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Die besten VPN-Apps für Macs und iPhones

01.03.2021 | 16:20 Uhr | Stephan Wiesend

VPN-Dienste bieten Schutz vor Hackern und Behörden, beliebt sind sie aber auch bei Fans von US-Serien.

Immer wieder haben WLAN-Netze Sicherheitslücken, zuletzt hatte die Sicherheitslücke Krack wieder einmal darauf aufmerksam gemacht. Vor allem bei fremden Hotspots wie dem Hotel-WLAN oder Internet-Café raten Fachleute deshalb immer wieder zur Nutzung eines sogenannten VPN-Dienstes. Früher verwendeten eigentlich nur Firmen VPN, um ihren Mitarbeitern sicheren Zugang auf die Firmendaten zu erlauben, längst nutzen auch immer mehr Privatanwender diese Technologie – sowohl am Macbook als auch am iPhone.

Tipp: CyberghostVPN nur 2,- Euro/Monat

Wann soll man einen VPN-Dienst nutzen?

Für Firmenanwender ist die Nutzung eines VPN-Dienstes oft Pflicht, müssen doch Firmenserver mit unzähligen Firmendaten geschützt werden. Soll man aber beim privaten Surfen wirklich nur unter Schutz eines VPN-Dienstes Spiegel Online und Macwelt.de aufrufen? Für den Alltag finden wir dies übertrieben. Ist man aber beispielsweise im Urlaub auf das kostenlose WLAN der Dorfkneipe angewiesen, kann der zusätzliche Schutz eines VPN nicht schaden.

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Was ist VPN

Beim Thema VPN geht es eigentlich um drei völlig unterschiedliche Themen: Um den Schutz von Firmen, das Vortäuschen eines falschen Standortes und den Schutz vor Hackern. Per VPN-Tunnel schützt man wie mit einer Schutzschicht seine Datenverbindungen vor dem Rest des Internets. Statt sich direkt mit einem Firmenserver oder der BBC-Homepage zu verbinden, wird ein sogenannter VPN-Server dazwischengeschaltet und die Verbindung erfolgt verschlüsselt. Dissidenten sollen so ungestört kommunizieren, TV-Junkies durch Ländersperren geschützte US-Serien sehen und Firmenangehörige auf Firmendaten zugreifen können. Ob VPN aber auch kritische Journalisten vor Behörden schützt, ist strittig, in einigen Ländern wie Dubai und China sind sie schließlich verboten. Ein Grundproblem, das die VPN-Dienste lösen wollen: Jeder Surfer kann über seine IP-Adresse und weitere Browser-Daten identifiziert werden. Der Internetanbieter kann über die IP-Adresse den Nutzer identifizieren, der Serverbetreiber erfährt Wohnort, Betriebssystem und Browser-Modell. Da die Verbindung mit dem VPN-Server verschlüsselt wird, kann aber nichts „mitgeschnitten“ werden.

Anbieter 

Kosten

Homepage

Freedome

Drei Geräte für ab 30 Euro pro Jahr

https://www.f-secure.com 

iOS-App

Vyprvpn

Ab 64 Euro im Jahr, teurere Premium-Version mit "Chameleon"-Technologie

https://www.goldenfrog.com/DE/vyprvpn 

iOS-App

Cyberghost

45 Euro im Jahr

http://www.cyberghostvpn.com/de_de 

iOS-App

Equinux VPN Tracker

50 Euro pro Jahr, 12 Euro pro Monat

https://www.equinux.com/ 

iOS-App

Kaspersky Security Connection

Drei Geräte für 30 Euro im Jahr, 5 Euro im Monat

https://www.kaspersky.com 

iOS-App

Surfeasy

Ab 30 Euro im Jahr, 6 Euro im Monat.

https://www.surfeasy.com/lang/de/ 

iOS-App

Avast

Ein Gerät 48 Euro pro Jahr. 4 Euro pro Monat (Rabatte bei mehr als einem Jahr Laufzeit)

https://www.avast.com/ 

iOS-App

VPN Unlimited

 51 Euro pro Jahr, 10 Euro pro Monat

https://www.vpnunlimitedapp.com/ 

iOS-App

Norton

50 Euro pro Jahr (20 Euro im ersten Jahr)

https://de.norton.com/ 

IPvanish

75 Euro pro Jahr, 10 Euro pro Monat

 https://www.ipvanish.com/ 

iOS-App

mySteganos Online Shield

Ab 50Euro im Jahr, 8 Euro pro Monat

https://www.steganos.com/de/mysteganos-online-shield-vpn

iOS-App

NordVPN

115 Euro im Jahr, 11 Euro pro Monat

https://nordvpn.com/de/

iOS-App

Mehr Sicherheit beim Surfen

Surft man häufig in offenen oder schlecht geschützten WLAN-Netzen, ist ein VPN-Dienst ebenfalls interessant. Theoretisch können in einem ungeschützten WiFi-Netz Hacker den Datenverkehr mitschneiden und so Finanzdaten oder Passwörter erfahren. Fast jeder größere VPN-Anbieter hat neben Mac- und PC-Versionen Apps für Android und iOS im Angebot. Online-Trading oder Ebay-Shopping sind dann auch im ungeschützten WLAN-Café kein Sicherheitsrisiko.

