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Systemeinstellungen in macOS Monterey – das ist neu

14.06.2021 | 17:00 Uhr | Thomas Armbrüster

Einige der von Apple angekündigten Neuerungen für macOS Monterey findet man in den Systemeinstellungen.

In den Systemeinstellungen muss man manchmal genau hinschauen, um zu sehen, an welcher Stelle die Entwickler etwas geändert oder hinzugefügt haben. Wir haben macOS Big Sur und die aktuelle Betaversion von macOS Monterey miteinander verglichen und haben alles, soweit möglich, auch gleich ausprobiert. Dabei muss man berücksichtigen, dass sich das eine oder andere im Laufe der weiteren Entwicklung noch ändern kann. Zudem sind noch nicht alle Texte lokalisiert und Fenster und Fensterinhalte angepasst. Das Einzige, was wir noch nicht gefunden haben, sind die von Apple angekündigten Hello-Bildschirmhintergründe und Hello-Bildschirmschoner.

Menüleiste und Mitteilungen

In den Einstellungen für Dock & Menüleiste gibt es in macOS Monterey nun zwei Optionen für die Menüleiste: Die Einstellung „Menüleiste auf dem Schreibtisch automatisch ein- und ausblenden“ bewirkt wie bisher, dass sowohl im Finder als auch in den Programmen die Menüs nur dann zu sehen sind, wenn man den Mauszeiger in den Bereich der Menüleiste bewegt. Die zweite Option „Menüleiste im Vollbildmodus automatisch ein- und ausblenden“ sorgt dafür, dass wie bisher die Menüleiste im Vollbildmodus nicht zu sehen ist. Lässt man diese Einstellung deaktiviert, ist die Menüleiste im Vollbildmodus immer zu sehen, was bisher nicht möglich war. In den Einstellungen für das Kontrollzentrum wurde „Nicht stören“ durch „Fokus“ ersetzt. Die Vorgaben für den Fokus nimmt man dann in der Systemeinstellung „Mitteilungen“ in der neu hinzugekommenen Abteilung „Fokus“ vor. Hier lassen sich Situationen festlegen, in denen nur bestimmte Personen und Anwendungen Mitteilungen senden dürfen. Man kann beliebig viele Situationen erstellen und jeweils festlegen, ob diese für einen bestimmten Zeitraum oder für einen bestimmten Ort gelten sollen oder ob der Fokus dann aktiviert wird, wenn man ein bestimmtes Programm verwendet. Außerdem kann man eine Statusmeldung an Personen versenden lassen, die Mitteilungen schicken. Nicht geändert haben sich die Einstellungen für die Mitteilungen der Anwendungen.

Für verschiedene Situationen lässt sich mit der Fokus-Funktion festlegen, welche Personen und Apps Mitteilungen schicken dürfen.
Vergrößern Für verschiedene Situationen lässt sich mit der Fokus-Funktion festlegen, welche Personen und Apps Mitteilungen schicken dürfen.

Strom sparen und Übersetzungen

Die Systemeinstellung „Batterie“ hat auf einem mobilen Mac sowohl für die Batterie als auch für das Netzteil die Option „Stromsparmodus“ hinzubekommen. Ist sie aktiviert, wird der Stromverbrauch dadurch reduziert, dass die Leistung optimal an die jeweiligen Anforderungen angepasst wird. Und in der Systemeinstellung „Sprache & Region“ ist ein neuer Button „Sprachen zum Übersetzen“ zu finden. Nach dem Klick lassen sich Sprachdateien auf den Mac herunterladen, um markierten Text offline zu übersetzen, wenn man dies so in der Systemeinstellung aktiviert hat. Ohne geladene Sprachdateien benötigt der Mac zum Übersetzen eine Online-Verbindung. Den Befehl, um einen markierten Text in einem Programm zu übersetzen, findet man jeweils im Kontextmenü. Die Übersetzung, die momentan zwölf Sprachen umfasst, steht momentan unter anderem in Safari, Mail, Notizen, Erinnerungen, Kontakte, Textedit und im Finder zur Verfügung, sowie in Anwendungen, die ebenfalls Apples Textfunktionen verwenden, wie beispielsweise Nisus Writer Pro.

In macOS Monterey lassen sich Texte nicht nur online, sondern auch offline übersetzen, wenn man die Sprachdateien auf den Mac lädt.
Vergrößern In macOS Monterey lassen sich Texte nicht nur online, sondern auch offline übersetzen, wenn man die Sprachdateien auf den Mac lädt.

Passwörter verwalten

Ganz neu ist die Systemeinstellung „Passwörter“. Hier kann man Webadressen sowie die zugehörigen Nutzernamen und Passwörter verwalten. Diese Systemeinstellung ist identisch mit der Abteilung „Passwörter“ in den Einstellungen von Safari, die ebenfalls neu gestaltet wurde. Ein besonderes Highlight ist die Möglichkeit, hier die sechsstelligen Bestätigungscodes für die Zwei-Faktor-Autorisierung zu generieren, für den man bisher meist ein separates OTPT-Programm auf dem iPhone verwendet. Nach einem Klick auf „Bearbeiten“ öffnet sich ein Fenster, in dem man nicht nur das Passwort auf der Webseite ändern, sondern auch nach einem Klick auf „Konfigurationsschlüssel eingeben“ den von der betreffenden Webseite erstellen Schlüssel einsetzen kann. Wie das funktioniert, ist von Webanbieter zu Webanbieter unterschiedlich. Bei Amazon klickt man beispielsweise den von Amazon generierten QR-Code mit einem Sekundärklick an und wählt im Kontextmenü „Bestätigungscode konfigurieren“ aus. Bei Dropbox fehlt der Befehl im Menü. Man lässt sich dort den Code anzeigen, kopiert ihn und fügt ihn in das Eingabefeld ein. Zukünftig wird dann der sechsstellige Einmalcode direkt auf dem Mac von Safari generiert und automatisch in das betreffende Feld auf der Webseite eingetragen.

