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Monitore für M1-Macs: Darauf sollten Sie vor dem Kauf achten

11.07.2021 | 10:19 Uhr | Stephan Wiesend

Beim Erscheinen von Apple M1-Macs machten einige Monitore Probleme. Die meisten Fehler hat Apple behoben, auf einige Details sollte man vor einem Kauf aber achten.

Eine der Stärken des neuen M1-Chips ist eine sehr leistungsfähige Grafikkarte, eine Neuentwicklung von Apple. Sogar Apples eigener 6K-Monitor wird unterstützt – und das nicht nur vom Macbook Pro, sondern auch von Einsteiger-Notebooks Macbook Air und dem günstigen Mac Mini. Auch externe Monitore funktionieren an den Geräten – fast immer – problemlos.

Bei den Erstkäufern des M1-Macs, auch Early Adopter genannt, gab es allerdings oft lange Gesichter. Einige 4K-Monitore wurden zwar erkannt, konnten aber nur mit 30 Hz betrieben werden, nicht dagegen mit zeitgemäßen 50 oder 60 Hz. Auch spezielle Auflösungen wie Ultraweitbild machten Probleme, ebenso gab es Farbfehler und Probleme beim Wecken aus dem Ruhezustand.

Offensichtlich hatte Apples nagelneue Grafik Kompatibilitätsprobleme. Gut: Die meisten Probleme verschwanden mit dem Update auf macOS Big Sur 11.2, noch weitere sollen laut Erfahrungen mit macOS 11.5 Beta mit Erscheinen macOS Big Sur 11.5 gelöst werden. Auch Modelle mit Standardformaten wie WQHD oder HD machten offensichtlich nur wenig Schwierigkeiten. Noch heute gibt es bei einigen Monitoren aber noch immer Probleme, vor allem wenn man einen Monitor mit hoher Auflösung oder ungewöhnlichen Formaten kaufen will. Dabei gibt es drei Kategorien von Störungen, auf die man vor dem Kauf eines neuen Monitors besser achten sollte:  

  • Softwareprobleme, die nur Apple beheben kann

  • Fehler, die ein Hersteller per Monitor-Firmware korrigieren muss

  • Veraltete Monitorsoftware – die vom Hersteller an die ARM-Plattform angepasst werden muss.

Monitorsoftware als Problem

Ein häufiger Ärger bei fast allen Herstellern ist eigene Software, über die man Funktionen des Monitors steuert. Oft greift diese so tief ins System ein, dass die Nutzung per Rosetta nicht möglich ist. Betroffen sind davon vor allem Profi-Anwender, etwa wenn die Herstellersoftware für die Farbkalibrierung zuständig ist.

Bei Spezialmonitoren sollte man auf Kompatibilitätsprobleme achten.
Vergrößern Bei Spezialmonitoren sollte man auf Kompatibilitätsprobleme achten.

Will man sich über die Kompatibilität eines Monitors informieren, ist deshalb vor dem Kauf eine kurze Recherche zu empfehlen. Das ist allerdings gar nicht so einfach, viele Berichte sind zudem nach Erscheinen von macOS 11.2 überholt. Hier muss man also auf das Datum eines Problemberichts achten und versuchen, die Glaubwürdigkeit des Verfassers einzuschätzen.

Sicher geht man nur, wenn ein Hersteller einen Fehler offen aufgelistet hat, etwa im Support-Bereich. Leider sind nicht alle Hersteller selbst proaktiv. Viele sind nicht auf Anfragen von Mac-Anwendern vorbereitet –  verständlich bei Herstellern wie Acer und AOC, die sich offensichtlich eher an Windows-Nutzer richten. Informationen fanden wir aber ebenso wenig bei HP und Samsung.

