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Logic Pro X 10.3 vs Garageband: Welche Mac-Musik-Software ist besser?

24.02.2017 | 13:11 Uhr |

Eine Welt ohne Musik ist undenkbar. Umso besser, dass es nicht viel Aufwand benötigt, professionell mit Musik- und Audio-Programmen wie Logic und Garageband auf dem Mac arbeiten zu können. Doch welches Programm eignet sich für Sie am ehesten? Wir nehmen beide Anwendungen genauer unter die Lupe.

Wenn Sie jemals in die faszinierende Welt der Audio-Produktion eintauchen wollten, dann sind Sie bei einem Mac an der richtigen Adresse. Jeder neue Mac hat Garageband bereits auf dem System vorinstalliert und bietet somit für Einsteiger viele Möglichkeiten, mit der Bearbeitung von Musik und Audio zu beginnen. Doch dank der zahlreichen Einstellungsoptionen können sich auch erfahrenere Produzenten mit Garageband anfreunden.

Natürlich hat Apple auch ein Programm für Musik-Bearbeitung auf Profi-Niveau auf Lager: Logic Pro X . Für 199,99 Euro können sich Anwender die Software aus dem App Store auf ihren Mac laden – und im Vergleich zu anderen Programmen ist dieser Preis sogar mehr als attraktiv. Vergleichbare Konkurrenzprodukte, wie etwa Cubase, liegen bei rund 500 Euro und Pro Tools 11 kostet sogar noch weitaus mehr. Aber wenn Garageband doch so gut ist, weshalb sollten Sie dann überhaupt auf Logic upgraden?

Nun, das kommt ganz darauf an, was Sie im Rahmen der Audio-Bearbeitung so vorhaben. Wir stellen Ihnen die Unterschiede dieser beiden Programme vor und zeigen, welches Programm sich für Sie am besten anbietet. Mit der jüngsten Fassung Logic Pro X 10.3 hat Apple zudem die Kooperation zwischen Mac und iPhone/iPad verbessert, auch dies berücksichtigen wir in unserer Analyse.

Logic Pro X vs GarageBand: Was ist im Paket?

Natürlich umfasst das rund 200 Euro teure Logic Pro X mehr Funktionen als das (für die meisten Nutzer) kostenlose Garageband. Allerdings hat Apple in den letzten Updates für Garageband mit so manchen Features aus Logic Pro X nachgerüstet. Die Unterschiede zwischen den beiden Programmen bleiben dennoch gewaltig.

Garageband ist im Prinzip eine einfache Version seines großen Bruders, die es einem erlaubt, Instrumente und Gesang live auf dem Mac aufzunehmen. Dafür benötigt man je nach Anwendungsbereich ein Mikrofon, Midi-Keyboard oder Mischpult, um ein optimales Audiosignal in Garageband oder Logic Pro X zu empfangen. Mit Adpatern wie denen der iRig-Serie lassen sich auch problemlos Gitarren und Bässe an den Mac (und auch an iOS-Geräte) anschließen.

Alternativ lässt sich die Tastatur auf Ihrem Mac als MIDI-Controller nutzen oder Sie laden die kostenlose Logic Remote App für das iPad herunter und verwandeln das Tablet in einen Controller, um virtuelle Instrumente darauf spielen zu können. Bei Garageband haben Sie Zugriff auf 50 verschiedene Keyboards, Schlagzeuge und Gitarren-Modelle. Für 2,99 Euro können Sie die Instrumenten-Mediathek sogar um weitere 200 Instrumente erweitern. Gleichzeitig wird die Bibliothek mit Loops und Virtual Drummern erweitert - der In-App-Kauf lohnt sich auf jeden Fall

Bei besagten Loops handelt es sich um vorinstallierte Audio-Clips, die aus verschiedenen Musik-Genres stammen und mit in eigene Musik integriert werden können. Außerdem können diese Sounds völlig frei genutzt werden, weil auf diesen kein Copyright liegt. Falls Sie also manche der Loops kommerziell nutzen oder damit einen Mega-Hit landen sollten, brauchen Sie sich nicht vor einem Besuch des Apple Copyright Anwalts fürchten

Erweiterte Features in Logic Pro X

Auf dem neuen MacBook Pro lässt sich Logic auch über die Touch Bar nutzen.
Vergrößern Auf dem neuen MacBook Pro lässt sich Logic auch über die Touch Bar nutzen.
© Apple

Im Vergleich zu Garageband hat Logic Pro X da doch ein paar mehr verfügbare Instrumente und Loops. Über einen optionalen und kostenlosen, 35 GB großen Download werden rund 20.000 Loops heruntergeladen. Viele dieser Loops gehören zu bestimmten Sets, wie zum Beispiel dem 70s Electric Piano, sodass verschiedene Pattern kreiert werden können. Logic bietet somit eine viel größere Auswahl an unterschiedlichen Loops, bei Garageband muss man eine reduzierte Auswahl in Kauf nehmen.

Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, liefert Logic Pro X eine Reihe beeindruckender Werkzeuge zum Erzeugen von Sounds, wie zum Beispiel Space Designer, Ultrabeat Drum Synthesiser und den EXS24 Sampler, die nicht Bestandteil von Garageband sind.

Das womöglich ungewöhnlichste dieser Tools nennt sich Sculpture, von dem Apple behauptet, dass es den Sound von vibrierenden Materialien wie etwa Holz, Glas, Nylon oder Metall erzeugen kann, sodass ganz besondere Sound-Kreationen möglich sind. Ebenfalls enthalten ist ein Noten-Feature, welches eingespielte Musik automatisch in Notensysteme einträgt, sodass (echte) Musiker das Gehörte auch auf dem digitalen Notenpapier verfolgen können.

Ein Feature, welches beiden Programme mittlerweile integriert haben, nennt sich Drummer. Innerhalb weniger Klicks ist eine „Live“-Drummer Spur auf dem Bildschirm erstellt. Der Vorteil hierbei: Anstatt selber den Rhythmus einspielen zu müssen, bedient man sich der  Dienste eines virtuellen Drummers. Lautstärke und Komplexität der Rhythmen können angepasst werden, genauso wie verschiedene Musik-Genres. Der Anwender hat die Auswahl aus verschiedenen Drummern, die jeweils einen eigenen Stil haben. Dieses Feature hilft dabei, einen gewissen Grundrhythmus vorgegeben zu bekommen. Wer mag, kann allerdings auch aus den zahlreichen Drum-Kits aus der Mediathek auswählen und selbst den Rhythmus vorgeben

Die Drummer können einem viel Arbeit ersparen.
Vergrößern Die Drummer können einem viel Arbeit ersparen.
© Apple

Gitarristen können sowohl in Garageband als auch in Logic arbeiten, da in beiden Programmen bis zu 25 verschiedene Gitarren- und Bass-Amps zu finden sind sowie 35 verschiedene Effekt-Pedale. Diese klingen alle hervorragend und sind dank der grafischen Einstellung leicht zu bedienen und einzustellen.

Rock'n'Roll: Die Gitarren Amps sorgen für coole Sounds.
Vergrößern Rock'n'Roll: Die Gitarren Amps sorgen für coole Sounds.
© Apple

Ein Feature, welches ausschließlich bei Garageband zu finden ist, nennt sich „Learn to Play“ und zeigt Ihnen - wie der Name schon vermuten lässt – auf interaktive Art und Wiese die ersten Schritte auf dem Klavier und der Gitarre. Es gibt sogar Tutorials, in denen Stars wie Sting oder Norah Jones Einsteigern zeigen, wie manche ihrer Songs auf Gitarre oder Klavier gespielt werden.

GarageBand Exklusiv: Tutorials für Einsteiger
Vergrößern GarageBand Exklusiv: Tutorials für Einsteiger
© Apple

Logic Pro X vs Garageband: Die Oberfläche

Logic bietet eine große Anzahl an diversen Loops.
Vergrößern Logic bietet eine große Anzahl an diversen Loops.

Optisch unterscheiden sich Garageband und Logic erst auf den zweiten Blick, denn sowohl die Arbeitsweise als auch die Optik ähneln sich in beiden Programmen sehr stark. Natürlich hat Apple diese Parallelen ganz bewusst gewählt, um Anfängern in Logic von  Garageband den Umstieg  zu erleichtern. Doch auch hinter den Kulissen teilen sich die beiden Programme eine Gemeinsamkeit, nämlich die Code-Basis. Damit ist es Nutzern möglich, dass an Projekten, egal ob in Garageband oder Logic erstellt, auch im jeweils anderen Programm weitergearbeitet werden kann

Das Layout des Arbeitsbereichs ist sauber, smart, aufgeräumt (Apple typisch eben) und gestaltet somit den Arbeitsprozess sehr angenehm. Der Nutzer kann über die Menü-Leiste die Bibliothek, Informationen, Dynamische Hilfe sowie eine Symbolleiste ein- und ausblenden und sich somit seinen Arbeitsbereich individuell anpassen. Die einzelnen Spuren können ebenfalls separat angepasst werden, indem jeder Spur eine eigene Farbe zugewiesen wird. Somit behält man leichter den Überblick über Instrumenten-Gruppen.

Beide Programme sind als Ein-Fenster-Programme gestaltet. Dies kann manchmal dazu führen, dass man die Übersicht über manche Fenster verliert, da diese überlappen. Wer mit mehreren Bildschirmen arbeitet, kann auf diesen verschiedene Logic-Anwendungen anzeigen lassen

Mit dem neuesten Update von Logic Pro X wurde die Funktionalität der Touch Bar für das Macbook Pro 2016 integriert. Über die Touch Bar kann das Projekt nun ebenfalls navigiert werden. Doch die Touch Bar zeigt auch eine Klaviatur oder Drum Pads an.

