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Terminal-Alternative am Mac: Mit Tools Oberfläche anpassen

22.12.2019 | 08:00 Uhr |

Es gibt einige Tools, mit denen man die Oberfläche von macOS an die eigenen Anforderungen oder den eigenen Geschmack anpassen kann. Wir zeigen die Besten und sagen, wo Fallstricke lauern könnten.

Die von uns betrachteten Tools gehen über die Möglichkeiten der Bordmittel von macOS weit hinaus. Viele der Programme können versteckte Funktionen aktivieren oder ändern, was man sonst nur über das Terminal erledigen könnte.

Prominentes Beispiel, um den Mac und seine Oberfläche anzupassen, ist TinkerTool , obwohl Apple auch unter macOS Catalina den Zugang zum Systen immer weiter abriegelt, haben die Entwickler sein Tool für die neueste Version aktualisiert. Auch Quicksilver , Alfred 4.0.5, Deeper von Titanium oder das GeekTool ermöglichen Änderungen am Aussehen von macOS Catalina.

Fast alle Tools sind bereits kompatibel mit macOS 10.15 Catalina. Eine Ausnahme ist noch GeekTool, die aktuelle Version des Programms stammt noch aus dem Jahr 2017, obwohl der Entwickler noch auf Facebook aktiv ist. In diesem Fall sollte man die Anpassungen zunächst auf einer Testmaschine vornehmen oder eine Sicherheitskopie des aktuellen Betriebssystemzustands anlegen. Die Gefahr hält sich aber in Grenzen, da die meisten der Hilfsprogramme keine Systemdateien ändern, sodass ein Absturz des Betriebssystems eher unwahrscheinlich ist. Dennoch ist es möglich, dass macOS nicht mehr korrekt funktioniert, wenn Sie das eine oder andere Tool testen. Im Grunde genommen kann es aber nur passieren, dass die eine oder andere Einstellung nicht mit Ihrer Mac-Version funktioniert.

Versteckte Einstellungen in Mac OS anpassen – Tinker Tool

Mit dem Tinker Tool können Anwender Einstellungen in macOS Catalina vornehmen, die Apple eigentlich versteckt hat. Vorteile von Tinker Tool: Es benötigt keine Administrator-Rechte und ist Multi-User fähig. Alle gesetzten Einstellungen gelten nur für das eigene Benutzerkonto. Sie können also problemlos mit Tinker Tool in Ihrem Account herumspielen, während andere Anwender des Rechners das Tool nicht nutzen oder bei den Basiseinstellungen bleiben.

Tinker Tool ist daher durchaus auch für den Einsatz in Unternehmensnetzwerken interessant, da Anwender selbst entscheiden können, welche Einstellungen sie nutzen wollen. Dabei ist aber zu beachten, ob der Arbeitgeber überhaupt die Installation eigener Software auf die Arbeitsrechner erlaubt. Tinker Tool gibt sich wie erwähnt unbedenklich und verspricht, Systemdateien oder -Konfigurationen in Ruhe zu lassen. Auch Updates des Mac-Betriebssystems behindert die Software nicht. Auf seiner Website nennt der Hersteller Bresink alle Funktionen , die das Tool steuern kann. Einige Beispiele dafür sind:

  • Toneffekte im Finder abschalten                                

  • Verhindern, dass der Finder den Schreibtischhintergrund verwendet                     

  • Dem Finder einen Menüpunkt „Beenden“ hinzufügen                    

  • Ausschalten des Animationseffekts beim Öffnen von Informationsfenstern oder Schreibtischsymbolen                 

  • Ausschalten des Animationseffekts beim Auswählen von Kategorien in Informationsfenstern

  • Die Funktionen zum Auswerfen von Volumes im Finder blockieren                           

  • Ausgeblendete Programme im Dock durch transparente Symbole anzeigen                          

  • Verzögerung bei Anzeige des Docks abschalten (wenn Auto-Ausblendung aktiv)                 

  • Einen Stapel für Benutzte Objekte hinzufügen                     

  • Eine größere, gitterartige Anzeige für Stapel im Listenmodus verwenden                                

  • Einblendanimation des Launchpad abschalten                  

TinkerTool bietet aber noch zahlreiche weitere Einstellungsmöglichkeiten für die Oberfläche Ihres Macs.

