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iPhone- und iPad-Apps auf dem Mac nutzen

17.03.2021 | 10:45 Uhr |

Bislang bietet Apple keinen Mac mit einem Multi-Touch-Display an. Dennoch lassen sich iPhone und iPad-Apps auch auf Ihrem Mac nutzen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt und wie Sie dabei vorgehen zeigen wir in diesem Beitrag.

Schon seit geraumer Zeit arbeitet Apple daran, dass Sie Apps für iPhone oder iPad auch auf dem Mac starten und einsetzen können. Der erste Schritt dazu war das Project „Catalyst“ , welches es Programmierern ab macOS 10.15 Catalina ermöglichen sollte, Ihre iPad-Apps einfacher für den Mac (mit Intel-Prozessor) zur Verfügung zu stellen. Von einem durchschlagenden Erfolg kann hierbei allerdings nicht gesprochen werden. Der Aufwand Apps für die A1X-Chips des iPad oder iPhone für den Mac (mit Intel-Prozessor) zu portieren erschien den Softwareentwicklern wohl zu groß. Bislang sind nur wenige Apps auf diesem Weg verfügbar wie unter anderem die Twitter-App , die Notizen-App „ GoodNotes 5 “ oder das Rennspiel „ Asphalt 9: Legends “. Bekanntere Anwendungen, wie zum Beispiel die von Adobe oder Microsoft, fehlen ganz.

Der „ARM-Switch“

Seit Herbst 2020 hat sich die Situation grundlegend geändert. Nach der berühmten Transition von PowerPC- zu Intel-Prozessoren , noch unter der Federführung von Steve Jobs, hat es Apple erneut getan. Diesmal geht allerdings die Reise weg von den Intel-Chips und hin zu den von Apple selbst entwickelten und produzierten M1-Chips auf ARM (Acorn Risc Machine)-Basis . ARM-Prozessoren sind keine gänzlich neue Erfindung, sie gibt es schon seit 1983. Im Detail auf die Unterschiede zu anderen Plattformen, wie der von Intel, einzugehen ist an dieser Stelle natürlich nicht der Platz. Sie können hier aber lesen, wie sich Intel- und Apple-Silicon-Macs prinzipiell unterscheiden .

Ganz allgemein gesprochen sind ARM-Prozessoren äußerst sparsam im Energieverbrauch und tragen zu einer besonders langen Akkulaufzeit von Mobilgeräten sowie Laptops bei, sind aber dennoch überaus leistungsfähig. Unter anderem aus diesem Gründen sind sie oft in Mobilgeräten wie Tablets und Smartphones, so auch im iPad und iPhone oder in Ein-Chip-Systemen wie dem Kleinst- und Bastelrechner Rasperry Pi zu finden.

Der leistungsfähige und sparsame M1-Chip Apples

Aufgrund der – laut Apple – weitgehenden Stagnation bei der Entwicklung der Intel-Plattform hat sich Apple letztes Jahr dazu entschlossen, den Wechsel auf Apple Silicon auf der Basis der Designs von ARM zu vollziehen. Die entsprechenden SoCs (System on a Chip) hat Apple selbst auf Basis der A1X-Prozessoren von iPad und iPhone entwickelt, die Fertigung übernimmt TSMC. Bei Apples M1-Chip handelt es sich um ein besonders leistungsfähiges und energiesparendes SoC, bei dem die unterschiedlichen Komponenten eines Computers wie Hauptprozessor, Grafikprozessor und Hauptspeicher kombiniert werden.

Der Wechsel auf den Apple-M1-SoC erlaubt außerdem die Installation und das Ausführen von Apps für iPad und iPhone, ohne dass diese portiert werden müssten. Lediglich bei der Bedienung oder Darstellung der Apps gibt es Unterschiede, da die entsprechenden Apps auf die Bedienung eines – kleineren – Multi-Touch-Display ausgelegt sind und nicht auf die Bedienung mit Tastatur und Maus.

Wie Sie iPad- und sogar iPhone-Apps auf Ihrem Mac nutzen können und was sie dabei beachten müssen zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Apps für iPad und iPhone laufen jetzt auch auf einem M1-Mac.
Vergrößern Apps für iPad und iPhone laufen jetzt auch auf einem M1-Mac.

iPad-Apps auf dem Intel-Mac

Wie bereits erwähnt, sind bislang nur einige wenige iPad-Apps auf dem Mac mit Intel-Prozessor lauffähig. Hierbei handelt es sich um eine höhere zweistellige Zahl von Apps meist kleinerer Anbieter. Um diese zu finden, sollten Sie aber wissen, wie das geht:

Auf dem Intel-Mac funktionieren (an macOS Catalina) nur Apps, die vom Entwickler portiert wurden, was sehr aufwändig sein kann.
Vergrößern Auf dem Intel-Mac funktionieren (an macOS Catalina) nur Apps, die vom Entwickler portiert wurden, was sehr aufwändig sein kann.

iPhone- und iPad-Apps auf dem M1-Mac

Da iPhone und iPad sowie der M1-Mac die gleiche Hardwareplattform nutzen lassen sich Apps für Apples Mobilgeräte zumindest theoretisch auch auf dem M1-Mac ausführen. Gegenwärtig (Stand Mitte März 2021) sind das Macbook Air , der Mac Mini und das Macbook Pro 13“ mit einem Apple-M1-Chip ausgestattet. Besitzen Sie einen dieser Macs, dann installieren und starten Sie die entsprechenden Apps auf die unten beschriebene Weise. (Bitte beachten Sie, dass die App dafür vom Entwickler freigegeben sein muss, ansonsten können Sie diese auf dem „offiziellen Weg“ weder installieren noch starten):

  • Ă–ffnen Sie den App Store und klicken Sie links unten auf Ihre Apple-ID (Benutzername).

