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Urlaubsfotos und andere Bilder drucken lassen

24.07.2015 | 13:40 Uhr |

Das Foto auf Papier ist auch im Internet-Zeitalter noch lange nicht tot. Worauf es ankommt, wenn man von Mac, iPhone oder iPad aus bestellt.

Urlaubszeit ist Fotozeit. Es wird nicht nur viel mehr fotografiert als im Rest des Jahres, sondern die Bilder werden auch an Familie und Freunde weitergegeben. Während man von unterwegs ganze Sammlungen über iCloud, Flickr & Co. quasi im Handumdrehen online stellen kann, erfreut sich, wieder zu Hause angekommen, in vielen Fällen auch das gedruckte Bild großer Beliebtheit. Nicht nur die ältere Generation zieht ein Bild auf hochwertigem Fotopapier vor. Die digitalen Formate wie Fotogalerien, digitale Bilderrahmen oder der direkte Blick auf das iPhone stehen für die schnelle dynamische Nutzung, sind aber auf technische Geräte angewiesen. Die klassische Papierform kommt dagegen ohne besondere Hilfsmittel beim Betrachten aus. Die Papierbilder vermitteln außerdem das subjektive Gefühl, etwas Dauerhaftes in Händen zu halten. Die schönsten Fotos kann man in großen Formaten drucken lassen oder zu Collagen zusammenstellen und als Erinnerungen an die Wand hängen. Hinzu kommen die beliebten Fotogeschenke wie Becher, Kalender oder T-Shirts. Die Fotodienstleister bieten eine große Auswahl an Materialien und Formaten für die Fotoausgabe an. Im Folgenden stellen wir die Apps von verschiedenen Dienstleistern vor, mit denen Sie die Bilder vom iPhone oder iPad aus bestellen können, zum Beispiel auch in Form einer klassischen Postkarte, inklusive Porto, die dann gleich vom Dienstleister als Urlaubsgruß verschickt wird.

Weg der Bestellung wählen

Bei der Order über das Internet können Sie eine iOS-App oder den Browser nutzen. Die Apps bieten eventuell nicht alle Optionen, doch der Hauptvorteil des Rechners liegt darin, dass Sie die Bilder vor der Bestellung auf dem großen Monitor besser kontrollieren können, um zum Beispiel die Schärfe zu beurteilen oder kleine Fehler zu retuschieren. Das wird umso wichtiger, je größer das Bild gedruckt werden soll. Daher ist es nur konsequent, dass die Apps vieler Fotodienste Großformate gar nicht erst anbieten. Auch die Gestaltung von individuellen Collagen oder Fotobüchern ist auf dem kleinen iPhone-Bildschirm deutlich mühseliger. Hier ist man darauf angewiesen, dass der Dienstleister ein vorgefertigtes Layout anbietet, in das man die Bilder vom iPhone nur noch importiert. Eine ernsthafte Kontrolle der Ergebnisse ist ohne den Rechner kaum möglich. Mit einem iPad kann man wegen des größeren Bildschirms schon freier arbeiten, sodass man wie am Rechner den Browser zur Bestellung nutzen kann. Mit dem iPad ist man eigentlich nicht mehr auf eine App angewiesen, trotzdem kann sie für iPad-Nutzer komfortabler und schneller sein.

Formatgrenzen beachten

Einen Schnappschuss aus dem Urlaub in 10 x 15 cm drucken zu lassen ist kein Problem. Hat ein Bild nicht die optimale Qualität, ist das kein Beinbruch. Größere Formate oder gar Poster und Leinwanddrucke sind allerdings deutlich teurer, weshalb ein Fehldruck schon sehr viel ärgerlicher ist. Je moderner das iPhone, umso besser ist die Qualität der Kamera. Hierbei kommt es eher auf die Qualität der Linsen und die Lichtempfindlichkeit als auf die bloße Zahl der Megapixel an. Mit dem iPhone 5S und 6 gelingen schon öfter mal Bilder, die sich in 13 x 20 cm drucken lassen. Für größere Formate in Richtung A4 und Poster müssen aber alle Details stimmen. Das wird mit einer Handykamera wegen der kleinen Linsen grundsätzlich schwierig. Ihre Stärke liegt einfach darin, immer dabei zu sein, um keinen Schnappschuss zu verpassen.

