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Macbook Pro 16 Zoll: Darum klagen Nutzer oft über laute Lüfter

28.01.2021 | 10:30 Uhr | Stephan Wiesend

Das schnelle Macbook Pro 16 Zoll ist modern und leistungsfähig, allerdings klagen auffällig viele Käufer über lärmende Lüfter. Wir nennen einige Hintergründe.

Die Klage hört man öfter und auch in Apples Forum gibt es zahlreiche Beschwerden . Käufer des aktuellen Macbook Pro 16 Zoll bemängeln dabei ein lästiges Problem. Schon bei alltäglichen Aufgaben sollen die Lüfter des teuren Macbook Pro anspringen und für ärgerlichen Lärm sorgen.

Das betrifft aber nicht alle Nutzer: Während manche Nutzer keine Störgeräusche zu beklagen haben, berichten andere über lästige Lüftergeräusche trotz niedriger Last. Es gibt aber einige Methoden, um die Gründe zu erforschen.

Das Problem ist nicht neu und hat meist zwei Ursachen: Ein Hintergrundprozess sorgt für hohe CPU-Last oder die dezidierte Grafikkarte des Macbooks Pro wird aktiviert und sorgt für hohe Abwärme. Das Macbook Pro bietet nämlich eine integrierte (lahme, aber kühle) Intel-Grafikkarte und eine dezidierte (schnelle, aber sich schnell erhitzende) Grafikkarte von AMD. Einige Programme wie Premiere und Google Chrome aktivieren diese leistungsfähige Grafik und sorgen für erhöhte Temperaturen im Macbook-Gehäuse – die der Lüfter verringern muss.

Externer Monitor

Was bei Berichten auffällt: Viele Betroffene nutzen ihr Macbook Pro mit einem externen Monitor, in Zeiten des Home-Office vielleicht noch häufiger als früher. Der Anschluss eines externen Monitors aktiviert aber automatisch die leistungsfähige und stark Wärme entwickelnde AMD-Grafikkarte. Das lässt noch nicht automatisch die Lüfter anspringen, es gibt aber nun nur noch wenig Reserven für zusätzliche Wärmeentwicklung. Beginnt man etwa, mit Premiere Videos zu schneiden, springt der Lüfter früher an als beim Schneiden am internen Monitor. So ist in der Regel das Top-Modell mit besserer Grafikkarte und schneller CPU dann auch "heißer" als das Basismodell.

Man kann dies überprüfen: Die aktuelle Last der Grafikkarte kann das Dienstprogramm Aktivitätsanzeige anzeigen. Das Verlaufsfenster öffnet man unter „Fenster > GPU-Verlauf“. Die genaue aktuelle GPU-Last zeigt die Aktivitätsanzeige nicht als Standard an, diese Anzeige muss man per Kontextmenü aktivieren. Dazu klicken Sie auf die Reiter in der Aktivitätsanzeige und aktivierten die Option „GPU%“.

Die Aktivitätsanzeige kann auf Wunsch auch die GPU-Last anzeigen.
Vergrößern Die Aktivitätsanzeige kann auf Wunsch auch die GPU-Last anzeigen.

Oft ist es eine Überraschung, welche App die Grafikkarte so stark auslastet. Der Browser Google Chrome greift etwa stark auf die Grafikkarte zu, ebenso aber Apples Bildverwaltung Fotos.

CPU-Leistung

Es gibt aber noch viele andere Gründe, warum bei einem Macbook Pro die Lüfter anspringen. Einer davon kann hohe Systemlast in Kombination mit dem Aufladen des Akkus sein, oder ein Hintergrundprozess. Gerade bei einem nagelneuen Gerät beschweren sich oft Nutzer über ein lautes Lüftergeräusch. Hier kann ebenfalls die Aktivitätsanzeige Aufklärung bringen. In der Regel sieht man dann, dass ein Hintergrundprozess von iCloud, Spotlight oder Fotos die CPU belastet – und dies gerne über Stunden. Gerade bei einem neuen Mac müssen zahlreichen Datenbanken neu aufgebaut werden, was mehrere Stunden dauern kann und die CPU stark auslastet.

Ein ärgerlicher Systemfehler kann aber ebenfalls der Grund sein, sogar bei Apples neuen M1-Macs. So berichtet eine Mac-Seite, dass ein obskurer Systemprozess wie „iCloudNotificationAgent“ plötzlich 97 Prozent der CPU beansprucht .

In den letzten Jahren gab es einige dieser Systemfehler, die man aber per Aktivitätsanzeige aufspüren kann.

Tipps

Was bei der Nutzung eines externen Monitors manchmal hilft, ist ein sogenannter Clamshell-Modus. Man klappt bei angeschlossenem Monitor das Macbook zu und deaktiviert so den internen Monitor. Das reduziert die Systemlast und kann auch die Lüfterlast verringern.

Man kann sogar die Leistung seines Macbooks mit einem Spezialtool namens Turbo Boot Switcher begrenzen – einem Tool, das es seit 2015 gibt, das Problem ist schließlich nicht neu.

eGPU

Einige Nutzer haben festgestellt, dass Sie das Macbook Pro mit einer externen GPU oder eGPU entlasten können. Schaltet man diese externe Grafikkarte zwischen Macbook Pro und externen Monitor, wird die interne Grafikkarte des Macs entlastet und der Lüfter springt seltener an – dabei sollte man allerdings auch auf eine leise externe Grafikkarte achten, einige eGPUs sind relativ laut.

Oder doch ein verstopfter Lüfter?

Eine andere Möglichkeit wäre ein Problem mit den Lüftern selbst. Ist nämlich ein Lüfter stark verschmutzt, kann er unter Umständen keine Wärme mehr ableiten – im Extremfall kann dies sogar zu einer Überhitzung und Beschädigung des Macbooks führen. Bei einem fast neuen Macbook Pro 16 Zoll ist dies aber unwahrscheinlich, ist für eine solche Verschmutzung doch meist jahrelange Nutzung erforderlich.

Laut aber leistungsfähig

Ein weiterer Grund für schnelles Hochfahren der Lüfter könnte aber auch die Auslegung des Systems sein. Wird ein Macbook Pro lange Zeit mit hoher CPU- und GPU-Last genutzt, kann der Hersteller das System so konfigurieren, dass sich die CPU oder GPU schnell herunter taktet und weniger stark erhitzt.

Bei manchen Macbooks kommt diese Leistungsminderung schnell zum Einsatz, was auch die Lautstärke der Lüfter in Grenzen hält. Von einigen Nutzern wurde dies aber bemängelt, da das Gerät nicht seine volle Leistung liefert – ein Problem etwa für Videoanwender, die viel Geld für maximale CPU- und GPU-Leistung zahlen.

Hier muss Apple immer einen Mittelweg zwischen Erwärmung (und Lüfter) und Höchstleistung finden – der wohl nie alle zufriedenstellt.

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