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So funktioniert die Touch Bar im Detail

30.10.2016 | 11:41 Uhr |

Apples veröffentlicht in den Entwickler-Dokumenten einige interessante Hintergrundinformationen zur neuen Touch Bar.

Apple hat sich für die Präsentation seiner Touch Bar viel Zeit genommen und offensichtlich schon viel Entwicklungsarbeit in die neue Technologie investiert. So hat Apple einige klare Vorstellungen, wie Entwickler die neue Eingabefunktion am besten einsetzen sollen - beispielsweise keinesfalls etwa als Zusatzbildschirm.

Zum Aufbau

Genau genommen ist ja die neue Touch Bar ein schmales Retina-Display, das links neben dem Touch-ID-Sensor zu finden ist. Die Auflösung beträgt 2170 x 60 Pixel, es gibt drei abgetrennte Bereiche: Links findet sich der schmale Bereich „System button“ , der beispielsweise den „Cancel“-Button oder eine Bestätigen-Taste anzeigt. In der Mitte ist die „App region“ als größter Bereich mit 1370 Pixeln Breite. Hier werden die eigentlichen App-Symbole, Vorschaubilder und Kontrollen einer App angezeigt. Rechts befindet sich dann der vom Macbook-Nutzer konfigurierbare 600 Pixel breite „Control Strip“. Hier kann der Nutzer Systemfunktionen ablegen, beispielsweise einen Siri-Button und Lautstärke-Regler. Diesen Control Strip kann der Nutzer ausblenden, ein App-Entwickler muss aber von einem eingeblendeten Kontrollfeld ausgehen.

Die Touch Bar lässt sich im Rahmen der Vorgaben frei konfigurieren
Vergrößern Die Touch Bar lässt sich im Rahmen der Vorgaben frei konfigurieren

Ein typisches Layout wären etwa acht gleich große Tasten oder drei Kontroll-Tasten und zwei große Tasten. Als Schrift kommt die Systemschrift San Francisco zum Einsatz, die nebenbei auch zur Beschriftung der Tastatur passt. Unter 75 vorgegebenen Buttons kann ein Entwickler auswählen oder eigene ergänzen. Zur Verfügung stehen außerdem Button, Auswahllisten (etwa bei Quicktype), per Popover-Funktion kann man ganze Zeichensätze oder Farbpaletten auswählen.

Tipps zur Nutzung

Apple gibt Entwicklern eine ganze Liste an Hinweisen , wie man die Touch Bar sinnvoll einsetzt: So soll sie nicht als Display dienen, sondern Tastatur und Trackpad ergänzen. Man darf nicht vergessen, dass man Trackpad und Touch Bar auch gleichzeitig nutzen kann.

Sie sei ausdrücklich als Eingabegerät gedacht, nicht als zweites Display. Fokus des Nutzers solle weiter auf dem Hauptbildschirm liegen, er soll nur kurz auf die Leiste blicken und eine Funktion auswählen. Darum solle sie auch keine Meldungen oder Inhalte anzeigen. Gedacht ist sie für den Aufruf einzelner Funktionen, die sofort durchgeführt werden können. Ersetzen soll sie aber auch keine gängigen Tastenbefehle wie Copy-and-paste, Sichern, Drucken oder Blättern.

Die neue Version von Final Cut nutzt die Touch Bar bereits
Vergrößern Die neue Version von Final Cut nutzt die Touch Bar bereits

Funktionen nur auf die Touch Bar zu legen, wird nicht empfohlen. Gäbe es doch genug Geräte ohne Touch Bar und man müsse die App auch ohne die neue Touch Bar problemlos nutzen können. Gleichzeitig sollen die Funktionen sich aber auch nicht im Programm widerspiegeln. Die Position eines Buttons soll sich außerdem nicht ständig ändern, weil dies Nutzer besonders frustriere.

Ist eine App im Vollbildmodus, kann die Leiste sinnvolle Zusatzfunktionen anzeigen, beim Quicktime Player beispielsweise die Bedienfunktionen.

Gesten stehen nur begrenzt zur Verfügung. Bei der Bedienung kann man auf Antippen, Antippen und gedrückt halten und eine horizontale Streichbewegung zurückgreifen. Multitouch-Gesten, etwa mit zwei Fingern zusammenziehen, werden unterstützt sind aber mangels Platz wenig komfortabel und sollten wenig verwendet werden.

Unterstützt wird die Touchbar bisher nur von Apple-Programmen und ausgewählten Apps. Zu sehen waren bei der Keynote ja Photoshop, djay Pro und Final Cut Pro, aber auch Microsoft Office soll unterstützt werden.

Fazit

Apple hat in die Entwicklung der Touch Bar offensichtlich viel Zeit und Mühe investiert. Ob die Entwickler sie aber auch annehmen und sinnvoll einsetzen, müssen die nächsten Monaten zeigen. Es wäre eigentlich schade, wenn die komplexe und teure Sonder-Leiste vom Nutzer nur für Funktionen wie Lautstärkeregelung und Display-Helligkeit verwendet würde.

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