2220636

Kaufberatung iPhone: Welches iPhone soll ich kaufen?

09.11.2017 | 08:16 Uhr |

Das Line-Up für das iPhone-Produktjahr 2017 ist komplett. Bleibt die Frage, welches Gerät für wen geeignet ist.

Das Jahr 2017 brachte für das iPhone ein Novum: Erstmals stellte Apple mit dem iPhone 8 (Plus) und dem iPhone X zwei völlig verschiedene neue Modelle vor. Zwar kennt man Produktausweitungen schon von iPhone 5C und iPhone SE, doch hatte Apple in den Jahren 2013 und 2016 jeweils tradierte Technik verwendet, um sein Portfolio nach unten abzurunden. Das iPhone X jedoch eröffnet eine neue Luxus-Klasse, es ist das erste Apple-Smartphone, das schon in der Grundausstattung mehr als 1000 Euro kostet. iPhone 8 und iPhone 8 Plus, die in einem "normalen" Jahr als neue State-of-the-Art-Telefone gegolten hätten, besetzen gewissermaßen nun die obere Mittelklasse, müssen sich in der aber vor der Konkurrenz keineswegs verstecken und reichen vielen potentiellen Käufern für ihre Zwecke völlig aus.

Wie in all den Jahren zuvor verkauft Apple die Vorjahresmodelle, das sind nun iPhone 7 und iPhone 7 Plus zu einem reduzierten Preis. Was 2016 noch ein Toptoptop-Handy war, kann bis 2017 nicht schlecht geworden sein. Gleiches gilt für das noch ein Jahr ältere iPhone 6S (Plus), bei beiden Generationen hat Apple jedoch die Wahl der Speichergröße eingeschränkt. Auch noch im Angebot verbleibt das iPhone SE, das gewissermaßen das Gehäuse der 5er-Generation aufträgt, aber Technik des 6S eingebaut hat. Hier hat Apple in diesem Frühjahr immerhin den Speicher verdoppelt und im Herbst den Preis gesenkt. Das iPhone-Angebot ist also recht breit, wir geben hier einen Überblick, welches Gerät sich für wen lohnt.

iPhone X: Nichts geht darüber

Zugegeben sind 1.149 respektive 1.319 Euro ein hoher Preis, das iPhone X ist aber auch mit Abstand das beste iPhone, das man derzeit für Geld bekommen kann. Lange hatte die Szene spekuliert, ob Apple im Jubiläumsjahr das iPhone neu erfinden könnte. Das ging natürlich nicht, das iPhone X ist immer noch ein iPhone, aber was für eins. Gleich mit mehreren Traditionen bricht Apple konsequent. Der Bildschirm reicht nun fast von Kante zu Kante, bis auf einen nur auf den ersten Blick störenden Balken (Notch) verschwindet der Rahmen aus dem Blickfeld. Das sich nun auf einen OLED-Screen konzentriert, der einen wesentlich höheren Kontrast und brillantere Farben bietet als die bisher üblichen LCDs. Die Rückseite ist (wieder) aus Glas und das hat nicht nur Design-Gründe: Denn so ist drahtloses Laden nach dem Qi-Standard möglich. Hat man also eine oder mehrere Matten zur Verfügung, auf die man das Telefon ablegt, wird das Nachtanken von Energie beinahe zum unbewussten Vorgang, Akkulaufzeiten sollten keine große Rolle mehr spielen. Der Home Button musste dafür verschwinden, doch seine Funktionen haben die Entwickler ausgelagert. Entweder an die Knöpfe an der Seite oder in neue Gesten in iOS 11. Was mit dem Home Button aber auch weg ist, das ist die Touch ID. Stattdessen erkennt das iPhone X nun seinen rechtmäßigen Besitzer an seinem Gesicht, was nicht nur zuverlässiger und schneller funktioniert als die Fingerabdruckerkennung, sondern auch weit sicherer ist. Die zu diesem Zweck an der Front verbaute True-Depth-Kamera ist anhand der Tiefeninformationen nun auch in der Lage, Portraitfotos mit Bokeh-Effekt zu versehen, was bisher nur den Dualkamerasystemen der Rückseiten vorbehalten war.

