2668327

So erkennen Sie, ob Ihr Mac einen Virus hat – und das unternehmen Sie dagegen

30.06.2022 | 15:30 Uhr |

Mac-Malware ist zwar selten, aber es gibt sie. Hier erfahren Sie, wie Sie einen kostenlosen Virenscan erhalten, um Ihren Mac auf Malware zu überprüfen, wie Sie Mac-Viren kostenlos loswerden und wie Sie eine Infektion von vornherein vermeiden.

Wenn Sie sich Sorgen machen, dass Sie eine Art Malware oder einen Virus auf Ihrem Mac haben, helfen wir Ihnen, herauszufinden, was los ist, und den Schaden zu beseitigen. Viele Websites, die Ratschläge zur Entfernung von Malware auf dem Mac anbieten, sind Unternehmen, die versuchen, Ihnen Antivirenlösungen zu verkaufen, weshalb ihre Tipps etwas voreingenommen sind. Von uns können Sie unparteiischen Rat erwarten. Außerdem erklären wir Ihnen, warum es sich dank der strengen Schutzmaßnahmen von Apple in macOS wahrscheinlich nicht um einen Virus handelt. Sollte es dennoch der Fall sein, informieren wir Sie über die kostenlosen und kostengünstigen Optionen, mit denen Sie Ihren Mac vor Malware schützen können.

Beachten Sie, dass wir in diesem Artikel die Begriffe Malware und Virus synonym verwenden, obwohl es sich eigentlich um zwei verschiedene Konzepte handelt. Bei Malware handelt es sich in der Regel um Anwendungen, die vorgeben, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, in Wirklichkeit aber etwas Schändliches tun, etwa Daten stehlen. Viren sind kleine, diskrete Code-Bits, die unbemerkt auf Ihr System gelangen und so konzipiert sind, dass sie unsichtbar sind. Zudem sind sie in der Lage, sich selbst weiterzuverbreiten und gegebenenfalls als Malware zu wirken oder eine solche einzuschleusen. Es gibt auch andere Arten von Bedrohungen wie Ransomware und Adware sowie Phishing, die Informationen ausspionieren wollen, mit denen man Geld von Ihnen erlangen kann.

So erkennen Sie, ob Ihr Mac einen Virus hat

Wenn Ihr Mac plötzlich sehr langsam und träge geworden ist, regelmäßig abstürzt oder Fehlermeldungen anzeigt und Ihnen das Surren der Lüfter Gesellschaft leistet, liegt der Verdacht nahe, dass Sie sich eine Mac-Malware eingefangen haben. Ein weiteres Anzeichen ist das plötzliche Auftauchen lästiger Popup-Fenster oder zusätzlicher Symbolleisten und Anwendungen, an deren Installation Sie sich nicht erinnern können. All dies sind Anzeichen dafür, dass Sie möglicherweise einen Virus auf Ihrem Mac haben.

Es muss aber nicht unbedingt ein Virus daran schuld sein. Mac-Malware ist unglaublich selten – Mac-Viren gibt es zwar, und in den letzten Jahren gab es einige bemerkenswerte Malware- und Virenmeldungen –  aber es gibt Gründe, warum Mac-Viren sich nicht breit durchsetzen können. Einer ist der strenge Schutz, den Apple in macOS eingebaut hat, ein anderer die Tatsache, dass es für einen Virus außerordentlich schwierig ist, sich selbst zu verbreiten und auf andere Macs überzugreifen.

Anzeichen dafür, dass Ihr Mac einen Virus hat

  • Ihr Mac wird plötzlich träge oder verrichtet die tägliche Arbeit nur noch so langsam, als würde eine Software im Hintergrund laufen, die Ressourcen verbraucht.

  • Sie stellen fest, dass in Ihrem Browser eine neue Symbolleiste angezeigt wird, die Sie nicht installiert haben. In der Regel behaupten diese Symbolleisten, die Suche oder das Einkaufen zu erleichtern.

