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Virtualbox: Tipps zum Optimieren der VM

14.12.2019 | 09:21 Uhr |

Oracle Virtualbox ist eine beliebte und gut ausgestattete Virtualisierungsumgebung. Mit den folgenden Tricks reizen Sie das Tool voll aus.

Virtualbox behauptet sich trotz großer Konkurrenz durch die ebenfalls kostenlos angebotenen Vmware Player und Microsoft Hyper-V . Das liegt an einer Reihe von Funktionen fĂŒr fortgeschrittene Anwender und die gute Gesamtausstattung.

Highlights des Artikels:

Das ist neu in Virtualbox 6.x

Die kostenlose Virtualisierungs-Software Virtualbox bietet in der neuen Version 6.x einige Neuerungen, vor allem im Bereich der grafischen OberflĂ€che. Innerhalb der VMs lassen sich die Auflösungen besser skalieren und individualisieren. Die Grafik fĂŒr virtuelle Windows-Computer wurde verbessert, so dass sich auch 3D-Funktionen nutzen lassen. Zu den Verbesserungen bei virtuellen Linux-Computern gehört unter anderem ein VMSVGA-3D-Adapter.

Mit dem neuem Datei-Manager können Sie Daten zwischen VMs und dem Host-System wesentlich leichter austauschen. Das Tool funktioniert auch mit der Mac-Variante. In macOS kann das Host-Betriebssystem direkt die Daten der VM mounten und darauf zugreifen. Wer VMs im professionellen Umfeld betreibt, kann diese mit der neuen Version auch in die Oracle-Cloud importieren ohne Änderungen vorzunehmen.

Mit der überarbeiteten grafischen Oberfläche sollen sich VMs besser erstellen und verwalten lassen.
VergrĂ¶ĂŸern Mit der ĂŒberarbeiteten grafischen OberflĂ€che sollen sich VMs besser erstellen und verwalten lassen.
© Thomas Joos

Eine weitere Verbesserung seit Version 5.x ist die UnterstĂŒtzung fĂŒr Drag & Drop bei allen Gast-Betriebssystemen. Sie können jetzt beispielsweise vom Linux-Desktop oder Dateimanager eine Datei auf den Desktop des Gast-Systems ziehen und umgekehrt. Dazu mĂŒssen die Gast-Erweiterungen aktiviert sein. Damit das funktioniert, aktivieren Sie in den Einstellungen einer VM unter „Allgemein -> Erweitert“ bei „Drag‘n‘Drop“ die Option „bidirektional“.

Aktivieren von Drag`n Drop in Virtualbox
VergrĂ¶ĂŸern Aktivieren von Drag`n Drop in Virtualbox
© Thomas Joos

Ferner bietet Virtualbox Para-Virtualisierung. Dabei greift der Kernel des Gast-Systems ĂŒber eine abstrakte Verwaltungsschicht auf die Hardware-Ressourcen zu, was zu einer Verbesserung der Geschwindigkeit fĂŒhren kann. Der Kernel muss dafĂŒr speziell angepasst sein, was aber bei aktuellen Linux- und Windows-Systemen standardmĂ€ĂŸig der Fall ist.

FĂŒr neue virtuelle PCs verwendet Virtualbox  automatisch Para-Virtualisierung. Stammt die Installation von einer VorgĂ€ngerversion, können Sie in den Einstellungen unter „System -> Beschleunigung“ entweder „voreingestellt“ fĂŒr den automatischen Modus wĂ€hlen, oder Sie stellen „Hyper-V“ fĂŒr Windows-Systeme und „KVM“ fĂŒr Linux ein.

Konfigurieren der Beschleunigung in Virtualbox 6
VergrĂ¶ĂŸern Konfigurieren der Beschleunigung in Virtualbox 6
© Thomas Joos

Einzelne Anwendungen virtualisieren - so geht's

FĂŒr mehr Sicherheit sorgt eine Funktion, ĂŒber die sich virtuelle Festplatten mit AES (Advanced Encryption Standard) 128 Bit oder 256 Bit verschlĂŒsseln lassen. Der Start einer virtuellen Maschine ist dann nur nach einer Passwort-Abfrage möglich.

