2129493

OS X 10.11 El Capitan - alle Neuerungen

02.10.2015 | 15:09 Uhr |

OS X 10.11 prĂ€sentiert sich mit neuen Funktionen fĂŒr System und mitgelieferte Programme, verbessertem Vollbildmodus und nicht zuletzt optimierter Performance. Zum Einstieg stellen wir hier die wichtigsten Neuerungen vor

Mit OS X 10.11 macht Apple konsequent da weiter, wo es mit Yosemite aufgehört hat. Der Namenspate des neuen Systems ist El Capitan , ein Berg im Yosemite Nationalpark. Damit bleibt Apple nicht nur namentlich in der NĂ€he des VorgĂ€ngers. Die mit Yosemite eingefĂŒhrte OberflĂ€che im Flatdesign bleibt im Wesentlichen erhalten, sodass einem das neue System sofort vertraut vorkommt. Wie gewohnt, wirft Apple beim Update von OS X nicht alles ĂŒber den Haufen, sondern verĂ€ndert das System in kleinen Schritten – optimiert hier etwas, fĂŒgt da eine neue Funktion hinzu. Wer vorher schon mit OS X gearbeitet hat, wird auch mit dem neuen System problemlos zurechtkommen. Trotzdem gibt es viel Neues zu erkunden.

Nicht alle Neuerungen sind so auffĂ€llig wie der geteilte Vollbildmodus fĂŒr zwei Apps. Man muss schon etwas genauer hinschauen, um die vielen neuen Funktionen im System und in den mitgelieferten Apps zu finden. Wer es nicht abwarten konnte, durfte sich auch dieses Jahr wieder im öffentlichen Beta-Test vorab ein Bild machen.

Schneller und besser

Fast schon traditionell liefert Apple auch dieses Jahr wieder im Herbst kurz nach dem neuen iOS das nĂ€chste große Update des Mac-Systems aus. Bei Mavericks hatte sich sehr viel am Unterbau getan; es wurden neue Technologien wie etwa Speicherkompression oder App Nap eingefĂŒhrt. Der Nachfolger Yosemite war tendenziell eher ein Feature-Update mit neuer OberflĂ€che im Flatdesign, Verbesserungen in SchlĂŒssel-Apps wie Safari, Mail und Nachrichten sowie der Integration von iOS-GerĂ€ten und Macs durch Handoff und andere Continuity-Funktionen.

Das Dienstprogramm Systeminformation zeigt schnell alle wichtigen Eckdaten und die Apple-typische Modellbezeichnung, bevor Sie zum Update schreiten.
VergrĂ¶ĂŸern Das Dienstprogramm Systeminformation zeigt schnell alle wichtigen Eckdaten und die Apple-typische Modellbezeichnung, bevor Sie zum Update schreiten.

Bei der diesjĂ€hrigen PrĂ€sentation von OS X El Capitan nannte Craig Federighi, Apples Chef der Software-Entwicklung, zwei Schwerpunkte – verbesserte „User Experience“ und mehr Performance. Der erste Begriff, der vor allem von amerikanischen Firmen gern benutzt wird, lĂ€sst sich am ehesten mit Benutzererfahrung ĂŒbersetzen, was ihm jedoch nicht ganz gerecht wird. Gemeint ist die gesamte Wahrnehmung des Systems durch den Anwender. Dazu gehört neben der Optik auch eine intuitive Bedienung, die Erweiterung wichtiger Funktionen um nĂŒtzliche Optionen sowie eine reibungslose Zusammenarbeit der Systemdienste und der mitgelieferten Apps. Bei der Performance will Apple vor allem die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems und die Erledigung alltĂ€glicher Aufgaben beschleunigt haben. Hinzu kommen natĂŒrlich noch diverse neue Funktionen in den mitgelieferten Apps. Besonders profitieren Safari, Mail und die rundum erneuerte Notizen-App.

