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Tipp für Poweruser: Windows 11 und Linux parallel zu macOS betreiben

09.04.2022 | 18:20 Uhr |

macOS ist ein hervorragendes Betriebssystem, doch für manche Anwendungszwecke ist Windows oder Linux die bessere Option. Grundsätzlich ist es kein Problem, ein zweites OS auf einem Mac zu installieren.

Wer macOS betreibt, aber auch Anwendungen einsetzt, die mit macOS nicht optimal oder überhaupt nicht funktionieren, muss sich einen Plan überlegen, wie er mit diesen Anwendungen arbeiten kann. Hier gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Mit Bootcamp kann ein Wechsel auf ein Windows 10-System erfolgen. Durch die Notwendigkeit auf einen TPM-Chip zu setzen und wegen weiterer Voraussetzungen ist Windows 11 auf Macs quasi (noch) kaum einsetzbar.

Neben der Möglichkeit Linux auf älteren Macs zu installieren oder Windows 10/11 auf macOS zur virtualisieren, ist es für manche Einsatzgebiete auch sinnvoll auf einem Linux-Computer Windows 11 und/oder macOS zu virtualisieren. Dabei muss aber beachtet werden, dass die Virtualisierung von macOS grundsätzlich nicht durch die Lizenzen abgedeckt sind. Die Virtualisierung von Windows 11 ist auf Linux-Computern kein Problem

Bootcamp oder alten Mac mit Linux installieren erweitert die Anwendungsvielfalt für Mac-Benutzer

Bootcamp hat darüber hinaus den Nachteil, dass in das System gebootet werden muss und daher macOS nicht gleichzeitig zur Verfügung steht. Wer also parallel mit einer Windows-Anwendung und mit macOS-Programmen arbeiten will, wird hier nicht glücklich. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf einem eventuell noch vorhandenen, älteren Mac Linux zu installieren. Auf Linux können wiederum viele Anwendungen genutzt werden, die wiederum nicht mit macOS funktionieren. Es gibt auch verschiedene Distributionen, die sich ähnlich verhalten wie macOS und auch ein ähnliches Aussehen haben.

Parallel dazu bietet Linux mehr Möglichkeiten, Windows-Programme zu betreiben, während gleichzeitig die Bedienung noch einigermaßen der von macOS entspricht. Dazu kommt, dass Linux bei vielen Mac-Anwendern durch die Nähe der beiden Betriebssysteme einfach beliebter ist als Windows. Natürlich kann auf älteren Macs auch direkt Windows installiert werden, allerdings funktioniert das nur für Windows 10 und nur wenn eine Lizenz vorhanden ist.

Linux auf altem Mac installieren - Welche Möglichkeiten gibt es?

Generell laufen viele Linux-Distributionen auf Mac-Hardware. Es gibt einige Distributionen, die von der Oberfläche her ähnlich aussehen wie macOS und sich auch ähnlich verhalten. Allerdings sollten Sie nicht vergessen, dass Linux kein macOS ist. Die Basis ist recht ähnlich, aber die Bedienung unterscheidet sich auch dann.

Linux-Distributionen wie Elementary OS laufen auch auf Mac-Hardware und sehen von der Oberfläche ähnlich aus.
Vergrößern Linux-Distributionen wie Elementary OS laufen auch auf Mac-Hardware und sehen von der Oberfläche ähnlich aus.

Zu einer der beliebtesten Distributionen für den Betrieb von Linux auf Mac-Hardware gehört sicherlich Elementary OS . Die Installation ist einfach und die Bedienung ist recht ähnlich zu macOS, inklusive einem App-Store. Bei Ubuntu-Budgie handelt es sich um eine Linux-Distribution, die Budgie als Desktop nutzt und von der Oberfläche her an Ubuntu erinnert. Alte Mac-Hardware lässt sich auch mit PureOS wieder reaktivieren und parallel zum Mac nutzen.

PureOS kommt ebenfalls häufig auf Mac-Hardware zum Einsatz.
Vergrößern PureOS kommt ebenfalls häufig auf Mac-Hardware zum Einsatz.

Ein weiteres Linux-System, das von der Oberfläche her an macOS erinnert, ist Deepin (https://sourceforge.net/projects/deepin). Die Oberfläche mit der Bezeichnung deepin Desktop Environment (DDE) kann auch auf moderner Hardware eingesetzt werden.

Die Linux-Distribution Deepin erinnert von der Oberfläche an macOS.
Vergrößern Die Linux-Distribution Deepin erinnert von der Oberfläche an macOS.

Auch Voyager Ubuntu ist eine Distributiuon, die auf Ubuntu aufbaut, von der Oberfläche her etwas wie macOS aussieht und sich auch ähnlich bedienen lässt.

Generell läuft die Installation aller dieser Systeme identisch ab: Sie besorgen sich die ISO-Datei, erstellen einen bootfähigen USB-Stick, zum Beispiel mit dem kostenlosen Tool Etcher und installieren Linux auf dem System. Danach steht auf dem Mac Linux zur Verfügung und Sie können den Mac parallel zu Ihrem aktuell eingesetzten Mac nutzen, zum Beispiel für Anwendungen, die besser auf Linux als auf macOS laufen.

Das kostenlose Tool Etcher hilft dabei, bootfähige USB-Sticks für die Installation von Linux auf Mac-Hardware zu erstellen.
Vergrößern Das kostenlose Tool Etcher hilft dabei, bootfähige USB-Sticks für die Installation von Linux auf Mac-Hardware zu erstellen.

