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Warum bei M1-Macs ein bootfähiges Backup sinnnlos ist

30.05.2021 | 10:00 Uhr | Stephan Wiesend

Bei einem Mac mit M1-Prozessor können zwar bootfähige Backups erstellt werden, dabei gibt es aber einen Haken.

Die Backupsoftware Carbon Copy Cloner von Bombich Software wird seit Jahrzehnten für die Erstellung bootfähiger Backups eines Macs genutzt. Das ist auch bei allen aktuellen Intel und M1-Macs möglich, ein eigener Assistent führt durch die Erstellung einer solchen Kopie. Vor allem bei erfahrenen Anwender sind diese bootfähigen Kopien als Alternative zu Time Machine beliebt, ermöglichen Sie doch bei einem Totalausfall oder fehlerhaften Update die sofortige Weiterarbeit. Auch bei einem der neuen Apple-Silicon-Rechner kann man ein bootfähiges Backup erstellen, bei einem Ausfall von Hardware wie einem SSD-Defekt ist dies aber so gut wie sinnlos. Wie jetzt Mike Bombich in einem Blog-Beitrag erläutert , gibt es gleich zwei Gründe, die diese Backup-Form langfristig obsolet machen wird: macOS und die M1-Chips.

Kommende Probleme mit macOS

Grundsätzlich kann man ab macOS Big Sur nur noch mit Apple Software Restore, einem Systemtool, eine komplette Systemkopie erstellen. Auch die Software Carbon Copy Cloner muss für das Erstellen einer Systemkopie nun im Hintergrund auf dieses Tool zurückgreifen. Das Problem: Das Tool hat einige Macken und ist eigentlich eher für Systemverwalter gedacht. Bei Backup-Programmen eigentlich selbstverständliche Funktionen wie Versionierung werden nicht unterstützt. Wie Bombich von Apple erfuhr, werden außerdem zukünftige Versionen von macOS keine Kopien von Systemdateien mehr erlauben. Man kann dann zwar weiterhin ein Backup seiner Arbeitsdateien wie Dokumente erstellen, nicht dagegen ein komplettes System mit allen Einstellungen und installierten Programmen.

Das Tool asr ist für das Erstellen von Systemkopien zuständig.
Vergrößern Das Tool asr ist für das Erstellen von Systemkopien zuständig.

Sicherheitseinschränkungen durch M1-Chips

Ein noch gewichtigeres Problem, das aktuell bereits besteht: Man kann bei einem M1-Mac aktuell zwar noch eine bootfähige Kopie des Systems erstellen. Ein Mac kann aber nur noch von diesem System starten, wenn er auf eine funktionsfähige interne SSD zugreifen kann. Für das Booten des Systems muss nämlich ein spezielles Volume namens iBoot auf dieser SSD intakt sein. Ist aber durch einen Defekt die SSD ausgefallen, kann ein M1-Mac mangels Volume nicht mehr starten. Da man sich eigentlich mit bootfähigen Backups gegen dieses Fall schützen will, werden diese Backups so gut wie wertlos.

Aktuell erstellt die neue Version von Carbon Copy Cloner deshalb als Standard nur noch nicht-bootfähige Backups. Bei einem neuen Mac (etwa dem Ersatz) kann man bei der Einrichtung auf diese Backups zugreifen – was aber auch bei Time-Machine-Backups möglich ist.

Unsere Meinung:

Apple bringt diese Neuerungen nicht ohne Grund: Das Booten von einem externen Medium war schließlich eine Sicherheitslücke, die Zugriff auf interne Daten ermöglichte – soweit sie nicht verschlüsselt waren. Für viele erfahrene Anwender ist dies aber eine schlechte Nachricht, hatte man mit externen Medien doch mehr Flexibilität und ist doch bei einem Defekt nicht immer gleich ein Ersatzrechner verfügbar. Ärgerlich ist dies aber wohl vor allem für Bombich Software und andere Hersteller wie Super Duper! – fällt doch langfristig eine der zentralen Programmfunktionen weg.

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