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eGPU am Mac nutzen: So geht´s

09.04.2019 | 12:30 Uhr |

Seit macOS High Sierra werden externe Grafikeinheiten, kurz eGPUs, offiziell unterstützt. Doch es gibt Einschränkungen bei der Auswahl der Grafikkarten. Und auch der Kauf des richtigen Gehäuses sollte wohlüberlegt sein. Was Sie beachten müssen und wie Sie kinderleicht ihren Mac mit mehr Power ausstatten, das erfahren Sie hier.

Das Macbook als Arbeitsgerät: Gerade bei Kreativen erfreuen sich Apples Notebooks immer noch großer Beliebtheit. Das liegt vor allem an dem stabilen Betriebssystem macOS und an der hervorragenden Leistung der Geräte. Aber in einem Punkt haben vor allem mobile Macs Nachteile: In der Grafikleistung. Das liegt vor allem daran, dass leistungsstarke Grafikkarten viel Platz einnehmen. Zwar sind die Grafikchips an sich nicht sonderlich groß, sie erzeugen aber viel Hitze und müssen deshalb gekühlt werden. Und für große Lüfter ist in einem Macbook (Pro, Air) einfach nicht genug Platz vorhanden. Wenn sie weiterhin ein mobiles Gerät nutzen wollen, an ihrem Arbeitsplatz allerdings viel Grafikleistung benötigen, könnte sich eine externe Grafikeinheit, kurz eGPU, anbieten. Auch iMacs und Mac Minis lassen sich mit einer eGPU aufpeppen . Was Sie dafür brauchen und wie die Einrichtung funktioniert, erfahren Sie hier. 

Anforderungen:

Um eine externe GPU an einem Mac zu benutzen benötigen Sie: 

  • Einen Mac mit Thunderbolt-Anschluss (Generation 1, 2 oder 3)

  • macOS Version 10.13.4 oder neuer

  • Ein eGPU-Gehäuse mit USB-C-Anschluss

  • Eine kompatible Grafikkarte

  • Optional: Einen Thunderbolt-Adapter

eGPU-Gehäuse und Grafikkarte: Das ist zu beachten

Beim Kauf der Grafikkarte und des eGPU-Gehäuse sollten Sie einige Dinge beachten. Als erstes sollten Sie sich überlegen, welche Grafikkarte Sie nutzen wollen. Von macOS offiziell unterstützt werden diese Karten:

Andere Grafikkarten von AMD oder Nvidia-Karten können unter Umständen auch funktionieren, werden aber nicht offiziell unterstützt

Als nächstes müssen Sie sich für ein eGPU-Gehäuse entscheiden. Dabei sollten Sie darauf achten, ob Ihre Grafikkarte in das Gehäuse der Wahl passt. Das erfahren Sie auf der Website des jeweiligen Herstellers. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass das Gehäuse über eine ausreichende Stromversorgung für die Grafikkarte verfügt. Einige Hersteller bieten unterschiedliche Versionen ihrer Gehäuse an, in denen sich auch das verbaute Netzteil unterscheidet. Am besten vergleichen Sie die Leistungsaufnahme Ihrer Grafikkarte mit der verfügbaren Leistung des Gehäuses. Achtung: Die Stärke des Netzteils ist nicht die verfügbare Leistung für die Grafikkarte. Diese liegt meistens leicht darunter. Die für die GPU verfügbare Leistung wird von der Herstellern extra angegeben.

Beispiel:

Die AORUS/Gigabyte Gaming Box verfügt über ein 450 Watt starkes Netzteil. Unterstützt werden aber nur Grafikkarten bis 225 W. Für eine AMD Radeon RX 470 (Max. Leistungsaufnahme: 175 W) reicht die Leistung also, für eine AMD RX Vega 56 (Max. Leistungsaufnahme ca. 300 W) eher nicht.

Von Apple empfohlen: Die Sonnet eGFX Breakaway Box

Als Apple die eigene eGPU-Unterstützung auf der WWDC 2017 vorstellte, nutzte der Konzern eine eGFX Breakaway Box von Sonnet. Auch in den Bundles, die an Entwickler verkauft wurden, setzte Apple auf Sonnet. Und das ist nicht verwunderlich, denn die Breakaway Box funktioniert hervorragend mit MacOS. Inzwischen sind drei verschiedene Versionen in Deutschland erhältlich, die unterschiedliche Leistungsausgaben bieten. Mit dem Topmodell, der eGFX Breakaway Box 650, lassen sich ohne Probleme Top-Grafikkarten wie die Vega 64 von AMD oder die 1080ti von Nvidia betreiben.

Sonnet eGFX Breakaway Box 650 jetzt kaufen

eGPU im Test

Wir haben außerdem einige weitere eGPU-Gehäuse für Sie getestet:

Razer Core X
Gigabyte Gaming Box RX 580

Brauche ich einen Adapter?

Je nachdem, was für einen Mac Sie besitzen, brauchen Sie eventuell einen Adapter. Ausschlaggebend dafür ist, über welchen Thunderbolt-Anschluss ihr Mac verfügt. Die eGPU-Gehäuse werden in der Regel über USB-C respektive Thunderbolt 3 angeschlossen. Wenn ihr Mac noch einen Thunderbolt 1 oder 2 hat, brauchen Sie einen Adapter.

Die Grafikkarte anschließen

Die Grafikkarte anzuschließen funktioniert eigentlich bei allen Gehäusen und Karten gleich. Erst öffnen Sie das Gehäuse, indem Sie alle Schrauben lösen. Bei vielen Gehäusen brauchen Sie dafür nicht einmal einen Schraubendreher. Ist das Gehäuse offen, setzen Sie die Grafikkarte in den entsprechenden Slot. Mit leichtem Druck vergewissern Sie sich, dass die Karte richtig festsitzt. In manchen Gehäusen können Sie die Grafikkarte noch am Gehäuse verschrauben. Schließlich verbinden Sie die Karte über die 6-/8-Pin-Stecker mit der Stromversorgung des Gehäuses. Gehäuseklappe wieder anbringen und schon haben Sie die Grafikkarte eingebaut.

Jetzt können Sie den Netzstecker des Gehäuses einstecken und die Thunderbolt-Verbindung zu Ihrem angeschalteten Mac einrichten. Ihr Mac sollte die eGPU automatisch erkennen und wird einen Neustart verlangen. Danach ist die eGPU einsatzbereit.

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