Gleiche Voraussetzungen

Die Installationsvoraussetzungen von OS X haben sich erfreulicherweise seit Version 10.8 alias Mountain Lion nicht geĂ€ndert. Auch El Capitan setzt einen 64-Bit-fĂ€higen Intel-Prozessor voraus. Das sind alle von Apple verbauten Core-2-Chips, die Modelle Core i3, i5 und i7, der Core M im neuen Macbook sowie alle Xeon-CPUs in den Pro-Modellen, also fast alle Prozessoren, die Apple seit dem Umstieg auf Intel-Chips verbaut hat. Als weitere Anforderung kommt noch eine 64-Bit-Version der Firmware „EFI“ hinzu, da OS X schon seit Mountain Lion nur noch einen 64-Bit-Kernel mitbringt. Das schrĂ€nkt die Auswahl weiter ein. WĂ€hrend die iMacs bereits 2007 auf diese Firmware umgestellt wurden, musste der Mac Mini immerhin bis 2009 darauf warten. Selbst das erste Macbook Air fĂ€llt durch.

Modellbezeichnung finden

Apple identifiziert die Modelle seit einiger Zeit ĂŒber NamenszusĂ€tze wie Early/Mid/Late 20xx, womit die Vorstellung der GerĂ€te Anfang, Mitte und Ende des jeweiligen Jahres gemeint ist. Wenn Sie diese Bezeichnung fĂŒr Ihren Mac suchen, rufen Sie „Über diesen Mac“ im ApfelmenĂŒ auf. Unter „Übersicht“ finden Sie hier die Modellbezeichnung sowie das installierte System und einige Eckdaten des Macs.

Mit unserem kostenlos erhĂ€ltlichen El Capitan Tester können Sie vorab Hardware, Apps und Extensions auf InkompatibilitĂ€ten mit OS X 10.11 untersuchen. Mehr zur Nutzung des Test-Tools lesen Sie im Artikel " Ist Ihr Mac fit fĂŒr El Capitan? ". Viele nĂŒtzliche Infos zum Innenleben aller Macs und der jeweils letzten darauf noch laufenden OS-X-Version liefert auch die kostenlos im App Store erhĂ€ltliche Software Mactracker .

El Capitan Tester
VergrĂ¶ĂŸern El Capitan Tester
Einige Funktionen brauchen bestimmte Hardware. Unser El Capitan Tester prüft neben der grundsätzlichen Eignung des Rechners für OS X 10.11 auch die Kompatibilität mit bestimmten Funktionen.
VergrĂ¶ĂŸern Einige Funktionen brauchen bestimmte Hardware. Unser El Capitan Tester prĂŒft neben der grundsĂ€tzlichen Eignung des Rechners fĂŒr OS X 10.11 auch die KompatibilitĂ€t mit bestimmten Funktionen.

El Capitan installieren

WĂ€hrend Privatnutzer mit einem aktuellen Backup als Absicherung auskommen und El Capitan relativ risikolos ausprobieren können, ticken bei professionellen Anwendern die Uhren anders. Wer mit dem Mac seine Brötchen verdient, sollte anderen beim Update getrost den Vortritt lassen. In den ersten Wochen nach der Auslieferung wird es zahlreiche Berichte ĂŒber Probleme und InkompatibilitĂ€ten geben, schließlich kann Apple unmöglich jede Kombination aus Hard- und Software testen. In Produktionsumgebungen, wo Ausfallzeiten Geld kosten, hat ein brandneues System nichts verloren. Warten Sie also ab, und vergewissern Sie sich, dass fĂŒr Sie wichtige Apps kompatibel sind. Danach testen Sie El Capitan zuerst auf einem zusĂ€tzlichen Rechner im Workflow, bevor Sie weitere GerĂ€te umstellen.

In unserem Ratgeber " El Capitan installieren " widmen wir uns der Installation und geben Tipps, woran man dabei denken sollte. Viele nĂŒtzliche Infos zur Vorbereitung des Updates finden Sie auch in unserem Ratgeber " Mac auf OS X El Capitan vorbereiten ".

