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iPhone 11 Pro vs. iPhone XS - Lohnt sich das Upgrade?

13.09.2019 | 10:53 Uhr |

Gleich drei neue iPhone-Modelle hat Apple auf der alljährlichen September-Keynote vorgestellt. Jeweils einen Nachfolger für das iPhone XR, XS und XS Max. Doch lohnt sich das Upgrade? Wir machen für Sie den Vergleich. In diesem Artikel nehmen die Topmodelle, das iPhone 11 Pro (sowie die größere Max-Version) und den Vorgänger, das iPhone XS, unter die Lupe.

Der Einfachheit halber vergleichen wir im folgenden Ratgeber nur das iPhone 11 Pro mit dem iPhone XS. Die Max-Modelle sind, abgesehen vom größeren Bildschirm, identisch zur kleineren Variante.

Den Vergleich iPhone 11 vs. iPhone XR finden Sie hier .

Design - Das Auge kauft mit

Das Smartphone ist unser täglicher Begleiter im Alltag. Es ist gleichzeitig Werkzeug, Accessoire, für manche sogar Statussymbol. Das Design ist deshalb nicht ganz unwichtig. Mit dem iPhone 11 Pro behält Apple die Designsprache bei, die es mit dem iPhone X eingeführt hat.

iPhone 11 Pro: Alle Farben
Vergrößern iPhone 11 Pro: Alle Farben
© Apple

Einziger Unterschied zum Vorgänger ist die Kameraausbuchtung auf der Rückseite. Die drei Kameras benötigen mehr Platz, und die verschafft sich Apple mit einer rechteckigen Ausbuchtung in der die Kameras in einem Dreieck angeordnet sind. Ähnliches haben wir auch schon beim Mate 20 Pro von Huawei gesehen. Beim iPhone XS dagegen ist die Doppelkamera einfach untereinander angeordnet. Eine Geschmacksfrage zweifelsohne. Neu beim iPhone 11 ist außerdem eine neue Farbe: Nachtgrün. Das matte Grün gibt dem Smartphone einen leichten Militär-Look. Überhaupt sind inzwischen alle Farben in einem matten Ton, beim XS waren sie noch eher glänzend.

Leistung/Akku - Schnell und Schneller/Lang und Länger

Das iPhone 11 Pro kommt, ebenso wie das iPhone 11, mit dem neuen Chip A13 Bionic. Im XS ist der Vorgänger, der A12 Bionic, verbaut. Beides sind extrem leistungsstark, die in der Top-Liga der Smartphone-Prozessoren mitspielen. Laut Apple ist der A12 sogar der zweitstärkste auf dem Markt, nur übertrumpft vom neuen A13. Viele Benchmarks bestätigen diese Aussage . Und damit sind wir auch schon beim Knackpunkt. Der A12 ist bereits so schnell, dass nur die wenigsten Anforderungen vom Upgrade auf den A13 wirklich profitieren würden. Selbst Nutzer, die sehr viel mit ihrem Smartphone arbeiten oder spielen, würden kaum einen Unterschied bemerken. Und der "Otto Normalverbraucher" sowieso nicht. Einen wesentlich größeren Unterschied dürfte die bessere Energieeffizienz sein, die für eine bis zu 4 Stunden längere Akkulaufzeit sorgen soll (5 Stunden bei den Max-Modellen). Ob das ausschließlich durch das Energiemanagement, oder auch durch eine größere Batteriekapazität, bewerkstelligt wird, ist noch nicht bekannt.

Display - XDR vs. HD

Auf der Keynote hat Apple das neue Display des iPhone 11 Pro besonders hervorgehoben. Sie gingen sogar soweit, es mit einem neuen Namen zu bezeichnen: Super Retina XDR Display. Im Vergleich zum Super Retina HD Display des iPhone XS ist aber, zumindest beim Blick auf die technischen Daten, gar nicht so viel anders. Beides sind OLED Displays mit HDR und einer Auflösung von 2436 x 1125 Pixel, resultierend in einer Pixeldichte von 458 Pixel pro Zoll. Neu ist der höhere Kontrastumfang. Der hat sich gleich verdoppelt, von 1.000.000:1 auf 2.000.000:1. Auch die maximale Helligkeit hat sich verbessert, in der Spitze liefert das iPhone 11 Pro bis zu 1200 Nits. Das ist ein extrem guter Wert. Allerdings hat das iPhone 11 Pro auch etwas eingebüßt. Das iPhone XS wird wohl das letzte iPhone mit 3D Touch gewesen sein, denn das 11 und auch das 11 Pro benutzt die neuere Technik Haptic Touch. Statt mit einem Display, dass unterschiedliche Druckstärken erkennt, nutzt Apple eine Software-Lösung. Ein langes Tippen ersetzt das feste Drücken. Schade, aber in der breiten Masse hatte sich 3D Touch eh nicht durchsetzen können. Viele Nutzer wissen gar nicht, dass ihr iPhone dieses Feature hat.

