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Web-Accounts löschen: von leicht bis unmöglich

03.05.2019 | 10:56 Uhr | Thomas Hartmann

Angemeldet ist man im Internet meist schnell, doch einen Account wieder loswerden, stellt sich oft als frustrierende Herausforderung dar.

E-Mail-Adresse, Name und Passwort reichen meistens, um sich bei einem Dienst im Internet anzumelden, manchmal braucht es auch noch Adresse und andere Details, etwa Sicherheitsfragen. Doch in fünf Minuten ist das spätestens erledigt, und man ist Mitglied hier oder dort. Sei es ein Online-Händler wie Amazon, soziale Netzwerke wie Facebook, Spieleaccounts wie Steam, Verkaufsgruppen wie Groupon oder Bezahldienste wie Paypal. Oft hat man schon längst vergessen, wo man überall Mitglied ist und macht sich auch ”keinen Kopf” deswegen. Aber häufig gibt es doch Gründe, einen Account loszuwerden, und sei es nur um ein Zeichen zu setzen, wie es zuletzt vielen erbosten Usern mit Facebook nach deren Datenskandalen ging. Nun hilft die Community im Netz sehr viel, schnell mal gegoogelt, und oft gibt es dann rasch Hilfe von anderen Usern, die das Procedere schon hinter sich haben und Tipps in die Foren stellen.

Ampelbewertung für Schwierigkeitsgrad

Deutlich komfortabler geht es mit der Website JustDelete.me . Hier findet man übersichtlich eine Auflistung bekannter Anbieter für Dienste und Abos im Internet, außer den oben schon genannten etwa auch Adobe, AOL, Bungie.net, DHL (Paket.de), GMX, IMDb, LinkedIn, Netflix, Reddit, Twitter und viele andere mehr, von denen manche spezieller sind und wohl nur von wenigen genutzt wurden oder werden. Dennoch.

Dazu gibt es eine Art Ampelbewertung für den Schwierigkeitsgrad, mit dem man sich nach Recherchen der Website von Dienst verabschieden kann: Grün für einfach, Gelb für mittelschwer, bei Rot wird es schon richtig hart, und Schwarz ist unmöglich zu kündigen, als Beispiel der Youtube-Account: hierzu erhält man auf Klick die Info, dass man dazu auch seinen kompletten Google oder Google+-Account löschen muss. Der eigene Youtube-Kanal immerhin lässt sich unabhängig davon stilllegen.

”Dunkle” Verschleierung durch Anbieter

JustDelete.me schreibt dazu, dass viele Firmen im Internet ”Dark Pattern”-Technologien einsetzen, die es den Usern schlicht schwer machen selbst herauszufinden, wie ein Konto zu löschen ist. Hier will man Abhilfe schaffen, indem man die Websites sammelt, nach Schwierigkeitsgrad, sich hier ganz oder wenigstens teilweise zu verabschieden, bewertet und wenn möglich praktische Hilfen wir einen direkten Link zum Löschen gibt, etwa bei Facebook (als mittelschwer eingestuft): wenn man hier auf den Namen des Netzwerks in der Auflistung von JustDelete.me klickt, landet man direkt auf der entsprechenden Seite zum Aktivieren des Kontos oder um sich sämtliche Informationen herunterzuladen. Sehr hilfreich! Bei anderen wie Adobe (”hart”) heißt es, hier muss man persönlich anrufen oder eine E-Mail senden. Vergleichbar ist es bei Amazon.

Der Abschied von Evernote (”unmöglich”) ist demnach im Grunde ausgeschlossen. Man könne seinen Evernote-Account gar nicht löschen, ihn lediglich temporär deaktivieren, heißt es da. Was aber nicht die gespeicherten Daten beseitigt, das muss man noch manuell vornehmen und synchronisieren, bevor man das Konto deaktiviert. Andere wie Twitter dagegen werden als ”leicht” eingestuft, wenn man darauf keine Lust mehr hat. Usw., man kann das für jeden aufgelisteten Dienst durchexerzieren, der einen interessiert oder wo man Mitglied ist.

Lösch-Info auch per Browser-Erweiterung

Es fehlt außerdem nicht der Hinweis auf eine entsprechende Google Chrome-Erweiterung , die einen Hinweis gibt, sobald man eine Website besucht, die bei JustDelete.me gelistet ist. Hier kommt man per Mausklick direkt zur Abmeldesite, soweit vorhanden, oder enthält die passenden Infos dazu.

Dieser dankenswerte Dienst gehört zu Background Checks , mit dem man allgemein Hintergrund-Recherchen zu bestimmten Person und sogar in öffentlich zugänglichen Strafregistern anstellen kann. Dies funktioniert so konkret allerdings nur in den USA. Der Link zur Abmeldung von Diensten wie Facebook klappt in den meisten Fällen aber auch aus Deutschland heraus.

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