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Die besten kostenlosen Cloud-Speicher aus Deutschland

11.05.2021 | 08:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Kostenlose Cloudspeicher mit Serverstandort in Deutschland: Wir stellen Onlinespeicher vor, die dem deutschen Datenschutz unterliegen. Darunter ein Geheimtipp sowie ein Anbieter, bei dessen Namen man nicht sofort an einen Onlinespeicher denkt. Der aber 30 GB gratis bietet.

Darum Onlinespeicher

Online-Speicher alias Cloud-Speicher sind praktisch. Von jedem Desktop-PC, Notebook, Tablet oder Smartphone kann man via Internet auf seine Daten zugreifen. Und diese Dateien seinen Freunden und Kollegen zur Verf├╝gung stellen. Einfach die Urlaubsfotos in die Cloud hochladen und den Link dazu an Freunde schicken. Oder die Lieblingsmusik als MP3s zentral in der Cloud speichern und dann ├╝berall und jederzeit anh├Âren, ohne dass man den Speicher des Smartphones damit verstopft. Das Beste: Die meisten Cloudspeicher sind kostenlos. Und man muss keineswegs zu Google Drive, Microsoft Onedrive oder Dropbox greifen. Nein, auch in Deutschland gibt es viele kostenlose Cloudspeicher wie E-Post Cloud, Magenta Cloud, Web.de oder MyTuxedo . Wir stellen die besten Cloudspeicher beziehungsweise Onlinespeicher mit Serverstandort in Deutschland vor. Diese Onlinespeicherdienste sind zumindest in der Standardversion kostenlos vor. F├╝r sie gelten die deutschen Datenschutzbestimmungen.

Zum Vergleich, damit Sie die Gr├Â├če des Onlinespeichers bei den folgenden deutschen Anbietern einordnen k├Ânnen: Google Drive stellt standardm├Ą├čig 15 GB bereit (wobei der von Googlemail belegte Speicherplatz darin enthalten ist), bei Dropbox sind es sogar nur 2 GB, die sich aber mit verschiedenen Tricks erweitern lassen. Microsoft Onedrive bietet 5 GB an kostenlosem Cloudspeicher, ebenso Apple mit der iCloud.


E-Post Cloud: Bis zu 30 GB gratis

Die Deutsche Post bietet einen kostenlosen Cloud-Speicher mit Servern in Deutschland an: die E-Post Cloud. Dieser Online-Speicher versteht sich aber eher als Zusatzangebot zur E-Post, der digitalen Variante zur klassischen Briefpost. Bei der E-Post geht es vereinfacht gesagt darum, dass Sie am PC einen Brief schreiben, diesen digital an die Post schicken und diese ihn dann zu Papier bringt und konventionell per Brieftr├Ąger dem Empf├Ąnger zustellt. F├╝r diesen Service m├╝ssen Sie nat├╝rlich bezahlen.

Trotzdem ist das mit dem E-Postbrief verbundene Online-Speicher-Angebot interessant, denn der Online-Cloud-Speicher selbst ist kostenlos und riesengro├č: Ihnen stehen zun├Ąchst einmal 5 GB Online-Speicher zur Verf├╝gung. Sofern Sie sich aber mit Ihrem Ausweis bei der POSTID kostenlos identifizieren, werden daraus 30 GB kostenloser Online-Speicher. Nutzen Sie au├čerdem die Zusatzfunktionen Fax und E-Mail, dann erhalten Sie 100 Megabyte Speicherplatz extra. Die Post verspricht Schutz vor Fremdzugriff durch TLS/SSL-Verschl├╝sselung.

Das ist ungew├Âhnlich viel, wenn man es mit den anderen Anbietern vergleicht (siehe unten). Der Zugriff ist von PCs sowie dank der entsprechenden Apps auch von iOS- und Android-Ger├Ąten aus m├Âglich. Einzelne Dateien d├╝rfen aber nicht gr├Â├čer als 50 MB sein.


