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Mit dem iPad noch schneller im Netz unterwegs

21.12.2019 | 08:30 Uhr |

Rein theoretisch bieten aktuelle iPads beim Surfen atemberaubende Geschwindigkeiten. Wir erkl├Ąren, warum das nicht immer problemlos klappt

Netzwerkverbindungen realisiert man am besten ├╝ber Ethernetkabel, das bietet den gr├Â├čten Datendurchsatz, ist relativ robust und nicht anf├Ąllig f├╝r Fehler. Diese alte Weisheit aus PC-Zeiten gilt nat├╝rlich weiter, hilft aber Benutzern eines iPad nicht, da diese Anbindung nicht zur Verf├╝gung steht. Beim iPad realisieren Sie die Verbindung per WLAN, beim Modell Cellular alternativ unterwegs ├╝ber die Mobilfunkkarte, mittlerweile bieten alle gro├čen Provider hier das schnelle LTE .

Netzwerk vs. Internet

Schaut man sich die technischen Daten des neuen iPad Pro an, schl├Ągt es sich nicht schlecht. ÔÇ×Das iPad Pro kann sich mit den schnellsten WLAN und Mobilfunknetzen verbinden ÔÇô und du kannst von fast ├╝berall aus im Web surfen, Filme streamen und Dokumente teilen", so Apples Werbung.

Nun zu verallgemeinern, dass Netzwerkverbindungen eines neuen iPad fast so schnell sind wie die eines Windows-PCs oder Macs, ist zwar von der technischen Aussage haltbar, spiegelt aber die Wirklichkeit nicht wider. In lokalen Netzwerken kommunizieren Rechner untereinander, tauschen Daten mit Servern aus, hier spielt eine Gigabit-Verbindung ihre St├Ąrken aus. In den meisten F├Ąllen kommuniziert das iPad aber nicht mit lokalen Rechnern im Netzwerk, sondern mit dem Internet. Selbst wenn man alle st├Ârenden Faktoren bei der Betrachtung wegl├Ąsst und eine optimale Positionierung des iPad zum WLAN-Router voraussetzt, kann das iPad Daten nicht schneller schaufeln, als es der DSL- oder VDSL- beziehungsweise Kabelanschluss erlaubt. Standard-DSL bietet hier beim Download 16 MBit/s, VDSL/Kabel 50 oder 100 MBit/s ÔÇô da nutzen auch die theoretisch erreichbaren 866 MBit/s nichts.

Einzig interessant ist die Betrachtung innerhalb des lokalen Netzwerks, wenn Sie hier etwa einen Plex-Mediaserver betreiben und Filme in HD 1080p ├╝ber die App Plex (4,99 Euro) am iPad schauen ÔÇô per WLAN-Verbindung. Hier schlagen zwischen 15 und 20 MBit/s zu Buche, das schaffen halbwegs moderne Router und auch ├Ąltere iPads locker. Lokales Streaming von Audio, Video und Co. ist grunds├Ątzlich kein Problem.

Bequem aber problematisch

WLAN-Verbindungen sind enorm praktisch, schnell eingerichtet und f├╝r fast alle Einsatzgebiete geeignet ÔÇô beachtet man ein paar grunds├Ątzliche Regeln.

W├Ąhrend der Datendurchsatz bei Kabelverbindungen auch in gro├čen R├Ąumlichkeiten ├╝ber mehrere Etagen recht stabil ist, ist das bei WLANs nicht der Fall: Unsere Fritzbox 7490 mit Unterst├╝tzung von bis zu 1300 MBit/s steht im B├╝ro und vermeldet f├╝r das iPad Air 2 eine WLAN-Verbindung mit 866 MBit/s. Drei R├Ąume weiter, in der K├╝che, ist der Wert f├╝r das iPad auf 54 MBit/s geschmolzen, eine Etage tiefer gar auf 11 MBit/s. Zugegeben, es handelt sich um einen Altbau, dicke W├Ąnde, Stahlbetondecken. Mit dem Wert in der K├╝che entspricht der m├Âgliche Datendurchsatz etwa unserer VDSL-Anbindung ins Internet mit 50 MBit/s, eine Etage tiefer liegt er gar unter Standard-DSL. Noch schlechter sehen die Werte aus, nimmt man ein iPad Air der ersten Generation hinzu. Teilen sich mehrere Personen eine schlechte Datenanbindung, kann es bei Netflix schon mal ruckeln.

