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Zwei Alternativen für Apples Podcast App

20.08.2021 | 12:00 Uhr | Thomas Armbrüster

Wer mit Apples Podcast App nicht zufrieden ist, findet im App Store gute Alternativen. Wir stellen zwei davon vor.

Die mit iOS und iPadOS sowie macOS von Apple mitgelieferte Podcast App stößt nicht bei allen Anwendern auf Gegenliebe. Eine Suche im App Store nach Alternativen ergibt aber schnell etliche Treffer. Aus dem Angebot haben wir uns zwei Apps herausgesucht, die sowohl iOS als auch iPadOS unterstützen und auch für die Apple Watch verfügbar sind: Overcast und Pocket Casts .

Beide Apps, die aber nur in einer englischsprachigen Version zu haben sind, lassen sich kostenlos verwenden, mit wenigen Einschränkungen. Overcast blendet eine nicht sehr auffallende Werbung für Podcasts ein, die vom jeweiligen Anbietern der Sendung bezahlt wird. Ein Abo für 10 € im Jahr ermöglicht die Verwendung ohne Werbung. Und bei Pocket Casts muss man das Plus-Abo für 11 € im Jahr oder 1 € pro Monat abschließen, um Pocket Casts auf dem Mac zu aktivieren und um die Podcasts auf der Watch abzuspielen. Außerdem erhält man 10 GB Speicherplatz in der Cloud.

Auf dem Mac gibt es bei beiden Apps kein eigenständiges Programm, sondern man spielt die Podcasts im Browser ab. Die Bedienung von Overcast ist aber recht rudimentär und arbeitet außerdem nicht sehr flüssig. Das mach Pocket Casts wesentlich besser. Beide Apps unterstützen auch Car Play, was im Test mit einem iPhone einwandfrei funktioniert.

Wer auch Betriebssysteme verwendet, die nicht aus Apples Werkstatt stammen, muss Pocket Casts einsetzen, die App unterstützt auch Android und Windows. Beide Apps synchronisieren die verschiedenen Geräte (Mobiltelefon, Tablet, Watch und Rechner), wenn man ein Konto eingerichtet hat. Ein weiteres Plus ist dabei die Datensparsamkeit. Laut Entwickler werden nur Nutzernamen und Passwort sowie die Informationen gesichert, die für die Synchronisation notwendig sind. Und laut der Angaben im App Store werden die Nutzungsdaten nicht mit der Identität des Benutzers verknüpft. Während Overcast eine Ein-Mann-Unternehmung ist, hat Pocket Casts seit 2018 einem Konsortium aus mehreren öffentlich-rechtlichen Radiosendern aus den USA gehört. Kürzlich wurde die App von Automattic übernommen, die Muttergesellschaft von Wordpress.

Pocket Casts verwendet wie Overcast auf dem Mac einen Browser, bietet aber deutlich mehr Optionen und Komfort.
Vergrößern Pocket Casts verwendet wie Overcast auf dem Mac einen Browser, bietet aber deutlich mehr Optionen und Komfort.
© Thomas Armbrüster

Podcasts verwalten

Die abonnierten Sendungen werden jeweils in einer Übersicht aufgelistet. Bei Pocket Casts lässt sich unter drei unterschiedlichen Darstellungen wählen. Hat man viele Sendungen abonniert, kann man über das Suchfeld nach einem Beitrag gezielt suchen.

Overcast (rechts) listet die Playlists oberhalb der Sendungen auf, bei Pocket Casts gibt es für die Queue ein Symbol mit der Anzahl der Episoden.
Vergrößern Overcast (rechts) listet die Playlists oberhalb der Sendungen auf, bei Pocket Casts gibt es für die Queue ein Symbol mit der Anzahl der Episoden.
© Thomas Armbrüster

Über jeweils vier Bedienelemente am oberen Rand (Overcast) beziehungsweise unten auf dem Bildschirm (Pocket Casts) gelangt man zu weiteren Optionen. Dazu gehören bei beiden Apps die Vorgaben, die dann für alle Sendungen gelten. In Overcast genügt ein Tipp auf den Sendemast, bei Pocket Casts tippt man auf „Profile“ und dann auf das Zahnradsymbol. In den Einstellungen lässt sich unter anderem festlegen, ob Sendungen nur gestreamt oder auf das Gerät geladen werden sollen.