Magenta Cloud Free der Telekom - 3 GB gratis f├╝r jeden

Die Deutsche Telekom stellt mit der Magenta Cloud einen kostenlosen Online-Speicher in Deutschland f├╝r jeden interessierten Nutzer zur Verf├╝gung. Sie m├╝ssen also nicht Telekom-Kunde sein, um die Telekom-Cloud gratis nutzen zu k├Ânnen. Unter "Jetzt kostenlos einsteigen" und dann "Noch nicht registriert? Jetzt registrieren" legen Sie Ihr kostenloses Magenta-Cloud-Konto an.

Die Magenta Cloud Free lockt mit 3 GB Onlinespeicherplatz. Einzige Voraussetzung: Sie m├╝ssen sich f├╝r eine kostenlose Mailadresse registrieren. Telekom-Kunden bekommen 15 GB Onlinespeicher, das nennt sich dann Magenta Cloud S.

Die Magenta Cloud gibt es grundsätzlich kostenlos. Gegen Aufpreis bekommen Sie aber deutlich mehr Speicherplatz.
Vergr├Â├čern Die Magenta Cloud gibt es grunds├Ątzlich kostenlos. Gegen Aufpreis bekommen Sie aber deutlich mehr Speicherplatz.
© Deutsche Telekom

Gegen eine monatliche Geb├╝hr k├Ânnen Sie den Speicherplatz deutlich erweitern und zus├Ątzliche Funktionen dazu kaufen.

Die Telekom wirbt mit Serverstandort Deutschland und deutschen Datenschutzgesetzen. Zudem erfolgen die Uploads und Downloads sowie der Mailversand per AES-128-Bit-SSL-Verschl├╝sselung, nicht aber mit 256 Bit. Passende Apps gibt es f├╝r iOS und Android, au├čerdem stellt die Deutsche Telekom einen Basis Spam- und Virenschutz f├╝r das Mailpostfach zur Verf├╝gung.


Web.de (und GMX) - zwischen 2 GB und 10 GB gratis

Wer eine web.de-Mailadresse besitzt, kann auch den damit verbundenen Online-Speicher kostenlos verwenden. 2 GB stehen jedem Freemail-Nutzer automatisch gratis in der Cloud zur Verf├╝gung.

Der Zugriff f├╝r Upload und Download erfolgt per Webfrontend ÔÇô das man f├╝r den Freemaildienst ja vermutlich ohnehin nutzt.

Es lassen sich Bilder, Videos, Musikdateien und Dokumente in den Cloudspeicher hochladen und mit Freunden teilen. F├╝r Windows-PCs und Android-Smartphones, iPhones und Windows Phone gibt es Apps.

Onlinespeicher bei Web.de
Vergr├Â├čern Onlinespeicher bei Web.de

Die mageren 2 GB Onlinespeicherplatz k├Ânnen Sie flugs um 4 GB erweitern, wenn Sie den Windows-Client installieren. Die Anwendung integriert den Web.de-Online-Speicher in den Windows-Explorer. Dateien, die Sie auf dieses Laufwerk schieben, werden automatisch mit dem Onlinespeicher synchronisiert. Noch mal 4 GB Gratis-Speicher bekommen Sie, wenn Sie auch noch eine der Apps f├╝r Android, iPhone und iPad f├╝r den Web.de-Speicher verwenden.

Web.de stellt also insgesamt 10 GB kostenlosen Onlinespeicherplatz zur Verf├╝gung: 2 GB + 4 GB f├╝r den Windows-Client + 4 GB f├╝r eine Mobile-App.

Das reicht immer noch nicht? F├╝r 1,99 Euro pro Monat kann man 20 GB Speicherplatz dazu kaufen, 100 GB pro Monat gibt es f├╝r 6,99 Euro.

Die Server von Web.de befinden sich im Rechenzentrum des Mutterkonzerns 1und1. Sie stehen in Deutschland und unterliegen der deutschen Datenschutzgesetzgebung.