Um die Funktion zu nutzen, setzen Sie in den Virtualbox-Einstellungen unter „Allgemein -> FestplattenverschlĂŒsselung“ ein HĂ€kchen vor „FestplattenverschlĂŒsselung aktivieren“ und vergeben ein sicheres Passwort.

Aktivieren der Festplattenverschlüsselung
VergrĂ¶ĂŸern Aktivieren der FestplattenverschlĂŒsselung
© Thomas Joos

FĂŒr Server sind zwei neue Startmodi gedacht, die Sie ĂŒber den Pfeil neben der SchaltflĂ€che „Start“ aufrufen.

Der Modus „Ohne GUI starten“ fĂŒhrt die virtuelle Maschine im Hintergrund aus. Über einen RDP-Client (Remote Desktop Protocol) stellen Sie eine Verbindung her.

„Abkoppelbarer Start“ arbeitet Ă€hnlich. DarĂŒber lĂ€sst sich der virtuelle PC im Fenster starten, das Sie dann aber schließen können, ohne die virtuelle Maschine zu beenden. Auf einem Server können Sie VMs komplett ohne grafische OberflĂ€che ĂŒber das Kommandozeilentool Vboxmanage einrichten und starten.

Virtuelle Server starten
VergrĂ¶ĂŸern Virtuelle Server starten
© Thomas Joos

Mit den Pfeiltasten Àndern Sie ganz einfach die Boot-Reihenfolge Ihres virtuellen Computers in Virtualbox und weisen dem Gast-System mehr Arbeitsspeicher zu.

So weisen Sie dem Gast-System mehr Arbeitsspeicher zu
VergrĂ¶ĂŸern So weisen Sie dem Gast-System mehr Arbeitsspeicher zu
© Thomas Joos

Einstellungen der VM in Virtualbox Àndern

WĂ€hlen Sie einen virtuellen PC links in der Steuerkonsole von Virtualbox aus und klicken Sie auf „Ändern“. Im folgenden Dialog landen Sie im Bereich „Allgemein“. Unter „Erweitert“ schalten Sie die gemeinsame Zwischenablage und das Drag & Drop zwischen Host- und Gast-PC ein. Sie können dann beispielsweise eine Datei im Windows Explorer des Host-Rechners auswĂ€hlen und sie mit der Maus auf den Desktop des virtuellen Rechners ziehen.

Den zugewiesenen Hauptspeicher fĂŒr den virtuellen PC stellen Sie im Bereich „System -> Hauptplatine“ ein. Geben Sie den gewĂŒnschten Wert direkt in das entsprechende Eingabefeld ein oder bewegen Sie den Schieberegler nach rechts oder links.

Ebenfalls in diesem Register Ă€ndern Sie mit den Pfeiltasten die Boot-Reihenfolge (Diskette, CD/DVD-ROM, Platte und Netzwerk). Die beiden Einstellungen „IO-APIC aktivieren“ und „EFI aktivieren (nur spezielle GĂ€ste)“ sollten Sie unangetastet lassen. Die erstgenannte Option kann fĂŒr mehr Geschwindigkeit sorgen.

Im Register „Prozessor“ legen Sie fest, wie viele CPUs der virtuelle Computer nutzen soll. Je nach dem Prozessor im Host-PC lĂ€sst sich hier mehr als eine CPU mit dem Schieberegler einstellen. Automatisch wird dann IO-APIC aktiviert, sobald Sie die geĂ€nderten Einstellungen mit einem Klick auf „OK“ bestĂ€tigen.

Im Bereich „Anzeige“ stellen Sie ein, wie viel Speicher die Grafikkarte fĂŒr den virtuellen Rechner erhalten soll. Wenn Sie beispielsweise spielen oder grafikintensive Anwendungen im Zweit-PC ausfĂŒhren möchten, erhöhen Sie den Wert mit dem Schieberegler auf die Vorgaben der jeweiligen Anwendung. ZusĂ€tzlich schalten Sie die beiden Optionen „3D-Beschleunigung aktivieren“ und „2D-Videobeschleunigung aktivieren“ ein. BestĂ€tigen Sie die Änderungen.

