichstest haben wir uns im unteren Preissegment umgesehen und uns exemplarisch drei Modelle in unser Testlabor geholt. Dass man nicht unbedingt einen neuen Verstärker benötigt, zeigen wir am Ende mit einem Digitalwandler von M2tech.

Verstärker mit USB-DAC

Am einfachsten kommt man zu einem hochwertigen Sound, wenn man den Verstärker direkt mit dem Mac oder iPad verbinden kann. Dazu muss der Verstärker nur einen eingebauten DAC (Digital-Analog-Wandler) mitbringen, welcher über USB angeschlossen wird. Meist ist das ein USB-2.0- oder USB-3.0-Anschluss.

In unser Testlabor haben wir uns drei kompakte Digitalverstärker eingeladen. Zum einen aus Japan den Teac AI-301DA-X und aus China den FX Audio D802C sowie den SMSL AD18.
Vergrößern In unser Testlabor haben wir uns drei kompakte Digitalverstärker eingeladen. Zum einen aus Japan den Teac AI-301DA-X und aus China den FX Audio D802C sowie den SMSL AD18.
© Thomas Bergbold

Die Auswahl solcher Verstärker ist überschaubar und umfasst neben aufwendigen Highend-Geräten auch sehr preisgünstige Digitalverstärker.

Im Vergleich zu einem klassisch aufgebauten Verstärker kommen die Digitalverstärker mit weniger Platz aus und benötigen keine großen Kühlkörper.
Vergrößern Im Vergleich zu einem klassisch aufgebauten Verstärker kommen die Digitalverstärker mit weniger Platz aus und benötigen keine großen Kühlkörper.
© Thomas Bergbold

Was an den Digitalverstärkern – auch als Class-D-Verstärker bezeichnet – besonders fasziniert, ist ihre geringe Größe – und so haben wir uns ins Testlabor zwei Vertreter aus China und einen aus Japan eingeladen. Das ist zum einen von FX Audio die aktuelle Version des D802C mit dem Zusatz Pro und der SMSL AD18. Von der japanischen Firma Teac kommt der AI-301DA-X auf unseren Prüfstand. Die Preise beginnen für den D802C bei rund 100,- Euro, der AD18 ist für rund 146,- Euro zu haben und den AI-301DA-X bekommt man ab 450,- Euro.

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Die Technik

Die Vertreter aus China basieren auf einem einfachen Verstärkerchip. Im Falle des SMSL auf einem von Texas Instruments und beim FX Audio kommt der von STMicroelectronics. Diese Chips werden massenhaft eingesetzt und sind relativ leicht zu implementieren. Auch in Selbstbauprojekte sind sie sehr beliebt. Beide bringen es auf eine stattliche Leistung von 2×80 Watt. Dies ist aber nicht der einzige Vorteil, sie sind nämlich auch günstig und bescheren einen gar nicht schlechten Klang.

Ganz anders der Verstärkerchip von Teac. Hier kommt ein exzellenter Chip von ICEpower mit 2×60 Watt zum Einsatz. Nominell leistet er weniger, der Praxistest wird jedoch zeigen, dass dem nicht so ist.

Für die Übergabe der digitalen Musiksignale eines Macs oder iPad ist der USB-Eingang zuständig. Beim SMSL ist es eine kleine Micro-USB-Buchse, beim FX Audio und Teac die große USB-2.0-Buchse. Damit haben FX Audio und Teac den Vorteil, dass man auch hochwertige Kabel, wie die von Audioquest einsetzen kann.

An Abtastraten werden über USB beim SMSL maximal 24 Bit bei 96 kHz, beim FX Audio bis 192 kHz und beim Teac sogar 32 Bit und 192 kHz unterstützt. Kleiner Tipp: Die Abtastrate in der App Audio-MIDI-Setup einstellen, damit die angeschlossenen Verstärker optimal arbeiten können.