Windows 11 oder Windows 10 auf macOS virtualisieren: Virtualbox oder Parallels Desktop

Wer parallel Windows-Anwendungen in macOS benötigt, kann auch auf eine Virtualisierung von Windows innerhalb von macOS setzen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn parallel ein Windows-System zum Einsatz kommen soll. Das ist vor allem bei Profis und Poweranwendern ein häufiges Szenario, wenn bestimmte Anwendungen nicht korrekt in Windows funktionieren.

Die Virtualisierung von Windows 10 oder Windows 11 kann mit VirtualBox erfolgen. Tools wie Rufus können wiederum Windows 11-Installationsdatenträger erstellen, bei denen die TPM- und Prozessor-Überprüfung von Windows 11 deaktiviert ist. Die Windows 11-Installationsdateien können wiederum direkt bei Microsoft heruntergeladen werden.

Neben Virtualbox ist natürlich Parallels Desktop eines der bekanntesten Tools für die Erstellung von virtuellen Computern in macOS. Ab Version 17 kann Parallels Desktop auch Windows 11 virtualisieren. Setzen Sie einen Mac mit M1-Prozessor ein, können Sie mit Parallels Desktop die ARM-Version von Windows 11 virtualisieren. Der Vorteil bei der Verwendung von Parallels Desktop zur Virtualisierung von Windows 11 ist vor allem, dass diese Umgebung erlaubt, produktiv mit macOS zu arbeiten und parallel noch Windows-Programme zu nutzen. Für die Installation ist ebenfalls eine ISO-Datei von Windows 11 notwendig und natürlich ein Produktschlüssel, mit dem Windows 11 aktiviert werden kann.

Bei der Auswahl des Betriebssystems, das mit Parallels Desktop virtualisiert werden soll, darf dazu nicht Windows 10 ausgewählt werden, sondern die Auswahl, ein anderes Betriebssystem von einer DVD zu installieren. Als Installationsmedium wird eine Imagedatei ausgewählt und hier auf die heruntergeladene ISO-Datei von Windows 11 verwiesen. Bei der virtuellen Hardware sollten mindestens zwei CPU-Kerne und 4 GB Arbeitsspeicher ausgewählt werden.

Windows 11 lässt sich auch über Parallels Desktop in macOS virtualisieren.
Vergrößern Windows 11 lässt sich auch über Parallels Desktop in macOS virtualisieren.

Bei der Verwendung eines M1-Prozessors, laden Sie aus den Windows Insider Preview Downloads die ARM-Version von Windows 11 herunter. Im Menüpunkt "Ansicht" kann hier auch der Coherence-Modus für die Windows 11-VM aktiviert werden. Dadurch wird Windows 11 enger mit macOS verknüpft und im Dock wird ein Windows 11-Icon integriert.

Windows 11 in macOS mit VMware Fusion Player virtualisieren

Eine dritte Möglichkeit, um Windows 11 auf macOS zu virtualisieren, ist die kostenlose Software VMware Fusion Player . Ab Version 12.2 kann die Software unter Big Sur und Monterey auch Windows 11 virtualisieren.

Fertige VM mit Windows 11 und Visual Studio bei Microsoft für macOS herunterladen

Microsoft stellt eine fertige Entwicklungsumgebung mit Windows 11 und Visual Studio auch als Testversion zur Verfügung. Die VM lässt sich in Virtualbox, aber auch in Parallels und VMware auf macOS importieren. Dadurch können sich auch Mac-Anwender eine VM installieren, mit der Visual Studio getestet werden kann. Die VM kann direkt bei Microsoft heruntergeladen werden .

macOS und Windows lassen sich auch auf Linux mit QEMU virtualisieren

Am Beispiel von Ubuntu oder Debian erfolgt die Virtualisierung von Windows oder macOS mit QEMU, noch einfacher mit Quickemu. Diese Virtualisierungslösung kann auch auf den meisten der oben vorgestellten Distributionen installiert werden, aber auch auf anderen Ubuntu-/Debian-Derivaten. Für die Virtualisierung mit Quickemu bietet es sich an, eine grafische Oberfläche zu installieren. Das kann mit folgenden Befehlen erledigt werden:

  • sudo apt-add-repository ppa:flexiondotorg/quickemu

  • sudo apt update

  • sudo apt install quickemu

  • sudo add-apt-repository ppa:yannick-mauray/quickgui

  • sudo apt update

  • sudo apt install quickgui

Mit QEMU kann auf Linux-Computern macOS relativ leicht virtualisiert werden. In Quickgui steht auch macOS zur Auswahl.

Auf Linux kann macOS mit QEMU virtualisiert werden.
Vergrößern Auf Linux kann macOS mit QEMU virtualisiert werden.

Hier werden verschiedene Versionen unterstützt und mit der Schaltfläche "Download" laden Sie die Installationsdateien für macOS herunter. QEMU ist auch ein guter Weg um Windows 11 in Linux zu virtualisieren. Auch hier kann das Betriebssystem im Assistenten ausgewählt werden. Die Installation erfolgt über die ISO-Datei, die sich direkt in der GUI von QEMU runterladen lässt.

Download der Installationsdateien von macOS für die Virtualisierung von macOS auf Linux-Computern.
Vergrößern Download der Installationsdateien von macOS für die Virtualisierung von macOS auf Linux-Computern.

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