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Time Machine unter Catalina: Neuerungen, Ärger mit NAS

19.11.2019 | 13:10 Uhr | Stephan Wiesend

Auf den ersten Blick hat sich Time Machine hat sich unter Catalina kaum verändert, unter der Oberfläche gibt es aber einige Neuerungen.

Für Backups setzen die meisten Anwender auf Apples vorinstallierte Lösung Time Machine – eine bewährte und komfortable Backup-Lösung. An der Oberfläche hat Apple unter Catalina wenig geändert, es gibt aber unter der Haube einige Neuerungen, die man beachten sollte. Schneller ist Time Machine aber leider nicht geworden: Einige Anwender berichten sogar über eine deutlich längere Backup-Dauer.

Das ist neu: Systemordner ausschließen

Schon bei früheren Versionen von Time Machine konnte man Systemdateien vom Backup ausschließen – beim Bedarfsfall kann man ja ein neues System installieren. Während man aber früher noch einen Systemordner manuell ausschließen musste, gibt es nun eine eigene Option dafür: Man öffnet dazu die Systemeinstellung "Time Machine" und klickt auf „Optionen...“ Statt der Option „Benachrichtigung nach dem Löschen von alten Backups“ steht unter Catalina nun „Systemdateien und -programme ausschließen“. Man spart dabei einige GB an Volumen.

Systemdateien kann man vom Backup jetzt ausschließen
Vergrößern Systemdateien kann man vom Backup jetzt ausschließen

Probleme mit NAS

Time Machine unterstützt nicht nur externe Festplatten und SSDs, man kann auch ein Servervolume als Ziel auswählen. Sowohl NAS als auch SMB-Freigaben kann das Backup-System als Speicherort nutzen. Besonders Backups auf NAS-Geräte waren aber schon immer nicht ganz problemlos, viele der Mini-Server nutzen Linux-Systeme mit älteren SMB-Versionen oder andere Lösungen. Über die meisten Probleme berichteten bisher Catalina-Anwender, die Time-Machine-Backups auf ein NAS sichern wollen. Auch wenn dies unter Mojave noch funktionierte, gelingt dies bei manchen Anwendern nicht mehr unter Catalina. Einige Anwender berichten von abbrechenden Backups, andere von einem tückischen Problem: Das System behauptet, ein Backup wäre erfolgreich durchgeführt werden, das Backup erscheint aber nicht in der Liste der verfügbaren Backups. Im Forum von Western Digital wird etwa auch auf Probleme mit alten Bedien-Programmen hingewiesen, sind doch auch einige Bedien-Programme für die Speichergeräte noch nicht als 64-Bit-Version verfügbar. In vielen Fällen soll aber eine erneute Anmeldung bereits weiterhelfen. Ein Nutzer berichtete aber auch über Probleme mit der Größenbegrenzung eines Sparse-Images – wenn Time Machine das Image größer werden lässt, als die Quota es erlaubt. Probleme mit den Thunderbolt-Geräten von Drobo sind ebenfalls bekannt .

Time Machine Server nutzen

Was weiterhin möglich ist, ist die Nutzung eines anderen Macs als Time Machine Server. Diese Funktion kann man über die Systemeinstellung "Sharing" unter "Dateifreigabe" aktivieren, indem man mit gedrückter Control-Taste auf einen freigegeben Ordner klickt. Über "Erweiterte Optionen" im Kontextmenü kann man nun die Freigab für Time Machine freigeben.  Auch das Sichern auf einen älteren Mac ist möglich.

Die Nutzung von Freigaben als Time Machine-Ziel ist weiterhin möglich.
Vergrößern Die Nutzung von Freigaben als Time Machine-Ziel ist weiterhin möglich.

Sind Time Machine-Backups mit alten Systemen kompatibel?

Bei großen Datenmengen dauert das erste Time Machine Backup sehr lange, nicht zuletzt bei Verwendung einer Time Capsule oder eines NAS. Gut: Zumindest nach dem Umstieg von Mojave auf Catalina wird aber ein bestehendes Backup aktualisiert, kann also weiter verwendet werden. Das bedeutet aber nicht, dass man nach den Ausprobieren von Catalina, die Sicherungskopie unter Mojave benutzen könnte.

Neue bzw. alte Hintergrundprüfung

Bevor Daten gesichert werden, muss Time Machine zuerst alle geänderten und neuen Daten erfassen. Bei dieser Prüfung geht Catalina offenbar anders vor als noch unter Mojave. Mojave erstellte vor einer Sicherungskopie einen sogenannten Snapshot der Daten, der mit den Daten des letzten Backups verglichen wurde. Laut Eclectic Light nutzt Catalina dies ebenfalls, greift aber zusätzlich auf die Datenbank FSEvents zu, eine Art Verzeichnis der letzten Dateiänderungen. Das ist eine Strategie, die Time Machine schon unter High Sierra nutzte. Eine vollständige Beschreibung des relativ komplexen Ablaufes kann hier nachgelesen werden.

Recovery Volume wird mit gesichert

Erstmals wird von Catalina auch das Rettungsmedium Recovery Volume mit gesichert, ist also Teil des Backups. Da unter Catalina System und Daten getrennt verwaltet werden, sichert Time Machine außerdem System und Daten in separaten Arbeitsschritten. Genau genommen sichert Time Machine jetzt also drei Volumes und jedes als separaten Sicherungsvorgang: Das Systemvolume, das Volume Daten und das Recovery Volume. Interessant ist das aber nur für Profis.

Warum nicht APFS?

Eigentlich ist das Dateisystem HFS+ längst veraltet, viele hatten eigentlich erwartet, dass Time Machine externe Medien mit APFS nutzen kann. Weiterhin muss ein Time-Machine-Volume aber als HFS+-Medium formatiert sein. Grund ist vermutlich, dass sich APFS nur für SSDs eignet, viele Anwender für ihre Backups aber weiterhin herkömmliche Festplatten benutzen. Bei diesen bietet HFS+ nebenbei eine weit bessere Performance .

Nützliche Time-Machine-Tools

Für das Überprüfen der Backups gibt es eine ganze Reihe nützlicher Hilfsprogramme, so kann etwa BackupLoupe auflisten, welche Daten beim letzten Backup gesichert wurden. Das ist oft aufschlussreich, wenn man sich über eine sehr lange Backup-Dauer wundert. Nützliche Protokoll-Informationen liefert auch das Tool TimeMachineMechanic. Beide Tools funktionieren auch unter Catalina.

Tools wie der Time Machine Mechanic zeigen, was bei den letzten Time Machine Backups funktioniert oder auch nicht funktioniert hat.
Vergrößern Tools wie der Time Machine Mechanic zeigen, was bei den letzten Time Machine Backups funktioniert oder auch nicht funktioniert hat.
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