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iOS/iPad OS 13 – Neue Features für (Profi-)Anwender

26.06.2019 | 08:33 Uhr | Mark Zimmermann

Abgesehen von Maus-Unterstützung oder erweiterter Dateien-App kommt iOS/iPadOS 13 mit etlichen kleineren Features, die das mobile Betriebssystem noch produktiver und moderner machen sollen. Hier eine Auswahl.

Fangen wir mit dem bereits tot gesagten 3D-Touch an. Diese Funktionalität beschreibt die Interaktion des Anwenders in verschiedenen Apps, je nachdem wie intensiv Druck auf den Bildschirm ausgeübt wird. Nachdem das iPhone XR diese Funktion nicht mehr unterstützt , wurde bereits darüber spekuliert, dass sich Apple davon wieder trennen werde. Da die 3D-Touch-APIs wie Peek & Pop jedoch zur WWDC mit einer neuen UIContextMenuInteractionAPI aktualisiert wurden, kann man davon ausgehen, dass wir auch in Zukunft noch 3D-Touch-Interaktionen auf iOS-Geräten sehen werden.

Low-Data-Modus für Mobilfunk und WLAN

Dank eines neu eingeführten Low-Data-Modus für Mobilfunk und WLAN können Nutzer auch dann noch mit ihrem iOS-Gerät arbeiten, wenn sie in einem langsamen WLAN oder mit gedrosselter Datenleitung im Mobilfunknetz unterwegs sind. Diese Option stellt dabei nicht nur in iOS eine gewisse Datensparsamkeit sicher. Auch die Möglichkeiten für Apps, sich im Hintergrund zu aktualisieren, werden automatisch unterbunden. Zudem können App-Entwickler ihren Beitrag zur Datensparsamkeit leisten. Die Einstellung dieses Modus steht Entwicklern als Flag zur Verfügung und sollte von ihnen "bewusst" genutzt werden.

Aber auch an Nutzer mit Endlos-Tarifen wurde gedacht: Wenn Apps aus dem App Store herunter laden werden sollen, funktionierte dies über das Mobilfunknetz aktuell nur bis zu einer Dateigröße von 200 MB. Größere Daten brauchten bisher eine WiFi-Verbindung. Mit iOS 13 lässt sich dieses Limit in den Einstellungen des App Store aufheben.

Wer sich häufig im Internet oder in großen Dokumenten bewegt, wird ein anderes digitales Helferlein lieben: die Bildlaufanzeige. Auf dem Computer lange bekannt, ist sie auf dem mobilen Gerät bisher ungeachtet geblieben. Mit iOS 13 können Nutzer die Bildlaufanzeige direkt anfassen und durch ein langes Dokument einfach durchblättern.

Wird ein iPhone in englischer Sprache verwendet, um zum Beispiel Funktionen zu nutzen, die in Deutschland nicht verfügbar sind, können Anwender nun die installierten Apps trotzdem in deutscher Sprache bedienen. Mit iOS 13 lässt sich die Sprache jeder App einzeln und unabhängig von der Systemsprache einstellen. Ein entsprechender Eintrag steht (ohne Zutun des App-Entwicklers) in der Einstellungen-App zur Verfügung.

Wer sich ärgert, das er von unbekannten Anrufern gestört wird, kann dies mit iOS 13 generell unterbinden lassen. Wie sich dies mit CallKit -Apps (zum Beispiel SecureContact X ) verträgt, muss sich jedoch erst noch zeigen.

Installierte Apps können jetzt auch über die Ap-Store-App in der Rubrik "Updates" entfernt werden. Nutzer müssen also nicht mehr die App im Springboard (Homescreen Manager) suchen. Ein einfaches Wischen nach links in der App-Store-Update-Ansicht reicht aus.

Neue Frameworks für Entwickler

Doch Apple bietet nicht nur für sein Betriebssystem neue Funktionen. Auch App-Entwickler haben einige spannende Frameworks zur Verfügung gestellt bekommen, die Datensicherheit und -Schutz sowie die Produktivität erhöhen sollen.

So bietet Apple mit "CryptoKit" ein neues Framework, das Developern kryptografische Operationen sicher und effizient bereitstellen soll. Die Nutzung von mehr oder weniger guten Open-Source-Lösungen, die teilweise nicht einmal zertifiziert sind, könnte damit der Vergangenheit angehören.

Mithilfe des "SoundAnalysis" Framework können Apps gestreamte und/oder dateibasierte Audiodaten auf ihren Inhalt analysieren und klassifizieren.