  • Sie stellen fest, dass Suchanfragen im Internet unerwartet von Ihrer gewohnten Suchmaschine auf eine Website umgeleitet werden, von der Sie noch nie etwas gehört haben (oder die Ergebnisse werden auf einer Seite angezeigt, die Ihrer gewohnten Suchmaschine zum Verwechseln ähnlich sieht)

  • Alle Webseiten werden mit Werbung überlagert – auch solche, auf denen Sie keine Werbung erwarten, wie Wikipedia

  • Der Zugriff auf Ihre Lieblingsseiten funktioniert nicht immer, Sie werden des Öfteren auf Spam-Werbeseiten umgeleitet

  • Auf Ihrem Desktop erscheinen Werbefenster, die nichts mit Ihrem Surfverhalten oder einem laufenden Programm zu tun haben

Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, brauchen Sie nicht in Panik zu geraten: Sie bedeuten nicht unbedingt, dass Ihr Mac mit Malware oder Viren infiziert ist. Es gibt tausend Gründe, warum ein Mac etwa langsam läuft.

Mein Mac ist langsam – Das kann ich tun

Wie man auf einem Mac nach Viren sucht

Wenn Sie nach der Lektüre der obigen Ausführungen ziemlich sicher sind, dass Sie einen Virus oder eine andere Form von Malware auf Ihrem Mac haben, dann sollte Ihnen diese Anleitung helfen, das Problem zu lösen. Eines sollten Sie auf keinen Fall tun, wenn Sie glauben, dass Ihr Mac mit Malware infiziert ist: Googeln Sie nicht nach einer Beschreibung des Problems und installieren Sie nicht das erste Programm, das Sie finden.

MacDefender gibt sich als Antivirenprogramm aus, ist aber selbst Malware
Vergrößern MacDefender gibt sich als Antivirenprogramm aus, ist aber selbst Malware

Leider sind viele Programme, die behaupten, Macs reparieren zu können, in Wirklichkeit selbst Malware, oder die Software ist schlicht gefälscht und soll Sie dazu bringen, Geld auszugeben. Diese Anwendungen können unglaublich überzeugend und professionell aussehen, seien Sie also vorsichtig. Gefälschte Antiviren-Programme wie MacDefender, die vor einigen Jahren für Schlagzeilen sorgten, sehen zwar täuschend echt aus, sind aber in Wirklichkeit eine getarnte Malware.

So scannen Sie einen Mac auf Viren

Die einfachste Möglichkeit ist die Verwendung einer Software, um Ihren Mac auf Viren zu überprüfen. Zum Glück gibt es viele Apps, die Ihren Mac auf Viren scannen – einige davon sind kostenlos.

Eine Möglichkeit ist der kostenlose Bitdefender Virus Scanner, den Sie aus dem Mac App Store herunterladen können. (Wenn Sie bereit sind, ein wenig Geld auszugeben, sollten Sie die kostenpflichtige Version von Bitdefender in Betracht ziehen, im letzten Test hat er als bestes Programm abgeschnitten, siehe Kasten).

  • Öffnen Sie den Bitdefender-Virenscanner.

  • Klicken Sie auf die Schaltfläche "Definitionen aktualisieren".

  • Sobald dies abgeschlossen ist, klicken Sie auf die Schaltfläche "Deep Scan".

  • Folgen Sie den Anweisungen, um der Anwendung vollen Zugriff auf die Festplatte Ihres Macs zu gewähren.

Eine weitere Option ist CleanMyMac X, das neben anderen Funktionen auch einen Virenscan bietet. CleanMyMac X kostet 34,95 Euro pro Jahr im Abo .

  • Öffnen Sie CleanMyMac X.

  • Klicken Sie auf "Smart Scan".

  • Warten Sie, während das Programm scannt. Die Ergebnisse des Scans finden Sie im Abschnitt "Schutz".

  • Klicken Sie auf "Entfernen", um Malware loszuwerden.

Antivirus für den Mac: Zehn Programme im Vergleich

Dies sind großartige Optionen, weil sie Ihren Mac auf Viren scannen und diese dann entfernen. Aber Sie müssen nicht unbedingt einen Virenscanner verwenden, um Viren auf Ihrem Mac zu erkennen oder zu entfernen.

