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"Sonstiges" am Mac löschen – so geht's

25.01.2021 | 10:45 Uhr | Bastian Gruber

Was es mit der Speicherkategorie auf sich hat und wie Sie Dateien aufspüren und löschen können.

Trotz großzügiger Speicher in der Cloud scheint der Mac noch immer sehr schnell an Speicherplatz zu verlieren. Anders als unter iOS passiert dies durch die andere Nutzung eines Macs (Dateien herunterladen, komplexere Anwendungen, tägliches Arbeiten mit dem Mac etc.) recht zügig.

Eine Ansicht des belegten Speichers befindet sich schon lange unter "Apfelmenü > Über diesen Mac > Speicherplatz". Relativ neu ist die Möglichkeit, den Speicher direkt zu verwalten. Ein Klick auf die Schaltfläche ruft eine Ansicht hervor, die Dateien in Kategorien gruppiert. Von hier kann der Benutzer gezielt Speicherplatz freischaufeln.

Die Festplattenansicht ist die erste Anlaufstelle um ihren Mac aufzuräumen
Vergrößern Die Festplattenansicht ist die erste Anlaufstelle um ihren Mac aufzuräumen

Eine Kategorie, die es von iOS zu macOS geschafft hat ist "Sonstiges". Dieser Name summiert alle Dateien, die nicht unter einer diesen Gruppen fallen:

  • App Container (Anwendungen die in der Sandbox laufen)

  • Caches

  • Sicherungsdateien

  • Temporäre Dateien

  • Anwendungs-Erweiterungen

In gewohnter Apple-Manier geht macOS nicht direkt auf Einzelheiten ein. Sprich, es ist schwer für den Nutzer, die genaue Einteilung dieser Kategorie zu sehen und wo die großen Dateien lagern. Hinter der Kategorie können sich unbrauchbare Speicherfresser befinden, jedoch hat es meist mit Programmdateien zu tun, die macOS und Dritthersteller benötigen, um Anwendungen schneller zu starten und Bedürfnisse des Nutzers zu speichern.

Beliebte Speicherfresser, die sich hinter der „Sonstige“-Kategorie verstecken können:

  • E-Mail Anhänge wie PDF-Dateien und Videos, die das Programm Mail lokal gespeichert hat

  • Anwendungsdateien von Microsoft oder Adobe

  • Cache-Dateien, die Anwendungen und das Betriebssystem benötigen, um Einstellungen lokal zu speichern

  • App Container – Anwendungen vom App Store, die Dateien dort hinterlegen

  • Schriftarten, die vom Nutzer nachträglich zum System hinzugefügt wurden

All die Stellen können vermeintliche, nicht mehr genutzte Dateien enthalten. Vor allem Mail-Anhänge werden wohl nicht lokal benötigt, oder alte Anwendungen, die der Nutzer schon längst nicht mehr benötigt, können noch auf der Festplatte liegen.

Auf der Suche nach "Sonstigen"-Dateien

Etwas macOS-Grundwissen hilft uns hier weiter: Alle Dateien zu einem Nutzer speichert das Betriebssystem in dem Library-Ordner im jeweiligen Benutzerverzeichnis. Dieses ist standardmäßig versteckt im Finder. Wenn Sie in der gerade eben geöffneten Speicherübersicht auf die Schaltfläche „Verwalten…“ klicken, öffnet sich eine detaillierte Speicheransicht.

Die „Empfehlungen“ liefern eine erste Anlaufstelle zum Aufräumen des Systems.
Vergrößern Die „Empfehlungen“ liefern eine erste Anlaufstelle zum Aufräumen des Systems.

Hier können wir auf der linken Seite die Kategorie „Sonstige“ mit der belegten Speichergröße sehen. Der Nachteil, die Schaltfläche lässt sich nicht anklicken. Wir gehen also von Hand vor, vollgepackt mit dem Wissen welche Dateien wir suchen (Caches, Container, Sicherungsdateien etc.).

Ein Klick auf „Dokumente“ in der linken Leiste öffnet eine komplexere Ansicht. Diese beherbergt verschiedene Reiter, die uns helfen können, große Dateien zu bereinigen. Standardmäßig zeigt die Ansicht die größten Dateien auf der Festplatte an. Dies ist ein erster Anlaufpunkt um vielleicht Duplikate oder nicht mehr benötigte Dateien zu löschen.

Die Ansicht unter „Dokumente“ liefert verschiedene Reiter zur Inspektion von Dateien.
Vergrößern Die Ansicht unter „Dokumente“ liefert verschiedene Reiter zur Inspektion von Dateien.

Wir gehen jedoch tiefer, und wählen die Ansicht „Dateiübersicht“ aus. Diese zeigt uns eine Finder-artige Übersicht der Festplatte, und wir können frei durch die Ordnerstrukturen navigieren. Der Vorteil hierbei: Die Speichergröße der Ordner wird direkt neben den Namen angezeigt.

