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iPhone 11 und iPhone XR im Vergleich: Das sind die Unterschiede

13.09.2019 | 13:20 Uhr | Peter Müller

Der Nachfolger des iPhone XR heißt iPhone 11, das alte Modell bleibt noch im Handel. Was das Neue ausmacht.

Wenn man im letzten Jahr ein iPhone XR gekauft hat, soll man dann jetzt auf das iPhone 11 umsteigen? Noch stehen unsere Tests aus, aber auch dann wird die Empfehlung lauten: Kommt darauf an. Ob man einen Mehrwert in den Verbesserungen und neuen Funktionen sieht, etwa. Oder auch, in welchem Zustand das XR nach einem guten Jahr ist, denn Apple nimmt ältere Modelle beim Neunkauf in Zahlung. Dabei erlöst man zwar nicht so viel, wie es auf anderen Wegen möglich wäre, aber der Trade-In im Apple Store ist auf alle Fälle recht praktisch.

Anders sieht die Sache aus, wenn man sich ein iPhone neu anschaffen will oder von einem weit älteren Gerät umsteigt. Denn Apple hat das iPhone XR im Handel belassen und dabei im Preis gesenkt. Der Unterschied zum neuen iPhone 11 beträgt 100 Euro. So kann man genau abschätzen, ob das mit dem persönlichen Mehrwert übereinstimmt.

Die wichtigsten Unterschiede von iPhone 11 und iPhone XR:

Der Preis

iPhone 11 im Apple Store

Erfreulicherweise hat Apple nicht nur den Preis für das Vorjahresmodell gesenkt, sondern bietet das iPhone 11 zu einem niedrigeren Einstiegspreis an als seinerzeit das iPhone XR. Das kostete ab dem letzten November bei Apple 849 Euro. Das iPhone 11 beginnt nun bei 799 Euro, das iPhone XR ist in der Grundausstattung mit 64 GB für 699 Euro zu haben. Weitere Preise für das neue Modell: 849 Euro für 128 GB und 969 Euro für 256 GB. Andere Händler als Apple bieten das iPhone XR mit 64 GB zu teilweise deutlich günstigeren Preisen an .

Das Design

Von vorne sehen iPhone XR und iPhone 11 gleich aus, sieht man mal von den drei neuen respektive überarbeiteten Farben ab, die man beim Blick auf den Bildschirm aber kaum wahrnimmt. Das Display ist beinahe randlos, der Homebutton früherer Zeiten fehlt. Dafür entsperrt man iPhone XR wie iPhone 11 mit seinem Gesicht, die Technik für die Face ID steckt hinter der gemeinhin als "Notch" bezeichneten Kerbe am oberen Rand. Gefällt nicht jedem, die meisten haben sich aber daran gewöhnt. Die Face ID funktioniert aber nach wie vor nur im Hochformat, das ist etwa bei den iPads Pro von 2018 anders.

Auf der Rückseite ergeben sich gewaltige Unterschiede, die sich nicht nur beim Farbton manifestieren. Das iPhone 11 bekommt ein Dualkamerasystem , das wie die Triple-Kamera zusammen mit dem Blitz in einem quadratischen Bereich angeordnet ist. XR-Hüllen passen also trotz ansonsten gleicher Maße nicht mehr, will man mit dem Telefon auch fotografieren (Und das will man bestimmt, siehe Punkt "Kameras"). Das Apple-Logo sitzt auch deswegen mittig auf der Rückseite, wäre es wie bisher im oberen Drittel platziert, würde das sehr unharmonisch im Zusammenklang mit den Kameras wirken. Drei der Farben hat Apple nicht geändert: Schwarz, Weiß und Rot. Man kann davon ausgehen, dass diese auch die beliebtesten im Portfolio sind. Gelb ist etwas heller und weniger gesättigt geworden, aus dem Blau beim XR wurde ein ebenso helles und zartes Lila, der Farbton "Koralle" entfällt – die sechste Farbe ist nun ein sanftes Grün. Will man also schon anhand der Farben zeigen, dass man ein neues iPhone hat, greift man zum grünen Modell. Das gilt ja auch für das Mitternachtsgrün der iPhone 11 Pro (Max). Aber auch so sind die iPhone 11 auf den ersten Blick auf die Rückseite als neu zu erkennen, nicht von ungefähr preist Apple auch seine transparenten Hüllen als ideale Lösung dafür an.

Das Display

Im Gegensatz zum iPhone 11 Pro ( siehe dort ) hat sich hinsichtlich des Displays nichts geändert, Apple verwendet nach wie vor ein "Liquid Retina" genanntes LC-Display mit Farbraum P3, 1792 mal 828 Pixeln bei 326 dpi und True Tone. Ebenso ist weiter Haptic Touch im Einsatz, das gilt aber auch für die iPhone 11 Pro, von 3D Touch hat Apple sich verabschiedet.

Die Kameras

Hier wird es nun wirklich spannend, denn wie zuletzt jedes Jahr hat Apple wieder kräftig an der Kameratechnik gearbeitet, Hardware und Software betreffend. Zunächst einmal zur Front-Kamera: Hier sind bereits die Spezifikationen des True-Depth-Systems erhöht, von 7 Megapixel auf nunmehr 12 . Das erlaubt Videos mit 60 Frames pro Sekunde, das ist aber nichts Neues. Das iPhone XR bietet für diese eine HD-Auflösung (1080p), während das iPhone 11 4K-Videos erstellt. Selfies im Querformat ergeben auch mehr Sinn, da sie einen weiteren Bereich aufnehmen.

