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Synchronisation mit älteren Macs ohne OS X Lion

30.01.2012 | 09:36 Uhr |

Synchronisation mit älteren Macs ohne OS X Lion

Wer iCloud-E-Mails, Adressen oder Termine auf älteren Macs verfolgen will, wird von Apple im Regen stehen gelassen. Auf der Internet-Seite zu iCloud findet sich der Hinweis, dass OS X Lion 10.7.2 Voraussetzung für die Nutzung von iCloud sei.

Technisch ist diese Aussage irreführend; Mac-OS X Snow Leopard (10.6.x) zum Beispiel bringt alle nötigen technischen Funktionen mit, um mit den iCloud-Servern zu kommunizieren. Das bedeutet, dass man E-Mails und Termine (keine Adressen) von iCloud auch mit den entsprechenden Pro-grammen (Mail und iCal) unter Snow Leopard synchronisieren kann.

Am einfachsten ist der Zugriff von älteren Rechnern natürlich über die Internet-Seite www.icloud.com . Allerdings muss der Browser relativ neu sein : Safari ab Version 5, Firefox 5, Internet Explorer 8 oder Chrome 12. Wer mehr Funktionen haben will, als die Internet-Seiten bieten, zum Beispiel die Synchronisation zwischen iCloud und den entsprechenden Mac-Programmen, muss etwas basteln, doch im Test gelingt die Synchronisation von Mail und iCal unter Mac-OS X 10.6.8 ohne Probleme - lediglich bei der Synchronisation mit dem Adressbuch treten (derzeit) unlösbare Probleme auf.

iCloud-Sync mit Mail

Als Ausgangspunkt zum Zugriff auf E-Mails über iCloud benötigt man einen Mac mit OS X Lion und einen iCloud-Account. Dessen Zugangsdaten trägt man dann in den Systemeinstellungen im Bereich iCloud ein und aktiviert die Synchronisation der entsprechenden Daten (Mail & Notizen, Kontakte und Kalender).

Dann startet man das Programm Mail und öffnet dort die Einstellungen ("Befehlstaste-Komma"). Im Bereich "Accounts" wählt man "iCloud IMAP" (erkennbar am silbern-schwarzen Symbol von iCloud). Unter Account-Information sollte dort eine (nicht auswählbare) Server-Adresse in hellgrauer Schrift sichtbar sein ("Server für eingehende E-Mails"). Diese Adresse notiert man in einem anderen Programm oder einfach auf Papier.

Auf allen von uns getesteten Macs ist der dazu gehörige Postausgang-Server leicht zu ermitteln: Man ersetzt die Buchstaben "imap" im Namen des Eingangs-Servers durch "smtp": Das bedeutet in unserem Beispiel: "p99-smtp.mail.me.com".

Damit lässt sich das E-Mail-Konto dann beispielsweise in der Software Mail unter Mac-OS X Snow Leopard einrichten: Mail starten und mit dem Befehl "Mail > Einstellungen" (oder der Tastenkombination "Befehlstaste-Komma") das Fenster mit den Einstellungen öffnen. Im Bereich "Accounts" klickt man links unterhalb der Liste der E-Mail-Accounts auf das Zeichen "+".

Wer die Account-Daten von Mobile Me behalten will, sollte nach dem Klick auf das Pluszeichen etwas schummeln und eine falsche E-Mail-Adresse und ein falsches Kennwort eintippen. Denn wer den Mobile-Me-Account erhalten will, kann nicht parallel dazu einen zweiten Account mit der Adresse "@me.com" einrichten - Mail unterbindet solche Doppler mit einer Fehlermeldung. Wir verwenden im Beispiel eine nicht existente E-Mail-Adresse und einige wirre Buchstaben als Kennwort; beide Angaben kann man am Schluss der Einrichtung korrigieren.

Nach einer kurzen Verzögerung fragt der Einrichtungsassistent von Mail nach den weiteren Parametern für diesen Account. Man beginnt oben mit dem Server-typ "IMAP", vergibt einen beliebigen Namen (hier: "iCloud") als Beschreibung und trägt darunter die zuvor ermittelten Server- und Account-Namen ein. In unserem Beispiel "p99-imap.mail.me.com"; Benutzername ist die E-Mail-Adresse bei iCloud (aber ohne den Zusatz "@me.com") und darunter das dazu gehörige Kennwort.

