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Kaufberatung iMac M1: iMac mit einem oder zwei Lüftern kaufen?

21.07.2021 | 08:40 Uhr | Thomas Armbrüster

Einen der Unterschiede zwischen den beiden iMac-Modellen findet man nicht in den technischen Angaben. Der kann aber kaufentscheidend sein.

Wie beim Macbook Air M1 bietet Apple beim neuen iMac ein Basismodell an, dessen M1-Chip nur sieben anstatt, wie beim teureren Modell, acht Grafikeinheiten (GPU) hat. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Chips nicht voneinander. In verschiedenen Tests, die man im Netz findet, bedeutet eine GPU weniger, genauso wie beim Macbook Air, eine etwas geringeren Leistung in Grafik-intensiven Anwendungen.

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Beim iMac gibt es zwischen beiden Modellen aber noch einen Unterschied, den man nicht in den technischen Angaben von Apple findet. Denn das Kühlungssystem des Basismodells hat nur einen Lüfter, während das des teureren Modells zwei Lüfter hat. Bei iFixit ist dies gut zu sehen , wenn man das Röntgenbild am Anfang des Artikels zur Demontage des iMacs mit den Fotos aus dem hinteren Teil des Artikels vergleicht. Das Röntgenbild stammt vom Basismodell, zerlegt hat iFixit aber die andere Variante.

Mehr Kühlung mit zwei Lüftern

Da das Macbook Air gar keinen Lüfter hat, aber den gleichen Chip wie der iMac verwendet, sollte die Anzahl der Lüfter theoretisch nicht zu weiteren Leistungsdifferenzen zwischen den beiden iMac-Modellen führen. Denn Apple hat seinen M1-Chip ja hinsichtlich der Leistungsaufnahme und der Wärmebelastung optimiert, denn sonst ließe sich dieser nicht in Geräten ohne Lüftung wie dem iPad Pro und dem Macbook Air einsetzen. Und bei diesen Geräten hat der M1 schon gezeigt, dass er viel Leistung auch ohne Lüfter bietet.

Trotzdem erweist sich das Kühlsystem des teureren iMac-Modells dann als vorteilhaft, wenn man den Rechner einer Dauerbelastung aussetzt, die die CPU stark auslastet. In einem Youtube-Video zeigt beispielsweise Max Tech , dass es beim Basismodell messbar länger dauert, bis solche Aufgaben erledigt sind, obwohl nur die GPU unterschiedlich ist. Das liegt daran, dass die Temperatur des M1-Chips beim Basismodell schneller den Punkt erreicht, an dem die Recheneinheiten gedrosselt werden müssen, weil sie sonst zu heiß würden. Denn der eine Lüfter kann die Wärme nicht so effektiv abführen wie die zwei Lüfter im teureren Modell. Zudem muss der Einzellüfter dann mit voller Drehzahl arbeiten, was lauter ist, als wenn die zwei Lüfter nur langsam laufen. Wer also etwa professionell Videos am iMac bearbeiten will, sollte auf jeden Fall das teurere Modell kaufen. Wer solche anspruchsvolleren Anwendungen aber nicht einsetzt, nicht das letzte Prozent an Grafikleistung benötigt und die zusätzlichen Ausstattungsoptionen wie Ethernet im Netzteil und zwei zusätzliche USB-Ports nicht benötigt, kann sich überlegen, ob das beim Basismodell zu sparende Geld nicht an anderer Stelle besser angelegt ist.

Nur beim teureren iMac-Modell verbaut Apple zwei Lüfter, das Basismodell hat dagegen nur einen.
Vergrößern Nur beim teureren iMac-Modell verbaut Apple zwei Lüfter, das Basismodell hat dagegen nur einen.
© iFixit

Other World Computing (OWC) hat die beiden Modelle des iMacs zerlegt und davon ein Video gemacht. In diesem Video sieht man gut den Unterschied zwischen dem Kühlungssystem der beiden Modelle sowie auch ein unterschiedliches Layout des Logic-Boards.