NĂŒtzlich, wenn die Auflösung des virtuellen Systems zu groß ist. Mit der rechten Strg-Taste und C verlassen Sie den Modus in Virtualbox wieder.

Im Bereich „Anzeige“ stellen Sie ein, wie viel Speicher die Grafikkarte für den virtuellen Rechner erhalten soll
VergrĂ¶ĂŸern Im Bereich „Anzeige“ stellen Sie ein, wie viel Speicher die Grafikkarte fĂŒr den virtuellen Rechner erhalten soll
© Thomas Joos

Gast-PC nahtlos in das Host-Betriebssystem integrieren

Virtualbox unterstĂŒtzt bei der Anzeige von virtuellen Maschinen neben dem normalen Fenstermodus noch weitere Modi, die ein virtuelles System möglichst eng mit dem Host-System verzahnen sollen. Dabei ist es wichtig, die TastenkĂŒrzel von Virtualbox nicht zu vergessen, denn aus manchem Modus kommt man nur mithilfe der richtigen Tastenkombination wieder heraus zur normalen Fensteransicht.

Vollbildmodus: Ideal ist diese Anzeige, wenn gerade nur der Desktop und die Programme des Gast-Systems benötigt werden. Am unteren Bildschirmrand gibt es dabei eine Werkzeugleiste mit dem Virtualbox-MenĂŒ, das sich beim DarĂŒberfahren mit der Maus einblendet.


Grafiktreiber: 3D-UnterstĂŒtzung fĂŒr Windows

Um einem Windows-Gast-System eine Grafikdarstellung mit 3D-UnterstĂŒtzung zu entlocken, starten Sie die Installation der Gast-Erweiterungen. Dies erledigen Sie in der MenĂŒzeile des Virtualbox-Fensters mit dem Punkt „GerĂ€te -> Medium mit Gast-Erweiterungen einlegen“. Das virtuelle Installationsmedium meldet sich als eingelegte CD, von der aus sich das Setup starten lĂ€sst. Virtualbox 6 bietet hier einige Verbesserungen bezĂŒglich 3D-Grafikkarten.

Hinweis: Manchmal kann es fĂŒr die Einrichtung der Grafiktreiber nötig sein, das virtuelle System im abgesicherten Modus zu starten, was mit der Taste F8 wĂ€hrend des Windows-Starts gelingt.

Nahtloser Modus: Auf dem Host-System produziert dieser Modus einen Fenster-Mix, da Programmfenster aus dem virtuellen System direkt auf dem Desktop dargestellt werden. Voraussetzung dafĂŒr ist, dass es einen Desktop auf dem Gast-System gibt, ansonsten bleibt dieser Anzeigemodus deaktiviert.

NĂŒtzlich ist dies, wenn man mit einer bestimmten Anwendung aus dem virtuellen System arbeiten will, aber nicht dessen kompletten Desktop braucht. Mittels der Kombination von rechter Strg-Taste und L können Sie dann wieder in den ĂŒblichen Fenstermodus zurĂŒckschalten.


Virtualbox-Tricks fĂŒr Profis und Fortgeschrittene

Skalierter Modus: Diese Darstellung eignet sich fĂŒr Gast-Systeme, deren Auflösung grĂ¶ĂŸer ist als die verfĂŒgbare Bildschirmauflösung. Das Virtualbox-MenĂŒ ist dabei unsichtbar. Aus dem Modus geht es mit der rechten Strg-Taste und C wieder zurĂŒck zum Fenstermodus.

Das Kommandozeilentool Vboxmanage kann virtuelle Festplatten auch im Nachhinein noch vergrĂ¶ĂŸern. Dabei muss es sich aber um Festplatten mit dynamischer GrĂ¶ĂŸe handeln. Außerdem lassen sich seit Version 6.0 von Virtualbox Einstellungen bezĂŒglich DHCP und anderer Netzwerkbereiche besser mit Vboxmanage steuern.