Das ist aber für das Kamerasystem auf der Rückseite ein entscheidenderer Punkt. Hatte die Dualkamera, die Apple vor drei Jahren mit dem iPhone 7 Plus einführte, mit ihrem zweifachen optischen Zoom das Motto "Mehr Nähe zulassen", kommt jetzt als zweite Optik eine Superweitwinkelkamera hinzu. Also dürfen Bilder mehr in die Breite gehen. Wenn man von der einen Kamera auf die andere umschaltet, wirkt das wie ein umgekehrter Zoom, das zentrale Motiv scheint sich zu entfernen: So sieht man in der Kamera-App auch die Zoom-Stufe 0,5. Das iPhone XR kennt das nicht.

Die zweite Kamera liefert bei der Portraitfunktion weitere Vorteile. Schon dem iPhone XR war es mithilfe schlauer Algorithmen gelungen, den Vorder- vom Hintergrund zu trennen und letzten unscharf werden zu lassen. Bokeh-Effekt nennt man das, respektive eben Portraitmodus. Die Parallaxe der beiden Kameras des 11ers ermöglicht nun eine weit bessere Trennung von Hinter- und Vordergrund, was der Grund dafür ist, dass man den Potraitmodus nun nicht mehr nur auf Personen anwenden kann, sondern auch auf Haustiere, Pflanzen oder Gegenstände. Auch hier hilft die Rechenleistung der CPU und GPU kräftig mit, dazu später mehr. Das ist auch für das Filmen entscheidend, man kann beim Videodreh zwischen beiden Optiken hin und her schalten, der Prozessor errechnet für den fertigen Film einen smarten Zoom – schön und ein bedeutender Mehrwert zum XR.

Noch etwas ist neu in der 11er-Generation: der Nachtmodus . Dieser schaltet sich bei schlechten Lichtverhältnissen automatisch ein. Man kennt das schon von der Konkurrenz, etwa dem Google Pixel oder dem Huawei P30: Nachts sind dann nicht mehr alle Katzen grau. Bisher war ja nur ein Bild zu sehen, das Apple unter Laborbedingungen aufgenommen hat, in den nächsten Tagen und Wochen werden unabhängige Tester hunderte Fotos folgen lassen – wir natürlich auch. Den Anfang dafür macht das kanadische Fotomodel Coco Rocha, das bereits ein neues iPhone 11 Pro Max (das 11er hat den gleichen Nachtmodus) in die Hände bekommen hat und sich damit in New York bei Dunkelheit auf offener Straße fotografieren ließ – dazu im Vergleich auch in derselben Szene mit einem iPhone X . Die Unterschiede sind deutlich, der neue Nachtmodus führt zu kontrastreicheren, gesättigteren und helleren Bildern, allenfalls ist ein wenig Verschmierung wegen der Rauschfilter zu erkennen. Für Apple ist der Ansatz neu, bisher sollte die Kamera die Szene eher realistisch wiedergeben, nachts ist es nun mal dunkel. Der Nachtmodus eröffnet aber neue Möglichkeiten – und lässt sich wohl auch deaktivieren.

Mehr Details zu den Kameras der neuen iPhones lesen Sie hier

Prozessor und Akku

Die Kamera allein macht nicht die Bildqualität aus, es ist vielmehr das Zusammenspiel zwischen Sensoren, CPU/GPU und Software beim Image Processing. Und hier gewinnt das iPhone 11 gegenüber dem iPhone XR wieder deutlich mit dem neuen A13 Bionic . Erste synthetische Benchmarks sehen vielversprechend aus, wir werden den Praxistest machen. Doch schnellere Verarbeitung von Prozessen bei der Fotografie oder bei der Gesichtserkennnung und bei vielen anderen Aufgaben sind nur eine Seite der Medaille. Die andere könnte den meisten Anwendern weit wichtiger sein: Die Effizienz.

Denn Apple hat es nach eigenen Angaben geschafft, den A13 Bionic so zu konstruieren, dass er nur diejenigen Bereiche nutzt, die für die anstehende Aufgabe benötigt werden. Der Rest des Chips geht gewissermaßen in den Ruhezustand. Das soll zu deutlich längeren Akkulaufzeiten führen, die beim iPhone XR schon gut waren. " Bis zu eine Stunde länger " hält der des iPhone 11 laut Apple aus, was das in der Praxis bedeutet, werden wir sehen. Interessant ist das aber, will man vom XR auf das 11er umsteigen: Denn nach einem Jahr kann die Batterie bei intensiver Nutzung erste Alterungserscheinungen zeigen, man bekäme mit dem Neugerät dann also weit mehr als die eine Stunde Plus.

Sonstiges

Eine Unterwasserkamera ist das iPhone 11 gewiss nicht, aber laut Apple hält das iPhone 11 nun in einer Tiefe von zwei Metern (statt einem Meter beim XR) 30 Minuten lang unbeschadet durch: IP68 statt IP67. Gleichwohl sind Wasserschäden nach wie vor von der Garantie ausgenommen.

Will man 256 GB Speicher, muss man zum 11er greifen, das entsprechende XR gibt es allenfalls noch bei Dritthändlern.

Der ominöse Ultraweitband-Chip ist im 11er vorhanden, im XR nicht. Apple hat damit noch einiges vor, was zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt wird.

Abmessungen und Gewicht sind wie bereits öfter erwähnt identisch bei iPhone XR und iPhone 11.

iPhone XR im Macwelt-Preisvergleich

iPhone 11 im Apple Store

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