iPhone X
Vergrößern iPhone X
© Apple

Rahmenlos, OLED, Gesichtserkennung, Portraits mit Tiefenschärfe, das kennt man doch schon alles? Ja, aber Apple zeigt im iPhone X nun, wie das richtig zu funktionieren hat. Die Face ID ist anders als die Systeme der Konkurrenz in der Lage, das Gesicht in drei Dimensionen zu erfassen, so wird sie genauer und lässt sich nicht mehr mit Bildern austricksen. Das OLED ist zumindest laut erster Tests besser gegen Einbrenneffekte geschützt als etwa jenes des Google Pixel 2, dessen Preis ja auch schon in Apple-Dimensionen reicht. Portrait-Fotos erstellt Google gerne auch nur mit einer Linse und Algorithmen, den Unterschied erkennt man aber klar. Zudem müssen die gewiss nicht üblen Geräte der anderen mit Android zurecht kommen …

Das iPhone X ist gewiss ein kleiner Luxus, wer aber pfleglich damit umgeht, wird lange seine Freude daran haben und auch in einigen Jahren noch ein fortschrittliches Gerät nutzen. Die Investition kann sich durchaus lohnen.

Das iPhone X ist in den beiden Speichergrößen 64 GB und 256 GB erhältlich und in den Farben Schwarz und Silber. Für unser Dafürhalten ist im Gegensatz zum iPhone 4(S) die helle Rückseite weniger gelungen, aber das ist letztlich Geschmackssache und die Empfehlung für das schwarze Modell nur eine vage. Erhältlich sind beide Geräte nicht in jedem Apple Store und im Fachhandel sofort, die garantierten Lieferzeiten liegen aber bei erträglichen drei bis vier Wochen – an Weihnachten ist das neue Telefon gewiss startklar.

➤ iPhone X im Macwelt-Preisvergleich ab 1.149 Euro

iPhone 8 (Plus): Die neue obere Mittelklasse

Wir kennen das Problem in jedem Jahr: Kommt ein neues iPhone heraus, mutiert das Vorjahresmodell in unserer Tasche urplötzlich zum Alteisen. Das ist aber nur ein gefühltes Problem, denn ein jedes iPhone hat über Jahre hinweg seine Klasse bewiesen. Der Feind des Guten ist das Bessere, der des Neuen das noch Neuere, so ist der Lauf der IT-Welt. Am 12. September scherzten wir und viele Kollegen schon, dass Apple es mit der Obsoleszenz nun aber übertreibt und das soeben vorgestellte neue iPhone 8 (Plus) durch das nur Minuten später präsentierte iPhone X schon vor der Auslieferung veraltet ist. Das stimmt so nun auch wieder nicht, denn das iPhone 8 (Plus) ist ebenso ein Stück großartige und aktuelle Technik. Mit dem iPhone X teilen sich die weiter in zwei Größen erhältlichen 8er etwa den Chip A11 Bionic, der in Benchmarks nicht nur den schon recht guten Vorgänger A10 Fusion bei weitem übertrifft, sondern sich sogar mit dem des Macbook Pro messen kann. Ebenso gemeinsam sind die Glasrückseiten und das dadurch ermöglichte drahtlose Laden. Behalten hat die 8er-Generation den Fingerabdrucksensor. Klar, auch der Home Button ist ja noch verbaut. Für wen es unbedingt ein goldenes iPhone sein muss, sollte sich den Griff zu Apples oberen Mittelklasse vielleicht nochmal genauer überlegen, denn das Gold des iPhone 8 (Plus) weiß nicht so richtig zu überzeugen, vor allem die Rückseite wirkt irgendwie diffus goldig. Der Farbton des Rahmens geht auch mehr in Richtung Roségold, eine eigene Farbvariante dafür fehlt aber. Greifen wir besser zum silbernen oder dem schwarzen.