So entfernen Sie Malware kostenlos von einem Mac

Wenn Sie, wie oben beschrieben, keinen Virenscanner oder Mac-Antivirus verwenden möchten, gibt es dennoch einige Möglichkeiten, einen Virus von Ihrem Mac zu entfernen. Sie fragen sich vielleicht, ob Sie Ihren Mac löschen müssen, um den Virus zu entfernen, oder ob das Löschen des Macs den Virus vollständig entfernt. Möglicherweise müssen Sie gar nicht so weit gehen – versuchen Sie diese Schritte, um die Festplatte zu bereinigen:

1. Aktualisieren Sie macOS auf die neueste Version

Ein Grund, warum Sie möglicherweise kein Antivirenprogramm für Ihren Mac benötigen, ist, dass Apple seinen eigenen Schutz anbietet. Seit einigen Jahren bietet Apple einen unsichtbaren Hintergrundschutz gegen Malware und Viren.

Einer dieser Schutzmechanismen ist Xprotect. Xprotect ist Apples integrierter Schutz vor Malware. Xprotect scannt Dateien, die Sie heruntergeladen haben, und überprüft sie auf bekannte Malware oder Viren. Wenn solche gefunden werden, wird Ihnen mitgeteilt, dass die Datei infiziert oder beschädigt ist. Das Xprotect-System gibt eine Warnung aus, wenn Sie Malware herunterladen, von der es Kenntnis hat, und sagt Ihnen genau, was zu tun ist.

Xprotect hat sich als sehr effektiv erwiesen, wenn es darum geht, die Ausbreitung von Mac-Malware zu stoppen, bevor sie überhaupt ihr übles Werk verrichten kann, und ist ein weiterer Grund, warum Malware- oder Vireninfektionen auf einem Mac selten sind.

Apple aktualisiert Xprotect automatisch, sodass Sie macOS nicht manuell aktualisieren müssen, um den neuesten Virenschutz zu erhalten. Wenn Sie jedoch eine ältere Version von macOS verwenden, sind Sie möglicherweise nicht geschützt (Apple unterstützt nur die letzten drei Versionen von macOS).

Es ist zwar teilweise richtig, dass die Aktualisierung Ihrer Mac-Software Sie von einem Virus befreien könnte, aber Sie sollten beachten, dass der Schutz von Apple zwar gut ist, aber möglicherweise nicht ausreicht. Leider dauert es manchmal ein paar Tage (oder länger), bis Apple auf die neueste Bedrohung reagiert. Ebendarum lohnt es sich, ein zusätzliches Antivirenprogramm in Betracht zu ziehen, um sicher zu sein.

2. Verwenden Sie die Aktivitätsanzeige, um Viren auf einem Mac zu finden

Wenn Sie sicher sind, dass Sie eine Malware installiert haben – etwa ein zweifelhaftes Update oder eine Anwendung, die sich als etwas anderes ausgibt – notieren Sie sich den Namen der Anwendung. Sie können diese Anwendung beenden, indem Sie die Tastenkombination Cmd + Q drücken oder im Menü auf Beenden klicken. Beachten Sie jedoch, dass dies nicht verhindert, dass die Anwendung erneut gestartet wird – sie könnte sogar noch im Hintergrund arbeiten.

Die Aktivitätsanzeige, ein sehr nützliches Dienstprogramm von macOS
Vergrößern Die Aktivitätsanzeige, ein sehr nützliches Dienstprogramm von macOS

Wenn Sie keine Ahnung haben, was die Probleme verursacht, von denen Sie vermuten, dass sie durch einen Virus auf Ihrem Mac verursacht werden, können Sie die Aktivitätsanzeige verwenden , um festzustellen, ob eine Anwendung oder eine Aufgabe viele Ressourcen verbraucht – dies könnte die schädliche Software sein.

  1. Öffnen Sie die Aktivitätsanzeige – die App finden Sie im Ordner "Dienstprogramme" in der Liste "Programme" (oder suchen Sie ihn in Spotlight, indem Sie Befehl + Leertaste drücken und "Aktivitätsanzeige" eingeben).

  2. Wenn Ihnen eine bestimmte Anwendung verdächtig vorkommt, verwenden Sie das Suchfeld oben rechts, um nach dem Namen dieser Anwendung zu suchen. Möglicherweise stellen Sie fest, dass die fragliche Anwendung immer noch ausgeführt wird, obwohl Sie sie beendet haben.