Verwalten von Virtualbox in der Befehlszeile
VergrĂ¶ĂŸern Verwalten von Virtualbox in der Befehlszeile
© Thomas Joos

AbkĂŒrzung: Eine VM in Virtualbox direkt starten

Der Weg, eine virtuelle Maschine (VM) zu starten, fĂŒhrt ĂŒblicherweise ĂŒber die OberflĂ€che von Virtualbox. Zwar braucht es dort nicht viele Mausklicks, um das virtuelle System in Gang zu setzen. Wer aber meistens das gleiche System startet, kann dies auch direkt ĂŒber eine VerknĂŒpfung auf dem Windows-Desktop und in der Taskleiste sowie bei Ă€lteren Windows-Versionen im StartmenĂŒ erledigen.

Die Aufgabe, einen Starter auf dem Desktop abzulegen, können Sie einfach Virtualbox ĂŒberlassen. Klicken Sie dazu in dessen Programmfenster mit der rechten Maustaste auf den Eintrag der gewĂŒnschten virtuellen Maschine und wĂ€hlen Sie im MenĂŒ „Desktop-VerknĂŒpfung“ aus. Die resultierende VerknĂŒpfung erhĂ€lt auf diese Weise automatisch das VerknĂŒpfungsziel

<Pfad>\Virtualbox.exe --startvm <VM-Name> 

wobei der Platzhalter <VM-Name> die eindeutige ID der virtuellen Maschine ist. Die VerknĂŒpfung lĂ€sst sich dann auch in der Taskleiste oder im StartmenĂŒ ablegen. Bei mehreren VerknĂŒpfungen ist es empfehlenswert, das Symbol der VerknĂŒpfung in dessen EigenschaftsmenĂŒ unter „VerknĂŒpfung -> Anderes Symbol“ anzupassen, um mehrere VMs einfacher in der Taskleiste unterscheiden zu können. Einige passende Symbole liefert etwa die Datei Vboxres.dll im Programmverzeichnis von Virtualbox, das standardmĂ€ĂŸig unter "C:\ Program Files\Oracle\Virtualbox" liegt.


USB-GerÀte werden nicht erkannt

Obwohl das Windows-System ein angeschlossenes USB-GerĂ€t anstandslos erkennt, will es in der Virtualbox nicht funktionieren. Auch in der Liste unter „GerĂ€te -> USB-GerĂ€te“ taucht es nicht auf.

Unter Windows liegt dies zumeist daran, dass der USB-Treiber von Virtualbox nicht korrekt installiert wurde. Schließen Sie Virtualbox, gehen Sie in den Programmordner "C:\Program Files\Oracle\Virtualbox\drivers\USB\filter" von Virtualbox, klicken Sie dort die Datei Vboxusbmon.inf mit der rechten Maustaste an und wĂ€hlen Sie „Installieren“. Anschließend ist ein Windows-Neustart fĂ€llig.


Mehr Platz fĂŒr den Gast-PC: Virtuelle Festplatten vergrĂ¶ĂŸern

Bei virtuellen Systemen, die lange Jahre gepflegt und erweitert werden, kann es vorkommen, dass der Platz der virtuellen Festplatte nicht mehr ausreicht. In diesem Fall ist es natĂŒrlich leicht möglich, eine zweite, virtuelle Platte hinzuzufĂŒgen. Im Gast-System erscheint diese dann als separate Festplatte und muss noch in das bestehende Partitionsschema aufgenommen werden.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, die mit dem vorhandenen Partitionsschema arbeitet: Das Kommandozeilen-Werkzeug von Virtualbox kann nachtrĂ€glich eine virtuelle Festplatte ohne Neuinstallation des virtuellen Systems vergrĂ¶ĂŸern. Voraussetzung ist, dass es eine virtuelle Festplatte im nativen Format VDI oder in Microsofts VHD-Format ist. Zudem sollte es sich um Platten von dynamischer GrĂ¶ĂŸe handeln und Snapshots mĂŒssen deaktiviert sein.

