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Mac Mini 2018 erweitern, Teil 6: Zubehör für Audio und Eingabe

06.05.2019 | 16:12 Uhr |

Mac Mini als Workstation: Es fehlt noch an Audio-Hardware und passenden Eingabegeräten. Sechster und letzter Teil unserer Serie.

Audio- und Videobearbeitung ist ohne einen guten Ton nicht vorstellbar. Viele Monitore bringen zwar eingebaute Lautsprecher mit, aber damit beispielsweise die Tonspur von einem Video abzumischen, ist unmöglich. Für diesen Einsatzzweck gibt es spezielle Abhörmonitore wie sie beispielsweise von Eve Audio, JBL und Yamaha angeboten werden. Die Preise für ein Paar aktive Abhörmonitore, also Lautsprecher mit eingebautem Verstärker, beginnen bei rund 400 Euro.

Möchte man ohne großen Aufwand aktive Lautsprecher an einen Mac anschließen, achtet man am besten auf einen Digitaleingang mit USB-Anschluss. Digitale Audioanschlüsse gibt es im Audiobereich hauptsächlich als Toslink oder Cinch. Die seltenere Variante USB lässt sich aber ohne zusätzliche Geräte direkt an einen Computer anschließen.

Teufel Concept C

Für unseren Testaufbau haben wir nicht nur zu einem professionellen Abhörmonitor von Eve Audio gegriffen, sondern auch zu einer 2.1-Lautsprecheranlage von Teufel aus Berlin. Das Concept C genannte System ist mit knapp 300 Euro sehr günstig und verfügt nicht nur über den gewünschten USB-Anschluss, sondern auch Bluetooth und – besonders praktisch – eine schicke Fernbedienung.

Das Herz des Concept C ist der 35 cm hohe aktive Subwoofer mit der integrierten USB-Soundkarte. In Class-D Technologie liefert der 3-Kanal Verstärker 150 Watt an den Subwoofer und je 30 W für die Satelliten. Das sorgt für partytaugliche Lautstärken. Damit das Ganze nicht permanent Strom zieht, schaltet eine Automatik das Concept C in den Standby. Einen richtigen Ausschalter gibt es aber auch. Aufgeweckt und gesteuert wird die Anlage über die Fernbedienung mit dem passenden Namen Puck-Control. Der runde Puck ist dank Bluetooth drahtlos und die gummierte Unterseite lässt ihn perfekt an seinem Platz liegen.

Neben USB und Bluetooth nimmt das Concept C auch analoge Audiosignale via Klinke entgegen, sowohl für ein normales Audiogerät als auch für ein Mikrophon. Mitgeliefert werden lange Anschlusskabel, so das man die Satelliten auch auf hohe Standfüße oder die Wandhalterung montieren kann. Beides, Wandhalterung und Standfüße gibt es für wenig Geld als Zubehör.

Klanglich bekommt man mit dem Concept C ein kräftiges 2.1-System. Kein neutrales Abhörsystem, aber ein tolles Lautsprechersystem mit dem man auch mal einen Film oder Musik hören kann. Weiß man um die Eigenschaften, leistet es auch als Abhörmonitor einen sehr guten Dienst.

Das Teufel Concept C ist zwar kein professioneller Abhörmonitor, aber ein 2.1 Lautsprechersystem mit einem exzellenten Preisleistungsverhältnis.
Vergrößern Das Teufel Concept C ist zwar kein professioneller Abhörmonitor, aber ein 2.1 Lautsprechersystem mit einem exzellenten Preisleistungsverhältnis.
© Thomas Bergbold

Hersteller: Teufel

Preis: 299,99 Euro

EVE Audio SC203

Unser nächstes Lautsprechersystem kommt ebenfalls aus Berlin von den Spezialisten für Studiomonitore Eve Audio. Das SC203 ist das Einsteigersystem der Berliner und im Handel für 459,- Euro zu bekommen.

Die SC203 sind nicht nur preislich am unteren Ende für Abhörmonitore, sondern auch hinsichtlich der Größe. In einem nur 19 cm hohen Gehäuse steckt viel tolle Technik. So beherbergt jedes Gehäuse zwei Verstärker mit je 30 Watt Leistung. Hiermit werden die 75-mm-Tief-Mitteltöner und die Hochtöner angetrieben. Je eine Passivmembrane unterstützt den kleinen Tief-Mitteltöner im unteren Frequenzbereich. Wenn das nicht reicht, gibt es von Eve Audio passende aktive Subwoofer als Zubehör. Die Hochtöner sind ein echtes Sahnestück und lassen Freunde feiner Hochtonauflösung sofort aufhören. Sie erreichen dank dem Prinzip der Air-Motion-Transformer eine hohe verzerrungsfreie Auflösung. Einem Prinzip, das auch in High-End Lautsprechern gerne verwendet wird.