  3. Um die Ausführung einer solchen Anwendung zu beenden, wählen Sie sie in der Liste der Aktivitätsüberwachung aus, klicken Sie auf das X-Symbol oben links in der Symbolleiste und wählen Sie Beenden erzwingen. Beachten Sie, dass dies die Malware nicht daran hindert, erneut zu starten – wie Sie sie entfernen können, erfahren Sie im nächsten Schritt.

  4. Wenn Sie keinen verdächtigen Anwendungsnamen haben, nach dem Sie suchen können, sortieren Sie Ihren Aktivitätsmonitor nach CPU, damit Sie sehen können, welche Anwendungen und Aufgaben einen Großteil der Ressourcen Ihres Macs beanspruchen. Notieren Sie sich die Details und Namen dieser verdächtigen Prozesse, bevor Sie sie beenden, indem Sie auf das X-Symbol klicken und "Sofort beenden" wählen.

  5. Prüfen Sie als Nächstes den Tab "Speicher", um zu sehen, ob irgendetwas besonders viel Speicher verbraucht.

  6. Prüfen Sie den Tab "Festplatte", um zu sehen, ob in der Spalte "Geschriebene Bytes" etwas auffällig ist.

  7. Überprüfen Sie den Tab "Netzwerk" und achten Sie besonders auf die Spalte "Gesendete Bytes".

  8. Wenn Sie eine Auswahl an Namen haben, die mit dem Gesuchten in Verbindung stehen könnten, suchen Sie diese mit Spotlight (Befehl + Leertaste) und entfernen Sie sie von Ihrem Mac.

3. Löschen Sie die Datei oder Anwendung und leeren Sie den Download-Ordner

Wenn Sie eine bestimmte Datei oder Anwendung verdächtigen, Ihren Mac infiziert zu haben, können Sie nach dem Namen dieses Programms suchen und die Datei dauerhaft löschen, indem Sie sie in den Papierkorb ziehen und dann den Papierkorb leeren.

Sie sollten auch den Ordner "Downloads" leeren und alles darin löschen: Ziehen Sie alles in den Papierkorb, und leeren Sie dann den Papierkorb. Allerdings ist es selten so einfach: Die meisten Malware-Autoren verschleiern ihren Code so, dass er nicht offensichtliche Namen verwendet, was es fast unmöglich macht, ihn auf diese Weise zu entdecken.

4. Löschen Sie Ihren Cache

Sie sollten auch den Cache Ihres Browsers leeren. In Safari können Sie dies tun, indem Sie auf "Safari > Verlauf löschen" klicken und dann in der Dropdown-Liste die Option "Gesamten Verlauf" auswählen. Klicken Sie anschließend auf die Schaltfläche "Verlauf löschen".

In Google Chrome können Sie dies tun, indem Sie auf "Chrome > Browserdaten löschen" klicken und dann in der Dropdown-Liste Zeitbereich die Option "Alle Zeiträume" auswählen. Klicken Sie dann auf "Daten löschen".

Es lohnt sich auch, den Cache Ihrer Anwendung zu löschen, obwohl dies noch mehr Probleme verursachen könnte.

5. Aus dem Backup wiederherstellen

Wenn keine der oben genannten Maßnahmen funktioniert hat, was leider sehr wahrscheinlich ist, können Sie versuchen, den Computer von einem Backup wiederherzustellen, das Sie etwa mit Time Machine erstellt haben – aber aus der Zeit, bevor Sie sich den Virus geangelt haben.

Achten Sie nach dem Wiederherstellen des Backups darauf, dass Sie beim Neustart keine Wechseldatenträger wie USB-Sticks anschließen, die Sie früher angeschlossen hatten, als Ihr Computer infiziert war, und öffnen Sie auf keinen Fall dieselbe fragwürdige E-Mail, Datei oder Anwendung.

6. Löschen Sie Ihren Mac und installieren Sie macOS neu

Manchmal ist die einzige Möglichkeit, um sicher zu sein, dass Sie die Infektion wieder loswerden, Ihren Mac zu löschen, um ihn auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen und dann macOS und alle Ihre Anwendungen von Grund auf neu zu installieren. Wenn Sie Ihren Mac auf die Werkseinstellungen zurücksetzen, sollte der Virus entfernt werden.