Zusätzliche Kamera nutzen

Trotzdem lassen sich Großformate von iOS-Geräten bestellen. Als Quelle sollte jedoch eher eine gute Systemkamera dienen, von der man Bilder auf iPhone oder iPad überspielt. Gerade das iPad eignet sich prima für den Import von der Kamera mit Apples Lightning SD Kartenleser oder USB Kamera-Adapter (beide je 29 Euro). Auf dem iPhone bleibt damit trotzdem das Problem, dass man die Bilder auf dem kleinen Bildschirm recht schlecht beurteilen kann. Die mitgelieferte Fotos-App kann große Bilder nicht einmal in Eins-zu-eins-Auflösung anzeigen, was für eine zuverlässige Beurteilung der Schärfe eigentlich unerlässlich ist. Für eine bessere Kontrolle und einfache Optimierungen werden zusätzliche Apps wie Photogene 4 (2,99 Euro) oder Filterstorm Neue (3,99 Euro) gebraucht.

Fotodienst aussuchen

Bei der Auswahl des Dienstleisters sollte man nicht nur auf die Verfügbarkeit einer iOS-App achten. Diese erhöht vor allem auf dem iPhone den Komfort, da sie für die Bildschirmgröße optimiert ist. Bei vielen Diensten ist aber auch der Zugriff auf die Website Flash-frei über Mobile Safari möglich. Der Zugang eignet sich eher fürs iPad. Achtung: In den Apps werden nicht alle Produkte angeboten.

Der wichtigste Punkt ist jedoch die gelieferte Bildqualität. Eine bequeme Bestellung ist nett, aber doch schnell vergessen, wenn man sie nicht regelmäßig braucht. Das Hauptproblem aus den Kindertagen der Digitalfotografie, dass Dienstleister und Kameras die Möglichkeit der Nachbearbeitung ungefragt dafür genutzt haben, Farbe, Kontrast und Schärfe für einen kurzen Wow-Effekt übertrieben anzuheben, ist zum Glück selten geworden. Heute fallen die Optimierungen deutlich moderater aus, zum Teil lassen sie sich auch bei der Bestellung ganz abschalten. Diese Option findet man jedoch eher bei der Bestellung im Browser, was wiederum dazu passt, dass man zum manuellen Optimieren besser iPad oder Rechner nutzt.

Unerwünschte Vergrößerung

Kritik gibt es heute eher beim Beschneiden der Bilder. Damit am Rand keine hässlichen weißen Streifen hervorblitzen, werden die Bilder erst leicht vergrößert und dann auf das Wunschformat gestutzt. Einige Anbieter sind bei der Vergrößerung leider sehr großzügig. Bei kritischen Motiven können dadurch wichtige Bildinhalte am Rand verloren gehen. Spannend wird es auch bei Formaten jenseits der Standardseitenverhältnisse von 3 : 2 für Fotos oder 4 : 3 aus dem Computerbereich. Ein guter Belichter wird unterschiedliche Seitenverhältnisse von der Rolle produzieren, also die kurze Seite vorgeben – zum Beispiel 10 cm – und dann die lange Seite einfach am Ende des Fotos bei 10 cm (1 : 1), 13,3 cm (4 : 3) oder 15 cm (3 : 2) abschneiden. Die schlechteste Lösung ist, alle Bilder ins gleiche Format zu pressen. Trimmt man ein quadratisches Foto auf 3 : 2, büßt es ein Drittel Fläche ein und wird wahrscheinlich unbrauchbar.