Damit auch die Signale schon in hoher Güte den Verstärkern zugeführt werden, sorgt ein DSP mit einem hochwertigen 192kHz / 24-Bit-A/D-Konverter von Cirrus Logic. Neben dem von uns verwendeten USB-Eingang nimmt der SC203 auch Signale via Toslink und Cinch entgegen.

Die SC203 von Eve Audio liefern auf nur 116 mm x 190 mm x 134 mm perfekten Audioklang für das Heimstudio.
Vergrößern Die SC203 von Eve Audio liefern auf nur 116 mm x 190 mm x 134 mm perfekten Audioklang für das Heimstudio.
© Thomas Bergbold

Bei den technischen Voraussetzungen waren unsere Erwartungen an die SC203 sehr hoch. Schon beim Auspacken zeigen sich die SC203 hochwertig verarbeitet und die Gummifüße an der schrägen Bodenplatte zeigen, dass sich die Entwickler Gedanken gemacht haben. Möchte man die Lautsprecher nicht in einem Neigungswinkel von 7,5 Grad ausgerichtet haben, so sorgt ein Ausgleichskeil für eine ebene Bodenplatte oder für noch einen noch stärkeren Winkel von 15 Grad. Das ist perfekt gelöst, so dass man leicht die ideale Ausrichtung auf den Hörer finden kann.

Einzig die Erstkonfiguration über den Dreh-Drück-Regler bereitet leichtes Kopfzerbrechen. Doch bevor man hier verzweifelt, sollte man das nette Servicepersonal anrufen. Ein Vorteil, wenn man bei einem deutschen Hersteller kauft.

Kleiner Lautsprecher, aber große Ausstattung. Von der USB-Soundkarte über digitales Toslink bis zu analoge Cinch, mit dieser Eingangswahl finden die SC203 überall Anschluss.
Vergrößern Kleiner Lautsprecher, aber große Ausstattung. Von der USB-Soundkarte über digitales Toslink bis zu analoge Cinch, mit dieser Eingangswahl finden die SC203 überall Anschluss.
© Thomas Bergbold

Jetzt aber zum Klang. Als großer Freund von Bändchenhochtönern, war ich speziell auf die Hochtöner gespannt. Von Piega bin ich eine feine Hochtonauflösung mit stressfreiem Klang gewohnt. Und in der Tat wird man von den SC203 nicht enttäuscht. Er glänzt mit tollen glasklaren Höhen, die nie aufdringlich oder aggressiv werden. Im besten Sinne neutral hört man sich so durch alle Musikgenre und ein Video damit abzumischen macht große Freude.

Als Zubehör gibt es eine praktische Transporttasche, in der man das gesamte Zubehör verstauen kann.
Vergrößern Als Zubehör gibt es eine praktische Transporttasche, in der man das gesamte Zubehör verstauen kann.
© Thomas Bergbold

Das man von einem so kleinen Lautsprecher keinen abgrundtiefen Bass erwarten darf, mag man ihm verzeihen. Für den Videoschnitt reicht es meist. Wer die SC203 aber auch zum Musikhören oder zum Schnitt für Musikvideos einsetzen möchte, kann unter zwei verschiedenen Subwoofern als Zubehör wählen. Dann empfiehlt es sich aber auch die SC203 nicht auf den Tisch zu stellen, sondern auf einen Ständer. Eine Montageplatte liefert der Hersteller auf Wunsch als Zubehör hierfür auch.

Hersteller : Eve Audio

Preis : 529,- Euro

Weiteres praktisches Zubehör

Beim Mac Mini ist bekanntlich keine Tastatur und Maus dabei. Während es keine vergleichbaren Mäuse zur Magic Mouse von Apple gibt, sieht es bei Tastaturen anders aus. Mit Nummernblock oder ohne und mit USB oder Bluetooth, hat man die Wahl zwischen vier Varianten. Wir haben uns drei große Tastaturen mit Nummernblock ins Testlabor geholt. Einmal die USB-Tastaturen vom Cherry und LMP sowie die Bluetooth Tastatur von Satechi.

Die Tastaturen von LMP und Satechi sind in Space Grey Aluminium und passen so perfekt zum Mac Mini. Die Cherry KC 6000 Slim gibt es leider nur in hellem Aluminium mit weißen Tasten.