Dies ist jedoch eine ziemlich drastische Lösung, und wir halten es für besser, einen Virenscanner zu verwenden.

Was ist zu tun, wenn Ihr Mac einen Virus hat?

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen gibt es noch andere Tricks zum Schutz vor Mac-Malware – vor und nach der Entfernung des Virus.

1. Bleiben Sie offline

Solange Sie glauben, dass Sie infiziert sind, sollten Sie so weit wie möglich offline bleiben. Versuchen Sie, Ihre Internetverbindung zu deaktivieren, indem Sie entweder auf das Wi-Fi-Symbol im Menü klicken und "Wi-Fi ausschalten" wählen oder das Ethernet-Kabel abziehen, wenn Sie ein kabelgebundenes Netzwerk verwenden.

Wenn möglich, lassen Sie Ihre Internetverbindung ausgeschaltet, bis Sie sicher sind, dass die Infektion beseitigt wurde. So verhindern Sie, dass noch mehr Ihrer Daten an einen Malware-Server gesendet werden. (Wenn Sie Bereinigungstools herunterladen müssen, ist dies natürlich nicht möglich).

2. Verwenden Sie den gesicherten Modus

Starten Sie Ihren Mac im gesicherten Modus  – dies sollte zumindest verhindern, dass die Malware beim Starten geladen wird.

3. Verwenden Sie keine Passwörter – und ändern Sie sie so bald wie möglich

Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie einen Virus haben, sollten Sie keine Passwörter oder Anmeldedaten eingeben, falls ein versteckter Keylogger läuft. Dies ist eine sehr häufige Komponente bei Malware.

Achten Sie darauf, dass viele Keylogger-basierte Malware oder Viren auch regelmäßig heimlich Screenshots erstellen. Achten Sie also darauf, dass Sie keine Passwörter preisgeben, indem Sie z. B. ein Dokument kopieren und einfügen oder auf das Feld "Passwort anzeigen" klicken, das manchmal in Dialogfeldern erscheint.

Sobald Sie frei von dem Virus sind, sollten Sie alle Ihre Passwörter ändern, und zwar wirklich alle – einschließlich der Passwörter für Websites, Cloud-Dienste, Apps und so weiter.

4. Bank- und Kreditkarten sperren

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Geld für die Schadsoftware bezahlt haben – zum Beispiel für eine scheinbar legitime Antiviren-App -, sollten Sie sich sofort an Ihr Kreditkartenunternehmen oder Ihre Bank wenden und die Situation erklären. Dabei geht es weniger darum, eine Rückerstattung zu erhalten, auch wenn das möglich ist. Es geht vielmehr darum, sicherzustellen, dass Ihre Kreditkartendaten nicht anderweitig verwendet werden.

Auch wenn kein Geld den Besitzer gewechselt hat, sollten Sie Ihre Bank oder Ihr Finanzinstitut über die Infektion informieren und deren Rat einholen, wie Sie weiter vorgehen sollen. Oft wird zumindest ein Vermerk auf Ihrem Konto angebracht, damit die Mitarbeiter besonders wachsam sind, falls jemand in Zukunft versucht, auf Ihr Konto zuzugreifen.

Wie Sie verhindern, dass Malware auf Ihren Mac gelangt

Malware oder Viren gelangen in der Regel auf verschiedene Weise auf Ihren Computer, wie unten aufgeführt. Sie können feststellen, ob Sie eine Infektion haben, indem Sie prüfen, ob Sie in letzter Zeit einen dieser Schritte unternommen haben:

1. Vermeiden Sie das Herunterladen von bösartiger Software

Apple verfügt über integrierte Schutzmechanismen, die verhindern sollen, dass Sie derartige Programme installieren. Das Unternehmen erlaubt Ihnen zum Beispiel nicht, Software zu installieren, die nicht von einem registrierten Entwickler stammt, ohne vorher einige Hürden zu überwinden. Wenn Sie versuchen, eine solche Anwendung zu öffnen, wird eine Warnung angezeigt, dass die Anwendung von einem nicht identifizierten Entwickler stammt. Natürlich handelt es sich dabei nicht immer um Malware, sodass es in der Regel möglich ist, solche Software zu öffnen, aber Sie müssen dazu einige Änderungen an Ihren Einstellungen vornehmen .

