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Umgebungssuche

24.05.2011 | 11:15 Uhr |

Umgebungssuche

Zu den kreativen Nutzungsmöglichkeiten eines GPS-Empfängers in Verbindung mit dem Internet gehören natürlich Umgebungs-Apps, von denen es unzählige gibt. Von Sehenswürdigkeiten über Lexikoneinträge, Telefonnummern, Supermärkte bis hin zu öffentlichen Toiletten reicht das Spektrum.

Wohin sucht von der Kneipe bis zum Tierartz alle möglichen Adressen in der Umgebung heraus.
Vergrößern Wohin sucht von der Kneipe bis zum Tierartz alle möglichen Adressen in der Umgebung heraus.

Für 2,39 Euro liefert die App Wohin von der Bar bis zur Apotheke übersichtlich Treffer auf der Karte oder sogar per Augmented Reality über das Kamerabild geblendet. Wer nichts ausgeben möchte, sollte sich die App von Qype ansehen, wo die Community die Einträge pflegt.

Ein unbedingt empfehlenswerter Klassiker ist das kostenlose Wikihood , mit dem sich das Wikipedia-Lexikon nach Einträgen in der Umgebung durchforsten lässt und das dabei stundenlang Lesestoff zutage fördert. Der Ortsbezug liefert hier eigentlich nur den Startpunkt, doch die Suche in der Nachbarschaft bringt nicht selten Erstaunliches hervor. Das Gleiche gilt für Wikihood People, wo sich die Suche auf Personen der Geschichte in der Nachbarschaft konzentriert.

Das Örtliche sucht Telefonbucheinträge in der Nähe.
Vergrößern Das Örtliche sucht Telefonbucheinträge in der Nähe.

Zu den Klassikern der Umgebungssuche gehört natürlich auch Das Örtliche , denn hier werden nicht nur Telefonnummern, sondern auch die Adressen gleich auf der Karte präsentiert - sehr praktisch, wenn man Geschäfte und Handwerker in der Nähe sucht. Wer allerdings nicht nur nach Läden sucht, sondern auch nach Schnäppchen, kommt an KaufDa und Mein Prospekt eigentlich nicht vorbei, denn hier werden nicht nur die Adressen der Geschäfte auf der Karte, sondern gleich auch deren aktuelle Sonderangebote angezeigt.

Augmented Reality

Layar blendet Fundstellen ins Kamerabild.
Vergrößern Layar blendet Fundstellen ins Kamerabild.

Manche Apps wie Wohin liefern es nebenbei, doch bei Wikitude und Layar ist das Überlagern des Kamerabilds mit Informationen geradezu Programm. Beide Apps suchen auf zuvor wählbaren Kanälen nach Umgebungsinformationen und nutzen Ortungsdienste und Kompass der modernen iPhones, um die Infos an passender Stelle über das Livebild der Kamera zu blenden. So lässt man den Blick über den Marktplatz schweifen und bekommt wahlweise Sehenswürdigkeiten aus Wikipedia, Fotos, Geschäfte und vieles mehr eingeblendet. Speziell bei Layar ist die Auswahl scheinbar grenzenlos und hört nicht einmal bei Dating-Partnern in der Umgebung auf. Auch ins Bild geblendete 3D-Modelle, von denen die passend platzierte Berliner Mauer wohl das plakativste ist, sind hier im Angebot. Die Stärke von Wikitude , das wir im Test leider des Öfteren neu starten mussten, ist da eher die Suche, denn die App sucht in allen Kanälen in der Umgebung nach Begriffen und bietet eine bessere Übersicht.

Aber Augmented Reality macht vor nichts halt: Der Augmented Car Finder ist die moderne Antwort auf die Frage, in welcher hohlen Gasse man sein Auto geparkt hat - man speichert die Position beim Weggehen und findet es danach per Kamera wieder.

Sportliches

Dass man per GPS nicht nur die Position, sondern auch Geschwindigkeiten und Höhenunterschiede aufzeichnen kann, nutzt natürlich auch eine Reihe von Apps für Sportler aus. Da werden nicht nur Joggingrouten protokolliert, sondern auch gleich Kalorienverbräuche errechnet und Ergebnisse ins Netz geladen. Der kostenlose Runkeeper etwa ist für Jogger, Walker, Radfahrer und selbst Wintersportler zu gebrauchen und zeichnet nicht nur die Route auf der Karte auf, sondern präsentiert danach auch eine Geschwindigkeitskurve. In regelmäßigen Abständen können Ansagen über die zurückgelegte Strecke erfolgen, und bei Bedarf kann man sich auch von einem Trainer antreiben lassen. Bei Nike+ GPS für 1,59 Euro kommentieren bekannte Sportler Spitzenleistungen, und Freunde dürfen per Community ihren Senf dazugeben.

Wer fünf Euro in Runtastic Pro investiert , kann auch virtuell gegen Freunde oder sich selbst beim letzten Absolvieren der Strecke antreten und über einen optional per Adapter ankoppelbaren Brustgurt seinen Puls protokollieren lassen. Montiert man das iPhone auf den Fahrradlenker, ersetzt das acht Euro teure B.icycle den Tacho und protokolliert dabei Strecke und Rekorde. Über ein Internet-Portal kann man Touren mit anderen teilen.

Weltbewegendes

Apropos Tacho: Basierend auf GPS, Kompass, Neige- und Beschleunigungssensoren füllt V-Cockpit GPS Lite die Instrumente eines virtuellen Flugzeugcockpits mit Leben, was für den Beifahrer im Auto oder Passagiere im Bus eine Weile Spaß macht. Im Auto lässt sich das iPhone sogar als Headup-Display nutzen.

My Taxi zeigt nicht nur die eigene Position, sondern auch die der nächsten Taxe.
Vergrößern My Taxi zeigt nicht nur die eigene Position, sondern auch die der nächsten Taxe.

Vielleicht einer der plakativsten Anwendungen für GPS ist die derzeit nur in Hamburg, Berlin, Köln, Bonn und München nutzbare App My Taxi , denn hier kann man nicht nur per iPhone ein Taxi rufen, sondern auch auf der Karte live sehen, wo gerade Taxen in der Gegend herumkutschieren, deren Fahrer dazu ebenfalls mit iPhones bestückt sind.

Und dann wäre da noch eine Freizeitaktivität, die ohne GPS gar nicht denkbar wäre, nämlich Geocaching. Hier hilft der GPS-Empfänger, irgendwo in der Stadt oder im Gelände anhand der Koordinaten und von Rätseln kleine Schätze (Caches) zu finden und sich in deren Logbüchern zu verewigen. Eine optimale Einführung ins Thema bietet die kostenlose App Geocaching Intro , die einfach zu den drei nächstgelegenen Caches führt. So erkundet man die Umgebung, der Hund kommt mal raus, und Spaß macht es obendrein.

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