Diese letzten beiden Voraussetzungen sind jedoch kein Hindernis, da Virtualbox auch dynamische Platten und Snapshot-Images in das benötigte Standardformat umwandeln kann. So funktioniert der gesamte Prozess inklusive Umwandlung:

FĂŒr die folgenden Befehle von Vboxmanage.exe benötigen Sie ein Fenster der Eingabeaufforderung und den Pfad zur virtuellen Festplatte. Üblicherweise liegen die VDI-Dateien von Virtualbox in den Unterverzeichnissen des Ordners "%Userprofile%\Virtualbox VM". Den genauen Pfad zu einer virtuellen Festplatte verrĂ€t Virtualbox unter „Ändern -> Massenspeicher“ nach einem Klick auf die Festplattendatei in der Liste im Feld „abgespeichert wo“. Hier lĂ€sst sich der Pfad auch mit einem Rechtsklick in die Zwischenablage kopieren.

Auf die VDI-Datei wenden Sie zum VergrĂ¶ĂŸern das Kommando "<Pfad>\VBoxManage.exe modifyhd <Dateiname> --resize <MB>" an, wobei <Dateiname> den Pfad zur VDI-Datei angibt und <MB> die neue GrĂ¶ĂŸe in Megabyte. Der Wert 20480 entsprĂ€che beispielsweise 20 GB. Vergessen Sie nicht, hier als <Dateiname> den neuen Dateinamen anzugeben, falls Sie eine Festplatte in Schritt 2 erst umgewandelt haben.

Nun mĂŒssen noch die Partitionen des Gast-Systems in der virtuellen Maschine auf die neue Festplatte ausgedehnt werden. Dabei hilft - wie bei tatsĂ€chlich physikalisch installierten Systemen - sowohl bei Windows- als auch bei Linux-Systemen der Partitionierer Gparted weiter. Sie können diesen in der virtuellen Maschine ĂŒber das Live-System Parted Magic starten, das bootfĂ€hig als ISO-Datei zum Download verfĂŒgbar ist. In Gparted markieren Sie die gewĂŒnschte Partition und gehen auf „GrĂ¶ĂŸe Ă€ndern/ Verschieben“, um die Partition auf die neue FestplattengrĂ¶ĂŸe auszudehnen. Bei Windows-Gast-Systemen ab Vista kann auch die Festplattenverwaltung (diskmgmt.msc) Partitionen ausdehnen.

Aus der Ferne: Gast-Systeme ĂŒber das Netzwerk nutzen

Wenn das Virtualbox Extension Pack installiert ist, steht ein Gast-System als Remote-Desktop auch ĂŒber das Netzwerk zur VerfĂŒgung. NĂŒtzlich ist dies, wenn ein zentraler PC mehrere Virtualbox-Maschinen fĂŒr schwĂ€chere Clients anbieten soll.

DafĂŒr aktivieren Sie den Remote-Desktop-Server und einen Netzwerkport in den Einstellungen einer virtuellen Maschine unter „Ändern -> Anzeige -> Fernsteuerung“. Aktivieren Sie daraufhin dort die Option „Server aktivieren“ und stellen Sie einen „Serverport“ zwischen 1024 und 65535 ein. Als Voreinstellung ist der Port 3389 angegeben.

Ab Windows 7 wird sich beim Start der virtuellen Maschine die Windows-Firewall selbststĂ€ndig mit der RĂŒckfrage melden, ob sie den eingestellten Port durchlassen soll. Bei Vista mĂŒssen Sie in der Systemsteuerung ĂŒber „System und Sicherheit -> Windows-Firewall -> Ein Programm oder Feature durch die Windows-Firewall zulassen“ noch manuell Virtualbox.exe und den eingestellten Port erlauben.