Extras beim Basismodell auswählen

Auch wenn das Budget an sich nur für das Basismodell des iMac reicht, gibt es ein Extra, welches das Arbeiten deutlich erleichtert und das Konto nicht übermäßig beansprucht: Der Touch-ID-Sensor auf der Tastatur, der beim teureren iMac Standardausstattung ist. Mit dem Sensor spart man sich nicht nur die Eingabe des Benutzerpassworts beim Aufwachen aus dem Ruhezustand, sondern kann unter anderem viele Einstellungen ohne Passworteingabe vornehmen und per Fingerabdruck im App-Store einkaufen. Beim Kauf ist diese Option auf Apples Webseite etwas versteckt. Man muss dort im Abschnitt „Tastaturen“ auf „Zu einer anderen Tastatur wechseln“ klicken und dann das Magic Keyboard mit Touch-ID auswählen, natürlich in der richtigen Sprachversion. Die hierfür zu zahlenden 50 € sind unserer Meinung nach gut angelegt, und das Gesamtbudget wird mit knapp 1500 € nicht übermäßig strapaziert.

Hat man etwas mehr Geld zur Verfügung, braucht aber nicht die etwas bessere Leistung und die anderen Extras des teureren Modells, lässt sich aus der Preisdifferenz von 220 € nicht nur der Touch-ID-Sensor finanzieren, sondern auch ein Großteil der 230 €, die für eine SSD mit 512 GB von Apple in Rechnung gestellt werden. Dann lassen sich auch größere Foto- und Videosammlungen vom iPhone auf dem iMac unterbringen, ohne dass man Daten auslagern muss. Für rund 1730 € bekommt man so einen iMac, der allen Alltagsaufgaben gut gewachsen ist, wenn auch nicht zum Schnäppchenpreis.

Auch wenn das Budget knapp bemessen ist, die Tastatur mit Touch ID ist unserer Meinung nach den Aufpreis wert.
Vergrößern Auch wenn das Budget knapp bemessen ist, die Tastatur mit Touch ID ist unserer Meinung nach den Aufpreis wert.
© Apple

Topmodell aufrüsten

Die beiden von Apple angebotenen teureren Standardkonfigurationen des iMacs unterscheiden sich nur in einem Punkt: Das teuerste Modell hat eine SSD mit 512 GB, das günstigere eine mit 256 GB. Da 256 GB aber wie beim Basismodell knapp bemessen sind, würden wir, wenn möglich, die teurere Variante mit der größeren SSD empfehlen. Im Vergleich zum Basismodell bekommt man bei beiden Varianten aber nicht nur den Chip mit acht Grafikkernen, sondern auch vier anstatt zwei Anschlüsse für externe Geräte (zweimal Thunderbolt und zweimal USB-C) sowie die Tastatur mit Touch-ID und Ethernet im Netzteil.

Nach oben hin ist bei diesen Modellen erst bei 2 TB SSD Schluss, was sich Apple aber mit 920 Euro (von 256 GB) beziehungsweise 690 Euro (von 512 GB) Aufpreis fürstlich bezahlen lässt. Da lässt sich mit einer externen SSD doch viel Geld sparen. Dieses Geld wäre beim Arbeitsspeicher besser angelegt, vor allem, wenn man mit großen Bild- und Videodateien arbeitet. Da ist mehr RAM auch bei einem M1-Mac hilfreich. Mehr als 16 GB gibt es aber nicht, genauso wie bei den anderen Macs mit M1-Chip. 230 Euro stellt Apple dafür in Rechnung. Rechnen wir unsere Vorschläge zusammen, also eine SSD mit 512 GB und Arbeitsspeicher mit 16 GB, sind beim Bezahlen 2130 Euro fällig. Und man kann, anders als beim Basismodell, unter sieben Farben wählen, dort sind es nur vier. Wie gewohnt gilt aber für alle Standardkonfigurationen: Kauft man den iMac nicht bei Apple, sondern bei einem anderen Anbieter, lassen sich  ein paar Prozent einsparen ( siehe Macwelt-Preisvergleich ). Sonderkonfigurationen sind dort aber oft nicht zu bekommen.

Nur beim teureren iMac-Modell bekommt man vier Anschlüsse für externe Geräte.
Vergrößern Nur beim teureren iMac-Modell bekommt man vier Anschlüsse für externe Geräte.
© Apple

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