Benq

Sehr ausführlich informiert Benq auf seiner Webseite über die Kompatibilität mit M1-Macs. Auch hier ist die Unterstützung sehr unterschiedlich. So können einige Monitore bisher nur mit 4K 30 Hz angesprochen werden. Für die Modelle EW2780U, EQ3280U und EX2780Q hat der Hersteller neue Firmware versprochen (noch nicht erschienen), beim PD2720U soll macOS 11.5 Probleme beheben. Für die Programme Palette Master Element und Display Pilot sind bereits neue Versionen für M1-Macs erschienen.

Benq EW2780U bei Amazon

Eizo

Der Hersteller Eizo erläutert die Kompatibilität auf einer eigenen Webseite . Hier sind vor allem Probleme mit Farbformat und Farbprofile noch nicht völlig gelöst. Auch hier tritt das oft bemängelte Phänomen auf, dass per HDMI statt einem RGB-Signal ein YUV Limited Range-Signal übertragen wird – was laut Eizo zu sichtbarem Banding führt. Zudem sei das vom System erstellte Farbprofil für den Monitor fehlerhaft. Betroffen sind auch aktuelle Modelle wie Flexscan EV3895 und EV2795. Bei einigen Color Edge kann man dies schnell beheben, da man hier nur im Menü das Signal von „Video“ zu „PC“ ändern muss.

Ein weiteres Problem betrifft laut Eizo den Porträt-Modus: Dreht man das Display, verringert sich die Auflösung. Die korrekte Auflösung wird in der Systemeinstellung Monitor nur angezeigt, wenn man beim Antippen der Option „Skaliert“ die Wahltaste gedrückt hält.

Software wie Color Navigator 7 liegt bereits als ARM-Version vor.

Eizo Flexscan EV3895 bei Amazon

Dell

Auch Dell-Monitore sind von Problemen mit M1-Macs betroffen und eine aktuelle Support-Seite listet zahlreiche Informationen auf.

Bei den Modellen S2721Q, S2721QS und S3221QS tritt etwa ein Flackern auf, wenn die Geräte per USB-C-auf-Displayport verbunden werden. Dell empfiehlt in diesem Fall die Monitore per HDMI anzubinden – etwa über den HDMI-Port des Mac Mini oder einen USB-C-auf-HDMI-Adapter.

Keine Probleme scheint es dagegen mit USB-C-Monitoren von Dell zu geben. (U2419HC, U2421HE, U2520D, U2719DC, U2720Q, U2721DE, U3219Q, U3421WE, U4320Q, U4919DW, UP2720Q). Ein Softwareupdate wird ebenfalls angekündigt: So soll eine M1-Version des Dell Display Manager, eine Verwaltungssoftware, Ende September 2021 erscheinen.

Dell U2419HC bei Amazon

Viewsonic

Zu den Herstellern, die auch Mac-Software anbieten, gehört Viewsonic. Die Produktivitätssoftware vTouch ist etwa seit Ende April auch für Apple Silicon zu haben. Die Verwaltungssoftware vDisplay Manager ist dagegen noch nicht aktualisiert worden, auch ein Erscheinungsdatum ist nicht bekannt. Das gilt ebenso für die Software Colorbration, ein Farbkalibrierungstool.

Viewsonic VX3276 bei Amazon

NEC

Bei NECs Displays hatte etwa der 27-Zöller NECs EA217U ein bekanntes Problem – er zeigt nämlich laut mehreren Berichten kein Bild an einem M1-Macs. Beim Hersteller erfuhren wir, dass diese Probleme seit April behoben seien und alle Geräte dieses Typs ab Mai eine neue Firmware erhalten. Ein Update auf Version 1.0.4 sei per Service möglich. (Laut NEC sei übrigen nicht ihr Monitor inkompatibel, sondern Apples M1-Mac).

Zur Software: Eine mit dem M1 kompatible Version der Monitorsoftware Spectraview ist bisher offenbar noch nicht bereitgestellt worden.