├ťbrigens: GMX geh├Ârt ebenso wie Web.de/Freemail zum 1und1-Konzern. Somit gilt auch f├╝r den Online-Speicher von GMX, der Mediacenter hei├čt, die Formel ÔÇ×2 GB + 4 GB + 4 GB = 10 GBÔÇť. Also 2 GB gratis f├╝r alle Nutzer und jeweils 4 GB gibt es zus├Ątzlich, wenn man einen Desktop-Client und eine App installiert. Nat├╝rlich ist auch GMX ein Onlinespeicher aus Deutschland mit deutschen Datenschutzbestimmungen.

Zwei-Faktor-Authentifizierung: GMX und Web.de unterst├╝tzen 2FA. Allerdings nur per Authentifizierungs-App und nicht per SMS.


MyTuxedo - Linuxspezialist lockt mit 10 GB gratis

Tuxedo ist ein Unternehmen aus Augsburg, das vor allem PCs und Notebooks mit vorinstalliertem Linux-Distributionen anbietet. Auch Dual-Boot-f├Ąhige Rechner mit Linux und Windows kann man bei Tuxedo erwerben.

Der Clou der Tuxedo-Maschinen: Damit das Linux auf den Rechnern optimal l├Ąuft und sich auch alle Funktionstasten verwenden lassen, passt Tuxedo die verwendeten Linux-Distributionen mit eigenen Skripten an die vorhandene Hardware an. Dadurch spielen Hardware und Linux-OS sofort nach dem Einschalten des Ger├Ątes einwandfrei zusammen und man kann vom Stand weg produktiv arbeiten, wie unser Langzeitpraxistest mit zwei Tuxedo-Notebooks zeigt. Dass sich diese vielen Optimierungsma├čnahmen f├╝r den Anwender lohnen, zeigen auch unsere Hardware-Tests von Tuxedo-Ger├Ąten.

Mit WebFAI von Tuxedo k├Ânnen Sie das Tuxedo-Notebook wieder exakt auf den Auslieferungszustand zur├╝cksetzen und alle Voreinstellungen und Anpassungen beziehungsweise Optimierungsma├čnahmen von Tuxedo mit├╝bernehmen. Dabei werden alle Daten auf dem Notebook oder PC gel├Âscht ÔÇô Sie m├╝ssen also vorher alle Ihre Daten setzen.

Einsatzzweck von WebFAI:

a) Ein softwareseitig besch├Ądigtes und nicht mehr reparierbares Tuxedo-Rechner wieder funktionsf├Ąhig auf den Werkszustand zur├╝cksetzen.

b) Eine andere Linux-Distribution ausprobieren und dabei die ganzen Anpassungsskripte und Konfigurationshilfen von Tuxedo mit├╝bernehmen

WebFAI ist kostenlos. Test: Wir mussten Webfai bereits einmal nutzen, unseren Erfahrungsbericht lesen Sie hier: Webfai - Defektes Linuxsystem auf Tuxedo-Rechner ruck,zuck wie neu .

Cloud-Dienst mit Servern in K├Ânigsbrunn und Falkenstein

Als zus├Ątzlichen Mehrwert f├╝r alle K├Ąufer eines Tuxedo-PCs oder -Notebooks hat das Augsburger Unternehmen einen eigenen Cloud-Speicher-Dienst namens MyTuxedo auf die Beine gestellt. Er ist seit dem 19. Oktober 2015 frei geschaltet und steht allen Tuxedo-Kunden zur Verf├╝gung. 10 GB Online-Speicherplatz gibt es kostenlos f├╝r Tuxedo-Kunden. MyTuxedo nutzt Nextcloud als Software.

Die Server von MyTuxedo stehen bei dem bekannten Hoster Hetzner im pf├Ąlzischen Falkenstein. Au├čerdem gibt es einen Backupserver in Augsburg in der Firmenzentrale von Tuxedo. Tuxedo wirbt ausdr├╝cklich mit dem Serverstandort Deutschland und den damit verbundenen Datenschutzbestimmungen der Bundesrepublik Deutschland.