Tipp: Deutlich sicherer als WLAN ist der Mobilfunk. Will man nur schnell seinen Kontostand überprüfen, kann man am iPhone auch einfach das WLAN deaktivieren und die Daten per LTE abrufen.

Übrigens sind viele VPN-Dienste in Ländern wie China oder Saudi-Arabien nicht verwendbar, da VPN-Dienste auf nationaler Ebene geblockt werden, was in China auch als Great Firewall bekannt ist. Möglicherweise macht man sich aber durch Nutzung eines VPN-Dienstes hier erst richtig verdächtig. Offenbar wird hier VPN aber genutzt, um auf Dienste zuzugreifen, die in diesen Ländern gesperrt sind.

Die günstigsten VPN-Anbieter im Überblick

So installiert man einen VPN-Dienst

Ein VPN-Dienst wie 1.1.1.1 wird unter iOS wie jede andere App installiert. Die Besonderheit: Beim ersten Programmstart muss ein sogenanntes Profil installiert werden. Das sind Konfigurationsbefehle, über die der VPN-Dienst konfiguriert wird. Sie werden deshalb vom System gefragt, ob Sie der Installation zustimmen. Später kann man über die App dann diesen Dienst ein- und ausschalten – fast wie WLAN oder Mobilfunk.

Beim ersten Start einer VPN-App werden Sie um Erlaubnis gefragt, einen Zugang einzurichten. Danach können Sie VPN ein- und ausschalten.
Vergrößern Beim ersten Start einer VPN-App werden Sie um Erlaubnis gefragt, einen Zugang einzurichten. Danach können Sie VPN ein- und ausschalten.

Tipp: Eine aktive VPN-Verbindung erkennen Sie über ein VPN-Symbol neben dem WLAN und Mobilfunk-Symbol. Es ist aus Platzgründen aber meist nur bei Aufruf des Kontrollzentrums zu sehen.

VPN-Dienste für Privatanwender

Genau genommen sind VPN-Angebote wie Okay Freedom oder NordVPN weniger Programme als Serverdienste. Sie bieten den verschlüsselten Zugriff auf ihre Server, was die Anbieter sich in der Regel durch eine Monatsgebühr bezahlen lassen. Neben dem Schutz vor Hackern und Regierungen sorgt dies für weniger Datenspuren. Da die Internetzugriffe über einen anderen Server erfolgen, bleibt die eigene IP-Adresse unbekannt. An Filmfans wendet sich die Option, Server in anderen Ländern zu nutzen. Über ein Auswahlmenü kann man in der Regel aus mehreren Ländern auswählen, will man beispielsweise BBC-Serien sehen, wählt man  einen Server in England. So bietet die US-Version von Netflix beispielsweise weitaus mehr Filme und Serien, steht deutschen Netflix-Abonnenten aber nicht zur Verfügung. Aber auch der Zugriff auf deutsche TV-Sender ist vom Urlaubsort ohne VPN-Server oft nicht möglich. Urheberrechtlich ist dies allerdings bedenklich. Der private Zugriff auf ausländische Live-Streams wird zwar nicht strafrechtlich verfolgt , rechtlich ist die Nutzung aber strittig. Aktuell wird dies zwar nicht strafrechtlich verfolgt, von Netflix wird aber die Nutzung von VPN-Servern behindert und bekannte VPN-Anbieter werden immer wieder gesperrt.

TV-Sendungen werden oft für Surfer aus anderen Ländern geblockt.
Vergrößern TV-Sendungen werden oft für Surfer aus anderen Ländern geblockt.

In der Praxis sind Fans von US-TV- oder BBC-Serien die größte Nutzergruppe. Ohne viel Rücksicht auf Verwerter werben viele VPN-Dienste damit sogar recht offen oder bieten alternativ einen günstigeren Proxy-Serverdienst ohne Verschlüsselung an.

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Kosten für VPN im Überblick

Für VPN-Dienste gilt der alte Grundsatz „There is no free lunch“. Der Betrieb eines leistungsfähigen Servers ist für den Betreiber teuer, da der entstehende Traffic bezahlt werden muss. Es gibt zwar kostenlose Dienste, oft sind diese aber sehr langsam oder auf niedrige Datenraten beschränkt. So ist etwa das Tor Netzwerk eher dazu konzipiert, freien Informationsaustausch in Diktaturen zu ermöglichen – nicht, um kostenlos US-Serien zu streamen.

