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So überwachen Sie Ihren Schlaf mit der Apple Watch und watchOS 7

18.09.2020 | 14:01 Uhr | Halyna Kubiv

Ab watchOS 7 ist eine automatische Schlafüberwachung mit der Apple Watch möglich. Diese funktioniert etwas anders als der Rest.

Seit fünf Jahren auf dem Markt hatte die Apple Watch gegenüber seiner (teils billigeren) Konkurrenz einen bedeutenden Nachteil: Die Smartwatch von Apple konnte nicht den Schlaf des Nutzers überwachen und auswerten. Ab watchOS 7 ist dieses Versäumnis ausgebügelt.

Wer bereits die Schlafüberwachung mit Fitbit oder einer Dritt-App auf der Apple Watch ausprobiert hat, wird dennoch überrascht sein. Apple hat sein eigenes Konzept vorgestellt, wie eine Schlafüberwachung aussehen soll. Dabei wird der Nutzer nicht mit den unterschiedlichen Schlafphasen konfrontiert, wie dies bei den üblichen Schlaf-Apps der Fall ist, die Health-App zeigt lediglich an, wie viel Zeit der Nutzer im Bett verbracht hat und wie viel davon er geschlafen hat. Laut Apple sind die einzelnen Schlafphasen in der Nacht für die Qualität nicht so wichtig wie die Dauer, und eben auf die Dauer kommt es bei den Auswertungen und beim Wohlbefinden an.

Zusätzlich zu der Schlafüberwachung berücksichtigt Apple mit watchOS 7 die Aspekte drum herum, sodass der Nutzer sich auf den Schlaf vorbereiten kann.

Die Einstellung der Schlafüberwachung funktioniert auf der Apple Watch oder auf dem iPhone recht schnell:

Ähnlich wie noch in iOS 13 muss man seine gewünschten Schlafenszeiten eingeben. Dies geschieht in der Health-App im Bereich "Schlaf".

Die Schlafüberwachung ist in knapp acht Schritten eingerichtet.
Vergrößern Die Schlafüberwachung ist in knapp acht Schritten eingerichtet.

Beim nächsten Screen kann der Nutzer seine Vorgaben bei der Schlafenszeit einstellen. Wir haben hier ein utopisches Ziel von acht Stunden gesetzt. Danach kann man einstellen, ab wann die Schlafenszeit beginnt und wann sie endet. Hier gleich kann man den automatischen Wecker anpassen.  Diese Zeiten sind nicht nur für den Nutzer, sondern auch für die Geräte ausschlaggebend: Das iPhone wird in den sogenannten Schlafmodus geschaltet. Der Sperrbildschirm wird auf das Nötigste reduziert und "Nicht stören" aktiviert.

Neben den Schlafenszeiten kann sich der Nutzer die ganze Abendroutine einrichten, um sich auf den Schlaf vorzubereiten.
Vergrößern Neben den Schlafenszeiten kann sich der Nutzer die ganze Abendroutine einrichten, um sich auf den Schlaf vorzubereiten.

Zusätzlich zum Schlafmodus und Wecker definiert das System "Entspannung", was wohl besser mit dem Begriff "Nachtruhe" beschrieben wird: Der Nutzer kann eine Zeit vor dem eigentlichen Ins-Bett-Gehen festlegen, währenddessen er sich auf den Schlaf einstellen kann. Das iPhone kann die Beleuchtung im Haus anpassen, passende Musik abspielen, eine Meditations-App starten oder in der Bücher-App das aktuelle Buch aufschlagen. Dies alles funktioniert über Siri Kurzbefehle, man kann sich so ein ganzes Ritual aufbauen.
Auf der Apple Watch gibt es noch eine zusätzliche Einstellung. Man kann sich nämlich erinnern lassen, die Apple Watch eine Stunde vor dem Schlafengehen aufzuladen, falls der Akkustand unter 30 Prozent fällt.

Apple Watch kann noch an eigenes Aufladen erinnern.
Vergrößern Apple Watch kann noch an eigenes Aufladen erinnern.

Fazit: In der Home-Office-Realität selbst ohne Akkulaufzeiten von 24 Stunden funktioniert die Schlafüberwachung erstaunlich gut: Ich habe nur einmal vergessen, die Uhr vor dem Schlafen anzulegen, bzw. war nach dem Wandern so müde, dass ich nicht mehr aus dem Bett aufstehen wollte. Einzig, bei der "Entspannung" muss man sich gewöhnen, dass man langsam alle Twitter-Feeds und Youtube-Videos schließen muss und mal zur Abwechslung ein Buch lesen soll: Die Bücher-App ist glücklicherweise nicht für auffallende Animationen bekannt, Klassiker gibt es sogar kostenlos und nach einigen Minuten Lesen schläft sich besser als nach der Aufregung, weil jemand im Internet wieder Unrecht hat.

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