Jeder K├Ąufer eines Tuxedo-PCs oder -Notebooks bekommt 10 GB kostenlosen Speicherplatz auf MyTuxedo. Die Weitergabe der Zugangscodes (Reg-ID) ist jederzeit gestattet, es k├Ânnen also auch nicht Tuxedo-Kunden Speicherplatz auf MyTuxedo erwerben, wenn sie von einem Tuxedo-Kunden den Code bekommen. F├╝r die Anmeldung bei MyTuxedo legt Tuxedo ein K├Ąrtchen mit einer Registrierungsnummer jedem Tuxedo-Ger├Ąt bei. Mit dieser Nummer k├Ânnen Sie sich auf https://www.mytuxedo.de/ registrieren und ein Konto anlegen. Die Registrierung und die Nutzung der 10 GB ist dauerhaft kostenlos.

Wer mehrere Tuxedo-Ger├Ąte wie beispielsweise ein Infinitybook besitzt, kann die 10 GB pro Ger├Ąt zu einem Account zusammenfassen k├Ânnen. Und kommt also zum Beispiel mit einem Tuxedo-PC und einem Tuxedo-Notebook auf zusammen 20 GB Gratis-Onlinespeicher.

Tipp: Tuxedo-Bestandskunden k├Ânnen noch bis zu drei Jahre nach dem Kauf einen Key von Tuxedo anfordern. Wenn man sich also vor 36 Monaten einen Tuxedo gekauft hat, gen├╝gt eine Mail mit der Bestellnummer und Tuxedo ├╝bersendet einen entsprechenden Zugangscode.

So funktioniert MyTuxedo

Der Zugriff auf MyTuxedo erfolgt zun├Ąchst einmal via Webfrontend. Das Browser-Theme der MyTuxedo-Cloud ist so angelegt, dass man es auch auf mobilen Ger├Ąten betrachten kann. Tuxedo stellt aber auch Nextcloud- Clients f├╝r Windows, MacOS und nat├╝rlich Linux sowie eine App f├╝r Android und eine f├╝r iOS Download bereit. Wichtig: Sie finden die Apps nicht unter der Bezeichnung Mytuxedo, sondern unter "Nextcloud". Im Kurztest konnten wir die Apps problemlos installieren, mit unserem Mytuxedospeicher verbinden und Dateien flott hochladen.

Sie k├Ânnen beim Browser-Upload bis zu 999 Dateien auf einmal hochladen. F├╝r den Upload gibt es Tuxedo zufolge keine Einschr├Ąnkungen bei den verwendbaren Dateiformaten.

Eine ├Âffentliche Freigabe von Dateien und Ordnern ist grunds├Ątzlich nicht gestattet und wird es auch nicht geben. Tuxedo m├Âchte verhindern, dass mit seinem Dienst Filesharing betrieben wird. Es wird also keine M├Âglichkeit geben eine Datei hochzuladen und dann einen ├Âffentlichen Link irgendwo hin zu posten. Die M├Âglichkeit Dateien f├╝r andere MyTuxedo-Nutzer frei zu geben ist aber vorhanden.

Ein Kalender, eine Kontaktverwaltung und eine Bilddatenbank geh├Âren mit zur Ausstattung, ein vorhandenes Mailkonto kann ebenfalls mit MyTuxedo verkn├╝pft und dann via Webfrontend abgefragt werden. Au├čerdem gibt es eine ├ťbersicht ├╝ber alle Aktivit├Ąten des Benutzers. Ein Aufgabenplaner und ein Passwortspeicher samt Passwortgenerator runden das Angebot ab. Tuxedo hat au├čerdem noch einen MP3-Player integriert, um neben Videos und Bildern auch MP3s direkt ├╝ber den Browser streamen zu k├Ânnen.

Eine einfache Online-Textverarbeitung, die Dateien im plattform├╝bergreifenden ODT-Format erzeugt, steht ebenfalls zur Verf├╝gung. Sie k├Ânnen also direkt auf MyTuxedo Textdateien schreiben und abspeichern. Dokumente lassen sich teilen.

Gel├Âschte Dateien landen in einem M├╝lleimer. Von dort kann man sie wiederherstellen. Die Dateien verbleiben 30 Tage im Papierkorb. Der M├╝lleimer kann maximal 50 Prozent des verf├╝gbaren Speicherplates belegen. Alles was dar├╝ber hinausgeht wird dem Alter nach gel├Âscht.

