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Was man bei Home Office beachten muss

14.01.2020 | 12:40 Uhr |

Mobiles Arbeiten, sei es unterwegs oder im Home Office, setzt sich zunehmend durch. Doch wer seiner T├Ątigkeit nicht am Arbeitsplatz im Unternehmen, sondern mobil nachgeht, sollte die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Ein Checkliste lesen Sie hier.

Die moderne Technik macht es m├Âglich: Theoretisch ist dank Laptop , Breitband, Cloud etc. fast niemand mehr an einen festen Arbeitsplatz gebunden. Tats├Ąchlich ├╝berlassen es immer mehr Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, von wo aus sie arbeiten wollen. Das macht den Job attraktiver und steigert die Zufriedenheit. Mobilarbeit und Home-Office-T├Ątigkeit bieten Vorteile wie Flexibilit├Ąt, h├Âhere Selbstbestimmung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Schon heute gehen rund 20 Prozent der Besch├Ąftigten mehrmals im Monat ihrer T├Ątigkeit au├čerhalb des Betriebs nach und der Trend l├Ąsst vermuten, dass sich der mobile Arbeitsplatz noch mehr verbreiten wird. Wer mobile Arbeit anbieten oder selbst vom mobilen Arbeitsplatz profitieren m├Âchte, sei es daheim, in der Bahn, beim Kunden, im Freibad oder Caf├ę, sollte sich aber auch ├╝ber rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen Gedanken machen.

Wer mobile Arbeit anbieten oder selbst vom mobilen Arbeitsplatz profitieren m├Âchte, sei es daheim, in der Bahn, beim Kunden, im Freibad oder Cafe, sollte sich aber auch ├╝ber rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen Gedanken machen.

1. Wer entscheidet, ob mobil gearbeitet wird?

Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf einen mobilen oder h├Ąuslichen Arbeitsplatz . Letztlich entscheidet also der Arbeitgeber, dem die Gestaltungsfreiheit der betrieblichen Organisation zusteht. Wenn Mobilarbeit allerdings bereits in einem nennenswerten Umfang ohne Regelungsgrundlage gew├Ąhrt oder geduldet wird, k├Ânnen Anspr├╝che aus einer betrieblichen ├ťbung entstehen.

2. Wie ist die Rechtslage, wenn ein Mitarbeiter Arbeit mit nach Hause nimmt?

Wer Ausdrucke, Dateien oder weitergeleitete E-Mails mit nach Hause nimmt, riskiert arbeitsrechtliche Sanktionen, je nach Sensibilit├Ąt der Informationen sogar bis hin zur K├╝ndigung . Mitarbeiter sollten sich daher vorher mit dem Arbeitgeber genau abstimmen, ob und welche Firmenunterlagen sie mit nach Hause nehmen d├╝rfen. Arbeitgeber hingegen sollten beachten, dass auch stillschweigendes Dulden von Mobilarbeit einen Anspruch des Mitarbeiters begr├╝nden kann. Ohne Regelungen sollte daher die Arbeit au├čerhalb des B├╝ros eine Ausnahme darstellen.

3. Welche Voraussetzungen m├╝ssen f├╝r Mobilarbeit gegeben sein?

Grunds├Ątzlich muss die T├Ątigkeit des Mitarbeiters daf├╝r ├╝berhaupt geeignet sein. Betriebliche Termine, Kundentermine und Besprechungen sollten Vorrang haben. Wenn die Mobilarbeit ohne St├Ârung in die betrieblichen Abl├Ąufe eingef├╝gt werden kann, sollte au├čerdem die gleiche Effizienz der Arbeitsleistung wie bei Pr├Ąsenzarbeit sichergestellt werden.

Auch die ad├Ąquate Hardware muss gegeben sein: Ein eingerichtetes mobiles Endger├Ąt muss zur Verf├╝gung stehen und die Internet-Verbindung muss eine ausreichende Geschwindigkeit haben. Hard- und Software m├╝ssen eine sichere Verbindung zum unternehmensinternen Datennetz und Kommunikationsnetz sowie ausreichende Datensicherung gew├Ąhrleisten.

