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Macbook Air M1 – warum sich der Kauf immer noch lohnt

21.07.2022 | 12:10 Uhr | Thomas Armbrüster

Auf das neue Macbook Air M2 haben viele Anwender lange gewartet. Der Vorgänger mit M1-Chip ist dadurch aber kein Altmetall geworden, momentan jedoch schwerer erhältlich als das neue Modell.

Anders als beim Umstieg vom Intel-Prozessor zum M1-Chip hat sich beim Macbook Air M2 nicht nur das Innenleben geändert. Es ist auf den ersten Blick als Neuentwicklung zu erkennen, während man beim M1-Modell genauer hinschauen muss, um es von seinem Intel-Vorgänger zu unterscheiden. Trotzdem war das M1-Modell dank des neuen M1-Chips unserer Meinung nach eine revolutionäre Weiterentwicklung , während es sich beim aktuellen Modell trotz der vielen Änderungen eher um eine Modellpflege handelt. Und für diese muss man deutlich mehr bezahlen als beim Vorgängermodell. Weshalb es sich bei knapper Kasse durchaus lohnt, das Macbook Air M1 auf den Einkaufszettel zu setzen.

Das Äußere

Beim Gehäuse bekommt man bei beiden Modellen eine sehr gute Qualität. Es sieht zwar anders aus, und es gibt beim M2 zwei neue Gehäusefarben, bei Größe und Gewicht sind die Unterschiede aber marginal. Zudem hat das M2-Modell einen etwas größeren Bildschirm. Dieser hat in der Höhe etwas zugelegt und beherbergt dort nun die Notch für die Kamera sowie die Menüleiste. Wer viel mehr Platz auf dem Display als beim Macbook Air M1 haben möchte, muss aber schon zum 14-Zoll Macbook Pro greifen. Geändert hat sich außerdem die maximale Helligkeit des Displays, die nun 500 Nits anstatt 400 Nits beträgt. In Innenräumen ist beim M1-Modell aber schon weniger als die Hälfte der Bildschirmhelligkeit vollkommen ausreichend. Und der große Farbraum P3 und True Tone werden von beiden Modellen unterstützt. Außer in der Sonne hat man also von der größeren Helligkeit selten etwas. Die Funktionstasten sind beim M2-Macbook Air genauso groß wie alle anderen Tasten, funktional ändert sich dadurch nichts. Der dafür notwendige Platz wird beim Trackpad in der Höhe eingespart. Insgesamt sind die Unterschiede bis auf die Optik nicht so groß, dass sie kaufentscheidend sein sollten, sofern man das alte Design nicht unter seiner Würde findet.

Wenn man sich nicht an dem alten Design stört, spricht nichts gegen das Macbook Air M1.
Vergrößern Wenn man sich nicht an dem alten Design stört, spricht nichts gegen das Macbook Air M1.
© Apple

Die Komponenten

Sowohl bei der Kamera als auch bei den Lautsprechern hat das M2-Modell zugelegt. Aber trotzdem es nun eine 1080p-Kamera gibt, finden viele Tester, dass diese nicht deutlich besser geworden ist als im alten Modell. Auch im Test der Macworld hat dies der Tester angemerkt . Und wenn man ab Herbst mit macOS Ventura das iPhone als Kamera verwenden kann, wird der Unterschied sowieso hinfällig.

Die Tonqualität der Vierfach-Lautsprecher im Macbook Air M2 unterscheidet sich laut vielen Testberichten nicht grundlegend von derjenigen der Zweifachlautsprecher im Vorgängermodell. 3D-Audio bekommt man aber nur beim M2-Modell. Wer eine deutlich bessere Tonqualität haben möchte, muss das 14-Zoll Macbook Pro auf die Einkaufsliste setzen, oder zu guten Kopfhörern oder externen Lautsprechern greifen. Auf jeden Fall bekommt man beim Macbook Air bessere Lautsprecher als bei vielen Modellen der Konkurrenz, egal, welche Version man kauft.