Tuning der OberflÀche

Es ist wenig ĂŒberraschend, dass Apple am mit Yosemite eingefĂŒhrten Flatdesign und an den diffusen Transparenzen von MenĂŒs, Seitenleisten, Dock und anderen Elementen festhĂ€lt. DafĂŒr hat El Capitan eine neue Systemschrift erhalten. San Francisco löst die gerade erst mit Yosemite eingefĂŒhrte Neue Helvetica ab. Diesmal fĂ€llt die Änderung aber deutlich weniger auf. Die neue Schrift wirkt etwas weiter und weniger fein, was an Neue Helvetica oft kritisiert wurde. San Francisco ist auf dem Bildschirm etwas angenehmer zu lesen, vor allem bei kleinen Schriften. DafĂŒr empfinden wir sie als weniger elegant, aber das ist letztlich Geschmacksache. Man kann sich an beide schnell gewöhnen. Um die SchĂ€rfe und Lesbarkeit zu erhöhen, empfehlen wir, zumindest auf Nicht-Retina-Displays die LCD-SchriftglĂ€ttung abzuschalten.

Öffnet man die allgemeinen Einstellungen, kann man nun wie beim Dock wĂ€hlen, dass auch die MenĂŒleiste automatisch ein-und ausgeblendet wird. Ist die Funktion aktiv, vergrĂ¶ĂŸert sich die ArbeitsflĂ€che etwas. Außerdem wird der Blick wie im Vollbildmodus mehr auf die Inhalte der Apps geleitet. FĂ€hrt man mit dem Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand, wird die MenĂŒleiste kurzzeitig sichtbar, sodass man Befehle aufrufen kann. Als sehr nettes Gimmick erhĂ€lt El Capitan eine automatische VergrĂ¶ĂŸerung des Mauszeigers. Bewegt man die Maus schnell hin und her, vergrĂ¶ĂŸert sich der Cursor. So kann man ihn auf unĂŒbersichtlichen Bildschirminhalten schneller wiederfinden. Man fragt sich, warum Apples Entwickler nicht lĂ€ngst auf diese einfache und praktische Idee gekommen sind.

Praktische Suchhilfe: Die beiden Abbildungen zeigen den Mauszeiger in normaler Größe…
VergrĂ¶ĂŸern Praktische Suchhilfe: Die beiden Abbildungen zeigen den Mauszeiger in normaler GrĂ¶ĂŸe

… und die durch schnelle Bewegungen vorübergehend vergrößerte Darstellung.
VergrĂ¶ĂŸern 
 und die durch schnelle Bewegungen vorĂŒbergehend vergrĂ¶ĂŸerte Darstellung.

Geteilter Bildschirm

Im Vollbildmodus kann El Capitan nun zwei Apps nebeneinander anzeigen. Die Apps teilen sich den Bildschirm, wobei man die Trennlinie zwischen ihnen verschieben kann, um einer mehr Platz zu geben. Klicken Sie auf die grĂŒne Taste im Fenstertitel, kommen Sie zum Vollbildmodus. Halten Sie die Taste lĂ€nger gedrĂŒckt, aktiviert OS X 10.11 den Split View . Die App nimmt eine BildschirmhĂ€lfte ein, wĂ€hrend sich auf der anderen Mission Control öffnet und die Auswahl einer weiteren App anbietet.

Split View zeigt im Vollbildmodus zwei Apps nebeneinander. Fährt man mit dem Mauszeiger an den oberen Rand, erscheint die Menüleiste des aktiven Programms.
VergrĂ¶ĂŸern Split View zeigt im Vollbildmodus zwei Apps nebeneinander. FĂ€hrt man mit dem Mauszeiger an den oberen Rand, erscheint die MenĂŒleiste des aktiven Programms.

So können Sie zum Beispiel wĂ€hrend der Arbeit mit einer iWork-App die Mail-oder Nachrichten-App im Auge behalten und auf neue Nachrichten antworten, ohne den Vollbildmodus zu verlassen. Sie können auch Inhalte per Drag-and-drop von einer Vollbild-App zur anderen ziehen. Auf iMacs und Rechnern mit großem Bildschirm wird man in der Regel wohl eher mit Fenstern arbeiten, aber auf den aktuellen Macbooks mit ihren kleinen Displays greift man schon öfter mal zum Vollbildmodus und profitiert dann von der neuen Splitscreen-Darstellung. Diese findet man ĂŒbrigens in Ă€hnlicher Form auch auf einigen iPads unter iOS 9.