Die Einbindung von MyTuxedo ├╝ber Webdav ist ebenfalls m├Âglich. Die Backups sind GPG-verschl├╝sselt, die Daten├╝bertragung erfolgt via SSL. Verschl├╝sselte Festplatten (LUKS1, 256bit Keysize) sollen die Sicherheit vor Hackern gew├Ąhrleisten.

Der Virenscanner ClamAV scannt automatisch die Dateien sowohl beim Upload als auch beim Download und unterbindet im Falle eines Fundes automatisch den Upload. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man den Dienst auch mit einem Windows-Rechner mit automatischer Synchronisierung verbunden hat. So unterbindet man das Verteilen von Malware.

Au├čerdem scannt ClamAV jede Nacht alle Dateien nach Viren. Wenn ein Virus gefunden wird, erh├Ąlt Tuxedo automatisch eine Meldung, dass im Benutzeraccount XY ein Virus gefunden wurde.

Tuxedo kontaktiert dann den Benutzer und teilt ihm mit, dass er seine Dateien pr├╝fen soll. F├╝r die Zukunft soll eine automatisch generierte Mail den User warnen, wobei in der Mail der Name der infizierten Datei genannt wird.


Driveonweb - 5 GB gratis

Driveonweb bietet verschiedene Cloud-Speicherpakete an. Mit DriveOnWeb Free gibt es auch eine kostenlose L├Âsung. Wer mit 5 GB und zwei Nutzern zufrieden ist und keine Einbindung in die eigene Webseite ben├Âtigt, kann hier zugreifen. Hier sind die Server nach ISO 27001 zertifiziert und das Rechenzentrum steht in Deutschland. Die Datei├╝bertragung von und zum Speicherplatz ist bei allen Clients mit einer AES-256-Bit-SSL-Verschl├╝sselung gesichert.

Shared Folder zum Teilen von Inhalten mit anderen Nutzern gibt es. Der DriveOnWeb-Account l├Ąsst sich als zus├Ątzliches Laufwerk im Windows-Explorer einbinden. Clients f├╝r Mac OS oder Linux fehlen jedoch. Der Windows-Client l├Ąuft auf Windows Vista, 7 und 8 jeweils auf 32- und 64-Bit-Systemen. Au├čerdem gibt es eine iOS-App. Ein Webfrontend gibt es ebenfalls. Bei der Gratis-Variante gibt es keinen Support.


Mydrive - nur wenig Speicherplatz f├╝r lau

Das Schweizer Unternehmen Softronics Communication AG betreibt den Onlinespeicher Mydrive. Dessen Server stehen laut Unternehmen in der Schweiz. Per Webfrontend greifen Sie vom Browser auf Mydrive zu. Bilder, Audio- und Videodateien lassen sich direkt in Im Browser anzeigen. Mit WebDAV k├Ânnen Sie Ihren MyDrive-Speicher auch als lokale Festplatte verbinden. F├╝r Mydrive gibt es zudem Apps f├╝r iOS und Android.

Mydrive ist in der Grundversion kostenlos und werbefinanziert, die Macher freuen sich aber ├╝ber Spenden. Allerdings f├Ąllt der Speicherplatz in der Grundversion sehr knapp aus, gerade einmal 512 MB gibt es f├╝r lau. Zudem ist mit der Gratisversion von Mydrive nur ein Gastnutzer m├Âglich.

Wer mehr als 512 GB Speicherplatz ben├Âtigt und keine Werbung sehen m├Âchte, kann zu Mydrive Pro greifen; die Preise beginnen bei 6 Cent f├╝r 1 GB pro Monat. Dann gibt es auch ein komplettes Zugriffsprotokoll aller Aktionen der letzten 3 Monate. Zudem kann man gegen Aufpreis mehr Gastnutzer erm├Âglichen.