Es gibt auch Schutzmechanismen, etwa die Gatekeeper-Technologie von macOS , die jede bösartige Software erkennen und Sie daran hindern sollte, sie zu installieren – solange sie nicht sehr neu ist (es kann ein paar Tage oder Wochen dauern, bis Apple sich mit neuer Malware befasst). Sollte macOS eine bösartige Anwendung erkennen, wird es Sie darüber informieren und Sie auffordern, sie in den Papierkorb zu verschieben.

Es kann aber auch sein, dass die Schadsoftware wie eine legitime Software aussieht, wie ein Virenscanner, den Sie in Panik heruntergeladen und installiert haben, nachdem Sie geglaubt hatten, infiziert zu sein. Suchen Sie nach unabhängigen Bewertungen von Anwendungen oder fragen Sie nach persönlichen Empfehlungen von anderen, um das Herunterladen dieser Art von Programmen zu vermeiden. Diese Art von Malware kann von Ihnen selbst heruntergeladen werden, oder sie kommt per E-Mail oder vielleicht sogar per Sofortnachricht. Vertrauen Sie aber nicht zu naiv darauf, dass Apple Ihnen schon den Rücken freihalten wird. Es gibt immer noch Möglichkeiten, Sie mit bösartiger Software zu täuschen und sie zu installieren.

2. Passen Sie bei gefälschten Dateien auf

Manchmal sind Schadprogramme oder Viren als Bilddateien, Textverarbeitungs- oder PDF-Dokumente getarnt, die Sie öffnen, ohne zu wissen, worum es sich handelt, oder die Sie aus Neugierde öffnen, z. B. wenn Sie eine seltsame neue Datei auf Ihrem Desktop finden. (Top-Tipp: Öffnen Sie KEINE Dateien, die plötzlich auftauchen, wenn Sie nicht wissen, welcher Art die sind!)

Die Technik der Malware-Entwickler besteht hier einfach darin, der Malware eine gefälschte Dateierweiterung zu geben. Die meisten von uns durchschauen das sofort, aber es ist erstaunlich, wie effektiv dies als Angriffsvektor sein kann. Diese Art von Dateien werden oft über mysteriöse E-Mails von Kollegen verschickt, bei denen man später feststellt, dass ihre E-Mails gehackt wurden.

3. Achten Sie auf Malware, die über legitime Dateien eingeschleust wird

Malware kann über einen Fehler oder eine Sicherheitslücke in Ihrem Browser oder einer anderen Software, etwa Ihrem Textverarbeitungsprogramm oder PDF-Viewer, auf Ihr System gelangen. In einem solchen Fall enthält ein ansonsten normales Dokument oder eine Webseite, die Sie öffnen, versteckte Malware, die dann unbemerkt ausgeführt wird oder eine Lücke in Ihrem System für weitere Angriffe öffnet.

4. Vermeiden Sie gefälschte Updates oder Systemtools

Malware sieht in der Regel wie ein legitimes Update aus. In der Regel wird dies über ein gefälschtes Warndialogfeld angeboten, während Sie im Internet surfen. Gefälschte Updates für das Browser-Plugin Adobe Flash Player oder gefälschte Antiviren-/Systemoptimierungsanwendungen sind besonders beliebte Angriffsmethoden. Beachten Sie, dass Adobe den Support für Adobe Flash am 31. Dezember 2020 eingestellt hat. Wenn Sie also aufgefordert werden, den Flash Player herunterzuladen, tun Sie es nicht!

5. Akzeptieren Sie keine gefälschte technische Hilfe

Wenn Sie aus heiterem Himmel von Apple oder Microsoft, vielleicht sogar von der Telekom angerufen werden und man Ihnen mitteilt, dass man glaubt, Ihr Computer sei infiziert, und Ihnen anbietet, Sie durch einige Schritte zu führen, um den Schaden rückgängig zu machen, lassen Sie sich nicht darauf ein! Diese betrügerischen Anrufe dienen nur dazu, Ihnen Malware unterzujubeln, die etwa Ihre Dateien verschlüsselt – Freischaltung dann nur gegen Lösegeldzahlung. Und darauf sollte Sie grundsätzlich nicht eingehen.

Macwelt Marktplatz

2668327