Neben den üblichen Tasten für die Mediensteuerung, Lautstärke, Anzeige aller Fenster, Laufwerk auswerfen und ändern der Bildschirmhelligkeit, entspricht das Layout dem Apple Standard. Bei der Cherry gibt es sogar noch eine Taste für den Bildschirm-Zoom und das Sperren des Bildschirms.

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Der größte Nachteil der KC 6000 Slim ist, dass es die Tastatur nicht in der passenden Farbe zum Mac Mini gibt.
Vergrößern Der größte Nachteil der KC 6000 Slim ist, dass es die Tastatur nicht in der passenden Farbe zum Mac Mini gibt.
© Thomas Bergbold
Die Cherry KC 6000 Slim in der Mac-Version glänzt mit einem sehr guten Tastenanschlag und einem günstigen Preis.
Vergrößern Die Cherry KC 6000 Slim in der Mac-Version glänzt mit einem sehr guten Tastenanschlag und einem günstigen Preis.
© Thomas Bergbold

Die Bluetooth-Tastatur von Satechi, erlaubt sich mit ihren abgerundeten Tasten eine vom üblichen Mac-Design anderen Look. Geladen wird die Tastatur über einen USB-C-Anschluss, ein passendes Ladekabel wird mitgeliefert. Angegebene Laufzeit sind 80 Stunden. Durch den automatischen Ruhezustand sind wir so auf eine Nutzungsdauer von mehr als neun Wochen gekommen. An drei Geräten lässt sich die Tastatur parallel betreiben, zum Umschalten gibt es entsprechend drei eindeutig beschriftete Tasten. Die Tastatur ist nicht nur für macOS, sondern auch für iOS geeignet. Ein sehr gut erreichbarer Ein-Ausschalter und eine sehr gut erkennbare LED für den Ladezustand, runden den ersten positiven Eindruck ab. Dazu zählt auch die deutsche Anleitung, die die Ersteinrichtung und Nutzung sehr gut erklärt.

Die Satechi Tastatur überzeugt durch eine sehr gute Verarbeitung und einen festen Tastenanschlag. Was fehlt ist leider eine Ladestandsanzeige, die LED meldet sich erst, wenn der Akku fast leer ist.
Vergrößern Die Satechi Tastatur überzeugt durch eine sehr gute Verarbeitung und einen festen Tastenanschlag. Was fehlt ist leider eine Ladestandsanzeige, die LED meldet sich erst, wenn der Akku fast leer ist.
© Thomas Bergbold

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An der Qualität der Tasten gibt es auch nichts zu bemängeln, sie hat einen Tastenanschlag vergleichbar zur alten USB-Tastatur von Apple. Etwas zu bemängeln haben wir doch gefunden, die LED für den Ladezustand meldet sich erst, wenn der Akku zur Neige geht. Eine Anzeige wie viel Prozent man noch hat wäre doch sehr praktisch gewesen.

Die USB-Tastatur von LMP ist etwas weicher im Anschlag und orientiert sich im Design am Original von Apple. Qualitativ gibt es auch an ihr nichts auszusetzen, die zwei USB-Buchsen sind wie auch bei der Apple-Tastatur USB2.0 und daher nur eingeschränkt für schnelle Datenträger nutzbar.

Auf den ersten Blick ist die LMP Tastatur nicht von der Apple Tastatur zu unterscheiden. In der Praxis verfügt sie über einen weicheren Tastenanschlag.
Vergrößern Auf den ersten Blick ist die LMP Tastatur nicht von der Apple Tastatur zu unterscheiden. In der Praxis verfügt sie über einen weicheren Tastenanschlag.
© Thomas Bergbold

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Die KC 6000 Slim von Cherry unterscheidet sich leicht vom Apple-Design. Sie ist ein paar Millimeter größer, was an der größeren Enter-Taste und den größeren Funktionstasten liegt. Ihr Tastenanschlag ist fest und klackert auch nicht. Für Vielschreiber sehr angenehm. Einzig die Verstellung der Neigung ist nicht glücklich gewählt. So dienen vier Abstandshalter zum Kleben für eine angenehmere Neigung. Die USB-Tastatur von LMP hat das nicht nötig und hat gleich eine bessere Neigung. Die Satechi ist nur leicht geneigt.