Einen wesentlichen Unterschied gibt es bei den Anschlüssen, denn beim neuen Modell ist ein zusätzlicher Magsafe-Anschluss zum Laden hinzugekommen. So kann man das Macbook sowohl laden als auch gleichzeitig noch zwei externe Geräte anschließen. Wenn wir uns unsere eigene Arbeitssituation anschauen, haben wir aber sehr selten mehr als ein externes Gerät angeschlossen, normalerweise eine SSD für das Backup mit Time Machine. Und der andere Thunderbolt-Anschluss bleibt somit frei für das gelegentliche Laden des Macbooks. Denn häufig muss man das bei der guten Laufzeit des Macbook Air M1 mit Batteriestrom nicht machen. Das M2-Macbook unterscheidet sich bei dieser laut Apples Angaben nicht von seinem Vorgänger, trotz des etwas größeren Akkus. Einen weiteren Vorteil gibt es: Mit dem großen Netzteil mit 67 Watt lässt sich das M2-Macbook Air schnell laden. Für kaufentscheidend halten wir MagSafe aber nur in wenigen Fällen.

Der MagSafe-Anschluss ist zwar praktisch, vermisst haben wir den aber beim Macbook Air M1 eigentlich nicht.
Vergrößern Der MagSafe-Anschluss ist zwar praktisch, vermisst haben wir den aber beim Macbook Air M1 eigentlich nicht.
© Apple

Die Leistung

Der M1-Chip ist im Vergleich zu den Angeboten von Intel und AMD auch nach fast zwei Jahren immer noch Spitzenklasse. Und der M2 legt da noch eine Schippe drauf. Bemerkbar macht sich die Leistungssteigerung vor allem bei der Bearbeitung von Videos, da nicht nur die Grafikeinheit schneller geworden ist und im teureren Modell nun 10 Kerne hat, sondern auch noch die Media-Engine hinzugekommen ist, die es bisher nur beim M1-Pro und M1-Max gab. Und diese hilft beim Codieren und Decodieren von Videomaterial. Wer also viel mit Videos arbeitet, hat mit dem Macbook Air M2 einen deutlichen Vorteil gegenüber dem Modell mit M1-Chip. In anderen Bereichen bewegt sich die Leistungssteigerung im üblichen Rahmen zwischen zwei Prozessorgenerationen. Das zeigen die üblichen Benchmarks wie Geekbench und Cinebench . Wobei man diesen Unterschied bei vielen Tätigkeiten im Alltagsbetrieb nicht so deutlich merkt, da auch der M1 mehr Rechenpower bietet, als man oft eigentlich benötigt. Unser Macbook Air hat sich in der Basisversion in den letzten eineinhalb Jahren nie langsam angefühlt. Für Surfen, Schreiben, Bilder in Fotos bearbeiten und Nachrichten verschicken reicht die Rechenleistung vollkommen aus.

Der neue M2-Chip bietet zwar mehr Leistung, aber auch der M1 ist allen Alltagsaufgaben mehr als gewachsen.
Vergrößern Der neue M2-Chip bietet zwar mehr Leistung, aber auch der M1 ist allen Alltagsaufgaben mehr als gewachsen.
© Apple

 

Kaufempfehlung

Hat man ein kleines Budget, um sich ein Macbook Air zu kaufen, bekommt man mit dem preisgünstigeren M1-Modell für alle Alltagsaufgaben weiterhin einen leistungsfähigen Rechner, der auch noch die nächsten Jahre problemlos seinen Dienst verrichten wird. Momentan ist das Modell bei Apple aber nur mit einer sehr langen Lieferzeit zu haben. Andere Anbieter wie etwa Cyberport , Alternate , Notebooksbilliger , Gravis oder Mediamarkt  haben noch Vorräte. Je nach Anbieter gibt es nur noch die Basisversion mit 256 GB SSD, oder es ist auch die Variante mit 512 GB SSD zu haben. Vor allem letztere ist besonders zu empfehlen, da 256 GB Speicherplatz oft doch etwas zu knapp bemessen sind. Und man bekommt momentan bei einer SSD mit 512 GB auch den Chip mit 8-Grafikkernen, den es bei Apple zukünftig beim Macbook Air M1 nicht mehr geben wird. Im Vergleich zur teureren Version des M2-Macbook Air, das ebenfalls eine SSD mit 512 GB hat, kann man so zurzeit rund 500 bis 600 Euro einsparen. Bei der Basisversion sind die Preisunterschiede zum M2-Modell geringer, rund 350 bis 400 Euro sind aber ebenfalls drin. Und da muss man dann schon genau nachrechnen, ob es denn wirklich das neue M2-Macbook Air sein muss. Zukünftig kann die Kalkulation etwas anders aussehen, denn nach einer gewissen Zeit wird auch der Straßenpreis des M2-Modells sinken.

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