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Sport treiben auch zuhause – mit Apple Watch oder iPhone

20.04.2020 | 15:25 Uhr | Halyna Kubiv

Sport - gerade jetzt so wichtig für das Immunsystem. In Bayern darf man mittlerweile wieder mit einer Kontaktperson außerhalb des Hausstandes auf die Strecke. Aber auch innerhalb der Schutz bietenden vier Wände ist Bewegung möglich.

Erste Lockerungen hinsichtlich Ausgangsbeschränkungen: In Bayern machen Bau- und Gartenmärkte wieder auf und in den meisten anderen Bundesländern allgemein Geschäfte mit Verkaufsflächen unter 800 Quadratmetern. Eine Stadt wie Jena hat zuletzt gute Erfahrungen mit Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gemacht, Sachsen schreibt Bedeckungen für Mund in der Nase in der Öffentlichkeit nun vor, Bayern wird in der kommenden Woche nachziehen. Das gilt nicht unbedingt für den Sport unter freiem Himmel, Jogger und Radler sollten aber im Interesse ihrer Mitbürger Abstand zu diesen halten und mit ausreichend Abstand überholen. Fitnessstudios und Schwimmbäder bleiben geschlossen.

Daheim hat man die Probleme weniger, Maske beim Sport überflüssig, Abstandsregeln nicht relevant. Die Zeit der Ausgangsbeschränkungen sollen ja keine Ausrede geben, es sich auf dem Sofa bequem zu machen und das eigene klägliche Dasein zu beweinen – ganz im Gegenteil, denn Sport stärkt das Immunsystem . Das Ende der Quarantäne kommt bestimmt und der Sommer schickt gerade in diesen Tagen eine Demoversion seiner selbst und lässt wieder vom Strand träumen.

Gerade jetzt spart man bei der Arbeit im Home Office jede Menge an Zeit, die man sonst mit Pendeln verbracht hätte und Fitness und Figur etwas richtig Gutes antun und bis zu Beginn der Badesaison ein bisschen mehr Muskeln an- oder ein bisschen Fett abtrainieren. Vorher sei vermerkt, auch jetzt gilt die Regel: Man darf trainieren, wenn man zu 100 Prozent sicher ist, dass man keine Erkältung, Grippe oder Schlimmeres hat. Ansonsten muss man das Training bis zur kompletten Genesung verschieben.

Das Training zu Hause hat naturgemäß ein paar Beschränkungen: Man hat nicht so viel Platz wie im Studio, man hat auch nicht  Ausrüstung wie Hanteln, Stangen oder gar Geräte wie im Fitnessstudio zur Verfügung. In vielen  Großstadtwohnungen stellt sich ein zusätzliches Problem, man will auch nach den Schließungen der Sportplätze die Nachbarn von unten noch ohne Gewissensbisse grüßen können, das Training soll also möglichst ohne Sprünge auskommen. Aber selbst mit diesen Begrenzungen gibt es nach wie vor eine Riesenauswahl an Apps, Videos und anderen Angeboten, die zu mehr Bewegung in eigenen vier Wänden verleiten.

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Digitales Angebot des Fitnessstudios nutzen

Jeder Anbieter regelt die Schließungen anders, manche bieten einen kostenlosen Monat oder zusätzliche Leistungen wie Personal Training an. Zwei der großen Ketten, bei denen wir recherchiert haben, bieten ihren Kunden an, auf ein digitales Fitnessstudio umzusteigen. Fitness First bietet beispielsweise den eigenen Abonnenten den kostenlosen Zugang zur Online-Plattform My Fitness Video . Mithilfe einer App "New Moove App" kann man sich persönliche Trainingspläne zusammenstellen und ohne Geräte trainieren, alternativ weist Fitness First noch auf die Angebote von Les Mill hin, nicht alle davon kommen jedoch ohne Geräte aus.

Auch McFit bietet einen digitalen Ausweg bei den aktuellen Schließungen. Jeder Kunde bekommt in der Zeit einen Monat Premium-Zugang zu der App Cyberobics geschenkt. Die App bietet neben den üblichen Workouts "aus der Dose" auch Live-Trainings mit echten Trainern an, mit dem einzigen unterschied: Der Trainer gibt die Anweisungen nicht in Persona, sondern auf einem iPhone-Bildschirm. Die Kurse beachten die Arbeitszeiten selbst im Home Office: Die meisten finden nach 17 Uhr statt. So kann ein digitales Fitnessstudio funktionieren!

