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Rechte für Consumer und Profi

26.05.2011 | 11:18 Uhr |

Rechte für Consumer und Profi

Grundsätzlich ist eine Unterscheidung zu treffen zwischen den Rechten von Fotografen und den Rechten von Weiterverwerter also Kunden. Dazu kommen noch die Internet- und Computeranwender, die sich in beiden Lagern bewegen.

Private Fotografie: Wer sich an die Vorschriften zur Panoramafreiheit , das Recht am eigenen Bild sowie die allgemeinen Konventionen von Höflichkeit und Respekt hält, hat wenig zu befürchten. Im Kreis der Lieben kann man in aller Regel von Einverständnis (rechtlich: der Fotoerlaubnis) ausgehen. Problematisch sind Personenaufnahmen im Internet. Grundsätzlich sollten Sie bedenken, dass auf Bilddaten im Internet jeder Zugriff hat. Klare Copyright- und Autorenangaben (siehe Kasten rechts) können zwar helfen, Ihr Urheberecht zu deklarieren. Das Durchsetzen ist allerdings eine andere Sache. Gehen Sie beim Publizieren also nicht von einem stillschweigenden Einverständnis aus. Fragen Sie lieber! Und treffen Sie notfalls eine schriftliche Vereinbarung (" Model Release ").

Private Bildnutzung: Ob rasches Drag-and-drop aus Safari oder gezielter Bild-Download en massé von einem Server: Rechtlich gesehen, gerät man als Konsument schnell in die Grauzone - auch wenn das Bildmaterial keinerlei Grund zur Beanstandung gibt. So lange man solches Bildmaterial zu privaten Zwecken nutzt, ist nicht mit einer Abmahnung oder Klage zu rechnen. Brisant wird es beim Veröffentlichen - ob auf einer eigenen Website, bei einem Social Network oder im Rahmen von Print-Publikationen. Hinweise, ob ein Bild einem Copyright oder eventuell einer freien Lizenz unterliegt, finden sich oft auf der dazugehörigen Webseite. Für alles, was nicht als frei verwendbar ausgezeichnet ist, gilt: Gehen Sie von bestehenden Copyrights aus! Privates Ansehen - Ja. Weiter verbreiten, publizieren oder gar kommerziell verwerten - Finger weg.

Komerzielle Bilder: Die Bildlizenzen bei Microstock-Portalen wie dem Berliner Anbieter Photocase sind nichtexklusiv.
Vergrößern Komerzielle Bilder: Die Bildlizenzen bei Microstock-Portalen wie dem Berliner Anbieter Photocase sind nichtexklusiv.

Profi-Fotografie: Für Fotografen, die ihre Bilder vermarkten, gelten sämtliche schon genannten Aspekte. Jeder Fotograf sollte sein Bildmaterial eindeutig mit Tags für Autor und Copyright kennzeichnen; dazu empfiehlt sich eine aussagekräftige Verschlagwortung. Wichtig ist, dass Rechte Dritter (Markenrechte, "Model Release") beachtet werden. Bei der Vermarktung sind die Honorarfrage zu klären und die Frage, welche Rechte (Lizenzen) Sie als Fotograf für das Honorar einräumen.

Verschiedene Lizenzmodelle

Fair Use: Musiker stellen auf ihren Websites oft Promo-Bildmaterial zur Verfügung. Im Rahmen von Programmhinweisen und Ähnlichem sind Veröffentlichungen dann kein Problem.
Vergrößern Fair Use: Musiker stellen auf ihren Websites oft Promo-Bildmaterial zur Verfügung. Im Rahmen von Programmhinweisen und Ähnlichem sind Veröffentlichungen dann kein Problem.

Über Lizenzen und marktübliche Preise sollte man als Profi-Fotograf Bescheid wissen. Ebenso über die unterschiedlichen Publikationsformen. Die wichtigste Regel für Kunden lautet: Keine Veröffentlichung ohne Vereinbarung, sprich: Lizenz. Zunehmend an Attraktivität gewinnen Bilder, die sogenannten freien Lizenzen unterliegen. Hier gelten jedoch ebenfalls Einschränkungen.

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