Preise vergleichen

Es gibt es viele Möglichkeiten zu sparen. Schickt man aus dem Urlaub nur schnell eine Handvoll Schnappschüsse, reicht das einfachste Fotopapier. Gehen Sie davon aus, dass die Bilder aufbewahrt und öfter betrachtet werden, sollten Sie besser ein paar Cent mehr für hochwertiges Premiumpapier ausgeben. Oft gibt es auch nach Menge gestaffelte Preise, sodass es sich lohnt, Fotos für eine Bestellung zu sammeln. Das spart zudem Versandkosten. Bei Anbietern mit Filialen vor Ort, wie Drogerieketten, lohnt es zu prüfen, ob man die Bilder dort abholen und so Versandkosten sparen kann. Andere Anbieter erlauben nach einem Prepaid-Prinzip den Kauf größerer Kontingente zu rabattierten Preisen. Außerdem muss der Dienst mit den günstigsten Standardfotos nicht auch die besten Preise bei großen Formaten haben.

Wenn Sie auf Großformate aus sind, empfehlen wir zur Bestellung die Websites von Spezialanbietern wie Posterjack oder Poster XXL . Auch wer sein Werk im Stil alter Meister auf Leinwand drucken lassen möchte, stößt sonst schnell an Grenzen. Bei den Spezialisten findet man auch Ausgefallenes, wie Triptychons, diverse Rahmen und Randbedruckungen, Magnetfolien, Fototapeten und vieles mehr.

Unbedingt ausprobieren

Das große Angebot macht es praktisch unmöglich, einen Dienstleister anhand einer App zu empfehlen. Unser Tipp ist, zu Hause nach einer Vorauswahl mehrere Anbieter mit den gleichen Fotos zu testen und die Ergebnisse auf Optik, Papier und Beschnitt zu vergleichen. Das Gesamtpaket aus Bildqualität, Formatangebot und App muss stimmen.

Fotodienste im Vergleich:

Cewe: Für Postkarten und Fotobücher (im Bild) gibt es verschiedene Vorlagen, die sich füllen und anpassen lassen.
Vergrößern Cewe: Für Postkarten und Fotobücher (im Bild) gibt es verschiedene Vorlagen, die sich füllen und anpassen lassen.
Mit der Cewe-App lassen sich in einem Rutsch Fotos in unterschiedlicher Anzahl und Größe bestellen.
Vergrößern Mit der Cewe-App lassen sich in einem Rutsch Fotos in unterschiedlicher Anzahl und Größe bestellen.
Zumindest auf dem iPad überzeugt die Fujifilm-App. Sie bietet viel mehr Produkte als ihr Gegenstück fürs iPhone und arbeitet zudem zuverlässiger.
Vergrößern Zumindest auf dem iPad überzeugt die Fujifilm-App. Sie bietet viel mehr Produkte als ihr Gegenstück fürs iPhone und arbeitet zudem zuverlässiger.
Die Aldi-App wirkt etwas kahl, bietet aber viele Produkte an.
Vergrößern Die Aldi-App wirkt etwas kahl, bietet aber viele Produkte an.
Einschließlich Panoramen und Poster.
Vergrößern Einschließlich Panoramen und Poster.
Hinzu kommen eine einfache Bestellung und günstige Preise.
Vergrößern Hinzu kommen eine einfache Bestellung und günstige Preise.
Die iFolor-App überzeugt durch eine übersichtliche Oberfläche, die flexible Fotobestellung und Extras...
Vergrößern Die iFolor-App überzeugt durch eine übersichtliche Oberfläche, die flexible Fotobestellung und Extras...
... wie die Beschriftung auf der Rückseite oder einfache Effekte.
Vergrößern ... wie die Beschriftung auf der Rückseite oder einfache Effekte.
Die Fotobestellung von Pixum gleicht der von Cewe, reicht allerdings bis zum großen 20er-Format.
Vergrößern Die Fotobestellung von Pixum gleicht der von Cewe, reicht allerdings bis zum großen 20er-Format.
Größe und Anzahl lassen sich durch Antippen eines Fotos in der Übersicht individuell oder für alle Bilder anpassen.
Vergrößern Größe und Anzahl lassen sich durch Antippen eines Fotos in der Übersicht individuell oder für alle Bilder anpassen.

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