Mydrive sichert laut eigenen Angaben die Dateien der Nutzer mehrmals t├Ąglich. Die Daten├╝bertragung geht durch eine AES-256-Bit SSL-Verschl├╝sselung. Ein FTP-Zugriff ist nicht m├Âglich. Support gibt es f├╝r die Gratis-Version nicht.


pCloud: 10 GB gratis, aber Server in den USA

Der Cloudspeicheranbieter pCloud bezeichnet sich zwar als Schweizer Unternehmen, hat seine Server aber in den USA stehen. Somit unterliegen die pCloud-Server nicht den deutschen Datenschutzbestimmungen, wohl aber der europ├Ąischen DSGVO.

Wer mit dem Serverstandort USA kein Problem hat, bekommt bei pCloud aber immerhin 10 GB gratis und damit deutlich mehr als von einigen anderen Anbietern.


Zum Schluss noch einige kostenpflichtige Anbieter

Hidrive von Strato: Kostenpflichtige Alternative

Strato hat ein  kostenpflichtiges Hidrive-Angebot, dessen Preise bei 3 Euro pro Monat für 250 GB Onlinespeicher bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr beginnen.

Wer Hidrive mit dem Smartphone oder Tablet nutzen m├Âchte, kann sich die Hidrive-App f├╝r iOS, Android, Windows Phone sowie die Windows Store App f├╝r Tablets und Rechner ab Windows 8 herunterladen. F├╝r Windows gibt es zudem einen Desktop-Client. F├╝r Netzwerkfestplatten, zum Beispiel von Synology, sind ebenfalls Apps im App Store vorhanden.

Hornetdrive

Ein weiterer Cloudspeicher-Anbieter aus Deutschland ist zum Beispiel Hornetdrive (Hornet ist das englische Wort f├╝r Hornisse) von der Hornetsecurity GmbH aus Hannover. Neben der Speicherung in gesicherten Rechenzentren in Deutschland bietet dieser Dienst auch eine automatische AES-256-Bit-Verschl├╝sselung und d├╝rfte damit als ziemlich sicher gelten. Die Preise beginnen bei 2,38 Euro pro Monat f├╝r 10 GB Onlinespeicher.

Download: Client f├╝r Hornetdrive

Sie k├Ânnen den Cloud-Speicher von Hornetsecurity mit der Clientsoftware Hornetdrive nutzen. Damit verwalten Sie Ihre Dateien im Online-Speicher, konfigurieren die Ordnerstruktur und die Zugangsrechte Ihrer gespeicherten Dateien. Falls Sie eine Datei mit mehreren Endger├Ąten und Nutzern teilen, so synchronisiert Hornetdrive diese Datei immer so, dass alle Nutzer die aktuelle Version besitzen. Die Dateien werden sowohl lokal auf Ihrem Endger├Ąt als auch online verschl├╝sselt gespeichert. Die ├ťbertragung ist durch eine 256-Bit-AES-Verschl├╝sselung gesch├╝tzt.

Sie k├Ânnen Hornetdrive mit GB Online-Speicher kostenlos 30 Tage lang testen.

1blu: Gutes Preis-Leistungsverh├Ąltnis, aber b├Âse Sicherheits-Panne

Das Berliner Unternehmen 1blu bietet ebenfalls einen Online-Speicher an. Das 1blu Drive. Die Daten werden bei 1blu Drive in einem Rechenzentrum in Frankfurt am Main gespeichert und unterliegen somit den deutschen Datenschutz-Richtlinien.

Die regul├Ąren Preise f├╝r den Online-Speicher bei 1blu beginnen bei 1,90 Euro pro Monat. Der Leistungsumfang von 1blu Home kann sich sehen lassen: 25 GB, Webdav, Web-Frontend, SSL, FTP, Apps f├╝r iOS und Android und vieles mehr gibt es bereits f├╝r 1,90 Euro. Von Zeit zu Zeit bietet 1blu seine Online-Speicher noch g├╝nstiger an.

