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iMac als externer Monitor für Mac und PC: Fünf Möglichkeiten ohne Target Disk Mode

14.07.2022 | 17:30 Uhr | Andreas Müller

Mobile Endgeräte und kompakte Notebooks erfreuen sich großer Beliebtheit, moderne Komponenten ermöglichen kleine Gehäuse. Welche Möglichkeiten es gibt, die Bildschirmfläche mit einem iMac zu vergrößern oder zu erweitern, erklären wir in diesem Artikel.

Besitzer von iMacs der Baujahre 2009 bis 2014 konnten sich am sogenannten „Target Display Mode“ erfreuen. Mit diesem Apple eigenen Feature ließ sich ein iMac als externer Bildschirm beispielsweise für Notebooks nutzen. iMacs der letzten Jahre unterstützen dieses praktische Feature leider nicht mehr – welche Alternativen gibt es?

Zwei Geräte in visueller Harmonie – ein "Duet" mit Folgekosten

© Duet

Möchte man exakt die Funktionalität erlangen, die mit dem „Target Display Mode“ abgeschafft wurde, stehen zwei interessante Lösungen bereit. Mit „Duet“ gibt es eine App, die für iOS-Geräte, Macs, Windows-PCs und sogar Android über die Webseite des Herstellers heruntergeladen werden kann. Ist die Software installiert und gestartet, lässt sich das entsprechende Gerät auf einem Mac oder PC einfach als neuer Bildschirm hinzufügen. Ob Inhalte nun auf dem zusätzlichen Bildschirm gespiegelt werden oder ob der Arbeitsbereich erweitert wird, lässt sich danach wie gewohnt konfigurieren. Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, muss ein Abonnement mit einem Preis von gut zwei US-Dollar pro Monat abgeschlossen werden.

Luna Display – ein Päckchen aus den USA, das Bildschirme verschmelzen lässt

© Astropad

Einen etwas anderen Weg beschreitet die App „Luna Display“, die auf einem Hardware-Dongle basiert. Hier genügt es also nicht, eine App zu laden – es muss ein Gerät im Onlineshop des Herstellers bestellt werden. Da es sich bei Astropad um ein US-amerikanisches Unternehmen handelt, ist der Versand nach Deutschland mit 36,80 US-Dollar teuer und zeitintensiv. Das Produkt selbst kostet rund 120 US-Dollar – dafür handelt es sich dabei jedoch um eine einmalige Investition, an die keine weiteren und vor allem keine regelmäßigen Zahlungen geknüpft sind.

Ist der Dongle über USB-C, Mini-Display-Port oder HDMI verbunden und die „Luna Display“-App gestartet, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. So kann ein Mac als zusätzlicher Bildschirm für Macs oder Windows-PCs genutzt werden. Alternativ lässt sich auch ein iPad als zweites Display für die Arbeit am Mac oder PC konfigurieren. Im „Headless Mode“ fungiert ein iPad schließlich als Hauptbildschirm für ursprünglich stationäre Systeme wie einen Mac Mini oder einen Mac Pro. Auf diese Weise entstehen neue Möglichkeiten der Mobilität. Die Verbindung zwischen dem Hauptgerät und seinem als Bildschirm fungierenden Partnersystem wird entweder über ein USB-Kabel oder das WLAN hergestellt. Mit einer laut Hersteller niedrigen Latenz von lediglich 16 ms bleibt jeder Workflow im Fluss.

Das iPad als externer Bildschirm – bequem und einfach mit Sidecar

Nach diesen beiden attraktiven Optionen wenden wir uns als Nächstes einer Möglichkeit der Bildschirmerweiterung zu, die uns Apple direkt bietet. Zwar lässt sich mit Sidecar kein Mac als zusätzlicher Bildschirm verwenden, dafür lässt sich der Arbeitsbereich jedoch wunderbar auf ein iPad ausweiten. Speziell für diejenigen, die einen mobilen Arbeitsplatz schätzen und ohnehin mit einem Notebook nebst iPad unterwegs sind, ist diese Option sehr interessant. Der Mac muss über macOS Catalina oder neuer verfügen, während die Kompatibilität auf dem Tablet schon bei iOS 13 beginnt. Sind diese Voraussetzungen gegeben und ist auf beiden Geräten der gleiche Benutzer (Apple-ID) angemeldet, ist die Integration der Funktionalität äußerst intuitiv.

In den Systemeinstellungen im Abschnitt "Displays" lässt sich der kleine Zusatzbildschirm nach Belieben anordnen. Fenster können dann einfach per Drag-and-drop auf das iPad verschoben werden. Alternativ steht auch bei einem Mouse-Over auf dem grünen Kreis oben links eines jeden Bildschirmfensters die Option bereit, das Fenster auf das iPad zu bewegen. Für eine optimale und langfristige Nutzung empfehlen wir, das iPad per USB-Kabel mit dem Mac zu verbinden – im Sidecar-Modus wechselt der Bildschirm des Tablets schließlich in den Akku zehrenden Always-On-Betrieb. Auf Wunsch lässt sich in den Bildschirmeinstellungen eine Seitenleiste und sogar eine Touchbar aktivieren. Somit wird die zusätzliche Nutzung des iPads noch interaktiver und praktischer. Im Detail können Sie darüber in unserem ausführlichen Artikel zu Sidecar lesen.

Mit Airplay zur erweiterten Bildschirmnutzung

Eine für viele nicht ganz neue Option ist das Streamen von Bildschirminhalten via Airplay. Kompakte iOS-Geräte können Inhalte auf dem Bildschirm eines großen Macs – vom Macbook über den Mac Pro bis hin zum iMac – ausgeben. Bei kompatiblen Apps wie der Foto-App führt der Weg über die Teilen-Schaltfläche am unteren Bildschirmrand. In der umfangreichen Liste findet sich auch die „Airplay“-Option – wenn nicht ganz am Anfang als großes Symbol, dann weiter unten in der Liste. Danach wird das Zielgerät ausgewählt und schon erstrahlen Fotos in großen Dimensionen. Viele weitere Apps bieten eine entsprechende Funktionalität, wodurch auch kleine Geräte von großen zur Verfügung stehenden Bildschirmen profitieren können.

Externen Monitor per Kabel verbinden – der Klassiker unter den Optionen

Zur Vervollständigung aller möglichen Optionen sei zum Abschluss noch erwähnt, dass sich Macs natürlich auch mit externen Bildschirmen verbinden lassen. In den Systemeinstellungen wird die Anordnung der Bildschirme im Anschluss frei bestimmt. Auf diese Weise erfährt macOS, welche Konstellation zum Einsatz kommt und ermöglicht ein intuitives Verschieben von Inhalten zwischen den Arbeitsbereichen. Alternativ zur Erweiterung des Arbeitsbereichs können externe Bildschirme Inhalte des Primärbildschirms auch einfach spiegeln. Ein im Mac verbauter Bildschirm muss übrigens auch nicht zwingend der Primärbildschirm inklusive Dock sein. Auch das lässt sich individuell anpassen.

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