WLAN-Verbindungen sind in geschlossenen R├Ąumen problematisch, je mehr Stahlbeton und dicke Mauern, desto schlechter die Verbindung. Viele Benutzer greifen hier zu Repeatern, die schnelle Hilfe versprechen. Ger├Ąte wie AVMs Fritzwlan 1750E (oder der g├╝nstige TP-Link TL-WA850RE) versprechen bis zu 1300ÔÇëMBit/s im 5-GHz-Band und 450 MBit/s im 2,4-GHz-Netz. Sie lassen sich wahlweise verkabelt oder per WLAN mit der Fritzbox koppeln, das Netzwerk so erweitern. Wer hier den einfachen Weg ├╝ber WLAN-Kopplung w├Ąhlt, erlebt meist eine b├Âse ├ťberraschung: Statt einer erheblichen Optimierung der Bandbreite ist sie nur wenig besser und oft noch schlechter. Bei dieser Art der Kopplung verdoppelt sich das Datenaufkommen im WLAN, die Leistung geht weiter zur├╝ck.Vor allem wenn sich mehrere Familienangeh├Ârige ein drahtloses Netz teilen, wird es schnell eng. Besser funktionieren Mesh-L├Âsungen, bei denen die Verbindung zwischen Router und Repeater ├╝ber einen zus├Ątzlichen dritten Sender erfolgen ÔÇô dazu ben├Âtigt man aber sowohl einen neuen Router als auch einen Repeater oder Satelliten mit dieser Funktion. Mehr zu diesem Thema lesen sie hier .

Eine echte Verbesserung tritt nur ein, wenn Router und der oder die Repeater per Ethernet-Kabel verbunden sind ÔÇô das betrifft die L├Âsungen aller Hersteller.

Das schw├Ąchste Glied entscheidet

Bei der Konzeption eines WLANs f├╝r Ihr(e) iPad(s) ist es wichtig, dass alle Komponenten optimal arbeiten. Der Router muss den Standard WLAN AC unterst├╝tzen, eventuell verwendete Repeater aber auch. Nutzen Sie f├╝r das iPad das 5-GHz-Band, es ist weniger ÔÇ×bev├ÂlkertÔÇť und bietet etwa mit der Fritzbox bis zu 1300 MBit/s, das 2,4-GHz-band nur 450 MBit/s. F├╝r die Verbindung ÔÇ×nach drau├čenÔÇť schlie├člich w├Ąhlen Sie einen geeignet schnellen Anschluss. Er ist im Zweifel die ÔÇ×BremseÔÇť und muss aufgestockt werden. So lassen sich ├╝ber einen DSL-Anschluss mit 6 MBit/s keine HD-Filme aus dem Internet streamen, auch wenn das lokale Netzwerk optimal arbeitet. Bei entfernen R├Ąumen kann es aber durchauch sein, dass sie per 2,4 GHz-Band zwar eine langsame aber stabilere┬á Verbindung als ├╝ber 5 GHz haben. 5 GHZ ist n├Ąmlich schneller, hat aber eine schlechtere Reichweite.

Superschnell mit LTE

Ohne Frage geh├Ârt dem Standard LTE die Zukunft. Hier ist f├╝r die Auswahl des Providers nat├╝rlich entscheidend, ob und in welcher Ausbaustufe LTE in Ihrem Einzugsgebiet unterst├╝tzt wird.

Wichtig auch: Das alte iPad Pro 12 Zoll unterst├╝tzt maximal 150 MBit/s, das aktuelle iPad Pro mit 11 Zoll Diagonale " Gigabit-Class LTE " also theoretisch bis zu 1000 Mbit/s. Der Top-Tarif der Telekom bietet die maximale Ausbaustufe von 300 MBit/s, nutzt Ihnen folglich nur bei dem neuesten iPad Pro, ein preiswerterer Tarif tut es bei ├Ąlteren Ger├Ąten auch. Die preisg├╝nstigeren Tarife sind eh gedrosselt, wir sind mit 50 MBit/s sehr zufrieden.

Die Bandbreite h├Ąngt au├čerdem von den im iPad verbauten Antennen ab. So bieten die Pro-Modelle meist die bessere Empfangsqualit├Ąt per WLAN aber auch LTE. Das neue 5G wird noch von keinem iPad unterst├╝tzt, allenfalls ├╝ber einen Router mit 5G-Unterst├╝tzung .

Bandbreite messen

Um herauszufinden, welche Bandbreite Ihnen von Ihrem WLAN ins Internet oder mobil via LTE wirklich zur Verf├╝gung steht, gibt es haufenweise Tools. Wir empfehlen die Webseite speedtest.t-online.de der Telekom. Bei uns waren die Ergebnisse gemischt: W├Ąhrend der Datendurchsatz via WLAN ├╝ber unsere VDSL-Leitung optimale Ergebnisse liefert, bringt LTE an unserem Wohnort nicht einmal die H├Ąlfte, ein paar Stra├čen weiter jedoch den optimalen Wert. In allen F├Ąllen liegt ein optimaler Messwert unter dem technisch Machbaren und von den Providern angegebenen, das ist v├Âllig normal und erwartet. F├╝r Nutzer einer Fritzbox ist au├čerdem die Analse-App Fritz!App WLAN e inen Blick wert, mit der man die Empfangsqualit├Ąt in den einzelnen R├Ąumen messen kann.

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