Dank "VisionKit" bekommen Entwickler ein Framework an die Hand, mit dessen Hilfe sich die Kamera-Scan-Funktion für Dokumente in ihre Apps implementieren lässt. Dank neuer CoreML-Möglichkeiten, kann nun auch der Text auf dem erkannten Dokument per OCR transkribiert werden (aktuell aber nur in englischer Sprache).

Mit dem "BackgroundTasks" Framework wiederum können App-Entwickler nun Hintergrundaktivitäten in Randzeiten verlegen. Auch größere Downloads sollten problemfrei möglich sein, vorausgesetzt das jeweilige iOS-Gerät hängt an der Steckdose.

Intelligente Ladesteuerung

Mit iOS 13 führt Apple außerdem die Möglichkeit ein, den Ladeprozess für iOS-Geräte an persönliche Nutzungsverhalten anzupassen. Die Funktion "Optimized Battery Charging" begrenzt dabei die angestrebte Ladekapazität auf 80 Prozent. Die letzten 20 Prozent lädt das iOS erst kurz, bevor Nutzer ihr Gerät tatsächlich benötigen. Natürlich funktioniert das nur so gut, wie passgenau die Analysen durch Apple ausfallen. iOS 13 muss zunächst die Nutzungsgewohnheiten analysieren, also ein Verständnis dafür entwickeln, von wann bis wann ein iOS Gerät in der Regel am Ladekabel hängt – unter der Woche sowie am Wochenende.

Diese 80 Prozent gelten als allgemein optimaler Ladestand für das Halten einer Ladekapazität eines Lithium-Ionen-Akkus über eine längere Zeit. Ein Akku, der auf 100 Prozent geladen wird und diese Kapazität über Nacht halten muss, unterliegt angeblich einem doppelt so schnellen Alterungsprozess in seiner Lebensdauer. Es gilt allerdings zu beachten, dass auch andere Faktoren wie beispielsweise die Temperatur eine Rolle in der Lebensdauer eines Akkus spielen. Trotzdem ist der Schritt aus dem Hause Apple löblich – wenn auch nicht neu. Andere Hersteller im Android-Umfeld führen solche Aktivitäten bereits länger aus.

iOS 13 bietet zudem noch weitere Gimmicks. So kann etwa die Sucheingabe in Spotlight nun direkt als Chat an Siri geschickt werden. Außerdem erhält der Kalender in iCal mit dem Update jetzt die Fähigkeit, mit Dateianhängen umzugehen. Nutzt man mit Freunden die "Find my" App, lässt sich nun nicht mehr nur die Navigation zu Freunden starten. Die lassen sich nun auch direkt via App über Ankunftszeiten und gegebenenfalls Verzögerungen informieren.

Download-Manager für Safari

Für die Nutzung des Internet bietet der Safari-Browser mit iOS 13 einige schicke Ergänzungen. So funktioniert der eingebaute Download-Manager nun auch offline, außerdem können Nutzer das Downloadverzeichnis ("Standard Download Ordner") nun auch selbst definieren. Ein praktisches Feature ist zudem, dass Safari auf Wunsch alle offenen Tabs schließt, optional auch nach einem festen Zeitraum.

Zudem können lassen sich Webseiten nun individuellen Einstellungen zuordnen, also beispielsweise festlegen, dass diese direkt im schlanken Reader Modus geöffnet werden. Werden Nutzer auf einer Webseite aufgefordert, ein Foto aus Ihrer Fotobibliothek hoch zu laden, können sie jetzt einstellen, in welcher Auflösung das Ganze erfolgen soll.

Der Umgang mit WLAN-Signalen wird sich mit iOS 13 (beziehungsweise iPadOS 13) ebenfalls verbessern. Nutzer können künftig einstellen, dass sich ihr iPad automatisch einen WiFi Hotspot vom iPhone geben lässt, wenn kein anderes WLAN in der Nähe ist und das Gerät einen Internet-Zugang benötigt. Auch die Freigabe des persönlichen Hotspot für Mitglieder in der Familienfreigabe dürfte viele Nutzer freuen.

Und zu guter Letzt ein weiteres Beispiel aus iOS 13, das Apples Liebe zu Details verdeutlicht: Haben Nutzer einen täglich gestellten Wecker auf Ihrem iPhone oder iPad, gibt Siri in iOS 13 einen Hinweis, wenn der nächste Wecker-Termin auf einen Feiertag fällt.

Fazit

Das sind nur einige der neuen Funktionen von iOS 13. Es ist noch zu früh, um von der ersten Beta-Version auf das finale Release zu schließen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Funktionen entwickeln, und darauf hoffen, dass noch viele weitere Features dazu kommen. (mb)

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