1blu wurde aber im Sommer 2015 Opfer eines Hackerangriffs , bei dem die Zugangsdaten f├╝r das Kundenlogin, f├╝r Mail-Konten, FTP, MySQL, 1blu-Drive sowie die pers├Ânlichen Kundendaten von vielen Kunden gestohlen wurden. PC-WELT betreibt ein 1blu-Konto zu Testzwecken. Nur wenige Tage nach diesem Hack bekamen wir an unsere bei 1blu hinterlegte private Mailadresse t├Ąglich mehrere Spammails, zeitweise waren es ├╝ber zehn Spammails pro Tag. Bis kurz nach dem 1blu-Hack bekamen wir ├╝berhaupt keine Spammails an diese Mailadresse. Auch wenn sich der Kausalzusammenhang nicht beweisen l├Ąsst, liegt der Verdacht nahe, dass unsere Mailadresse bei dem 1blu-Hack erbeutet und weiter verkauft wurde. Die Zahl der Spammails ist aber schon lange wieder auf 0 zur├╝ckgegangen.

Extra-Tipp: Der durch seine NSA-Enth├╝llungen weltber├╝hmt gewordene Whistleblower Edward Snowden empfiehlt kurioserweise ausgerechnet einen US-amerikanischen Speicherdienst, n├Ąmlich SpiderOak. Dieser Dienst verschl├╝sselt alle Daten vor dem Upload durch den Client und legt das Passwort zum Entschl├╝sseln nicht im Klartext auf den Servern ab. SpiderOak kann 60 Tage lang gratis getestet werden.


Tipps zur Wahl des richtigen Cloudspeicher-Anbieters

So weit unsere Tipps zu empfehlenswerten Cloudspeichern aus Deutschland. Und jetzt noch einige grunds├Ątzliche ├ťberlegungen zur Wahl des Cloudspeicheranbieters.

Cloud-Speicher: Besonders wichtige Dateien offline speichern

Doch diese Freiheit hat ihren Preis: Ihre Daten liegen auf fremden Servern und werden bei Upload und Download durch das Internet geschleust. Deshalb sollten Sie a) wirklich ÔÇ×lebensnotwendigeÔÇť Dateien ├╝berhaupt nicht im Web speichern. Sondern davon Backups auf externe Festplatten und USB-Sticks machen und diese an unterschiedlichen Standorten aufbewahren. Die Datentr├Ąger beziehungsweise Dateien verschl├╝sseln Sie nat├╝rlich.

Starke Verschl├╝sselung bei Cloud-Speichern wichtig

Alle anderen Dateien, die Sie oft von unterwegs oder auf unterschiedlichen Ger├Ąten nutzen wollen oder m├╝ssen, k├Ânnen Sie auf Cloud-Speicher legen. Doch verschl├╝sseln Sie unbedingt alle wichtigen Dateien vor dem Hochladen. Bei der Verschl├╝sselung sollten Sie darauf achten, dass idealerweise AES-256-Bit verwendet wird. Wichtig: Die Daten m├╝ssen bereits auf dem Client des Nutzers verschl├╝sselt werden. Und der Cloudbetreiber darf keinen Schl├╝ssel zum Entschl├╝sseln der Daten besitzen.

Sicheres Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung

Benutzen Sie f├╝r den Zugang zu Ihrem Cloudspeicher ein starkes Passwort. Wenn Sie eine starke Verschl├╝sselung und ein starkes Passwort verwenden, dann sollten Ihre Daten nach derzeitigem Ermessen sicher sein vor unautorisiertem Gebrauch.

Ganz wichtig: Nutzen Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung 2FA zum Schutz Ihres Zugangs, sofern Ihr Cloudanbieter diese anbietet.

Serverstandort der Cloud-Speicher in Deutschland? Das spricht daf├╝r

Neben Hackern und Datendieben, die sich vom Standort eines Servers und den daf├╝r geltenden Datenschutzbestimmungen nicht beeindrucken lassen, stellen auch staatliche Sicherheitsorgane eine m├Âgliche Gefahr f├╝r Ihre Daten dar. Privatsph├Ąre ist ein Grundrecht, selbst wer nichts zu verbergen hat, muss niemanden in seine privaten Daten schauen lassen.