NEC MultiSync EA231WU bei Amazon

LG

Von LG (eigentlich Zulieferer von Apple) gibt es keine Informationen in den Support-Datenbanken, bei einer Anfrage per E-Mail wurden wir an den Apple Support verwiesen. Zumindest für die im Apple Store verfügbaren Modelle 4K und 5K Ultrafine gibt es immerhin eine gerade für M1-Macs aktualisierte Bediensoftware im App Store. Der LG Screen Manager kann allerdings nur die Firmware aktualisieren, er bietet keine weiteren Konfigurationsfunktionen. Beim Kauf eines Monitors mit höheren Auflösungen empfehlen wir, nach Nutzerberichten zu suchen.

LG 32UL950-W bei Amazon

Allgemeine Hinweise

Ein weiteres Problem sind bei M1-Macs die verwendeten Kabel. Man kann einen modernen Monitor üblicherweise per USB-C, per HDMI oder per Displayport anbinden. Für Macbook Air und Macbook Pro steht dabei nur ein USB-C bzw. Thunderbolt-3-Port zur Verfügung. Nur der Mac Mini bietet einen zusätzlichen HDMI-Port und kann sogar zwei Monitore ansteuern – per USB-C und HDMI. Dieser HDMI-Anschluss scheint aber öfter Probleme zu machen, es kann deshalb sinnvoll sein, einen Monitor stattdessen per USB-C anzusteuern.

Ein häufig genanntes Problem betrifft Monitore, die per RGB-Signal angesteuert werden können. Automatisch nutzen M1-Macs anscheinend ein sogenanntes YPbPr-Signal bzw. YUV Limited Range. Teilweise änderte sich auch dies nach dem Update auf 11.2. Es kursieren aber auch Anleitungen, wie man dies etwa über die Bearbeitung der Preferences-Datei ändern kann. Dies empfehlen wir aber nur erfahrenen Anwendern. Bei einem HDR-Monitor kann man dies offenbar auch durch das Aktivieren und Deaktivieren der Funktion in der Systemeinstellung Monitore erreichen.

Liste empfehlenswerter Monitore

Wir empfehlen einen Monitor zu wählen, dessen Hersteller gute Mac-Kompatibilität gewährleistet. Empfehlenswert sind deshalb Geräte von Herstellern wie Eizo, Benq und Dell.

Die Seite Macrumors hat zusätzlich eine Liste an Nutzerberichten gesammelt, die über gute Kompatibilität berichten . Hier eine Liste der mit M1-Macs kompatiblen Monitore.

Laut Nutzerberichten mit  M1-Macs kompatibel

Acer DM431K

Acer XV272U 

Acer Predator X34P

Alienware AW3418DW

Alienware AW3420DW 

AOC U32U1

AOC 24P2C

AOC Q2790PQU

Apple Cinema Display 27 LED

Asus ProArt PA278QV

Asus TUF Gaming VG34VQL1B G

Asus VG289

BenQ EX3501R

Benq GL2250HM

BenQ PD2700u

Benq PD3220U

Benq SW2700pt

Dell P2415Q

Dell S2421NX

Dell P2421DC

Dell U2421E

Dell U2515H

Dell U2520D

Dell U2718Q,

Dell U2721DE

Dell U3421WE

HP Z27

IIYAMA G2530HSU-B1 

IIYAMA XB2483HSU

Lenovo C32q-20

Lenovo ThinkVision S28u-10 UHD

Lenovo L28u-30

LG 24UD58

LG 27MD5KL-B

LG 27UL850-W

LG 32UD99

LG 32UL500-W

LG 32UN650

LG 34UC87C-B

LG 34UC99-W

LG 34WK650-W

LG 34WK95U-W 

LG 43UD79

LG 49BL95C-W

LG UHD 27UN83A

Philips 27” 4K 278E1A 

Philips 272B7QPTKEB

Philips Brilliance 499P9H 49

Samsung U28R550UQU 

Samsung U28E590

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