Alle Fenster im Blick

Die FensterĂŒbersicht Mission Control hat Apple sich in El Capitan ebenfalls vorgeknöpft. Als Erstes fĂ€llt hier auf, dass sie nun standardmĂ€ĂŸig alle offenen Fenster nebeneinander zeigt, statt die einer App gestaffelt hintereinander anzuordnen. Das ist ĂŒbersichtlicher, braucht jedoch mehr Platz. DafĂŒr blendet Mission Control den Namen des Fensters oder der App ein, wenn man mit dem Mauszeiger darĂŒberfĂ€hrt. Etwas Platz gewinnt Mission Control am oberen Rand, da dort nur noch die Namen der virtuellen Desktops und Vollbild-Apps stehen.

Mission Control zeigt standardmäßig alle Fenster nebeneinander an. Dabei geht OS X von der Lage der Fenster auf dem Bildschirm aus.
VergrĂ¶ĂŸern Mission Control zeigt standardmĂ€ĂŸig alle Fenster nebeneinander an. Dabei geht OS X von der Lage der Fenster auf dem Bildschirm aus.

Die von Yosemite vertrauten Miniaturen der Bildschirme blendet El Capitan erst ein, wenn man den Mauszeiger auf die obere Leiste bewegt. Zieht man ein Fenster nach oben auf die Leiste, wird kein neuer Schreibtisch damit erzeugt, sondern es wechselt in den Vollbildmodus, sofern die App das unterstĂŒtzt. Ziehen Sie ein Fenster nach oben auf eine App, die bereits im Vollbildmodus lĂ€uft, teilen sich beide zusammen den Bildschirm im neuen Split View .

Die Miniaturen in der oberen Leiste erscheinen in Mission Control erst, wenn man den Mauszeiger daraufzieht beziehungsweise ein Fenster hierherbewegt.
VergrĂ¶ĂŸern Die Miniaturen in der oberen Leiste erscheinen in Mission Control erst, wenn man den Mauszeiger daraufzieht beziehungsweise ein Fenster hierherbewegt.

Suchen mit Spotlight

Das Spotlight-Fenster bleibt weiterhin stur im Vordergrund, aber dafĂŒr lĂ€sst es sich wenigstens von der Mitte des Bildschirms an den Rand schieben und in der GrĂ¶ĂŸe verĂ€ndern. Außerdem unterstĂŒtzt Apples Suchfunktion in El Capitan mehr externe Dienste als Quelle fĂŒr Informationen. So kann Spotlight auch Informationen zu aktuellen Aktienkursen, Sportereignissen und Wetter liefern. Spotlight findet auch Webvideos und kann sie direkt in seiner Vorschau abspielen.

Spotlight versteht nun auch die Anfragen in der natürlichen Sprache.
VergrĂ¶ĂŸern Spotlight versteht nun auch die Anfragen in der natĂŒrlichen Sprache.

Bei der Eingabe der Suchkriterien erlaubt Spotlight jetzt natĂŒrliche Sprache . Man kann zum Beispiel mit „E-Mail von Max im April“ nach E-Mails suchen, die man von einem Kontakt namens Max im April erhalten hat. Das Ganze funktioniert Ă€hnlich flexibel, wie es iPhone-Nutzer von der Spracherkennung Siri gewohnt sind.

Spotlight kann in El Capitan mehr Webdienste anzapfen und versteht sich auf normale Sprache. Das Ergebnisfenster lässt sich jetzt vergrößern und verschieben.
VergrĂ¶ĂŸern Spotlight kann in El Capitan mehr Webdienste anzapfen und versteht sich auf normale Sprache. Das Ergebnisfenster lĂ€sst sich jetzt vergrĂ¶ĂŸern und verschieben.

