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Xcode Cloud: Good News für Entwickler

07.06.2021 | 23:00 Uhr |

Die WWDC ist eine Veranstaltung für Programmierer und auf der 2021er Keynote hat Apple wieder einige viel versprechende Technologien vorgestellt, die die Entwicklung von Apps vereinfachen und beschleunigen soll.

Auch wenn sich Tim Cooks Keynote hauptsächlich um neue Funktionen in iOS, iPadOS, macOS & Co drehte, einige interessante Themen waren auch für Programmierer schon dabei. Im Laufe der WWDC wird davon sicher noch mehr ans Licht kommen, doch einige Highlights sind jetzt schon bekannt.

Neuer Dienst: Xcode Cloud

Xcode Cloud ist ein neues Tool für Apple-Entwickler, das es einfacher machen soll, Apps zu erstellen, zu testen und für Betatest bereitzustellen. Es ist in Xcode 13 integriert
Vergrößern Xcode Cloud ist ein neues Tool für Apple-Entwickler, das es einfacher machen soll, Apps zu erstellen, zu testen und für Betatest bereitzustellen. Es ist in Xcode 13 integriert
© Apple

Mit „Xcode Cloud“ führt Apple einen neuen Online-Dienst ein, der sich nahtlos in die Entwicklungsumgebung Xcode 13 integriert. Der Dienst bietet laut Apple eine schnelle und einfache Möglichkeit für einzelne Entwickler und sogar ganze Teams jeder Größe, Apps effizienter zu erstellen, zu testen und anschließend für interne und externe Tester bereitzustellen. Damit erinnert Xcode Cloud zunächst dann den Dienst „Github“, der schon lange Zeit von den meisten Entwicklern zur Kollaboration benutzt wird. Doch Xcode Cloud will über ein reines Quellcode-Kontrollsystem hinausgehen. Der Dienst kann laut Apple Apps automatisch im Hintergrund in der Cloud erstellen, um die Prozessoren der lokalen Entwickler-Macs für andere Aufgaben freizuhalten. Auch paralleles Testen von mehreren Entwicklern soll über die Cloud stattfinden können. Programmierer sollen ihre Produkte dadurch auf einer simulierten Version jedes derzeit aktuellen Apple-Geräts testen können, ohne es physikalisch besitzen zu müssen. Die Kette zieht sich letztlich durch bis zum Build der App für Tester. Über die App Testflight lässt sich der Beta-Build dann an interne oder externe Betatester übermitteln. Testflight wird es nun erstmals auch für macOS geben. Ob man mit Xcode 13 nach wie vor Mac-Apps entwickeln kann, die nicht ausschließlich über den Mac-App-Store vertrieben werden müssen, ist noch unklar.

Auf der Keynote ließ Susan Prescott, Vice President der weltweiten Deverloper Relations durchblicken, dass der Dienst nicht kostenlos sein wird. Preise gab Apple jedoch noch nicht bekannt.

Swift wird paralleler

Mit den Updates und Verbesserungen in Swift und SwiftUI sollen Entwickler anspruchsvolle App-Benutzeroberflächen effizienter erstellen können.
Vergrößern Mit den Updates und Verbesserungen in Swift und SwiftUI sollen Entwickler anspruchsvolle App-Benutzeroberflächen effizienter erstellen können.
© Apple

Apples selbst entwickelte Programmiersprache Swift entwickelt sich ebenfalls weiter. Swift bietet jetzt eine integrierte Unterstützung für Parallelisierung. Das bedeutet, dass Entwickler einfacher Code schreiben können, der parallel also zeitgleich mehrere Aufgaben simultan ausführt. Das ist ein Schlüssel zum Erstellen von Apps, die auf Benutzereingaben reagieren müssen, während sie komplexe Aufgaben im Hintergrund abarbeiten. Dank der neuen Unterstützung in Swift sollen Entwickler nun schnellen, modernen und sicheren Code mit weniger Bugs schreiben können. Zudem sollen Apps dadurch die Vorteile moderner Multicore-Prozessoren in Apple-Geräten besser ausschöpfen.

Auch SwiftUI hat Neuerungen bekommen. Dazu gehören Verbesserung von Listenansichten, Such- und Filteranfragen, In-App-Bedienungshilfen und mehrspaltigen Tabellen.

Viele hatten gehofft, dass Apple Xcode auch für iPadOS bringen wird, doch dass passierte nicht, ein kleiner Schritt in diese Richtung stellen jedoch die neuen Swift Playgrounds in der Version 4 dar. Damit kann man das visuelle Design einer App direkt auf dem iPad per SwiftUI erstellen. App-Projekte lassen sich in Swift Playgrounds oder in Xcode öffnen und bearbeitet. Das interessante: Man soll sogar finale Apps erstellen und direkt vom iPad aus an den App Store senden können.

APIs für Augmented Reality

Application Programming Interfaces (APIs) sind Schnittstellen für Entwickler zu Funktionen aus dem Betriebssystem. Apple führt nun einige neue APIs für Augmented Reality ein. „RealityKit 2“ enthält nun eine Funktion namens „Object Capture“. Damit sollen Entwickler in der Lage sein, fotorealistische 3D-Modelle realer Objekte zu erstellen, indem sie auf dem iPhone oder iPad aufgenommene Fotos in für AR optimierte 3D-Modelle umrechnen. Diese Modelle lassen sich in AR Quick Look angezeigt oder in Reality Composer oder Xcode zu AR-Szenen zusammenstellen. Dadurch soll es einfacher werden, realistische AR-Apps zu erstellen. Laut Apple verwenden Softwarehersteller wie Maxon oder Unity die Funktion, um 3D-Inhalte in einigen der führenden 3D-Apps wie Cinema 4D und Unity MARS zu überführen.

Bessere Unterstützung für Spieleentwickler

Entwickler können die neuesten APIs für bessere Spiele auf iPhone, iPad und Mac nutzen.
Vergrößern Entwickler können die neuesten APIs für bessere Spiele auf iPhone, iPad und Mac nutzen.

Neue APIs in iOS, iPadOS und macOS sollen auch Spieleentwicklern helfen, die nächste Generation von Games zu entwickeln. Ein neues Tool zur Komprimierung von Texturen unterstützt nun Apples M1-Prozessor. Es soll dadurch Entwicklern erleichtern, High-End-Spiele auf alle Apple-Plattformen zu bringen. Darüber hinaus bietet ein neuer virtueller Gamecontroller fürs iPhone und iPad eine Methode zum Optimieren von Spielen, die Game-Controller-Unterstützung mitbringen.

Sonstiges und Fazit

Apple hat noch einige weitere coole Verbesserungen für Entwickler angekündigt. Programmierer können nun beispielsweise die Fähigkeiten von „Shazam“ zum Erkennen von Musikstücken in ihren Apps verwenden.

Was sich sonst noch auf der WWDC tut, wird man sicher in der laufenden Woche noch erfahren. Es bleibt jedenfalls spannend und es tut gut zu sehen, wie viel Aufwand Apple jedes Jahr in die WWDC steckt, um seine Software-Entwickler bei Laune zu halten.

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