In beiden Apps lassen sich viele generelle Einstellungen vornehmen, weitere Vorgaben kann man für jede Sendung separat machen.
Vergrößern In beiden Apps lassen sich viele generelle Einstellungen vornehmen, weitere Vorgaben kann man für jede Sendung separat machen.
© Thomas Armbrüster

Ein weiteres Element dient der Suche nach neuen Podcasts. Hier hat Pocket Casts einen Vorteil, da bei den nach Kategorien geordneten Vorschlägen überwiegend deutschsprachige Sendungen aufgelistet werden. Overcast beschränkt sich bei den Kategorien dagegen auf englischsprachige Titel. Nur bei den persönlichen Vorschlägen (Suggestions for you) gibt es bei Overcast auch Vorschläge für deutschsprachige Podcasts.

Lässt man sich Vorschläge für Podcasts machen, gibt es bei den Kategorien nur bei Pocket Casts deutschsprachige Sendungen.
Vergrößern Lässt man sich Vorschläge für Podcasts machen, gibt es bei den Kategorien nur bei Pocket Casts deutschsprachige Sendungen.
© Thomas Armbrüster

Bei beiden Apps kann man außerdem direkt nach bestimmten Sendungen suchen, indem man entsprechende Suchbegriffe eintippt, und die Podcasts dann abonniert. Um die verfügbaren Episoden einer Sendung zu sehen, tippt man einen Podcast in der Sendungsliste an. Pocket Casts listet alle ungespielten Episoden auf, während man bei Overcast für jede Sendung festlegen kann, wie viele ungespielte Episoden gelistet werden sollen. Man hat alternativ die Möglichkeit, sich alle Episoden anzeigen zu lassen. Bei Pocket Casts lassen sich die schon gespielten Episoden mit einem Tipp auf „Show Archived“ zusätzlich einblenden. Zudem gibt es unter „Profile“ eine Chronik der gespielten Titel, gegliedert nach Tag und Monat.

Podcasts anhören

Um in Overcast eine Episode auf dem iPhone anzuhören, tippt man sie an. Es blenden sich in einer farbigen Leiste fünf Bedienungselemente ein, um die Folge abzuspielen, zu löschen, der Wiedergabeliste (Queue) oder einer Playlist hinzuzufügen, mit einem Stern zu bewerten oder um die Episode zu teilen. Bei Pocket Casts tippt man auf den Abspielbutton rechts neben der Kurzbeschreibung der Folge. Um die Folge der Wiedergabeliste hinzuzufügen, wischt man nach rechts und kann zwischen Anfang oder Ende der Liste wählen. Wischt man nach links, lässt sich die Episode archivieren. Sie erscheint dann standardmäßig nicht mehr in der Episodenliste. Tippt man dagegen die Episode an, öffnet sich ein Fenster mit der Beschreibung sowie Buttons, über die man die Folge auf das Gerät laden, der Wiedergabeliste hinzufügen, sie als gespielt markieren oder sie archivieren kann.

Die Folgen eines Podcasts lassen sich in beiden Apps auch abspielen, ohne jeweils den Player zu öffnen.
Vergrößern Die Folgen eines Podcasts lassen sich in beiden Apps auch abspielen, ohne jeweils den Player zu öffnen.
© Thomas Armbrüster

Klickt man in Overcast auf den Play-Button, um eine Episode abzuspielen, wechselt die App zum Player. Um direkt zum Player zu gelangen, wenn man eine Episode zum Abspielen antippt, aktiviert man in den Vorgaben „One-Tap Play“ unter „Nitpicky Details“. Im Player wird der Fortschritt angezeigt, man kann vor und zurückspringen sowie die Informationen zur Episode einblenden. Zudem lässt sich hier der Sleep Timer einschalten, um festzulegen, wann die Wiedergabe beendet werden soll. Außerdem gibt es noch Optionen, um stille Abschnitte im Podcast zu übergehen und um die Lautstärke so anzuheben, dass alle Folgen mit gleicher Lautstärke zu hören sind (Voice Boost). Der Player lässt sich ausblenden, dann gibt es unten im Fenster nur eine schmale Leiste mit dem Start-und-Stopp-Button und den Elementen zum Vor- und Zurückspringen sowie dem Icon der Sendung.