Damit die Digital-Wandler optimal arbeiten können, ist über die App Audio-MIDI-Setup die Bittiefe und Abtastrate dem entsprechenden Verstärker anzupassen. Beim AI-301DA-X ist das zum Beispiel 32 Bit und 192 kHz.
Vergrößern Damit die Digital-Wandler optimal arbeiten können, ist über die App Audio-MIDI-Setup die Bittiefe und Abtastrate dem entsprechenden Verstärker anzupassen. Beim AI-301DA-X ist das zum Beispiel 32 Bit und 192 kHz.

Neben dem USB-Eingang gibt es noch weitere Digitaleingänge an den drei Verstärkern. Je einen koaxialen Digitaleingang der bis 24 Bit und 192 kHz verarbeitet und je einen optischen Digitaleingang, bei dem SMSL und FX Audio die gleiche Abtastrate unterstützt. Nur der Teac geht am optischen Digitaleingang nicht über 96 kHz.

Kleines Geld bedeutet nicht magere Anschlüsse. Wichtig, alle Testteilnehmer haben ordentliche Lautsprecherklemmen, die problemlos mit Bananenstecker zurechtkommen.
Vergrößern Kleines Geld bedeutet nicht magere Anschlüsse. Wichtig, alle Testteilnehmer haben ordentliche Lautsprecherklemmen, die problemlos mit Bananenstecker zurechtkommen.
© Thomas Bergbold

Bluetooth haben die drei Verstärker auch an Bord, natürlich mit aptX. Selbstredend ist das nicht mehr Highres Audio, sondern bestenfalls einfach MP3-Qualität. Teac hat seinem Verstärker sogar den hochwertigeren Codec AAC spendiert.

Die Anschlussvielfalt ist damit aber noch nicht am Ende. In die kompakten Gehäuse haben die Hersteller noch weitere Buchsen untergebracht. Neben einem Subwoofer-Anschluss ist das auch ein analoger AUX-Eingang, beim FX Audio und Teac als Cinch, der Teac hat sogar zwei davon. Bei SMSL und Teac findet sich an der Front ein Kopfhöreranschluss. Die Teac-Entwickler haben dem Kopfhöreranschluss sogar eine klangoptimierte Schaltung spendiert. Weitere gemeinsame Merkmale sind ordentliche Lautsprecherklemmen, die problemlos mit Bananenstecker zurechtkommen. Ein Alleinstellungsmerkmal des Teac: Dieser schaltet sich automatisch ein, wenn ein Digitalsignal anliegt.

Für den vollen Highres-Audio-Genuss werden die Verstärker direkt über ein Highres-Audio kompatibles Abspielprogramm angesteuert. Die Soundbeeinflussung durch das macOS wird so umgangen. Für unseren Test setzen wir auf Audirvana, dass ein komfortabler Musikplayer mit Bibliothek und iOS Fernbedienung ist.
Vergrößern Für den vollen Highres-Audio-Genuss werden die Verstärker direkt über ein Highres-Audio kompatibles Abspielprogramm angesteuert. Die Soundbeeinflussung durch das macOS wird so umgangen. Für unseren Test setzen wir auf Audirvana, dass ein komfortabler Musikplayer mit Bibliothek und iOS Fernbedienung ist.

Der Sound

Wie klingt aber ein Digitalverstärker, der sein Signal auch digital zugeführt bekommt? Für den Soundcheck haben wir das Musikabspielprogramm Audirvana eingesetzt. Es ermöglicht eine direkte Musikausgabe auf den Verstärker, ohne über das macOS zu gehen.

Wir starten mit dem günstigsten Vertreter von FX Audio und den Titel „Pop Musik“ von New Order. Spritzig und mit viel Spielfreude geht der kleine Verstärker ans Werk und hat unsere Piega P4XL Boxen gut im Griff. Die Live Atmosphäre des Albums „S(No,12k,Lg,17Mif)“ kommt gut rüber, es macht viel Spaß, dabei zu sein. Dem SMSL gelingt das etwas überzeugender, der Bass ist kräftiger, dafür sind die Höhen auch etwas schärfer. Der Teac kann da deutlich einen obendrauf legt. Nicht ganz so steril mit mehr Atmosphäre und vor allem mehr Druck überzeugt der Japaner.