Erweiterte Einstellungen

Auf die Systemeinstellungen gehen wir in diesem Ratgeber noch ausfĂŒhrlich ein. Hier nur ein paar interessante neue Optionen: Es gibt zwei praktische Änderungen in der Mitteilungszentrale am rechten Bildschirmrand. In der Systemeinstellung „Erweiterungen“ finden Sie fĂŒr deren Heute-Ansicht ein Plug-in fĂŒr die iCloud-Funktion „ Freunde suchen “. Außerdem lĂ€sst sich im Bereich „Mitteilungen“ die Anzeige der einzelnen Nachrichten in der Zentrale in zeitlicher Reihenfolge wĂ€hlen, ohne sie wie bisher immer nach Apps zu gruppieren.

In den Systemeinstellungen können Sie unter „Allgemein“ das Ausblenden der Menüleiste aktivieren und bei Bedarf die LCD-Schriftglättung ausschalten.
VergrĂ¶ĂŸern In den Systemeinstellungen können Sie unter „Allgemein“ das Ausblenden der MenĂŒleiste aktivieren und bei Bedarf die LCD-SchriftglĂ€ttung ausschalten.

In den App-Store-Einstellungen finden sich nun Vorgaben zur Passwortabfrage fĂŒr zusĂ€tzliche KĂ€ufe und kostenlose Downloads. Ist die „Erweiterte Diktierfunktion“ aktiv, lĂ€sst sich in den Bedienungshilfen einschalten, dass der Mac jederzeit wie Siri unter iOS auf ein SchlĂŒsselwort hört, um die Eingabe eines Sprachbefehls zu starten.

Updates fĂŒr Programme

Neben den neuen Systemfunktionen und Einstellungen bringt El Capitan natĂŒrlich auch neue Versionen wichtiger Programme mit. Dazu gehören mit Safari und Mail zwei Top-Apps, die jeder Anwender nutzt. Nicht weniger praktisch und wichtig sind die Erweiterungen in Karten und Fotos sowie eine völlig neue, erheblich erweiterte Notizen-App , die fĂŒr uns zu den Highlights von OS X 10.11 gehört. Dashboard ist ĂŒbrigens immer noch dabei, aber wie schon in Yosemite standardmĂ€ĂŸig ausgeschaltet.

Mehr Komfort fĂŒr Mail

In der Mail-App halten einige Gesten Einzug, die man bereits von iOS-GerĂ€ten kennt. Positioniert man den Mauszeiger ĂŒber einer E-Mail oder einer Konversation im aktiven Postfach, bringt kurzes seitliches Streichen nach links eine Taste „Papierkorb“ zum Vorschein, ĂŒber die sich der Eintrag löschen lĂ€sst. Streicht man bis zum linken Rand der Spalte durch, werden Mail oder Thread gleich gelöscht. Streichen nach rechts erlaubt, den Status „Gelesen“ zu Ă€ndern. Auch hier kann man durch eine stĂ€rkere Bewegung den Befehl gleich ausfĂŒhren. Dazu erweitert Apple die Erkennung von Inhalten in E-Mails. Findet Mail Adress-oder Termindaten, erlaubt es, diese in Kontakte oder Kalender zu ĂŒbernehmen.

Mit einer Wischgeste in die andere Richtung lassen sich die jeweiligen Nachrichten sehr schnell als gelesen beziehungsweise ungelesen markieren.
VergrĂ¶ĂŸern Mit einer Wischgeste in die andere Richtung lassen sich die jeweiligen Nachrichten sehr schnell als gelesen beziehungsweise ungelesen markieren.

Wer gern den Vollbildmodus nutzt, wird die neue Mail-App ebenfalls schnell zu schĂ€tzen wissen. Sie öffnet zum Verfassen von Nachrichten ein Fenster, in dem Sie mehrere E-Mails in Tabs bearbeiten können. Über den gelben Knopf in der Titelleiste lĂ€sst sich das Fenster bis auf den Titel ausblenden, um auf andere PostfĂ€cher und Nachrichten zuzugreifen und zum Beispiel etwas nachzulesen oder zu kopieren. Durch die Tabs können Sie schnell wechseln und mehrere Threads parallel fĂŒhren.

