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Wie Apple Watch Series 6 die Blutsauerstoffsättigung misst

16.09.2020 | 13:19 Uhr | Halyna Kubiv

Bei der Apple Watch Series 6 ist ein neuer Sensor eingebaut, der den Sauerstoffgehalt im Blut messen kann.

Die größte Neuerung bei der Apple Watch Series 6 ist die Möglichkeit, den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Dafür hat Apple seine Sensoren an der unteren Seite der Uhr überarbeitet: Neben den grünen und infraroten LEDs sind noch zusätzliche rote eingebaut, neu sind ebenfalls einige Fotodioden. Das Prinzip der Sauerstoffmessung ist der gleiche bzw. ähnliche wie bei der Pulsmessung: Die vier LED-Cluster durchleuchten die Haut und darunterliegenden Gefäße, die Fotodioden registrieren das zurück reflektierte Licht und können mit Algorithmen berechnen, wie viel Sauerstoff die roten Blutkörperchen gerade im Körper transportieren. Diese Berechnung basiert auf der Erkenntnis, dass das Blut umso roter erscheint, je mehr Sauerstoff sich mit den roten Blutkörperchen verbindet. Für die Sauerstoffbindung ist das Protein Hämoglobin darin zuständig, dieses beinhaltet in sich eisenhaltige Komplexe, die die Sauerstoff-Moleküle binden können. Bei der Bindung ändert sich die Farbe des Komplexes von dunkelrot zu hellrot, diese Änderung können die Fotodioden der Apple Watch aufnehmen. Für die Messung ist eine Extra-App auf der Apple Watch benötigt, mit gewohnt schöner Grafik leitet sie den Nutzer durch die Messung und stellt die gemessenen Daten dar, gleichzeitig schreibt sie die Messungen in die Health-App in den neuen Reiter "Blutsauerstoff". 

Laut Apple soll eine normale Sauerstoffsättigung des Blutes 95 bis 99 Prozent betragen, bei manchen Menschen ist diese Grenze jedoch etwas niedriger. Auch im Schlaf kann die Sättigung unter die 95-Prozent-Grenze sinken.

Die Anforderungen

Für die Sauerstoffmessung ist logischerweise die Apple Watch Series 6 benötigt, diese muss auf watchOS 7 aktualisiert sein und das gekoppelte iPhone auf iOS 14. Apple weist darauf hin, dass die Sauerstoffmessung nur in einigen Ländern verfügbar sein wird, allerdings ist die Übersicht der Feature-Verfügbarkeit noch nicht aktualisiert. Der Nutzer muss älter als 18 Jahre sein, wer seine Apple Watch über Familienfreigabe mit einem "fremden" iPhone koppelt, kann die Messung ebenfalls nicht nutzen. Vor der ersten Messung muss man die entsprechende App einrichten. Diese findet sich in der Health-App auf dem iPhone. Im Reiter "Entdecken" muss man den Bereich "Atemwege" wählen, dort wiederum "Sauerstoffsättigung", dort "Sauerstoffsättigung aktivieren".

Damit die App zuverlässig funktioniert, empfiehlt der Hersteller, eine ruhige Position einzunehmen, Sitzen beispielsweise. Die Hand darf sich nicht bewegen, die Uhr sollte fest am Handgelenk sitzen und nicht rutschen. Die Messung dauert fünfzehn Sekunden, danach präsentiert eine Prozentzahl des Sauerstoffgehalts im Blut.

Hintergrundmessung

Die Uhr misst den Sauerstoffgehalt auch ohne geöffnete App im Hintergrund. Dies passiert meistens, wenn sich der Nutzer nicht bewegt. Damit die Apple Watch ihre Messungen auch im Schlaf durchführt, muss der Nutzer in der Health-App den Schlafplan aktivieren. Die Ergebnisse der Hintergrundmessungen sind in der Health-App im Bereich "Atemwege" zu sehen. Da das rote Licht in der Dunkelheit stören könnte, erlaubt es die App auf der Watch, dass der Nutzer zum Beispiel im Theather-Modus oder beim Schlafen die Hintergrundmessung deaktiviert.

Einschränkungen

Ähnlich wie die EKG-App ist die Sauerstoff-App nur für Nutzer ab 18 Jahren aktiviert. Bei einem hohen Herzschlag (ab 150 Schläge pro Minute) kann die Uhr den Sauerstoffgehalt nicht genau messen. Ein Tatoo auf dem Handgelenk, an der Stelle, wo die Sensoren anlegen, kann die genaue Messung ebenfalls verhindern. Manche Tatoo-Arten und -Farben können das Licht der Sensoren komplett abschirmen, so dass die Messung nicht möglich ist. Vor allem für die Hintergrundmessungen wichtig: Apple hat festgestellt, dass die Arme neben dem Körper oder zu Fäusten formierte Hände ebenfalls die Ergebnisse verfälschen können. Ist es besonders kalt, ändern sich die Durchblutungseigenschaften in der Haut, dies kann ebenfalls zu den verfälschten Ergebnissen führen.

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