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Was iPhone und Apple Watch ab iOS 14 außer Schritten messen

12.07.2020 | 08:14 Uhr | Halyna Kubiv

Die 10.000-Schritte-Marke beruht wie bekannt auf einem Marketing-Trick, die Apple Watch und das iPhone messen ab Herbst noch mehr Parameter.

Die wahrscheinlich hartnäckigsten Mär im Fitness-Bereich ist wohl, dass man am Tag rund 10000 Schritte machen muss, um gesund und fit zu bleiben. Die Apple Watch und das geeignete iPhone zählen zwar Schritte, diese kann man in der Health-App unter "Aktivität" nachschauen, doch die Anzahl war nie ein Parameter für Trainings oder Fitness, die drei berühmten Ringe zeigen eher Aktivitätskalorien, Trainings-Minuten und Stehzeiten der Nutzer pro Tag.

Ab iOS 14 und watchOS 7 wird dennoch die Gesundheits-App deutlich mehr Auswertungen rund um gegangene Schritte zeigen, doch von dem einfachen Aufzählen der ersten Pedometer sind diese weit entfernt. Mit der neuen Gesundheitskategorie " Mobilität " stellt Apple Nutzern, App-Entwickern und Forschern jede Menge neue Daten, die Beweglichkeit des Nutzers bewerten und auf seine Gesundheit und Fitness schließen sollen.

Neben der Schrittmenge kann ein iPhone ab iPhone 8 abmessen, wie lang die einzelnen Schritte sind, wie schnell der Nutzer sich auf einer ebenen Fläche fortbewegen kann, wie symmetrisch oder asymmetrisch sein Gang ist und wie lange der sich beim Gehen auf beiden oder auf einem Bein befindet. Diese einzelnen Auswertungen können auf die Mobilität des Nutzers schließen, bei einer Verletzung beispielsweise, wie schnell sich der Patient erholt und regeneriert, im hohen Alter – wie selbstständig der Mensch sein kann. Bei der Schrittlänge kann man beispielsweise auf die Langzeitmobilität schließen: Je längere Schritte ein Mensch macht, desto mehr Kraft und Gleichgewicht dabei benötigt wird. Krankheiten und zunehmender Alter können sich auf die Schrittlänge auswirken, so dass die Schritte kürzer werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Gehtempo : Je schneller ein Mensch geht, desto gesünder und fitter sollte dieser sein. Mit dem Alter kann sich das eigene Gehtempo verlangsamen. Tritt eine solche Verlangsamung plötzlich auf, kann dies auf weitere gesundheitliche Veränderungen hinweisen. Das iPhone kann die beiden Parameter automatisch aufzeichnen, wenn man das Gerät ungefähr in Taillenhöhe trägt und eine konstante Zeit über einen ebenen Boden geht.

Außer den naheliegenden Metriken wie Tempo und Schrittlänge kann das iPhone den asymmetrischen Gang und bipedale Abstüzungsdauer auswerten. Beim asymmetrischen Gang handelt sich um ein Verhältnis der jeweiligen Belastung eines Fußes beim Gehen. Wird ein Fuß schneller oder langsamer belastet als der andere, stellt dies die Health-App in einer neuen Auswertung dar. Je niedriger die Prozentzahl darin, desto ausgeglichener ist der Gang des Nutzers. Verwandt damit ist die bipedale Abstützungsdauer . Was an sich ziemlich sperrig klingt, beschreibt eigentlich die Zeit im prozentualen Verhältnis, während der sich der Nutzer auf einem Bein statt zweien beim Gehen abstützt. Das deutet auf ein besseres Gleichgewicht und liegt normalerweise im Bereich von 20 bis 40 Prozent, je niedriger dieser Wert, desto besser.

Laut Apple wertet das iPhone nicht jeden Spaziergang aus, nur bestimmte Einheiten, wenn sich der Nutzer mit konstanter Geschwindigkeit auf einer ebenen Oberfläche bewegt. Diese gleichmäßigen Spaziergänge werden über eine bestimmte Dauer überwacht und ausgewertet, die Ergebnisse sieht der Nutzer in der Health-App. Ein weiterer Parameter, der auf diesen Berechnungen beruht, ist die Schätzung des 6-Minuten-Gehtests. Wie weit ein Mensch in sechs Minuten gehen kann, schließt auf seine körperliche Belastbarkeit, je höher die Werte bei diesem Test, desto besser können die Werte bei Herz-, Atem-, Kreislauffunktionen sein. Das Problem ist nur, dass diese Tests meist in den Krankenhäusern durchgeführt werden. Dazu haben die Ärzte keine Referenzgrößen, sagen wir, vor Verletzung, um die aktuellen Ergebnisse dieses Tests in einen Kontext zu setzen. Ein iPhone ab iOS 14 und iPhone 8 wird die Healt-App anhand der realen Daten diese Vorhersagen in regelmäßigen Abständen erstellen.

Wer noch die Apple Watch trägt, sieht in der Mobilitätszusammenfassung weitere Parameter: die Geschwindigkeit beim Treppensteigen auf- und abwärts, VO 2 max und der bereits beschriebene 6-Minuten-Gehtest. Die Geschwindigkeit beim Treppensteigen ist nur der Apple Watch Series 5 vorbehalten, die restlichen Auswertungen kann die Apple Watch Series 4 und neuer erstellen. In einem Nebensatz hat Apple zudem erwähnt, dass auch die Airpods (wahrscheinlich nur Pro) im Stande sein werden, solche Daten zu erfassen und auszuwerten.

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