Quicksilver – Apps eleganter starten

Quicksilver dient gewissermaßen als ein erweiterter Launcher für Programme in macOS. Sie können in der Oberfläche eine Liste von häufig verwendeten Programmen oder Ordnern aufnehmen. Mit einer Suche können Sie innerhalb des Launchers auch nach den hinterlegten Programmen suchen lassen. Auch Dokumente können Sie zur Liste hinzufügen. Mit der Tabulator-Taste erhalten Sie verschiedene Aktionen für das ausgewählte Objekt. Dokumente können Sie dadurch zum Beispiel schnell und komfortabel per E-Mail verschicken, komprimieren oder kopieren.

Das Tool lässt sich aber auch an verschiedene Programme anbinden, um zum Beispiel direkt aus dem Webbrowser Anwendungen starten zu können. Plug-ins stehen zum Beispiel für Office-Software zur Verfügung, oder zur Verwaltung von Kennwörtern. Eine Liste mit dutzenden Plug-ins ist auf der Seite des Entwicklers zu finden .

Deeper – Mac-Oberfläche anpassen

Deeper kann versteckte Funktionen in macOS freischalten und die grafische Oberfläche des Mac an Ihre eigenen Anforderungen anpassen. Das Tool aktiviert dafür versteckte Funktionen im Finder, Dock, Quicktime, Safari, dem Anmeldefenster, Spotlight und weiteren Programmen. Sobald Sie Deeper installiert haben, können Sie über verschiedene Menüs Ihren Mac umkonfigurieren. Für jeden Menüpunkt steht im unteren Bereich eine Schaltfläche zur Verfügung, mit der Sie den Standard wieder herstellen können.

Mit Deeper passen Sie Ihre Mac-Oberfläche und Programme an Ihre Anforderungen an.
Vergrößern Mit Deeper passen Sie Ihre Mac-Oberfläche und Programme an Ihre Anforderungen an.

Viele der Einstellungen sind auch ohne Deeper möglich, allerdings benötigen Sie dazu das Terminal. So etwa die im Menüpunkt " Allgemein" zusammengefassten: Diese passen unter anderem Grafikeffekte an oder ändern das Dateiformat für Screenshots, die mit dem Mac erstellt werden . Die zahlreichen Einstellungen des Menüs "Finder" haben vor allem Auswirkung auf die Optik der Finder-Menüs. Auch grafische Effekte lassen sich an dieser Stelle aktivieren oder ausschalten.

Die grafischen Effekte und die Position des Docks in macOS regelt man über das Menü "Dock". Unter anderem verändert man darin die Icons im Dock und die Art der Darstellung aktiver Programme.

Es lohnt sich, durch die einzelnen Menüpunkte zu navigieren, da jedes Menü etliche Einstellungen anbietet, die auch in älteren macOS-Versionen ansonsten gar nicht, oder nur über Umwege veränderlich sind. Gefällt Ihnen eine Einstellung nicht, dann deaktivieren Sie diese in der grafischen Oberfläche einfach wieder.

Alfred – Hotkeys und mehr

Alfred erhöht mit konfigurierbaren Hotkeys zum Start bestimmter Programme die Effizienz der Bedienung von macOS. Die Hauptaufgabe von Alfred besteht aber darin, die Spotlight-Suche auf dem Mac zu verbessern. Dazu dockt sich Alfred mit seiner besseren und schnelleren Suche an Spotlight an. Auch die Optik ist besser als die der Standard-Suche von macOS Catalina. Dank der Hotkey, lassen sich die Suchergebnisse auch wesentlich schneller aufrufen. Mit der Tastenkombination Alt+Leertaste können Sie auch nach Befehlen, Dokumenten und Apps suchen, was das Auffinden beschleunigt und damit die Arbeitsgeschwindigkeit mit dem Mac erhöht – Alfred erspart zahlreiche Klicks.

Für Profis ist das kostenpflichtige Powerpack für Alfred interessant. Dieses erweitert die Möglichkeiten von Alfred nochmal deutlich, indem es zusätzliche Befehle hinterlegt. So können Sie zum Beispiel mit „quitall“ alle Programme sofort beenden. Außerdem können Sie auch Workflows hinterlegen.

Fazit

Nicht jedes Systemtool bringt mehr Nutzen als Schaden, doch die Hilfsprogramme für ein besseres Look-and-feel des Mac können keinen Schaden anrichten – dafür aber die Arbeitsgeschwindigkeit erhöhen.

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