Auch abseits von den Angeboten geknüpft an die Fitnessstudios finden sich im Netz genügend Angebote mit den Videoanleitungen und/oder Apps, die Workouts zu Hause anbieten. Eine große Mediathek bietet beispielsweise Gymondo , der Dienst ist dann nicht mehr kostenlos, die Preise starten von knapp 6 Euro pro Monat bei einem Einjahres-Abo bis knapp 11 Euro pro Monat bei einem Abo von drei Monaten. Immerhin bietet das Studio seinen Service für sieben Tage kostenlos an.

Apps für die Apple Watch und iPhone nutzen

Abgesehen von den vorgeschlagenen Auswegen direkt im Fitnessstudio gibt es im App Store Fitness-Apps noch und nöcher, für jeden Geschmack und jeden Trainingsgrad.

Für diejenigen, die langsam starten wollen, gibt es eine App, die sich insbesondere auf Rückentraining konzentriert, ist doch Rückenleiden fast schon eine Berufskrankheit eines durchschnittlichen Büromenschen. Kaia gegen Rückensmerzen basiert nicht auf Empfehlungen von dubiosen Youtube-Gurus, sondern wurde in der Zusammenarbeit mit den Ärzten im Klinikum rechts der Isar in München entwickelt. Die Trainings funktionieren nur per Abo, die Preise starten ab 35 Euro (Nutzung für drei Monate), für 250 Euro kann man sich selbst einen Personal Coach bestellen, freilich wohl digital. Einige Versicherungen wie Barmer schenken seinen Kunden das Abonnement für Kaia für ein Jahr. AOK hat mit Kaia für eine Studie mitgearbeitet, mittlerweile bietet die Krankenkasse eigenes Rückentraining an , das rund 15 Wochen dauert.

Asana Rebel wurde kurz auch im Buch "App Store Confidential" erwähnt: Die Macher aus Berlin wollten sich bei Yoga auf das Sport-Aspekt konzentrieren, daher bietet die App nicht nur klassische Yoga-Übungen, sondern Krafttrainings, klassisches Fitness und weiteres mehr. Wie auch bei Kaia zahlt man für den Zugang zu den Workouts im Abo. Die Preise beginnen ab rund 10 Euro für Rebel Pro und reichen bis zu knapp 90 Euro für Asana Rebel Pro.

Wer im Home Office nicht nur ein bisschen fit bleiben möchte, sondern gleich abnehmen oder Muskel aufbauen will, soll zu Freelitics greifen. Freelitics setzt auf High Intensity Interval Training, heißt so viel, die Übungen sind richtig fordernd, mit kurzen Verschnaufpausen. Das ist die richtige Wahl, wenn man richtig durchschwitzen will und möglichst viele Kalorien in möglichst kurzen Zeit verbrennen will. Dazu verspricht Freelitics noch personalisierte Trainingspläne, nach einem Nutzer-Feedback nach einer Woche passt die App die Übungen an sowie Sätze und Wiederholungen davon. Wie anderen Angebote ist die App an sich kostenlos, der Zugang zu den Trainings jedoch nur per Abo bezahlbar, dieses startet ab 35 Euro für ein dreimonatiges Abo.

Wer noch nicht ein Abo will, kann ein bestimmtes Training als Video kaufen. Im iTunes Store muss man lediglich nach "Sport", "Fitness" oder "Workout" suchen und dann als Filter "TV-Staffeln" auswählen. Das Angebot ist freilich nicht so breit wie bei Youtube, dafür sind die Videos dauerhaft in eigener Mediathek gespeichert, es gibt keine Werbung und die Trainer gleich zur Sache kommen, ohne noch zehn Minuten lange Motivationsrede halten zu wollen. Wer etwas spaßiger haben will, kann zu " Shape'n'Dance " von Detlef Soost greifen, die Workouts von Jillian Michaels sind ein guter Tipp für diejenigen, die Krafttrainings mit Intensivtrainings mischen wollen. Man kann das leicht unterschätzen, wenn man drei zierliche Frauen durch den Bildschirm hüpfen sieht, doch beim ersten Mal muss man das Training in der Mitte abbrechen, so anstrengend ist das. Wer explizit auf Bodybuilding setzt, findet auf Youtube mit Bodybuilding.com ein gutes Kanal mit fertigen Workouts und Ratgebern.

Motivation

Man startet ins Home Office mit allerlei guten Vorsätzend – mehr lesen, aufräumen etc. – doch wie immer kann es an der Ausführung scheitern. Die Apple Watch hat glücklicherweise eine Funktion, die zu mehr Ansporn verhelfen kann. Seit watchOS 5 gibt es Wettbewerbe mit den anderen Apple-Watch-Nutzern, wenn schon nicht eigene gute Vorsätze helfen, dann zumindest Neid auf Freunde und Kollegen. Auch Fitbit hat etwas Vergleichbares , indem man in der App seine Familie und Freunde herausfordern kann.

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