Im Player gibt es jeweils einen Sleep Timer, über den man einstellt, wann die Wiedergabe beendet werden soll.
Vergrößern Im Player gibt es jeweils einen Sleep Timer, über den man einstellt, wann die Wiedergabe beendet werden soll.
© Thomas Armbrüster

Startet man in Pocket Casts die Wiedergabe, blendet sich unten im Fenster eine Leiste mit dem Start-und-Stopp-Button und den Elementen zum Vor- und Zurückspringen, dem Icon der Sendung sowie dem Symbol für die Wiedergabeliste ein. Ein Tipp auf das Icon öffnet den Player. Soll der Player sofort geöffnet werden, wenn man eine Episode abspielt, muss man „Open Player Automatically“ in den Vorgaben aktivieren. Wie bei Overcast gibt es im Player einen Sleep Timer und Optionen, um Stille zu überspringen und die Lautstärke zu erhöhen. Im Player ist auch der Stern für die Bewertung zu finden, und man kann die Beschreibung der Episode einblenden. Beide Apps haben zudem noch eine sehr nützliche Funktion: Unterbricht man die Wiedergabe und startet sie später wieder, wird ein kurzer Teil der schon wiedergegebenen Episode wiederholt. Die Option „Smart Resume“ (Overcast) beziehungsweise „Intelligent Playback Resumption“ (Pocket Casts) muss dazu in den Vorgaben aktiviert sein.

Auf einem iPad verwendet Overcast ein geteiltes Fenster. Links ist die Liste mit den Sendungen beziehungsweise Episoden angeordnet, rechts der Player. Pocket Cast sieht dagegen auf dem iPad weitgehend so aus wie auf dem iPhone.

Auf dem iPad verwendet Overcast ein anderes Layout als auf dem iPhone.
Vergrößern Auf dem iPad verwendet Overcast ein anderes Layout als auf dem iPhone.
© Thomas Armbrüster

Playlist und Filter

Beide Apps bieten eine Wiedergabeliste (Queue) an, zu der man einzelne Episoden hinzufügt, die man dann nacheinander abspielt. Bei Overcast muss „Continous Play“ in den Vorgaben aktiviert sein, damit die Liste automatisch abgearbeitet wird, Pocket Casts macht das automatisch. Pocket Casts kann Sendungen der Wiedergabeliste auch automatisch hinzufügen, wobei man ein Limit für die Anzahl der Episoden festlegt. Die Reihenfolge der Episoden lässt sich bei beiden Apps nachträglich ändern. Overcast bietet darüber hinaus Playlists an. Diese dienen unter anderem dazu, Episoden einem bestimmten Thema zuzuordnen und wiederzugeben. Auch intelligente Playlist gibt es, um Sendungen automatisch einer Playlist hinzuzufügen, wobei sich festlegen lässt, dass bestimmte Sendungen bevorzugt werden sollen. Sowohl Wiedergabeliste als auch die Playlists werden im Hauptfenster der App oberhalb der Sendungen angezeigt. Pocket Cast arbeitet mit Filtern. Hier lassen sich Sendungen unter anderem nach Aktualität, Dauer oder Bewertung automatisch zu einer Wiedergabeliste zusammenstellen. Man kann dann entweder einzelne Episoden abspielen oder über das Menü „Mehr“ die Wiedergabe aller Folgen aktivieren. Für die Filter gibt es ein Symbol unten im Hauptfenster, die Wiedergabelisten findet man als Symbol im Player oder in der Leiste mit dem Start- und Stopp-Button. Eine Zahl zeigt dabei die Anzahl der Folgen in der Queue an.

Während Overcast (rechts) Playlists verwendet, setzt Pocket Casts auf Filter, um bestimmte Episoden zu einer Wiedergabeliste zusammenzustellen.
Vergrößern Während Overcast (rechts) Playlists verwendet, setzt Pocket Casts auf Filter, um bestimmte Episoden zu einer Wiedergabeliste zusammenzustellen.
© Thomas Armbrüster

Fazit

Beide Apps machen auf dem iPhone eine gute Figur, wobei es in der Bedienung ein paar kleinere Unterschiede gibt, die jedoch nicht wirklich entscheidend sind. Etwas eleganter kommt Pocket Casts daher, und listet zudem bei der Suche nach neuen Sendungen vor allem deutschsprachige Podcasts auf, was ein Vorteil ist, sofern man nicht sowieso schon weiß, welche Sendungen man abonnieren möchte. Auf dem iPad gefällt uns Overcast besser, da hier der Entwickler die Bedienung an den größeren Bildschirm angepasst hat, während Pocket Casts weitgehend dasselbe Layout wie auf dem iPhone verwendet. Wer Podcasts auf dem Mac hören möchte, ist dagegen mit Pocket Casts deutlich besser bedient.

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