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Magsafe-Wallet: Warum Billig-Produkte gefährlich sind

26.01.2021 | 10:43 Uhr |

Die neue Magsafe-Wallet kostet bei Apple 65 Euro. Ein teures Vergnügen, um Kreditkarten und etwas Bargeld auf der Rückseite des iPhone 12 jederzeit griffbereit zu haben. Sehr verlockend sind daher günstige Alternativen. Ob sich die Billig-Wallets lohnen und auf welches Feature man beim Kauf unbedingt achten sollte, verrät unser Praxis-Test.

Die Magsafe-Wallet ist vom neuen iPhone-12-Zubehör wohl das spannendste, wenngleich man sich vor dem Kauf die Frage stellen sollte, was genau man mit der Wallet zu tun gedenkt. Mit Magneten kann der Nutzer ein kleines Leder-Etui an der Rückseite des iPhones befestigen und dort maximal drei Kreditkarten, Ausweise oder ein paar Geldscheine jederzeit griffbereit aufbewahren. Wer seine Kreditkarten jedoch bereits via Apple-Pay auf dem iPhone hinterlegt hat, sollte sich die Frage stellen, welche Karten überhaupt aus der Brieftasche auch in die Wallet umziehen könnten. 

Apple Magsafe-Wallet bei Amazon ansehen

Rund 65 Euro soll das gute Stück kosten bei Apple. Ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass ein normales Leder-Case von Apple für das iPhone 12 (Mini/Pro/Pro Max) ebenfalls bei 65 Euro liegt. Bei Amazon kostet die Wallet zumindest etwas weniger - hier zahlen Sie zischen 60 und 63,35 Euro je nach Farbe. Und das originale Leder-Case ist bei Amazon teils 10 Euro günstiger .

Lesetipp: Magsafe-Mythen entlarvt: Die Wahrheit über das neue Lade- und Zubehörsystem 

Qualität hat ihren Preis

Wer nicht so viel Geld für ein bisschen Leder ausgeben möchte, der schaut sich schnell nach Alternativen um. Und davon gibt es jede Menge. Die Angebote von Drittherstellern (bei Amazon ansehen) sind weitaus attraktiver, da die alternativen Wallets nur einen Bruchteil vom Apple-Preis kosten. Der Preis für mein Test-Exemplar liegt bei 8,90 Euro, welches der Hersteller mittlerweile (oder vielleicht auch nur zur Zeit) nicht mehr anbietet. (Eine ähnlich, günstige Wallet-Alternative finden Sie hier auf Amazon .) Allerdings sieht es dem Original zum Verwechseln ähnlich, lediglich das Apple-Logo ist nicht auf der Rückseite eingraviert. 

Links das MagSafe-Wallet-Original, rechts das deutlich günstigere Imitat.
Vergrößern Links das MagSafe-Wallet-Original, rechts das deutlich günstigere Imitat.

Sobald ich allerdings die Billig-Wallet mit dem Original in meinen eigenen Händen vergleichen konnte, ist mir auch klar, warum Apple mehr Geld verlangt. Die Apple Magsafe-Wallet ist deutlich besser verarbeitet, das Leder fühlt sich zudem viel hochwertiger an. "Das Wallet ist aus speziell gegerbtem, veredeltem europäischen Leder gefertigt", schreibt Apple auf seiner Webseite.  

Die Tasche, in der mehrere Kreditkarten oder Geldscheine Platz finden, ist beim Original viel straffer. Auch wenn theoretisch drei Karten in Apples Wallet Platz finden könnten, gestaltet es sich in der Praxis ziemlich umständlich, diese wiederum aus der Apple-Wallet herauszubekommen. (Beide Wallets haben auf der Rückseite eine ähnlich große Aussparung, in der man mit dem Daumen den Wallet-Inhalt nach oben hinausschieben kann. Dies klappt bei beiden Wallets (bei einer Karte) sehr gut.) Ich kann daher eher empfehlen, lediglich eine Karte in die Wallet zu stecken. 

