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Mac Mini (2018) mit RAM erweitern

08.03.2019 | 13:32 Uhr |

Mehr RAM baut Apple zu Premiumpreisen in seine Rechner ein. Günstiger kommt er von Dritten, den neuen Mac Mini kann man selbst aufrüsten. So geht's, das bringt es.

Vom Mac Mini ging schon immer eine Faszination aus, versprach er doch viel Leistung auf kleinem Raum. Wer wollte schon einen riesigen Tower auf seinem Schreibtisch stehen haben. Dieses Versprechen wurde zuletzt nicht eingelöst, was sich aber jetzt mit der aktuellen Generation wieder radikal geändert hat . Die aktuelle Prozessorgeneration von i3 bis i7 versprechen genug Leistung, doch reicht das auch für Bild- und Videobearbeitung?

Dieser Frage wollen wir in den nächsten Wochen nachgehen und starten hier mit einem Basisartikel. Dazu nehmen wir einen Mac Mini mit dem maximalen CPU-Ausbau, das bedeutet einem i7-Prozessor mit 6 Kernen und rüsten ihn auf.

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Wir beginnen mit dem Arbeitsspeicher, kümmern uns in einem weiteren Artikel  um externe Laufwerken, beschäftigen uns weiter mit externen Grafikkarten und Monitoren und hören bei Zubehör wie Tastaturen nicht auf. Nehmen wir aber nun zunächst etwas Werkzeug in die Hand.

Mehr Arbeitsspeicher für mehr Leistung

Die Basisausstattung von 8 GB RAM ist natürlich zu wenig und auch eine Verdoppelung reicht für anspruchsvolle Aufgaben nicht ganz aus. Die wirtschaftlichste Möglichkeit ist derzeit eine Aufrüstung auf 32 GB.

Dazu haben wir uns zwei 16-GB-Module von Kingston besorgt, die zusammen für knapp 260 Euro zu haben sind. Die passende Modellbezeichnung für die S0DIMM DDR4 2666MHz Module ist die KCP426SD8/16. Im Handel gibt es noch andere Speichermodule, die den Spezifikationen von DDR4 2666MHz Non-ECC Unbuffered entsprechen, doch eine kurze Rückfrage an den Kingston Support bestätigt, das nur die KCP426SD8/16 Module für den Mac Mini geeignet sind.

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Um den richtigen Speicher zu finden, hat Kingston eine sehr übersichtliche Speichersuche auf der eigenen Homepage .  Den Austausch selbst zeigen wir hier im Video:

Viel hilft viel? Das bringt das Aufrüsten mit RAM

Fast schon ein Klassiker bei Fotografen ist Adobe Lightroom. Viele Bilder schnell sortieren und optimieren, hier ist Lightroom in seinem Element. Da kommt es schnell mal zu Stockungen beim Scrollen, dem Öffnen des Katalogs oder bei der Arbeit im Entwickeln-Modul.

Ideal für einen Benchmark-Test: Wir haben die Zeit bei üblichen Aufgaben wie dem Import, dem Erzeugen einer Vorschau und dem Export gemessen. Dazu haben wir einen Testkatalog mit 46 Ordnern und 2299 Bildern erzeugt, insgesamt 20,76 GB an Daten. Und weil schnelle SSDs die Arbeit mit Adobe Lightroom beschleunigen, haben wir das SSD-RAID G-SPEED Shuttle SSD von G-Technology als Datenträger eingesetzt. Zusätzlich haben wir die Arbeit der Plug-ins Excire Search und Aurora HDR gemessen.

Immer wenn es rechenintensiver wurde, zum Beispiel beim Erzeugen der Vorschauen oder beim Export, hat sich der größere Arbeitsspeicher positiv bemerkbar gemacht. Ebenso beim Stitchen von Panoramen oder der Übergabe zum HDR Plug-In Aurora von Skylum. So war die 1:1-Vorschau unserer Bilder in rund 2:25 Minuten fertig, was 1:45 Minute schneller ist als mit 8 GB RAM. Die Exportgeschwindigkeit hat sich sogar verdoppelt. So dauerte es nur knapp 15 Sekunden, bis 10 RAW-Bilder als JPEG exportiert wurden.

Bei der Übergabe von drei RAW-Bilder an Aurora HDR haben die 32 GB RAM 4 Sekunden gespart, womit die Aktion nur 15 Sekunden gedauert hat. Das Verrechnen der drei Bilder dann zu einem HDR wurde sogar um ein Drittel beschleunigt.

Keine nennenswerte Beschleunigung gab es in Excire Search, hier ist ausschließlich der Prozessor maßgebend.

Aber auch beim Videoschnitt mit Final Cut Pro kann der 32-GB-Ausbau punkten. Wir haben ein 2:15 Minuten Video aus einer GoPro Fusion mit Effekten und Animationen berechnen lassen. Der Export als 1080p im h264 Codec hat nur 53 Sekunden gedauert und war damit 15 Sekunden schneller. Das Material selbst lag im ProRes 422 Codec vor und selbst ein Export in diesem Codec konnte von 27 auf 19 Sekunden beschleunigt werden. Noch stärker war die Beschleunigung, wenn Final Cut Pro das Video auf 720p skalieren musste. Hier war der Export mit 1 Minute und 28 Sekunden, 20 Sekunden schneller als mit 8 GB RAM.

Fazit

Das Aufrüsten mit RAM ist in jedem Fall eine gute Idee, zumal das beim Mac Mini von 2018 problemlos klappt. Apple verlangt für einen BTO-Mini mit 32 GB statt 8 GB RAM den stolzen Aufpreis von 720 Euro – die zwei Riegel von Kingston haben uns 260 Euro gekostet. Die beiden Module mit jeweils 4 GB RAM, die ab Werk verbaut waren, können wir dabei auch noch behalten.

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