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Zugriffsrechte und einfache Reparatur

21.10.2011 | 16:00 Uhr |

Zugriffsrechte und einfache Reparatur

Mit Festplatten-Dienstprogramm bietet Apple eine sehr gute Lösung, um Festplatten zu klonen, Disk-Images zu er-stellen und Basisreparaturen an Festplatten-Volumes vorzunehmen. Diese lassen sich mit einer Ausnahme auch direkt auf dem Startvolume durchführen. Die Jobs können ausgeführt werden, ohne vorher einen Clone der Festplatte anzulegen, sicherer ist der Weg mit einer Kopie. Da nahezu jeder Benutzer, der Dateiprobleme hatte, fortan mit Backups arbeitet, fällt die Anschaffung einer zweiten Festplatte sowieso an.

Festplatten-Dienstprogramm lässt sich am Mac unter OS X 10.7 in zwei Varianten nutzen. Sie können es direkt am Mac starten und die Verzeichnisstruktur prüfen und bei Bedarf reparieren lassen. Ferner können Sie das Volume auf Fehler prüfen, allerdings nicht reparieren.

Bis OS X 10.6 musste dazu von der Installations-DVD gebootet werden, neben dem Installationsprogramm für OS X enthält sie auch das Festplatten-Dienstprogramm. Mit OS X Lion wird automatisch eine zweite Partition auf der Festplatte installiert, das Notfall-Volume. Wird beim Start des Macs die Wahltaste ("alt") gehalten, lässt sich "Recovery HD" auswählen. Dem Benutzer stehen dann vier Optionen zur Verfügung, darunter auch das Festplatten-Dienstprogramm mit der Möglichkeit, das beschädigte Volume zu reparieren.

Versehentlich gelöschte Dateien

Ein dem Datenverlust durch defekte Volumes oder Verzeichnisse verwandtes Problem ist das versehentliche Löschen von Dateien. Beim normalen Löschen und auf einem intakten Volume wird dabei lediglich der Eintrag im Volume-Verzeichnis gelöscht - vergleichbar einem Eintrag in einem Inhaltsverzeichnis. Die eigentliche Datei ist noch vorhanden, ihr Speicherplatz vom Volume jedoch freigegeben. Mit dem kostenlosen Tool Photo Rec und verschiedenen kommerziellen Tools lassen sich die Dateien oftmals wiederherstellen. Vorbedingung ist hier eine externe Festplatte, auf die die geretteten Dateien übertragen werden. Während die kommerziellen Tools wie Macintosh Data Recovery (78 Euro) von Stellar Phoenix oder Data Rescue 3 (99 Dollar) von Prosoft eine komfortable Oberfläche bieten, verbirgt Photo Rec seine Herkunft aus der Kommandozeilen-Unix-Welt nicht. Das Tool stellt übrigens auch gelöschte Fotos auf Speicherkarten wieder her.

Professionelle Datenrettung

Bei der Festplatte unseres Macbook fruchtete keine der bisher genannten Rettungsversuche. Erst das kommerzielle Programm Disk Warrior von Alsoft für 100 Euro war in der Lage, rund 95 Prozent der Daten zu retten. Wir benötigten dazu knapp zwei Tage. Disk Warrior brauchte allein über 15 Stunden, um aus den vorhandenen Dateifragmenten ein neues Volume-Verzeichnis zu erstellen. Einen guten Tag benötigten wir dann, um die Dateien manuell vom beschädigten Volume auf eine Festplatte zu übertragen.

Bei derart massiven Beschädigungen wird die Festplatte ausgebaut und in ein externes Festplatten-Gehäuse verfrachtet. Hier gibt es für die verschiedenen Festplattenstandards, die über die Jahre in Macs verbaut wurden, Gehäuse für IDE, ATA, SATA und so weiter. Sie sind für rund 10 Euro beim PC-Händler um die Ecke zu bekommen und finden per USB Anschluss an den Mac. Alternativ bieten verschiedene Hersteller Festplatten-Adapter, die alle gängigen Standards unterstützen, sie kosten etwas mehr als ein Gehäuse.

Bei der Rettungsaktion konnten wir allein rund 3900 Fotos retten, die sonst unwiederbringlich verloren wären, dazu Hunderte von Dokumenten, die die Macbook-Besitzerin für ihren Job benötigt - sie nutzt jetzt Backups mit Time Machine. Wir zeigen im Folgenden, wie planmäßige Datenrettung am Mac funktioniert.

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