Insofern könnte dies als Vorteil für die Billig-Wallet ausgelegt werden – in der ebenfalls zwei oder drei Karten Platz finden – wobei diese aber durch die nicht ganz so stramm sitzende Öffnung viel leichter wieder zu entfernen sind. Allerdings besteht natürlich durch eine geweitete Öffnung auf Dauer die Gefahr, den Inhalt zu verlieren. Wer sich also ein Billig-Imitat zulegt, hat wahrscheinlich mehr Optionen, wie viele Karten auf der Rückseite des iPhones verstaut werden können. Deutlich sicherer ist der Transport allerdings beim Original. 

Warum Billig-Wallet-Imitate gefährlich sein können

Ein weiterer Grund, weshalb Apples Magsafe-Wallet deutlich teurer als die Imitate ist, ist ebenfalls im Bereich der Verarbeitung zu finden. Die Billig-Wallet sitzt längst nicht so fest auf der Geräte-Rückseite wie das Original. Letztere lässt sich bereits mit wenig Kraftaufwand auf der iPhone-Rückseite hin- und herschieben. Bei der Benutzung muss man tatsächlich verstärkt darauf achten, das iPhone inklusive Billig-Wallet nicht zu hastig in die Hosen- oder Jackentasche zu stecken. Andernfalls kann es schnell passieren, dass sich die Wallet vom iPhone löst und verloren geht – besonders ärgerlich, wenn man wichtige Dokumente in der Wallet aufbewahrt. Die Apple-Wallet hat vermutlich mehr oder stärkere Magnete verbaut, das Imitat dahingegen deutlich schwächere oder im Produkt nicht optimal platzierte Magnete.

Lesetipp: Magsafe für iPhone: Wo es sonst noch haftet und lädt

Doch dies ist nur ein Aspekt, der gegen eine Billig-Wallet spricht. Günstige Imitate können durchaus gefährlich für Karten mit Magnetstreifen werden. Zwar halten die von Banken ausgestellten Karten eine Menge aus, doch die Magnete in der neuen iPhone-12-Generation könnten den Magnetstreifen auf Kreditkarten durchaus Schaden zufügen. Apple selbst beruhigt auf seiner Webseite seine Kunden. Die Wallet sei so gemacht, dass "deine Kreditkarten geschützt sind", so Apple. Doch wie sieht es bei den Drittherstellern aus? 

Magnetstreifen gelöscht: Machen Billig-Wallets Kreditkarten kaputt?

Diesbezüglich halten sich viele Dritthersteller oft bedeckt. Daher muss man bei der Produktbeschreibung häufig genau hinschauen, welche Angaben diesbezüglich gemacht werden. „Ein versehentliches ‚Löschen‘ des Magnetstreifens hätte aber ohnehin bei Zahlungen oder Abhebungen innerhalb Europas keinerlei Auswirkungen, da hier aus Sicherheitsgründen schon lange nicht mehr der Magnetstreifen, sondern der stets fälschungssichere Chip auf der Karte verwendet wird“, erklärt Cornelia Schulz, Pressesprecherin für die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. für die Deutsche Kreditwirtschaft in einem Interview

Fazit

65 Euro für eine originale Magsafe-Wallet sind ein stolzer Preis. Dafür bekommt man ein qualitativ hochwertiges Produkt, dass sicher und einfach an der Geräterückseite angebracht werden kann. Auch wenn Apple angibt, dass Nutzer bis zu drei Karten in der Wallet unterbringen können, gestaltete es sich im Praxistest durchaus schwierig, diese auch wieder aus der Wallet herauszubekommen. Dies kann vermutlich daran liegen, dass die Wallet zum Test-Zeitpunkt noch recht neu war und sich das Leder mit der Zeit anpasst. 

Ich habe über mehrere Wochen eine Billig-Wallet im Einsatz gehabt und darin Bargeld und die Kantinen-Karte aufbewahrt. Die Karte (mit Magnetstreifen) ist noch intakt und verursacht keinerlei Probleme beim Bezahlen. Auch wenn diese nicht so fest wie das Apple-Original sitzt, bekommt man für einen Preis von rund neun Euro eine tolle Alternative. 

Wer sich nicht sicher ist, ob die Wallet überhaupt das Richtige für einen ist, sollte dies mit einer Billig-Wallet hervorragend austesten können, sich der möglichen Risiken aber bewusst sein. 

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