Windows 10 in Virtualbox einrichten

Bei dem verwendeten Protokoll handelt es sich um Microsoft RDP (Remote Desktop Protocol), das als Remote-Desktop-Verbindung unter Windows bekannt ist. Das gleichnamige Client-Programm gehört zum Standardzubehör aller Windows-Versionen. Dort geben Sie im Eingabefeld „Computer“ den Computernamen beziehungsweise die IP-Adresse des Virtualbox-Hosts ein sowie nach einem Doppelpunkt die Portnummer, etwa „192.168.1.2:3389“.

FĂŒr Server: Virtualbox fernsteuern

Die Remote-Desktop-Verbindung ist nĂŒtzlich, wenn es darum geht, sich zu einer laufenden VM zu verbinden. Aber wie lĂ€sst sich Virtualbox selbst ĂŒber das Netzwerk steuern, um Maschinen zu starten und anzuhalten?

Virtualbox unterstĂŒtzt fĂŒr diesen Zweck eine API, die mittels SOAP (Simple Object Access Protocol) mit anderen Programmen spricht. Diese FĂ€higkeiten von Virtualbox macht sich das PHP-Tool Phpvirtualbox zunutze, das ĂŒber einen Webserver auf dem Host-System eine WeboberflĂ€che fĂŒr Clients zur Fernsteuerung bereitstellt. Voraussetzungen dafĂŒr sind ein Webserver wie Apache auf dem Virtualbox-Host und PHP.

Diese Lösung ist deshalb eher fĂŒr Linux-Rechner geeignet, die als Virtualbox-Server im Netzwerk dienen sollen, da unter den ĂŒblichen Linux-Distributionen der Apache-Webserver mit PHP schnell eingerichtet ist. Der Vorteil besteht darin, dass andere PCs fĂŒr die Fernsteuerung von Virtualbox nur einen Browser und einen RDP-Client benötigen. Archive mit den PHP-Dateien und eine englischsprachige Anleitung bietet der Entwickler unter http://sourceforge.net/projects/phpVirtualbox (3,2 MB, GNU General Public License).

Das PHP-Projekt Phpvirtualbox braucht einen Webserver mit PHP. Auf dem Virtualbox-Host gibt es dann eine komplette WeboberflÀche zur Steuerung.

Server als virtuelle Maschinen (VM)

NatĂŒrlich eignet sich Virtualbox auch gut dazu, einen virtuellen Server aufzusetzen, der einfach bei Bedarf angeworfen wird und so keine eigene Hardware benötigt. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist es von Vorteil, wenn die virtuelle Maschine ihre Serverdienste im lokalen Netzwerk anbieten kann.

Die Standardeinstellung neu erstellter Maschinen ist NAT (Network Address Translation) fĂŒr deren Netzwerkverbindung. Dabei bildet das Gast-System mit dem Host ein eigenes Netzwerk. Der Host agiert als Router, der die Netzwerkpakete des Gastsystems ins physikalische Netzwerk weiterreicht – aber nicht umgekehrt eingehende Pakete an die virtuelle Maschine weitergibt.

Damit das virtuelle System als eigenstĂ€ndiger Netzwerkteilnehmer mit eigener IP-Adresse im lokalen Netzwerk auftritt, gehen Sie in Virtualbox fĂŒr die ausgewĂ€hlte, ausgeschaltete VM auf „Ändern -> Netzwerk“ und wĂ€hlen im Feld „Angeschlossen an“ die „NetzwerkbrĂŒcke“. Ab dem nĂ€chsten Start erhĂ€lt das Gast-System vom DHCP-Server im lokalen Netz (meistens der Router) seine eigene IP und ist unter dieser erreichbar. Auch hier wird sich, falls noch nicht geschehen, die Firewall von Windows 7,8/8.1 und 10 mit der RĂŒckfrage melden, ob Sie Virtualbox ins Netz lassen möchten.