Logic Pro X vs Garageband: Fortgeschrittene Features

Die Farben sorgen für eine bessere Übersicht der einzelnen Spuren.
Vergrößern Die Farben sorgen für eine bessere Übersicht der einzelnen Spuren.
© Apple

Auf den ersten Blick sind Logic und Garageband sehr ähnlich und wirken recht simpel und schlicht. Wer mehr Komplexität will, muss einen Blick in die Einstellungen werfen, denn dort sind die meisten von Anfang an deakiviert.

Über Erweiterte Werkzeuge können Einstellungen zu Surround, MIDI, Bedienoberflächen, Notation und erweiterter Bearbeitung aktiviert werden.

Die grundlegenden Funktionen aus Garageband sind natürlich auch in Logic enthalten, nur kann der Logic-Anwender auf viel mehr Werkzeuge zurückgreifen und dadurch viel effizienter arbeiten

Das Schneiden von Audio-Tracks ist in Garageband mitunter eine echte Qual. In Logic ist der Schneideprozess viel intuitiver, da das Scherenwerkzeug und Marker die einzelnen Bereiche viel präziser auswählen können, als es in Garageband möglich ist.

Zusammenarbeit mit iOS

Logic Pro X ist ein zu komplexes Programm, um es auf iOS portieren zu können. Doch hat Apple mit Logic Remot e eine sinnvolle App im Angebot, die sich als Fernsteuerung für Logic nutzen lässt. Garageband hingegen gibt es für iPhone und iPad, aber auch hier muss sich der Musiker auf Einschränkungen einstellen, es fehlt bei iOS-Geräten schlicht an I/O-Schnittstellen. Dafür bieten Garageband für iOS und das Hilfsprogramm Music Memo s einen leichten Einstieg in Projekte, hier eine Skizze aufgenommen, mit einem smarten Keyboard oder Drummer ergänzt und zur Weiterverarbeitung an Garageband oder Logic Pro X auf den Mac exportiert. Der Rückweg war bisher ausgeschlossen, auf dem Mac erstellte und bearbeitete Musikprojekte ließen sich nicht mehr auf iPhone und iPad zurück importieren. Das ist seit Logic Pro X 10.3 und Garageband für iOS 2.2 eingeschränkt möglich. In Logic kann man nun ein Projekt für iOS exportieren, dabei werden alle Spuren in eine einzelne Tonspur gemäß der getroffenen Einstellungen zusammengemischt. Auf dem iOS-Gerät kann man weitere Spuren einspielen, iPad und iPhone erweisen sich schließlich als sehr transportabel. Diese zusätzlichen Spuren erscheinen dann in Logic Pro X (und auch nur dort), öffnet man das ursprüngliche Projekt - nach der Weiterverarbeitung werden sie beim nächsten Export dem Mix hinzugefügt. pm

Fazit

Garageband bietet eine solide Grundlage an Sounds, Effekten und Bearbeitungsmöglichkeiten eigener Audio-Projekte und ist obendrein kostenlos. Hobby-Musiker, die ab und dann mal zum Keyboard oder zur Gitarre greifen, sind mit GarageBand bestens bedient. Wer dem Einsteiger-Programm treu bleiben will, auf ein paar Extra-Inhalte aber nicht verzichten mag, kann zudem für rund drei Euro nachrüsten. Im Vergleich zu Logic wirkt GarageBand zwar deutlich simpler, anderen kostenlosen Audio-Programmen der Konkurrenz ist GarageBand wiederum um Längen voraus

Wer jedoch erst einmal mit Logic gearbeitet und das volle Leistungspaket entdeckt hat, der wird dieses nicht mehr missen wollen. Ich selbst habe anfangs mit GarageBand angefangen und es hat für eine gewisse Zeit Spaß gemacht. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem man mehr haben wollte: mehr Einstellungen, mehr Möglichkeiten, mehr Sounds, mehr Effekte, mehr Leistung – mehr Spaß an der Musik. Audio-Dateien cutten, Blenden setzen, Vocals anpassen, und natürlich die umfangreiche Auswahl an Sounds machen Logic zu einem attraktiven und vergleichsweise preiswerten Musik- und Audio-Programm. Der Hobby-Musiker wird sich wohl mit Logic recht schwertun: Es gibt einfach zu viele Einstellungen, Informationen und Fachausdrücke, die wohlmöglich erstmal abschreckend wirken. Der Vollblut-Musiker wird sich jedoch recht schnell mit Logic anfreunden können und seinen Spaß an den unzähligen Features haben. Nicht ohne Grund findet sich Logic auch auf dem Mac von so manchem Weltstar wieder.

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