Den sechsstelligen Einmalcode für die zweistufige Anmeldung kann die Passwortverwaltung von Monterey selbst erstellen.
Vergrößern Den sechsstelligen Einmalcode für die zweistufige Anmeldung kann die Passwortverwaltung von Monterey selbst erstellen.
© IDG

Mac als Airplay-Empfänger

In der Systemeinstellung „Displays“ sind sie Abteilungen „Farben“ und „Night Shift“ weggefallen. Das Farbprofil wählt man nun direkt in einem Aufklappmenü aus, für Night Shift gibt es einen Button, um zu den Einstellungen zu gelangen. Weggefallen sind das Aufklappmenü „Airplay-Monitor“ und die Sync-Optionen. Da unter Monterey ein Mac nun als Airplay-Ziel verwendet werden kann, ist in der Systemeinstellung „Freigaben“ die Option „Airplay-Empfänger“ hinzugekommen. Diese aktiviert man und gibt dann den Bildschirm für den aktuellen Benutzer, alle anderen Geräte im selben Netzwerk oder generell frei. Zusätzlich lässt sich der Zugriff über ein Passwort schützen. Für den Zugriff auf den freigegebenen Bildschirm, was im Test auch unter Big Sur und iOS 14.6 funktioniert, muss der Zugriff auf dem Airplay-Mac bestätigt und auf dem anderen Mac oder dem iPhone ein vierstelliger Zahlencode eingetippt werden.

Damit man von einem iPhone, iPad oder Mac aus den Bildschirm eines anderen Macs nutzen kann, aktiviert man dies in den Freigaben.
Vergrößern Damit man von einem iPhone, iPad oder Mac aus den Bildschirm eines anderen Macs nutzen kann, aktiviert man dies in den Freigaben.
© IDG

Privatsphäre und Wiederherstellung

In den Einstellungen für die Apple-ID sind unter „iCloud“ zwei neue Einträge hinzugekommen: „Private Relay“ und „E-Mail-Adresse verbergen“. Bei Private Relay werden beim Surfen mit Safari zwei Server zwischengeschaltet. Der erste Server, den Apple betreibt, erstellt anstatt der individuellen IP-Adresse eine generelle Adresse, die nur noch Rückschlüsse auf die Region des Nutzers möglich macht, nicht aber auf den individuellen Anwender. Diese Adresse schickt er dann zu einem anderen Server, der von einem noch nicht bekannten Dienstleister unterhalten wird, der dann das eigentliche Ziel ansteuert. So kann der erste Server nicht ermitteln, wohin der Nutzer im Web unterwegs ist, und der zweite Server keine Verknüpfung zwischen der Zieladresse und dem Nutzer herstellen. Und mit „E-Mail-Adresse verbergen“ lassen sich beliebig viele E-Mail-Adressen erstellen, die man dann beispielsweise in Web-Formularen anstatt der eigentlichen Adresse verwendet. E-Mails an diese Adressen werden jeweils an das eigentliche Konto weitergeleitet und man kann sie im Zweifelsfall einfach löschen. Um diese beiden Optionen zu nutzen, ist ein kostenpflichtiges Konto für iCloud+ notwendig, also mindestens eine Option mit 50 GB und 0,99 € pro Monat Gebühr. Unter „Passwort & Sicherheit“ findet man unter „Apple-ID“ die Einstellungen für die Angabe von Kontaktpersonen, die bei der Wiederherstellung eines Macs helfen können, wenn man sein Passwort vergessen hat, sowie die Möglichkeit, eine Person als Erbe des Apple-ID-Kontos festzulegen.

Für die Option „Private Relay“ und zum Verbergen der E-Mail-Adresse benötigt man ein Konto bei iCloud+.
Vergrößern Für die Option „Private Relay“ und zum Verbergen der E-Mail-Adresse benötigt man ein Konto bei iCloud+.

Anwenderdaten löschen

Eine weitere von Apple angekündigte neue Funktion haben die Entwickler in den Systemeinstellungen gut versteckt: Öffnet man das Menü „Systemeinstellungen“, ist dort als neuer Eintrag „Alle Inhalte & Einstellungen löschen“ zu finden. Mit diesem Befehl lassen sich sämtliche Anwenderdaten, vom Anwender installierte Anwendungen sowie alle Einstellungen inklusive der gespeicherten Fingerabdrücke, der Apple-ID und der Aktivierungssperre „Wo ist?“ entfernen, ohne das System löschen zu müssen. Nach der Eingabe des Benutzerpassworts startet der Löschassistent. Zuerst wird man dazu aufgefordert, noch ein aktuelles Backup mit Time Machine zu machen. Dann kommt der Hinweis, dass Apple-ID, "Wo ist?" und Touch-ID gelöscht werden. Anschließend muss man sich von seiner Apple-ID abmelden. So kann man dies nicht vergessen, was verhindern würde, dass später jemand anders den Mac in Betrieb nehmen kann, beispielsweise nach einem Verkauf. Dann kommt noch eine weitere Warnung, dass nun alles gelöscht wird. Man kann den Vorgang hier auch noch abbrechen. Ansonsten verbleiben auf dem Rechner nur noch das System und die mit dem System installierten Anwendungen, und der Mac kann neu eingerichtet werden.

Über das Menü der Systemeinstellungen ruft man den Löschassistenten auf, der alle Nutzerdaten und Einstellungen vom Mac entfernt.
Vergrößern Über das Menü der Systemeinstellungen ruft man den Löschassistenten auf, der alle Nutzerdaten und Einstellungen vom Mac entfernt.

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