Einige kommerzielle Anbieter bieten eine Freeware-Version, meist mit beschränkter Datenrate. Geht es einem um mehr Datensicherheit, nicht den Zugriff auf Netflix, ist auf dem iPhone und Mac etwa die App 1.1.1.1 interessant. Man kann hier keinen Standort auswählen, hat aber einen schnellen unbeschränkt nutzbaren VPN-Dienst zur Verfügung. Bereitgestellt wird der Dienst WARP von Cloudflare, einem renommierten IT-Riesen. Auch der DNS-Server wird hier verschlüssel, eine kostenpflichtige Version gibt es ebenso.

Was Funktionsweise und Bedienung betrifft, ähneln sich die Anbieter sehr. Geht es um Datensicherheit, sollte man auch auf den Firmensitz des Anbieters achten - die VPN-Server stehen zwar in den jeweiligen Ländern, die Vermittlung übernimmt schließlich ein Zentralserver der Firma. US-Firmen und Unternehmen in England stehen etwa unter starker staatlicher Kontrolle, ebenso deutsche Anbieter. Nicht ohne Grund hat deshalb Cyberghost seinen Firmensitz von Deutschland nach Rumänien verlegt. Viel Wert auf Datenschutz legt anscheinend auch das finnische Unternehmen F-Secure. Achten sollten man übrigens bei Abschluss des Vertrages auf die Kosten des zweiten Jahres – oft ist nur das erste Jahr verbilligt.

Wichtig ist die Leistungsfähigkeit der Server. So sinkt bei manchen preiswerten Anbietern an unserem Test-Anschluss (VDSL) die Download-Rate nach Wahl eines US-VPN-Servers schnell auf ein zwanzigstel. Störend ist in der Praxis außerdem die verringerte Latenz, die Reaktionsgeschwindigkeit der Verbindung. Da diese oft auf sehr niedrige Werte sinkt, sind beispielsweise Online-Spiele kaum möglich, aber auch die Bedienung von Webseiten ist manchmal sehr zäh. Wählt man einen Server, der näher am eigenen Standort ist, bleibt die Performance annähernd gleich. Misst man mit einem Tool wie Internet.io die Download- und Upload-Werte, muss man sich übrigens auf große Schwankungen der Messungen gefasst machen – je nach angebundenem Server und Entfernung.

VPN für Firmenangehörige

Um vom Heimbüro auf Firmendaten zugreifen zu können, nutzen Firmenanwender in der Regel einen VPN-Server des Unternehmens. Im Prinzip benötigt der einzelne Anwender keine eigene Zugriffssoftware für die Nutzung von VPN. Er bekommt eine sogenannte Profil-Datei von seiner Firma zugeschickt, und muss nur die Installation bestätigen. Jedes moderne System wie OS X und Windows, aber auch Android und iOS unterstützen die verbreitetsten VPN-Protokolle. Windows 10 bietet eine neue Einstellungs-App ,  iOS und Android verstehen sich  beispielsweise auf (das als unsicher geltende) PPTP, L2TP/IPSec, iOS kann außerdem Cisco IPSec nutzen.

Interessant werden VPN-Tools wie Viscosity oder VPN Tracker, wenn eine Firma besondere VPN-Server verwendet oder man mehr Komfort und Sicherheit gewährleisten will. Obwohl es plattformübergreifende Standards gibt, kann die Konfiguration zum Problem werden – etwa falls die Open Source-Version OpenVPN verwendet wird oder das für die VPN-Verbindung zuständige VPN-Gateway spezielle Konfigurationseinstellungen benötigt. Abhilfe versprechen auf dem Mac Tools wie VPN Tracker, das Konfigurationsprofile für viele Hersteller und VPN-Gateways bietet. Gute OpenVPN-Unterstützung bietet ebenso die Freeware Tunnelblick , von Equinux gibt es die kommerzielle Lösung VPN Tracker.

Fazit:

VPN-Dienste sind ein gutes Geschäft für die Anbieter. So bieten wohl nicht zufällig immer mehr Hersteller von Antivirensoftware   VPN-Abos an. Für den Alltag finden wir die Nutzung eines VPN-Dienstes allerdings etwas übertrieben. Die zusätzliche Sicherheit ist nach unserer Einschätzung nur in Einzelfällen wirklich gerechtfertigt, etwa bei Nutzung eines unsicheren WLAN-Netzes.

Der große VPN-Test: Die besten VPN-Dienste

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