Jetzt wechseln wir zu akustischem Pop mit Simple Minds. Der Dauerbrenner „Alive and Kicking“ aus dem Album "Acoustic" zeigt sich sehr offen und klar. Das Gitarrenspiel lässt sich sehr präzise verfolgen. Hier geben sich FX Audio und SMSL nichts, nur in Verbindung mit unseren Boxen würden wir zum Bass-Regler greifen, damit das Schlagzeug präsenter ist. So etwas gibt es nämlich auch bei den Digitalverstärkern, nicht als richtiger Regler, aber im Menü versteckt. Jetzt darf der Teac wieder ran und wieder hört man einen deutlichen Unterschied. Nicht ganz so spitz wie die Mitbewerber aus China und mit mehr Fülle macht es richtig Spaß, Jim Kerr und seiner Band zu folgen.

Wir merken schon, akustische Instrumente mögen die kleinen Verstärker, also fahren wir ein volles Orchester mit Michael Bublé auf. „My kind of girl“ ist unser erster Titel und die Weite des Orchesters lässt sich hier sehr gut ausmachen. Auch hier setzt der SMSL wieder ganz leicht einen oben drauf. Etwas weiter, etwas klarer als der FX Audio. Und der Teac? Waren die Trompeten bei den Verstärkern aus China sehr hart und spitz, bekommen sie jetzt etwas die Nägel gestutzt. Das hört sich viel runder, viel feiner an. Trompeten sind nicht einfach metallisch, sie sind farbenfroh – und genau das lässt sich jetzt wunderbar erhören.

Vom Swing zum ruhigeren Jazz-Trompeter Till Brönner. „The good Live“ ist unser Titel der Wahl, weil hier neben der typischen Trompete ein sehr schönes Schlagzeug im Hintergrund gespielt wird. Das Klangspektrum der Trompete wird vom FX Audio und SMSL sehr schön wiedergegeben und es macht Spaß entspannt im Sessel zuzuhören. Das können sie also richtig gut und man kann sich kaum vorstellen, dass das der Teac wieder besser kann. Und doch kontert er mit mehr Nuancen, mit mehr Klangfarben, das ist Musikgenuss auf höchstem Niveau.

Ist der Verstärker zu schwach oder sind die Lautsprecher zu klein, kann ein externer Subwoofer den Sound im Bassbereich erweitern. Dazu haben die Digitalverstärker passende Anschlüsse. Das ist aber nicht der einzige praktische Anschluss. An die digitalen Anschlüsse lassen sich beispielsweise Fernseher und CD-Player anschließen. Und auch die zwei analogen Anschlüsse des Teac finden passende Spielpartner. Zum Beispiel ein DAB+ Radio oder auch einen Plattenspieler. Der Plattenspieler muss hierzu aber einen integrierten Phonoverstärker wie der Teac TN-350 mitbringen.
Vergrößern Ist der Verstärker zu schwach oder sind die Lautsprecher zu klein, kann ein externer Subwoofer den Sound im Bassbereich erweitern. Dazu haben die Digitalverstärker passende Anschlüsse. Das ist aber nicht der einzige praktische Anschluss. An die digitalen Anschlüsse lassen sich beispielsweise Fernseher und CD-Player anschließen. Und auch die zwei analogen Anschlüsse des Teac finden passende Spielpartner. Zum Beispiel ein DAB+ Radio oder auch einen Plattenspieler. Der Plattenspieler muss hierzu aber einen integrierten Phonoverstärker wie der Teac TN-350 mitbringen.
© Thomas Bergbold

Wir beenden unseren Soundcheck wieder mit eher poppiger Musik, von Norah Jones und Lisa Stansfield. „My heart is full“ ist ein herrlich ruhiger Titel von Norah Jones, der einen wunderbar in die sphärischen Klänge hineinzieht. Das macht der FX Audio richtig gut, nur fällt hier ein Mangel auf: In leisen Passagen rauscht er und damit verfälscht dabei die Musik. Das fällt erst recht auf, wenn man dann den SMSL hört, hier merkt erst so richtig was das für sphärische Klänge sind. Ganz nebenbei trennt sich die Stimme von Norah Jones besser von der Musik. Das ist ein Titel für den Teac, denn Atmosphäre kann er in Perfektion. Der Teac lässt einen diesen Song viel intensiver erleben.