4. Wie wird die Arbeitszeit au├čerhalb des Betriebs erfasst?

Nach dem Urteil des EuGH vom 14. Mai muss zuk├╝nftig auch die Arbeitszeit im Home Office genau erfasst werden.

Die H├Âchstarbeitszeit pro Tag (maximal zehn Stunden), die Ruhezeiten (mindestens elf Stunden) sowie das Sonn- und Feiertagsverbot m├╝ssen eingehalten werden. ├ťbrigens: Vergleicht man die durchschnittlichen Wochenstunden von Mitarbeitern in Mobilarbeit und im B├╝ro, so arbeiten Mitarbeiter in Mobilarbeit im Durchschnitt rund vier Stunden pro Woche mehr.

Neben dem Arbeitszeitgesetz muss der Arbeitgeber - insbesondere beim Home Office - auch andere Arbeitsschutzvorkehrungen treffen (Gef├Ąhrdungsbeurteilung, Schutzma├čnahmen, Unterweisung und Vorschriften f├╝r Bildschirmarbeitspl├Ątze) und der Mitarbeiter selbst ist verpflichtet, w├Ąhrend des mobilen Arbeitens die Anforderungen an einen sicheren Arbeitsplatz zu gew├Ąhrleisten.

5. Wie sieht es in Zeiten der DSGVO mit dem Datenschutz aus?

Der Arbeitgeber muss die n├Âtigen Schutzvorkehrungen treffen. Zum Beispiel kann ├╝ber die Nutzung von VPN -Verbindungen ein sicherer Datentransfer garantiert werden. Wichtig ist, dass nur vom Arbeitgeber freigegebene Software und Dateien verwendet werden. Der Mitarbeiter muss sicherstellen, dass au├čer ihm niemand, auch keine Familienangeh├Ârigen, Zugang zu den verwendeten mobilen Endger├Ąten erh├Ąlt. Au├čerdem d├╝rfen Passw├Ârter nicht an Dritte weitergegeben werden oder fahrl├Ąssig leicht zug├Ąnglich aufbewahrt werden. Dienste wie WhatsApp sollte man besser nicht auf dem Diensthandy installieren - sie greifen oft auch unbemerkt auf alle Kontakte zu.

Neben der Pflicht zum Datenschutz hat beim mobilen Arbeiten der Mitarbeiter selbst aber auch ein Recht auf Datenschutz. Der Arbeitgeber darf Betriebsmittel und Arbeitsleistung nur unter Ber├╝cksichtigung der datenschutzrechtlichen Vorschriften kontrollieren.

6. Hat der Betriebsrat ein W├Ârtchen mitzureden?

Nicht bei der Entscheidung f├╝r oder gegen mobiles Arbeiten an sich. Bei manchen ├änderungen hat der Betriebsrat allerdings ein Mitspracherecht, zum Beispiel bei ├änderung der Arbeitszeiten, der Nutzung von noch nicht mitbestimmten technischen Einrichtungen, der Verh├╝tung von Arbeitsunf├Ąllen oder bei Versetzungen. Auch in den Planungsprozess muss der Betriebsrat einbezogen werden. Der Arbeitgeber ist zur Unterrichtung verpflichtet und der Betriebsrat hat ein Initiativrecht bei konkreten Verst├Â├čen gegen die menschengerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes.

7. Wer tr├Ągt die Kosten f├╝r Ausstattung und Telekommunikation?

Wenn der Arbeitnehmer Mobilarbeit gew├Ąhrt, muss er auch die erforderlichen Kosten ├╝bernehmen. Das schlie├čt die B├╝roausstattung, die technische Ausstattung und die Telekommunikationskosten mit ein. Entweder wird der Arbeitnehmer mit allem Notwendigen ausgestattet oder er nutzt seine eigenen Endger├Ąte (" Bring your own Devices "). F├╝r welche Variante oder Mischkonstellation man sich auch entscheidet, eine vertragliche Grundlage ist unverzichtbar.

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