In der Vollbildansicht öffnet Mail zum Schreiben ein Fenster, in dem sich mehrere Nachrichten in Tabs parallel bearbeiten lassen. Mit der gelben Taste wird es ausgeblendet.
VergrĂ¶ĂŸern In der Vollbildansicht öffnet Mail zum Schreiben ein Fenster, in dem sich mehrere Nachrichten in Tabs parallel bearbeiten lassen. Mit der gelben Taste wird es ausgeblendet.

Besser surfen mit Safari

Auch Safari erhĂ€lt in der OS X 10.11 beiliegenden Version 8.1 einige interessante neue Funktionen. Da sind als Erstes die „ Website-Pins “. Das sind kleine, auf das Icon der Website geschrumpfte Tabs. Auf diese Weise können Sie wichtige Seiten, die Sie oft besuchen, stĂ€ndig griffbereit am linken Rand der Tab-Leiste parken. Im Gegensatz zu normalen Favoriten oder der Übersicht der Top-Sites bleiben die Website-Pins im Hintergrund aktiv und zeigen immer den aktuellen Inhalt. Solange man es nicht ĂŒbertreibt und die Funktion nur fĂŒr einige wirklich wichtige Seiten nutzt, ist es ein tolles neues Feature.

Am linken Rand der Tableiste finden Sie die auf ein Icon geschrumpften Website-Pins. Sie bleiben immer geöffnet und werden automatisch im Hintergund aktualisiert.
VergrĂ¶ĂŸern Am linken Rand der Tableiste finden Sie die auf ein Icon geschrumpften Website-Pins. Sie bleiben immer geöffnet und werden automatisch im Hintergund aktualisiert.

Außerdem lĂ€sst sich direkt ĂŒber das Eingabefeld der Ton einer oder aller offenen Websites abstellen. So kann man der nervenden und immer mehr um sich greifenden Unsitte begegnen, dass Websites beim Aufruf automatisch irgendwelche BeitrĂ€ge abspielen.

Safari kann mit einem Klick auf das Eingabefeld den Sound eines Tabs stummschalten. Über das Tonmenü lassen sich alle oder gezielt einzelne Tabs an-und ausschalten.
VergrĂ¶ĂŸern Safari kann mit einem Klick auf das Eingabefeld den Sound eines Tabs stummschalten. Über das TonmenĂŒ lassen sich alle oder gezielt einzelne Tabs an-und ausschalten.

Zu guter Letzt erlaubt Safari auch das Streamen Airplay-kompatibler Videos auf ein Apple TV . Dabei wird nur der Film selbst auf dem angeschlossenen Fernseher oder Beamer gezeigt, ohne die restliche Website. Das erinnert an die Bild-im-Bild-Funktion von iOS 9.

Notizen mit Pfiff

Aus dem unscheinbaren Notizblock wird eine vielseitige App mit zusĂ€tzlichen Inhalten, Freihandskizzen, To-do-Listen und der zentralen Verwaltung aller AnhĂ€nge. Notizen kann Fotos, Videos, PDFs, Karten, Websites und weitere Inhalte aus anderen Apps ĂŒbernehmen. Die EintrĂ€ge der neuen Checklisten lassen sich durch Anklicken abhaken – ideal als interaktive To-do-Liste. Als besonderes Schmankerl erhĂ€lt das Programm dazu noch einen Browser zur Verwaltung der hinzugefĂŒgten Daten. So wird Notizen zu einer einfachen Alternative zu kommerziellen Diensten wie Evernote. Nicht so mĂ€chtig wie diese, aber das brauchen viele Anwender ja auch nicht.

Notizen erlaubt nicht nur Textformatierungen und Checklisten, sondern auch den Import von Fotos, Videos und anderen Daten.
VergrĂ¶ĂŸern Notizen erlaubt nicht nur Textformatierungen und Checklisten, sondern auch den Import von Fotos, Videos und anderen Daten.