Der Abschluss mit „Everything“ von Lisa Stansfield rockt den Abend. Viel Spielfreude beim FX Audio, das Bass könnte nur kräftiger sein. Genau hier setzt mal wieder der SMSL einen darauf. Da ist mehr Tiefgang. Party ist garantiert und da der SMSL viel Kraft hat, kann er die Boxen auch sehr gut befeuern. Der Teac kann sich bei Lisa nicht so deutlich absetzen wie bei den anderen Titeln. Etwas präziser, etwas mehr Druck, das liefern die Japaner. Aber etwas können sie auch, mehr Leistung, denn in dem viel größeren Gehäuse steckt ein Leistungsstärkerer Digitalverstärker, obwohl er eigentlich „nur“ mit 2×60 Watt angegeben ist.

Vergleich zu analogem Verstärker

Klingen digitale Verstärker besser oder schlechter als analoge Verstärker? Hier haben wir die gleichen Musik-Titel wie zuvor genommen und im direkten Vergleich den sehr guten analogen Verstärker TX-8250 von Onkyo gegen den Teac laufen lassen. Da der Onkyo ebenfalls Highres-Audio unterstützt, ist er der ideale Vergleichspartner.

Der Titel der Simple Minds offenbart beim Onkyo etwas mehr Schärfe. Hier kommt auch zum Tragen, das die Aufnahme von Simple Minds nicht ganz optimal abgemischt ist. Das kann der Onkyo nicht so gut kaschieren.

Der Song von Norah Jones ist ein wenig wärmer auf dem Onkyo, was super zu dem Titel passt. Die rockige Nummer von Lisa Stansfield ist schon mit dem Teac super, hier kann der Onkyo noch ein bisschen was drauflegen. Mehr Druck mehr Schmalz, das macht viel Spaß.

Unsere Lieblinge aus den 80ern New Order gegeben sich auf beiden Verstärkern mit viel Spielfreude, Unterschiede nicht erwähnenswert.

Also großes Orchester mit Michael Bublé. Schon mit dem Teac begeisterte die breite Bühne mit der schönen Differenzierung der Musiker. Der Onkyo kann Michael mehr Druck in die Stimme geben. Dafür ist die Klangabbildung nicht ganz so differenziert, aber noch etwas weiter. Der Unterschied ist Geschmacksache, beide machen einen sehr guten Job. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir uns hier in einer sehr günstigen Preisklasse bewegen.

Von den sehr präsenten Trompeten aus Michaels Orchester wechseln wir nun zur stimmungsvollen Trompete von Till Brönner, die den Abschluss bilden soll. Ein wenig mehr Wärme zaubert der Onkyo in die Aufführung von Till, während der Teac mit seiner tollen Differenzierung trumpfen kann. Somit gilt das gleiche, wie bei Michael Buble, reine Geschmackssache.

Um auf unsere Frage zum Beginn zu kommen, bei unseren zwei zum Vergleich herangezogenen Verstärkern von Onkyo und Teac herrscht Gleichstand. Leichte Unterschiede sind auszumachen, die natürlich abhängig von den Lautsprechern unterschiedlich gehört werden können.

Durch die ganz besonderen Hochtöner von Piega lassen sich gerade Stimmen und die Präzision in den Höhen sehr gut unterscheiden. Hier ist abhängig vom Material der Teac ein klein wenig entspannter und der Onkyo etwas aggressiver.

Ein Test des Onkyo TX-8250 lesen Sie im Artikel „ HiFi-Receiver Pioneer VSX-934 vs. Onkyo TX-8250 im Vergleich “.