Da die NSA und die mit ihr kooperierenden Geheimdienste wie der britische GCHQ offensichtlich die gr├Â├čte Datensammelwut zeigen und ihnen der Patriot Act das auch erlaubt, macht es Sinn, den Serverstandort nicht in den USA zu w├Ąhlen. Womit OneDrive von Microsoft, Google Drive, Dropbox und auch Box und nat├╝rlich auf iCloud von Apple als Cloud-Speicher schon mal ausscheiden. Das EuGH hat vor l├Ąngerer Zeit in einem Urteil festgestellt, dass personenbezogene Daten von europ├Ąischen B├╝rgern in den USA nicht ausreichend vor staatlichem Zugriff gesch├╝tzt sind.

Es gibt aber auch noch andere Gr├╝nde, die gegen einen Serverstandort in den USA sprechen: Die Vermarktungsabsichten von US-Unternehmen. Gerade Googles Gesch├Ąftsprinzip basiert darauf, dass die Daten seiner Nutzer das Gesch├Ąft sind. Wer nicht m├Âchte, dass seine in die Cloud hochgeladenen Dateien f├╝r die Zwecke von Unternehmen verwendet werden, sollte US-Server wegen der in den USA oft sehr laschen Datenschutzbestimmungen von vornherein meiden. Hier schrieb Facebook vor einiger Zeit: ÔÇ×Wir verwenden die uns ├╝ber dich zur Verf├╝gung stehenden Informationen ÔÇô einschlie├člich Informationen ├╝ber deine Interessen, Handlungen und Verbindungen ÔÇô um die Werbeanzeigen, Angebote und sonstigen gesponserten Inhalte auszuw├Ąhlen und zu personalisieren, die wir dir zeigen."

Wer also die NSA und andere US-Sicherheitsbeh├Ârden zumindest einigerma├čen von seinen Daten fernhalten m├Âchte, sollte seine Dateien bei einem Unternehmen hosten, dessen Server in Deutschland stehen und die den deutschen Datenschutzbestimmungen unterliegen. Trotzdem sollten Sie auch dort alle Dateien vor dem Hochladen verschl├╝sseln. Denn erstens d├╝rfen auch deutsche Beh├Ârden auf Daten zugreifen, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt. Besonders der Bundesnachrichtendienst BND hat seine Cyber-Spionage-Aktivit├Ąten verst├Ąrkt.

Und zweitens kann man nie ausschlie├čen, ob sich die NSA nicht doch irgendwie Zugriff verschafft. Drittens k├Ânnen die in Deutschland stehenden Server auch schlicht gehackt werden. Das schon l├Ąnger zur├╝ck liegende Beispiel 1blu beweist, dass dieses Risiko durchaus Realit├Ąt werden kann. Mit der Wahl eines in Deutschland stehenden Cloud-Speichers reduzieren Sie also lediglich das Risiko etwas, dass fremde Spurnasen in Ihren Daten schn├╝ffeln, absolute Sicherheit haben Sie damit aber nicht.

Seit dem 25. Mai 2018 gilt in der EU die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie gilt nicht nur f├╝r Unternehmen und Beh├Ârden von innerhalb der EU, sondern auch f├╝r Unternehmen von au├čerhalb Europas wie Apple, Facebook oder Google, wenn diese Waren oder Dienstleistungen in der EU anbieten und Daten von europ├Ąischen B├╝rgern nutzen. Mehr dazu lesen Sie in:

DSGVO ÔÇô das m├╝ssen Verbraucher jetzt wissen.

Cloud-Speicher k├Ânnen schnell verschwinden

Achtung: ┬áEin┬á Online-Speicheranbieter kann jederzeit verschwinden. Weil er insolvent wird. Oder der Betreiber erkennt, dass sich das Gesch├Ąft nicht lohnt und er diesen Gesch├Ąftsbereich deshalb kurzerhand aufgibt. Wie die Beispiele Gigabank oder Ubuntu One zeigen, das Canonical am 1. Juni 2014 eingestellt hat. Weitere solche eingestellte Onlinespeicher sind Wuala sowie Cloudsafe sowie Younited von F-Secure. Auch Hidrive Free (ehemals Strato) wurde im Fr├╝hjahr 2020 eingestellt.

Speichern Sie deshalb die wichtigsten Daten zus├Ątzlich auf einer externen Festplatte, die Sie an einem sicheren Ort verwahren.

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