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Empfehlung

Alle Tastaturen verrichten problemlos ihre Aufgabe. Der große Unterschied beim Schreiben ist der Tastenanschlag. Ob man lieber den weicheren Anschlag der LMP bevorzugt oder den härteren bei Cherry und Satechi, ist Geschmackssache. Wer lieber Look der Satechi bevorzugt, aber keine Bluetooth Tastatur möchte, bekommt die Tastatur auch als USB-Version.

Bei den Sondertasten funktionieren nicht alle Tasten wie erwartet. Während die Tasten für die Mediensteuerung genauso problemlos funktionieren, wie die Taste für die Anzeige aller offenen Fenster, haben die Tasten für die Helligkeit keine Funktion. Das liegt aber daran, dass wir beim Mac Mini einen externen Monitor haben.

Die LMP USB-Tastatur ist für rund 70,- Euro, die Satechi Bluetooth Tastatur für rund 80,- Euro im Handel erhältlich. Der Preiskracher ist die sehr gute Cherry für rund 40,- Euro. Leider nur in Silber und nicht ganz passend zum Mac Mini in Space Grey.

Anmerkung zu Bluetooth

Bluetooth-Geräte sind wegen des fehlenden Kabels viel flexibler im Einsatz als ihre USB-Brüder. Doch gibt es zwei Nachteile, die man nicht vernachlässigen sollte. Das ein Bluetoothgerät einen Akku enthält, den man regelmäßig laden muss, ist offensichtlich. Der andere Punkt ist umso ärgerlicher:  Ein Tastendruck beim Systemstart wird nicht registriert. Wer also beispielsweise den Bootmanager aufrufen oder von der Recover- Partition starten möchte, braucht noch eine USB-Tastatur

Ein breiter Monitor wie der LG 34BK95U oder zwei Monitore nebeneinander bedeutet für die Maus, dass jedes normale Mauspad schnell zu klein wird. Dann muss man immer wieder die Maus aufnehmen und umsetzen. Das ist auf die Dauer lästig.

Für diesen Fall gibt es extra große Mauspads, die Größten finden sich beim Gamingzubehör, zum Beispiel bei Logitech Gaming. Logitech Gaming hat drei verschieden große Mauspads aus Stoff im Angebot. In das Testlabor haben wir mit einer Fläche von 90x40 cm, das größte Model G840 geholt.

Zugegeben: Das G840 ist schon extrem breit, gibt aber neben der Maus auch der Tastatur einen schönen Platz. Mit 3 mm ist es recht dick, aber sehr gut verarbeitet und angenehm zur Haut. Kein fieser Gummigeruch stört die Arbeit, da sind rund 45,- Euro ein angemessener Betrag.

Fast schon wie eine Schreibtischunterlage wirkt das 90 cm breite Mousepad G840 von Logitech Gaming.
Vergrößern Fast schon wie eine Schreibtischunterlage wirkt das 90 cm breite Mousepad G840 von Logitech Gaming.
© Thomas Bergbold

Videocutter lieben Spezialtastaturen mit Sonderfunktionen oder einer speziellen Beschriftung. Eine dieser Spezialtastaturen ist das Loupedeck+. Das Schöne am Loupedeck+ ist der flexible Einsatz. So unterstützt das Loupedeck+ nicht nur Adobe Lightroom CC, sondern auch Adobe Premiere CC, PhaseOne Capture One und Skylum Aurora HDR. Damit hat man mit einer Spezialtastatur gleich die wichtigsten Bearbeitungsprogramm abgedeckt.

Ob die Optimierung von Belichtung und Schatten, das Ändern der Farbigkeit, Bewerten von Fotos oder das Setzen von Schnittpunkten. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich an die neuen Möglichkeiten und ein Verzicht auf die Maus bringt dem Profi ein intuitiveres Arbeiten, das sich in einem schnelleren Workflow niederschlägt.

Das Loupedeck+ ist beim Hersteller für 229,- Euro zu haben.

Das Loupedeck+ optimiert den Workflow durch haptische Tasten und Regler. Für Profis eine Erleichterung zur Arbeit mit der Maus
Vergrößern Das Loupedeck+ optimiert den Workflow durch haptische Tasten und Regler. Für Profis eine Erleichterung zur Arbeit mit der Maus
© Thomas Bergbold

Hersteller

Typ

Preis

Cherry

KC 6000 Slim for Mac

40,-

LMP

USB-Tastatur

70,-

Logitech

G840 XL-Gaming-Mauspad

45,-

Loupedeck

Loupedeck+

229,-

Satechi

USB-Keyboard

60,-

Satechi

Bluetooth Keyboard

80,-

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