iPhone 8 Plus
Vergrößern iPhone 8 Plus
© Apple

Auf den Portrait-Modus der Frontkamera muss man beim 8er verzichten, aber den gab es in den vorherigen Generationen auch nicht. Nur das iPhone 8 Plus besitzt zwei rückwärtige Kameras und kann damit Portraits mit Bokeh-Effekt erstellen und die neue Portrait-Belichtung nutzen. Was aber wiederum für das iPhone 8 mit seinem 4,7-Zoll-Bildschirm spricht, ist eben genau dessen Größe, nicht jeder kommt mit dem schier riesigen Plus-Modell zurecht, das trotz geringerer Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll größere Ausmaße aufweist als das iPhone X.

iPhone 8
Vergrößern iPhone 8
© Apple

Mal abgesehen von der fehlenden FaceID, dem traditionellen LCD und dem Dualkamerasystem nur auf der Rückseite des größeren Modells ist auch die 8er-Generation des iPhone ein feines Stück Technik und ihren Preis wert. Obsolet ist sie keineswegs, wem Touch ID ausreicht und etwas weniger Wert auf Portrait-Fotografie legt, kommt über die nächsten Jahre wunderbar mit dem iPhone 8 Plus oder gar dem kleineren 8er zurecht. Die Speicheroptionen sind wie beim iPhone X 64 und 256 GB, die Farben wie erwähnt dreifach: Space Grau, Gold und Silber. Die Preise betragen 799 und 969 Euro für das iPhone 8 und 909 und 1079 Euro für das iPhone 8 Plus.

➤ iPhone 8 im Macwelt-Preisvergleich ab 710 Euro

iPhone 7: Gewiss kein Alteisen

So schrieben wir an dieser Stelle vor einem guten Jahr: "Das neue iPhone 7 ist sicher das beste iPhone, das Apple aktuell im Angebot hat"  – was damals richtig war, ist heute nicht grundverkehrt. Klar, die beiden neueren Generationen satteln noch einiges mit drauf, die 7er kann sich aber nach wie vor noch sehen lassen. Denn es führte 2016 einige Neuerungen ein, die wir heute in iPhone 8, 8 Plus und X für selbstverständlich halten. Die Dualkamera des Plusmodells auf der Rückseite etwa, damit verbunden die Tiefeninformation der Bilder. Die fehlende Audiobuchse, was das überhaupt erst staub- und wasserresistent macht, nach Standard IP67. Der große Farbraum des Displays. Der Mehrkernprozessor: In den 7ern arbeitet der A10 Fusion mit zweimal zwei Kernen, das eine paar höchst effizient, das andere höchst performant.

iPhone 7 Plus
Vergrößern iPhone 7 Plus
© Apple

Die Farbauswahl ist weit größer als bei den neueren Modellen: Schwarz, Diamantschwarz, Silber, Gold, Roségold, nur das Product Red ist leider nach einem halben Jahr aus dem Angebot verschwunden. Nicht mehr erhältlich ist auch die Speichervariante mit 256 GB, man hat aber immerhin die Wahl zwischen 32 GB und 128 GB. Die Preise hat Apple nach Einführung der 8er gesenkt: Das iPhone 7 kostet 629 und 739 Euro, das iPhone 7 Plus 769 und 879 Euro. Kein Schnäppchen, aber immerhin eine Spur günstiger als die Generation von 2017, dabei kaum schwächer. Das aktuelle Betriebssystem iOS 11 läuft ohne Einschränkungen, selbst aufwändige AR-Apps kann man auf dem Smartphone nutzen.