Kabel ist nicht gleich Kabel, wenn es um den Klang geht. So kann es sich durchaus rentieren in ein hochwertigeres USB-Verbindungskabel wie das Audioquest Forest zu investieren. Dank USB-C-Anschluss kann es direkt mit den aktuellen Macs eingesetzt werden und ist ab 60,- Euro im Fachhandel erhältlich. In unserem Vergleich zeigte es hörbar mehr Spielfreude als ein Standard Druckerkabel.
Vergrößern Kabel ist nicht gleich Kabel, wenn es um den Klang geht. So kann es sich durchaus rentieren in ein hochwertigeres USB-Verbindungskabel wie das Audioquest Forest zu investieren. Dank USB-C-Anschluss kann es direkt mit den aktuellen Macs eingesetzt werden und ist ab 60,- Euro im Fachhandel erhältlich. In unserem Vergleich zeigte es hörbar mehr Spielfreude als ein Standard Druckerkabel.
© Thomas Bergbold

Empfehlung

Die Digitalverstärker machen so richtig Spaß und die chinesischen Hersteller zeigen, dass sie für wenig Geld gute Qualität abliefern können. So begeistert das Klangbild mit seiner Klarheit und Spielfreude. Das ist einfach klasse und man ist ganz erstaunt, dass die Verstärker nur rund 100,- bis 150,- Euro kosten. Dass mit mehr Aufwand und besseren Bauteilen auch der Klang deutlich zulegen kann, beweist Teac mit einer traumhaften Vorstellung. Selbst der AI-301DA ist ein günstiger Verstärker, spielt aber ganz oben mit. Die Sparsamkeit von FX Audio sorgt leider für eine große Enttäuschung – Rauschen. Etwas, was man also eigentlich mit digitalen Verstärkern gar nicht in Verbindung bringt. Damit disqualifiziert sich der FX Audio eigentlich schon.

Hat man bei klassischen Verstärkern große Kühlkörper und ein noch größeres Gehäuse, sind die kleinen Digitalos da schon sehr mini. Aber auch die kleinen Chips werden warm und müssen ihre Wärme abführen. Sie brauchen halt nur nicht so große Kühlkörper und nutzen das Gehäuse mit dazu. Entsprechend werden diese handwarm.

Hohe Lautstärken sind auch mit den nominell schwachen Verstärkern möglich. Hier kann man die Leistungswerte der Class-D-Verstärker nicht mit anderen Verstärkerschaltungen vergleichen. Das Besondere ist jedoch, sie werden mit zunehmender Lautstärke immer aggressiver und unangenehmer. Zimmerparty ist jedoch kein Problem und wer laut hört, sollte den kleinen Verstärkern mit einem Subwoofer auf die Sprünge helfen. Einen entsprechenden Anschluss findet man nicht nur am SMSL, sondern auch am Teac.

Klang ist das eine und wie sieht es mit der Verarbeitung aus? Auch hier überzeugen die Verstärker aus China. Der FX Audio macht einen etwas solideren Eindruck als der SMSL. Möchte man die Anschlussvielfalt maximal ausnutzen, haben Anwender des SMSL ein wenig das Nachsehen, da hier der Digital-Coax- und Subwoofer-Anschluss nur über Adapter erfolgt. Die kleineren Gehäuse von FX Audio und SMSL erkauft man sich mit engen angeordneten Anschlüssen und externen Netzteilen. Bei sehr dicken Lautsprecherkabeln bleibt das Gehäuse des FX Audio auch unter Umständen nicht mehr stehen und wird von den schweren Kabeln angehoben. Da kann der solide Teac nur drüber lächeln. Auch hat er noch ein Plus, die Bedienbarkeit wirft nie Fragen auf. Er ist komplett über die Tasten an der Front bedienbar. FX Audio und SMSL gleichen hier eher Computern und man muss das Menü bemühen. Fernbedienungen gibt es bei allen drei Verstärkern.

Weitere Geräte ohne Test

Neben unseren Verstärkern im Test gibt es natürlich noch weitere Verstärker mit einem USB-Anschluss für die direkte Verbindung zum Mac.