Damit sich die neuen Notizen wie gewohnt ĂŒber iCloud mit anderen Macs und iOS-GerĂ€ten synchronisieren lassen, muss auf diesen ebenfalls El Capitan beziehungsweise iOS 9 installiert sein.

Für alle Anhänge gibt es in Notizen ein Inventar. So findet man schnell eine Datei, ohne die zugehörige Notiz suchen zu müssen.
VergrĂ¶ĂŸern FĂŒr alle AnhĂ€nge gibt es in Notizen ein Inventar. So findet man schnell eine Datei, ohne die zugehörige Notiz suchen zu mĂŒssen.

Extras fĂŒr Fotos

Seit OS X 10.10.3 verfĂŒgt Yosemite mit der App Fotos ĂŒber eine eigene Bildverwaltung. In El Capitan liefert Apple nun wichtige Funktionen nach. Dazu gehört die Möglichkeit, sich die Bilder eines Albums nach verschiedenen Kriterien sortieren zu lassen, oder auch die Option, Ortsdaten nachtrĂ€glich zu einem Foto oder allen Bildern eines Moments hinzuzufĂŒgen. Außerdem unterstĂŒtzt Fotos externe Erweiterungen , die ĂŒber den App Store angeboten werden und dann direkt in der App zur Bearbeitung der Bilder genutzt werden. Dabei lassen sich die externen Tools auch mit den Fotos-eigenen Funktionen kombinieren. Durch das Plug-in-Konzept dĂŒrfte es schnell zu einer Vielzahl von Erweiterungen kommen.

Karten fĂŒr Bus und Bahn

Die App Karten erhĂ€lt neben dem gewohnten Stadtplan und dem Satellitenbild eine neue Ansicht namens „ÖPNV“. Hier finden Sie zukĂŒnftig öffentliche Verkehrsmittel. Dabei zeigt Karten nicht einfach nur die Linien und Haltestellen, sondern erlaubt auch den Zugriff auf FahrplĂ€ne. Die Routenplanung berĂŒcksichtigt nötige Fußwege und Wartezeiten beim Umsteigen, weiß im Idealfall sogar, wo die AusgĂ€nge der Bahnhöfe sind. Auch ÖPNV-Routen lassen sich vom Mac auf iOS-GerĂ€te ĂŒbertragen. DafĂŒr wird auf diesen iOS 9 benötigt.

In der neuen ÖPNV-Ansicht zeigt Karten Bus-und Bahnlinien an. Für Abfahrtszeiten und weitere Infos klickt man auf eine Haltestelle.
VergrĂ¶ĂŸern In der neuen ÖPNV-Ansicht zeigt Karten Bus-und Bahnlinien an. FĂŒr Abfahrtszeiten und weitere Infos klickt man auf eine Haltestelle.

Wenn Sie nicht gerade in Berlin wohnen, mĂŒssen wir die Vorfreude auf das neue Maps allerdings noch etwas dĂ€mpfen. Der Dienst geht zunĂ€chst nur in wenigen StĂ€dten an den Start, in Europa lediglich in Berlin und London. Ähnlich wie bei den 3D-Karten werden dann nach und nach weitere StĂ€dte hinzugefĂŒgt. Ein kleines blaues Bus-Icon in der LandesĂŒbersicht zeigt, dass ÖPNV-Daten fĂŒr einen Ort verfĂŒgbar sind. StĂ€dte mit Flyover-UnterstĂŒtzung werden neuerdings in der Übersicht mit einem „3D“-Knopf markiert, der eine Flyover-Tour durch die Stadt startet.

Mehr Leistung

Apple verspricht fĂŒr El Capitan eine optimierte Performance, vor allem bei wichtigen Alltagsfunktionen. Als Beispiel gibt Apple an, das Starten und Wechseln von Apps um bis zu 40 Prozent beschleunigt zu haben. Nach dem Start von Mail soll es nur noch halb so lange dauern, bis die erste E-Mail angezeigt wird. FĂŒr die PDF-Anzeige in Vorschau verspricht Apple sogar Leistungssteigerungen bis zum Faktor vier.