Nach einer Überprüfung tippt man dann die weiteren Zugangsdaten für den Postausgang ein ("Server für ausgehende E-Mails"). Die Beschreibung ist frei wähl-bar, darunter tippt man - in unserem Beispiel - "p99-smtp.mail.me.com" als Servername ein, aktiviert die Option "Nur diesen Server verwenden" und die Option "Identifizierung verwenden".

Wenn man sich nicht vertippt hat, sieht man zuletzt eine Zusammenfassung aller Daten. Dort klickt man auf den Knopf "Erstellen" und wählt zuletzt den gerade neu geschaffenen Account aus, um die eingangs falsch eingetippte E-Mail-Adresse zu korrigieren. Ab dann steht einer echten Synchronisation aller E-Mails über die Server von iCloud nichts mehr im Wege. Dabei sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, dass es sich um eine echte Synchronisation handelt: Löscht man eine E-Mail auf einem Rechner aus dem Posteingang, verschwindet sie auch auf allen anderen Rechnern aus dem Posteingang.

iCloud-Synchronisation von iCal-Terminen

Die Synchronisation mit iCal ist einfacher - weil iCal unter Mac-OS X Snow Leopard die schwierige Kommunikation mit den iCloud-Servern weitgehend automatisiert.

In iCal ist die Einrichtung einfach: Server-Adresse eintippen und die Zugangsdaten (E-Mail-Adresse) von iCloud plus Kennwort dazu und fertig
Vergrößern In iCal ist die Einrichtung einfach: Server-Adresse eintippen und die Zugangsdaten (E-Mail-Adresse) von iCloud plus Kennwort dazu und fertig

Auf dem älteren Mac mit Snow Leopard startet man iCal und öffnet das Fenster für die Einstellungen (mit dem Befehl "iCal > Einstellungen" oder mit der Tastenkombination "Befehlstaste-Komma"). Im Bereich "Accounts" klickt man rechts unterhalb der Liste auf den Knopf "+" und fügt einen neuen Account hinzu.

Der Account-Typ ist "CalDAV", beim Benutzernamen muss man (anders als Mail) die vollständige E-Mail-Adresse eintragen, die man bei iCloud verwendet, darunter kommt das dazu gehörige Kennwort für iCloud. Wenn man sich nicht vertippt hat, ermittelt iCal nach dem Klick auf den Knopf "Erstellen" alle weiteren Daten automatisch. Wer aber bisher Kalender auf Mobile Me verwendet, bekommt dann eine Nachfrage und sollte den Eintrag auswählen, in dem das Wort "icloud" vorkommt.

Wer Mobile Me genutzt hat (und zu iCloud gewechselt ist), bekommt in iCal auf dem älteren Mac eine Rückfrage - die Zeile mit "iCloud" ist die richtige Wahl.
Vergrößern Wer Mobile Me genutzt hat (und zu iCloud gewechselt ist), bekommt in iCal auf dem älteren Mac eine Rückfrage - die Zeile mit "iCloud" ist die richtige Wahl.

Danach hat man über iCal direkten Zugriff auf die Kalender-Server (Protokoll: "CalDAV") von iCloud - jede Änderung in einem Kalender wird mit relativ kurzer Zeitverzögerung auf allen Rechnern und iPhone (und anderen iOS-Geräten) sichtbar.

Fehler beim Adressbuch

Nur beim Adressbuch klappt die Synchronisation mit iCloud nicht - oder sie führt zu Duplikaten. Das betrifft unter Mac-OS X Snow Leopard am Anfang alle Einträge im Adressbuch, später werden nur die Adressen dupliziert, deren Daten man auf dem älteren Mac editiert.

Eine Lösung für die Synchronisationsfehler ist derzeit nicht in Sicht. Es gibt Spekulationen, dass Apple möglicherweise mit einem Update auf Mac-OS X 10.6.9 diesen Fehler in der älteren Version des Adressbuchs behebt, doch derzeit sind die Hinweise auf ein solches Update spärlich.

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