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USB-C kommt - und mit ihm einige Adapter...

30.10.2016 | 11:16 Uhr |

Die neue Schnittstelle USB-C oder Thunderbolt 3 ist modern und zukunftssicher. Leider bedeutet sie Ärger mit alter Peripherie und Vorsicht bei der Auswahl der Adapter.

Apples Entscheidung für die neue Steckverbindung USB-C und Thunderbolt 3 ist nur konsequent, kann man über die Buchse doch sowohl Daten mit Thunderbolt-Tempo, Daten für den 5K-Monitor und Ladestrom übertragen. Nebenbei ist sie komfortabel: Man kann einen Stecker „blind“ einstecken, ohne nach einer Ober- oder Unterseite zu suchen. Die Windows- und Android-Konkurrenz setzt ebenfalls auf die neue Schnittstelle, was in Zukunft günstige und zahlreiche Peripheriegeräte verspricht. Es gibt beispielsweise schon Kopfhörer mit USB-C-Schnittstelle, mobile Akkus, USB-Sticks, Monitore und viele externe Festplatten. Die Hersteller von Windows-Notebooks machen es sich jedoch einfacher, bei Notebooks von Dell, HP und Lenovo werden Thunderbolt-3- bzw. USB-C-Schnittstellen von herkömmlichen USB-Schnittstellen flankiert.

Auf jeder Seite haben die Modelle mit Touch Bar dafür gleich zwei Thunderbolt 3-Anschlüsse. Was uns als langjährige Apple-Kunden eigentlich nicht überraschen sollte: Selbst beim 15-Zoll-Modell für 2700 Euro liegt natürlich kein einziger Adapter bei – will man seine alte USB-Maus oder einen USB-Stick anschließen, braucht man einen Adapter. Und das kann einem den Spaß am neuen Macbook schon etwas verderben.

USB-C ist nur die Steckverbindung, bei den Fähigkeiten der Schnittstellen und Kabel wird es kompliziert. So sollte man wissen, dass das Macbook 12-Zoll zwar eine identisch aussehende USB-C-Schnittstelle besitzt, diese unterstützen aber kein Thunderbolt 3 – dies bleibt den neuen Macbook Pro vorbehalten.

Sie haben eine Thunderbolt-Festplatte nach dem Standard Thunderbolt 2? Dann benötigen Sie einen Thunderbolt-3- auf Thunderbolt 2-Adapter für 60 Euro. Auch für den Anschluss eines Thunderbolt-Displays ist dieser Anschluss erforderlich. Auf einer eigenen Seite hat Apple eine ganze Liste an Anschluss-Varianten aufgelistet und erklärt.

So wollen viele Apple-Nutzer vermutlich ihr iPhone oder iPad mit dem Macbook verbinden. Dazu ist aber wahlweise ein USB-C- auf USB-Adapter nötig oder ein USB-C- auf Lightning-Kabel. Letzteres kostet bei Apple ab 20 Euro, der Adapter ab 25. Ihr Android-Gerät mit USB-C könne sie dagegen direkt anschließen.

Unterschiedliche Versionen beachten

Unterscheiden muss man bei der Nutzung von Thunderbolt-3-Geräten außerdem zwischen verschiedenen Versionen von USB-C-Kabeln: Es gibt Versionen, die nur USB-2.0 und Strom übertragen und Versionen, die Thunderbolt 2 unterstützen. Letzteres ist nötig, damit Thunderbolt-Displays wie LGs 4K-Monitor und Thunderbolt-3-Geräte unterstützt werden. Diese Kabel sind natürlich teurer, ein 50-cm-Kabel von Belkin kostet 30 Euro, die 2-m-Version 80 Euro. Daneben gibt es von Apple USB-C-Ladekabel für 25 Euro. Diese sind zum Anschluss an ein USB-C-Netzteil und ein USB-C-Gerät gedacht. Daten werden darüber aber nur mit USB-2-Tempo übertragen.

Von Lindy gibt es außerdem vier Adapter für USB-3.1 auf VGA, DVI, HDMI und Displayport zu Preisen zwischen 29 bis 38 Euro. Das Macbook Pro ist dank Thunderbolt 3 übrigens weit besser für den Anschluss an einen externen Monitor geeignet als das 12-Zoll-Modell. Bei Thunderbolt 3 wird nämlich ein natives Displayport-Signal übertragen, man benötigt nur ein passendes Kabel.

Es gibt aber noch viele weitere Adapter, auch hier musste Apple offenbar auf Belkin zurückgreifen. Für den Anschluss ans Netzwerk gibt es für 40 Euro einen Gigabit-Ethernet-Adapter von Belkin, für ebenfalls 40 Euro einen USB-C auf VGA-Adapter – finden sich in Firmen doch gelegentlich Beamer mit dieser Schnittstelle.

Sie wollen die Fotos auf ihrer SD-Karte auf das Macbook übertragen? Da benötigen sie einen Kartenleser. Im Apple Store gibt es für 55 Euro einen passenden Adapter von Sandisk...

Kombilösungen und Docks

Eigentlich liegt ja die Stärke von Thunderbolt darin, mit einem Kabel mehrere Geräte einzubinden. Dazu benötigt man aber ein Dock oder einen Multi-Adapter. Die simpelste Lösung ist der USB-C-Digital-AV-Multiport-Adapter von Apple. Über den 79-Euro-Adapter kann man HDMI-Display (allerdings maximal 3840 x 2160 bei niedrigen 30 Hz), ein USB-Gerät und Stromkabel verbinden. Leider berichten Nutzer des aktuellen 12-Zoll-Macbooks von Verbindungsproblemen nach dem Aufwecken aus dem Ruhezustand .

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© San Disk

Anspruchsvollen Anwendern bleibt der Griff zu einem USB-C-Dock. Von CalDigit und OWC gibt es USB-C-Docks, die aber eigentlich für Nutzer des Macbook 12-Zoll gedacht waren. Bei Gravis kostet das OWC USB-C-Dock aktuell 159 Euro und liefert 5 USB-3.1-Schnittstellen, SD-Slot, Audio und HDMI (4k bei 30 Hz). Allerdings sind 30 Hz nicht gerade viel. Beim Anschluss von zwei 4K- oder 5K-Monitoren sollte man für optimale Bildqualität besser zu separaten USB-C auf Displayport oder HDMI-Kabeln greifen. Hier fehlen uns aber noch zuverlässige Testergebnisse, vielleicht sollte man auf eine neue Generation von Thunderbolt-3-Docks warten. So hat Belkin gerade ein neues Dock vorgestellt , das Thunderbolt 3 unterstützt - und unter anderem Display-Port- und zwei HDMI-Ports für den Monitoranschluss bietet.

Das Dock von Belkin kostet vermutlich knapp 300 Euro.
Vergrößern Das Dock von Belkin kostet vermutlich knapp 300 Euro.
© Belkin

Fazit

Neue Schnittstellen machen immer Ärger, für die Weiternutzung alter Peripherie wird der Macbook-Käufer einige Adapter und Kabel erwerben müssen. Die Schnittstelle USB-C hat langfristig echte Vorteile und ermöglicht den schnellen Anschluss moderner Peripherie. Im Unterschied zur Lightning-Schnittstelle handelt es sich außerdem um einen weit verbreiteten Standard, für den es bald eine Fülle günstiger Angebote geben wird. Es ist aber schade, dass Apple keinen einzigen Adapter beilegt. Zugegeben: Um alle Kunden zufriedenzustellen, müsste Apple schon ein ganzes Adapterpaket beilegen.

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