Kamera - Der Unterschied

Den größten Unterschied zwischen den beiden Modellen finden wir in der Kamera. Erstmal das offensichtliche: Das iPhone 11 Pro hat eine Kamera mehr, nämlich ein Ultraweitwinkelobjektiv. Dazu kommen ein Weitwinkel- und ein Teleobjektiv, die wir auch im XS finden. Apple hat während der Keynote eindrucksvoll gezeigt, was für Arten von Aufnahmen dank der Ultraweitwinkellinse möglich sind. Gerade für Landschaftsfotografie eine tolle Ergänzung.

iPhone 11 Pro mit neuen Kamerafunktionen
Vergrößern iPhone 11 Pro mit neuen Kamerafunktionen
© Apple

Aber auch unter der Oberfläche hat sich einiges verändert. Zum Beispiel der neue Nachtmodus, mit dem sich auch bei dunklen Belichtungssituationen immer noch gute Bilder schießen lassen sollen. Und auch Smart HDR wurde nochmals verbessert, für eine bessere Darstellung von Farben. Und nicht nur die rückseitige Kamera hat sich verbessert, auch die Frontkamera wurde erneuert. 12 statt 7 Megapixel, und neue Funktionen wie 4K-Videoaufnahme und "Slofies", also Slomotion-Videos aus der Selfie-Perspektive.

Weitere Änderungen

Ansonsten gibt es noch viele kleine Neuerungen, die alleine garantiert kein Grund für ein Upgrade sind, kumuliert aber Freude machen können. Auch wenn beide iPhone nach IP68 zertifiziert sind, schafft das 11 Pro bis zu 4 Meter tiefes Wasser für 30 Minuten, das XS Max "nur" bis zu zwei Meter Tiefe. Das 11 Pro bietet eine räumliche Audiowiedergabe mit Dolby Atmos-Unterstützung (XS: Normale Stereowiedergabe). Außerdem kommt es mit einem Schnellladekabel. Und mit dem neuen Ultrabreitbandchip U1 können zukünftig andere Apple-Geräte in der Umgebung besser lokalisiert werden. Aktuell vor allem eine Verbesserung für Airdrop, aber mit Apples neuen Plänen für eine bessere Auffindbarkeit verlorener Geräte wird der Chip durchaus von Nutzen sein.

Preis

Das iPhone 11 Pro kostet genauso viel wie das XS zum Marktstart: Es startet bei 1.149 Euro in der kleinen Variante mit 64 Gigabyte (11 Pro Max: 1.249 Euro), mit 256 Gigabyte sind 1.319 Euro fällig (11 Pro Max: 1.419 Euro), die teuerste Version hat 512 Gigabyte und kostet 1.549 Euro (11 Pro Max: 1.649 Euro). Das iPhone XS verkauft Apple nicht mehr, die Preise bei anderen Anbietern schwanken. Je nach Display- und Speichergröße zahlen Sie zwischen 100-300 Euro weniger als für das neue iPhone 11 Pro.

Fazit

iPhones sind ein Investment. Nur die wenigsten können sich jedes Jahr ein Upgrade auf das neueste Modell leisten. Muss man aber auch nicht, denn iPhones sind sowohl vom Material, als auch von der Leistung zukunftssicher und halten garantiert über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Das iPhone XS ist immer noch eines der besten Smartphones auf dem Markt und wird Ihnen, falls Sie eins besitzen, auch noch mehrere Jahre gute Dienste leisten. Klar, die Kamera hat einen großen Sprung gemacht, aber lohnt sich dafür ein Upgrade? Nur wenn Sie ein wirklicher Enthusiast sind und sehr viel Wert darauf legen, die bestmögliche Kamera in ihrem Smartphone verbaut zu haben. Ein Upgrade lohnt sich definitiv für Besitzer eines iPhone 8 oder älter. Von einer Single- auf eine Triplekamera ist eine riesige Verbesserung, mit dem neuen Prozessor sind Sie auf Jahre gerüstet und das große Display wird Ihnen viel Freue bereiten.

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