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Erste Hilfe fehlgeschlagen: Das tun bei SSD-Fehler im Festplattendienstprogramm

03.09.2021 | 07:40 Uhr | Stephan Wiesend

Überprüft man mit dem Dienstprogramm Erste Hilfe eine Festplatte oder SSD, zeigt das Programm gelegentlich „Erste Hilfe fehlgeschlagen" an, obwohl das Medium in Ordnung ist.

Vor allem erfahrene Anwender nutzen regelmäßig Apples Festplattendienstprogramm, um externe Festplatten und SSDs zu überprüfen. Das ist auch sinnvoll: Hat man Daten auf eine externe SSD oder HD ausgelagert, kann man so Ausfälle minimieren. Findet das Tool Defekte, sollte man die Daten auf ein anderes Medium sichern oder das Speichermedium durch ein neues ersetzen. Handelt es sich aber um ein aktuelles macOS und Medien mit dem neueren Format APFS (statt HFS) gilt diese Regel aber nicht immer: Das Festplattendienstprogramm zeigt manchmal auch dann eine Warnung, wenn das Medium völlig in Ordnung ist. In diesem Fall sollten Sie eine „zweite Meinung einholen“.

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Diese Meldungen werden angezeigt

Offensichtlich konnte hier die Prüfung nicht gestartet werden.
Vergrößern Offensichtlich konnte hier die Prüfung nicht gestartet werden.

Versucht man eine Festplatte zu überprüfen, bricht der Test manchmal schon nach wenige Sekunden ab. Neben einem Festplattensymbol mit Warnsymbol liest der Nutzer dann

„Erste Hilfe ist fehlgeschlagen. Erstelle, wenn möglich, ein Backup der Daten auf diesem Volume."

Unserer Meinung nach ist diese Meldung etwas missverständlich: Die Festplatte wird nicht als defekt bezeichnet, mancher Nutzer könnte dies aber so verstehen. Statt die Daten zu sichern und die Festplatte gar neu zu formatieren oder zu entsorgen, sollten Sie zuerst einen Blick auf die Details der Prüfung werfen. Dazu klicken Sie auf den kleinen Pfeil neben „Details ausblenden“. Bei einem echten Defekt werden hier ausdrücklich Datenfehler genannt, in unserem Fall liest man hier aber einen Eintrag wie:

„error: container /dev/rdisk5 is mounted.Exit-Code für Dateisystemprüfung lautet 65. Der ursprüngliche Zustand (aktiviert) wird wiederhergestellt. Das Überprüfen oder Reparieren des Dateisystems ist fehlgeschlagen. : (-69845) “

Wichtig ist hier vor allem die erste Zeile: Offensichtlich ist die Prüfung erst gar nicht gestartet, weil das vorher erforderliche  Deaktivieren eines Volumes bzw. Containers nicht funktioniert hat. Das Problem tritt schon länger auf, ein Grund kann in solchen Fällen der Zugriff eines Systemdienstes oder ein Problem mit Dateirechten sein. Bei manchen externen Medien können Sie das Problem lösen, indem Sie das Medium über das Festplattendienstprogramm auswerfen. Dazu wählen Sie es aus und klicken auf die Funktion „Deaktivieren“. Danach kann eine Prüfung manchmal problemlos durchgeführt werden. Das funktioniert aber nicht immer – keinen Erfolg haben wir etwa bei einer externen SSD im Format APFS, die wir einigen Monaten für Time Machine verwenden und über die Systemeinstellung Time Machine im Format APFS formatiert haben.

Überprüfen per Rettungssystem

Sie wollen aber eine zweite Meinung einholen und die SSD irgendwie trotzdem überprüfen? Dazu können Sie das Rettungssystem des Macs nutzen. Dieses Notsystem starten Sie bei einem M1-Mac, indem Sie beim Booten des Macs den Einschaltknopf gedrückt halten. Statt dem macOS bootet dann ein spezielles Rettungssystem. Nach dem Start dieses Notsystems wählen Sie „Optionen“ und tippen auf „Fortfahren“. In einem folgenden Bildschirm sehen Sie nun mehrere Dienstprogramme, wählen Sie hier das „Festplattendienstprogramm“. Die Oberfläche ist identisch mit der Version unter macOS, in der linken Leiste wählen Sie wie gewohnt die zu prüfenden Medien aus. Der Unterschied: Das Deaktivieren der Volumes funktioniert hier problemlos und die Überprüfung kann auch bei unserer APFS-SSD problemlos starten und findet keine Fehler. Hinweis: Bei einer Time-Machine-Festplatte kann diese Überprüfung relativ lange dauern. Eine weitere Besonderheit, in diesem Modus können Sie nicht nur externe Medien, sondern sogar das Bootmedium überprüfen.

Das Notfallsystem arbeitet zuverlässiger.
Vergrößern Das Notfallsystem arbeitet zuverlässiger.

Offensichtlich hat Apple bei APFS noch einige Problem zu lösen. Wir hoffen, dass Apple diese Fehler bei einem der nächsten Updates behebt.

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