Die im vergangenen Jahr fĂŒr iOS vorgestellte Grafikbibliothek Metal steht nun auch fĂŒr OS X zur VerfĂŒgung. Hier verspricht Apple einen Leistungszuwachs von 50 Prozent beim Rendern. Außerdem soll Metal bis zu zehn Mal mehr Zeichenbefehle schaffen, was zum Beispiel in Spielen mehr Details erlaubt.

Ein frisch installiertes System wirkt natĂŒrlich immer flott, aber unser Eindruck beim Testen von El Capitan ist auch darĂŒber hinaus sehr gut. El Capitan wirkt bei alltĂ€glichen Aufgaben sehr schnell. Es reagiert zĂŒgig auf Eingaben, Apps öffnen sich schnell, und die Grafik wirkt sehr flĂŒssig, keinesfalls langsamer als in Yosemite. Auch in dieser Hinsicht können wir das Update empfehlen. Wenn es zuerst noch etwas hakt, dann liegt das oft daran, dass bei einem neu aufgesetzten System zunĂ€chst einige aufwendige Prozesse im Hintergrund ablaufen, zum Beispiel iCloud Daten synchronisiert oder Spotlight seinen Index anlegt.

Die Hardware-Voraussetzungen haben sich seit OS X 10.8 nicht verĂ€ndert. Seitdem hat Apple mit Speicherkompression und allerlei Optimierungen dafĂŒr gesorgt, dass das System eher schneller geworden ist und effektiver mit CPU und Speicher umgeht. Davon profitieren alle Macs, aber vor allem meist weniger ĂŒppig ausgestattete Macbooks und viele Ă€ltere Modelle, die weiterhin nutzbar bleiben.

Zusammenfassung

El Capitan ist keine OS-X-Revolution, sondern wieder einmal eine gelungene Produktpflege, die zur Konsolidierung beitrĂ€gt. Ganz Ă€hnlich verhĂ€lt es sich ĂŒbrigens auch mit dem ebenfalls neuen iOS 9. Zu den Highlights gehören fĂŒr uns die neuen Funktionen in Safari, Notizen und Karten sowie die zusĂ€tzlichen Möglichkeiten von Spotlight. Von anderen interessanten Verbesserungen wie dem Split View, der ausblendbaren MenĂŒleiste und der neuen Mailbearbeitung im Vollbildmodus profitieren vor allem mobile Macs mit ihren kleinen Bildschirmen. Macbooks sind beliebt, aber selbst das grĂ¶ĂŸte Macbook Pro bietet ja nach Einstellung der 17-Zoll-Reihe nur noch eine relativ begrenzte ArbeitsflĂ€che.

Außerdem setzt Apple den Pfad der Integration mit iOS weiter fort. Viele neue Funktionen wie der Split View, ÖPNV-Routen in Karten oder die neue Notizen-App werden parallel in El Capitan und iOS 9 eingefĂŒhrt. Die neue Systemschrift ist auch auf allen GerĂ€ten inklusive Apple Watch vertreten. Das erleichtert die parallele Nutzung. Metal fĂŒr OS X anzubieten ist da nur konsequent. Die schnelle Grafikbibliothek erleichtert Programmierern die zeitgleiche Entwicklung fĂŒr iOS und OS X, schließlich stehen beide Apple-Systeme auf einer gemeinsamen Code-Basis.

Und vieles mehr?


Wir haben hier nur die wichtigsten El-Capitan-Features vorgestellt. In den folgenden Artikeln finden Sie zahlreiche weitere Neuheiten und dazu ausfĂŒhrliche Workshops zur praktischen Nutzung. Im Ratgeber " OS X El Capitan konfigurieren " erklĂ€ren wir, wozu alle Module der Systemeinstellungen gut sind, inklusive Benutzerverwaltung , Netzwerk - und Sicherheitseinstellungen . Wir wĂŒnschen Ihnen viel Spaß bei der Entdeckung von OS X El Capitan.

Macwelt Marktplatz

2129493