➤ iPhone 7 im Macwelt-Preisvergleich ab 550 Euro

iPhone 7
Vergrößern iPhone 7
© Apple

Noch günstiger: iPhone 6S

Immer noch kein Alteisen, halt aber so etwas von 2015, dass wir schon fast nostalgisch werden: Apple verkauft iPhone 6S und 6S Plus nach wie vor. Anders als in früheren Jahren sogar in zwei Speichervarianten, konkret 32 GB und 128 GB für 519 und 629 Euro (iPhone 6S) respektive 629 und 739 Euro (iPhone 6S Plus). Farben gibt es deren vier: Space Grau, Silber, Gold und Roségold.

iPhone 6s Plus
Vergrößern iPhone 6s Plus
© Apple

Das iPhone kann man aber nicht nur über den Apple Store kaufen: Mit etwas Suche – etwa in unserem Preisvergleich – kann man schnell einige hundert Euro sparen. Mit etwas Glück finden Sie dort noch ein von Apple nicht mehr angebotenes 16-GB-Modell, denn womöglich brauchen Sie ja gar keine 32 oder 128 GB Speicher, da sie weder Spiele sammeln, noch Videos und Fotos horten?

Einige Abstriche gegenüber dem 7er und den neueren Modellen muss man aber machen: Fällt einem sein iPhone 6S ins Wasser, könnte man seine Entscheidung gegen das iPhone 7 schnell bereuen.

iPhone 6s
Vergrößern iPhone 6s
© Apple

Für Foto-Fans, die mit dem neuen Plus-Modell liebäugeln, ein wichtiges Argument:  Das iPhone 7 Plus bringt durch die neue Doppelkamera einen großen Sprung nach vorne und deklassiert auf diesem Feld das iPhone 6 Plus klar.

➤ iPhone 6S im Macwelt-Preisvergleich ab 419 Euro

Warum kein iPhone 6 oder 5S?

Schon vor einem Jahr aus dem Programm genommen hat Apple das 2014 eingeführte iPhone 6, das man allenfalls noch vereinzelt von privat bekommt. Kann man dieses Modell aber noch empfehlen? Das Display ist immer noch recht gut, ebenso die Kamera. Man muss aber mit einem lahmeren Prozessor und nur 1 GB Arbeitsspeicher auskommen, was allmählich zum Problem werden könnte.

➤ iPhone 6 im Macwelt-Preisvergleich ab 361 Euro

Das gilt noch mehr für das iPhone 5S. Das iPhone von 2013 ist noch immer bei vielen Anwendern im Gebrauch und wird es wohl auch bleiben, da viele den Formfaktor des 4-Zoll-Displays schätzen. Neu kaufen sollte man es sich einfach nicht mehr, aber das geht praktisch auch nicht mehr. Die Ausstattung an Arbeitsspeicher und CPU-Power ist mittlerweile zu schwach für ein neu erworbenes Handy.

➤ iPhone 5S im Macwelt-Preisvergleich ab 174 Euro

Für kleine Hände und schmale Geldbeutel: iPhone SE – jetzt mit mehr Speicher

Freunden des Vierzoll-Bildschirms bleibt aber als immer noch taugliches Modell das iPhone SE. Es ist handlicher als seine voluminösen Schwestermodelle und auch deutlich günstiger. Legt iPhone 6S/7/8 und das SE nebeneinander, erscheint einem das Display recht klein und Aufgaben wie Texteingabe und Surfen gelingen bei den größeren Modellen eindeutig komfortabler. Es ist aber weit leistungsstärker als das iPhone 6, hat eine gute Kamera, bietet eine lange Akkulaufzeit und passt problemlos in die Hosentasche. Benutzt man zum Surfen sein iPad und schreibt E-Mails eigentlich nur am Macbook, spricht wenig gegen das kleinste iPhone-Modell.

iPhone SE
Vergrößern iPhone SE
© Apple

Apple hat im Frühjahr 2017 die Speicherausstattung auf 64 und 128 GB verdoppelt, im Herbst fielen die Preise im Apple Store auf 409 und 519 Euro, andere Anbieter haben es noch günstiger – teilweise aber auch mit weniger Speicher. Das macht aber nichts: Gibt es doch Anwender, die ihr Smartphone vor allem zum Telefonieren, Kommunizieren und gelegentlichem Daddeln benutzen und nicht für Büroarbeiten.

➤ iPhone SE im Macwelt-Preisvergleich ab 324 Euro

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

2220636