USB 3.0 und RDP: Erweiterungspaket installieren

Virtualbox startete als Projekt der baden-wĂŒrttembergischen Firma Innotek, die zuvor schon an Virtual PC arbeitete, bevor Microsoft diesen Virtualisierer ĂŒbernahm. Ab 2004 erschien Virtualbox in zwei Versionen: Einmal unter einer kommerziellen Lizenz mit USB-2-Support und eingebautem RDP-Server sowie als eingeschrĂ€nkte Open-Source-Version ohne diese Merkmale. 2008 ĂŒbernahm Sun Microsystems und spĂ€ter Oracle die Entwicklerfirma und fĂŒhrte beide Versionen in eine einzige zusammen, die seither unter der GNU General Public License 2 freigegeben ist.

Die erweiterte USB-UnterstĂŒtzung und RDP wurden dafĂŒr in ein optionales Erweiterungspaket ausgelagert, das als Freeware (kostenlos fĂŒr private Nutzung) zum nachtrĂ€glichen Download bereitsteht. FĂŒr den kompletten Funktionsumfang ist es aus diesem Grund noch notwendig, nach der Installation von Virtualbox das Virtualbox Extension Pack jeweils in der passenden Version herunterzuladen und dann in der Virtualbox ĂŒber „Datei -> Einstellungen -> Zusatzpakete“ zu installieren oder einfach doppelt anzuklicken.

Portable Virtualbox nutzen

Wichtigste Grundlage des eigenen Windows-PCs auf dem USB-Stick ist die Open-Source-Software Portable Virtualbox. Das Tool baut auf die kostenlose Virtualisierungslösung Oracle Virtualbox auf. Portable Virtualbox mĂŒssen Sie im zunĂ€chst herunterladen . Anschließend entpacken Sie das Archiv auf den USB-Stick. Dieser sollte mindestens 16 GB Speicherplatz haben, um VMs darauf zu erstellen.


macOS Mojave mit Oracle Virtualbox virtualisieren

Bitte beachten Sie, dass Sie nach Apples Lizenzvereinbarung fĂŒr macOS (2.J) das Betriebssystem nur auf Apple-Hardware installieren dĂŒrfen. Virtualisierte Installation auf einem Windows-Rechner ist somit illegal. (Anm. der Macwelt-Redaktion).

Es gibt verschiedene Wege, macOS Mojave zu virtualisieren. Meistens werden VMware Workstation oder Oracle Virtualbox verwendet. FĂŒr die Virtualisierung finden Sie im Internet viele Anweisungen, um eine virtuelle Festplatte herunterzuladen. Allerdings ist es sicherer und im Grunde genommen auch effektiver, wenn Sie sich eine eigene ISO-Datei erstellen. Dazu laden Sie sich das Installationsprogramm von macOS Mojave herunter.

Unter Virtualbox können Sie eine VM für macOS erstellen
VergrĂ¶ĂŸern Unter Virtualbox können Sie eine VM fĂŒr macOS erstellen
© Thomas Joos

Das funktioniert ĂŒber den App-Store auch dann noch, wenn Sie Mojave bereits installiert haben. Aus dem Downloader können Sie eine ISO-Datei erstellen, mit der Sie wiederum in einer VM macOS Mojave installieren können. Sie mĂŒssen dazu mit einem Terminal unter einer Installation von macOS arbeiten:

hdiutil create -o /tmp/Mojave.cdr -size 6000m -layout SPUD -fs HFS+J 
hdiutil attach /tmp/Mojave.cdr.dmg -noverify -mountpoint /Volumes/install_build 
sudo /Applications/Install\ macOS\ Mojave.app/Contents/Resources/createinstallmedia --volume /Volumes/install_build 
mv /tmp/Mojave.cdr.dmg ~/Desktop/ 
hdiutil detach /Volumes/Install\ macOS\ Mojave/ 
hdiutil convert ~/Desktop/Mojave.cdr.dmg -format UDTO -o ~/Desktop/Mojave.iso 

Anschließend können Sie die ISO-Datei verwenden, um in Virtualbox macOS Mojave zu installieren. Um die CDR-Datei in eine funktionsfĂ€hige ISO-Datei umzuwandeln, die auch unter Windows funktioniert, verwenden Sie noch folgenden Befehl:

hdiutil convert /path/imagefile.cdr -format UDTO -o /path/convertedimage.iso 

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