Der Reiter „Dateiübersicht“ zeigt die Finder-Ansicht mitsamt Ordnergröße an.
Vergrößern Der Reiter „Dateiübersicht“ zeigt die Finder-Ansicht mitsamt Ordnergröße an.

Nach der ersten Recherche haben wir in unserem Beispiel den Ordner „Outlook“ im „Group Containers“ Ordner gelöscht. Outlook war quasi nicht im Einsatz auf dem Testgerät und hat dennoch fast 2 GB in Anspruch genommen. Nach dem Löschen ist unser „Sonstige“ Speicher geschrumpft.

Der Speicherplatz „Sonstige“ ist nach dem Löschen des Outlook-Ordners geschrumpft.
Vergrößern Der Speicherplatz „Sonstige“ ist nach dem Löschen des Outlook-Ordners geschrumpft.

Eine Stufe tiefer – Expertensuche

Die eben gezeigte Speicheransicht in den System-Informationen ist eine willkommene Erweiterung. Jedoch kann es sehr mühselig sein alle Ordner von Hand zu durchlaufen. Auf den ersten Blick komplizierter ist die Verwendung des in macOS eingebauten Terminals. Das Terminal bietet Ihnen Zugriff auf Systembefehle, die auch der Finder hinter den Kulissen ausführt. Er bereitet die Ergebnisse jedoch für den Anwender einfach und weniger komplex auf.

Öffnen Sie die Spotlight-Suche und tippen Sie „Terminal“ in das Suchfenster. Mit der Eingabetaste bestätigen Sie die Auswahl der App und ein neues Programmfenster öffnet sich. Hier geben Sie den folgenden Befehl ein und bestätigen mit der Eingabetaste:

du -k . | awk '$1 > 500000' | sort -nr

Dieses Kommando sucht jetzt im Hintergrund alle Ordner, die größer als 500 MB einnehmen. Diese können Ihnen als Anlaufstelle dienen, um dort genauer nachzusehen, was es damit auf sich hat.

Sie können jetzt entweder mit dem nachfolgenden Befehl den gewünschten Ordner direkt öffnen:

open ~/Pfad/ZumOrdner (open ~/Library/Caches zum Beispiel)

Oder via den Befehl unten im Terminal bleiben und in den Ordner navigieren.

cd ~/Pfad/Zum/Ordner/

Dort können Sie jetzt direkt nach großen Dateien suchen:

find -x . -type f -size +5M

Der Befehl listet alle Dateien die größer als 5 MB groß sind. Sie können anstatt der „5“ auch „100“ oder eine andere Größe Ihrer Wahl angeben.

Mit der Vorgehensweise über das Terminal sind Sie flexibler und haben immer volle Kontrolle, wo Sie suchen wollen. Anstatt nur im Nutzerordner können Sie auch Systemordner durchsuchen. Einfach anstatt der Tilde „~“ einen anderen Pfad angeben, zum Beispiel:

cd /Library/Caches

Damit navigieren Sie in den System-Bibliotheksordner und können dort auch aufräumen. Löschen Sie Dateien aber nur nach einer erneuten Suche im Internet, was es damit auf sich haben könnte. Bestimmte Dateien werden vom System benötigt und können nicht weg rationalisiert werden.

Eine Alternative: Hilfsprogramme

Anstatt händisch durch Ordner zu klicken, können Sie die Aufgabe auch anderen Anwendungen ausführen lassen. Eine beliebte Anwendung ist „ Daisy Disk “, die es kostenpflichtig im App Store gibt. Diese zeigt mit farbenfrohen Graphen, wo sich die größten Speicherfresser verstecken, und kann diese auch direkt löschen.

Daisy Disk kann auch den Mac bereinigen
Vergrößern Daisy Disk kann auch den Mac bereinigen

Ein Vorteil: Nicht nur festverbaute Festplatte lassen sich damit durchsuchen, Daisy Disk kann auch angeschlossene Laufwerke analysieren und bereinigen.

Eine Alternative zu Daisy Disk ist CleanMyMac X des Entwicklers MacPaws. Das Programm kann ebenfalls große Dateien aufspüren und nicht benötigte Caches löschen.

CleanMyMac herunterladen

Fazit

Was auf den ersten Blick wie sinnlos verschwendeter Speicherbedarf aussieht, ist auf den zweiten Blick manchmal benötigter Platz für das Betriebssystem um Caches und andere Bibliotheken zu lagern. Die Kategorie „Sonstige“ könnte etwas besser von Apple ausgewiesen werden, und vielleicht sogar erlauben, die darunter gruppierten Dateien zu durchleuchten.

Jedoch ist es schnell passiert, dass größere Caches gelöscht werden, sodass Anwendungen wieder Benutzereinstellungen anlegen müssen. Auf den ersten Blick hat der Nutzer so Speicherplatz gewonnen, dieser ist jedoch nach ein paar Tagen wieder aufgebraucht. Nichtsdestotrotz kann die Kategorie Anreiz sein, sich seinen Mac genauer unter die Lupe zu nehmen und Müll zu finden, den man sonst übersehen hätte.

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