So zum Beispiel:

Micromega MyAmp (€ 249,-)

NAD D3045 (€ 690,-)

Nubert nuConnect ampX (€ 689,-)

USB-Digitaladapter

Ein Verstärker mit USB-Eingang steht nicht zur Verfügung, aber man möchte trotzdem den Mac als Highres-Audio-Player einsetzen? Dann helfen Digitaladapter für den USB-Anschluss.

Sie setzen das digitale Signal von USB in ein digitales Signal für den optischen oder Coax-Anschluss um. Damit kann jeder Verstärker mit einem optischen oder Coax-Eingang verwendet werden. Nur eine Voraussetzung sollte der Verstärker mitbringen, der eingebaute Digital-Analog-Wandler sollte auch Highres-Audio mit 24 Bit und bis 192 kHz verarbeiten können. Das steht aber in der Regel in den technischen Daten. Unsere zum Test herangezogenen Verstärker Onkyo TX 8250 und Tec AI-301DA unterstützt das beispielsweise.

Eine große Auswahl an spezielle USB-Digitaladaptern gibt es nicht. Sehr lange auf dem Markt ist die Firma M2Tech, vertrieben durch Higoto GmbH audiodomain.de aus Essen. Für unseren Test nehmen wir das Model HiFace Two für 159,- €.

Das HiFace Two verfügt über einen Coax-Ausgang und unterstützt maximal 24 Bit und 192 kHz. Etwas größer als ein USB-Stick wird er direkt in die USB-Buchse des Macs gesteckt. Kompatibel mit USB 2.0 besitzt das HiFace Two einen Typ A Stecker. Zwei Versionen des HiFace Two gibt es, einmal mit einem BNC-Anschluss, wie er bei professionellen Audiogeräten zu finden ist und einmal einen RCA- oder auch Cinch-Anschluss genannt.

Das Besondere ist nicht nur die Signalwandlung, sondern auch, dass durch ein Reclocking ein sauberes Signal für den DA-Wandler zur Verfügung gestellt wird. Das unterscheidet das HiFace Two von einfacheren Lösungen.

Etwas größer als ein USB-Stick ist das HiFace Two eine tolle Möglichkeit jeden Mac mit einem hochwertigen Highres Audio kompatiblen Digitalsignal auszurüsten.
Vergrößern Etwas größer als ein USB-Stick ist das HiFace Two eine tolle Möglichkeit jeden Mac mit einem hochwertigen Highres Audio kompatiblen Digitalsignal auszurüsten.
© Thomas Bergbold

Empfehlung

Das HiFace Two ist eine tolle Möglichkeit jeden Mac mit einem hochwertigen Highres Audio kompatiblen Digitalsignal auszurüsten.

Im direkten Soundvergleich zwischen dem USB-Eingang des Teacs und den HiFace Two über Koax angeschlossen, klang das HiFace Two ein wenig wärmer.

Einen Nachteil gibt es nur beim Einsatz am iPad Pro. Das iPad Pro erkennt das HiFace Two nicht direkt als Audiodevice, sondern als Kopfhörer. Daher muss man hier nicht nur die Lautstärke am iPad regeln, sondern auch zusätzlich am Verstärker.

Nie vergessen sollte man eine hochwertige Verbindung, der beste Konverter kann seine Aufgabe nur unzureichend erfüllen, wenn man hier am falschen Ende spart. Zum Beispiel ein hochwertiges Koax Kabel von Sommer oder auch einen Audio optimierten USB-C Adapter von Audioquest.
Vergrößern Nie vergessen sollte man eine hochwertige Verbindung, der beste Konverter kann seine Aufgabe nur unzureichend erfüllen, wenn man hier am falschen Ende spart. Zum Beispiel ein hochwertiges Koax Kabel von Sommer oder auch einen Audio optimierten USB-C Adapter von Audioquest.
© Thomas Bergbold

Weitere Geräte ohne Test

Douk Audio U2 USB Konverter XMOS XU208 Digitale Schnittstelle TOSLINK Coax DSD 192KHz (EUR 44,-)

Topping OPA2134 HiFi-Decoder Verstärker für D10 Mini USB DAC CSS XMOS XU208 ES9018K2M von Shenzhen Audio (EUR 88,-)

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