  • Nun erscheint rechts im Hauptfenster die Liste der von Ihnen im App Store erworbenen Apps.

  • Zudem finden Sie dort – nur am M1-Mac – ein weiteres Register mit der Liste der „iPhone & iPad-Apps“.

  • Möchten Sie eine dieser Apps installieren, dann klicken Sie auf das Symbol einer Wolke.

  • Die App wird heruntergeladen und kann ĂĽber einen Mausklick auf „Öffnen“ gestartet werden. Zudem lässt sie sich auch per Doppelklick im Ordner „Programme“ starten.

  • Neue Apps finden Sie, indem Sie links oben einen Suchbegriff ins Suchfeld eingeben und eine Suche durchfĂĽhren.

  • Ăśber einen Mausklick auf das Register „iPhone & iPad-Apps“ im Hauptfenster werden die gefundenen Apps aufgelistet. Installieren Sie diese wie gewohnt.

Bereits erworbene iPad- und iPhone-Apps finden Sie im App Store über Ihre Apple-ID.
Vergrößern Bereits erworbene iPad- und iPhone-Apps finden Sie im App Store über Ihre Apple-ID.

Geheimtipp Sideload – so installieren Sie offiziell nicht verfügbare Apps

Längst nicht alle Entwickler geben Ihre Apps für den M1-Mac frei. Die Gründe hierfür können unterschiedlicher Natur sein. So benötigen manche Apps Funktionen, welche nur Tablet und Smartphone bereitstellen oder sie lassen sich mit Maus und Tastatur nicht richtig bedienen. Andere Entwickler wiederum möchten nicht, dass Anwender statt der teuren App für den Mac, stattdessen eine günstigere für das iPad nutzen. Findige Anwender haben aber einen Weg gefunden auch diese „verbotenen“ Apps auf dem M1-Mac zu installieren – und zwar über die „Sideload“ genannte Technik.

iMazing ab 39,99 Euro im iMazing Store kaufen

Dazu müssen Sie das iPhone oder iPad per Lightning- oder USB-C-auf-USB-Kabel an den Mac anschließen und die App iMazing installieren. Sofern Sie das erledigt haben, gehen Sie wie unten beschrieben vor. Bitte beachten Sie: Apple kann die Möglichkeit Apps per Sideload zu installieren jederzeit sperren, was bisher schon einmal der Fall war! Wir geben Ihnen daher keine Garantie, dass das Sideloading funktioniert und vor allem auch in Zukunft weiter möglich sein wird.

  • Starten Sie iMazing auf dem Mac. Entsperren Sie das iPhone oder iPad wie gewohnt. Am iPhone/iPad tippen Sie im kleinen Fenster auf „Vertrauen“ und geben den Zugangscode fĂĽr Ihr iPhone oder iPad ein.

  • Klicken Sie links auf den Eintrag fĂĽr Ihr iPhone oder iPad und anschlieĂźend rechts auf „Apps verwalten“.

  • Wählen Sie die App aus und klicken Sie auf das Symbol einer Wolke zum Herunterladen.

  • Nachdem die App heruntergeladen wurde, wählen Sie diese erneut aus und öffnen mit der sekundären (rechte) Maustaste das KontextmenĂĽ.

  • Dort wählen Sie den Eintrag „.ipa exportieren“ aus und speichern die Datei im Ordner „Programme“.

  • Starten Sie die Installation per Doppelklick und archivieren Sie die. ipa-Datei beispielsweise im Download-Ordner.

Mittels der Drittanbieter-App iMazing greifen Sie auf Apps zu, die auf dem M1-Mac auf dem offiziellen Weg nicht installiert werden könnten.
Vergrößern Mittels der Drittanbieter-App iMazing greifen Sie auf Apps zu, die auf dem M1-Mac auf dem offiziellen Weg nicht installiert werden könnten.
Die gewünschte App wird als Datei mit der Dateiendung *.ipa exportiert und anschließend per Doppelklick installiert.
Vergrößern Die gewünschte App wird als Datei mit der Dateiendung *.ipa exportiert und anschließend per Doppelklick installiert.

Wie Sie iPad-Apps am Mac bedienen

Da Ihr Mac nicht über ein Multi-Touch-Display verfügt, bedienen Sie iPad- und iPhone-Apps per Tastatur, Maus und Trackpad. Dies gelingt bisweilen gut. So erhalten iPad-Apps, wie bei den Apps für den Mac gewohnt eine Fensterleiste sowie die bekannte Menüleiste mit Menüs. Sofern vom Entwickler vorgesehen, können Sie das Fenster ins Quer- oder Hochformat sowie in die Vollbilddarstellung umschalten. Die Bedienung erfolgt durch Maus- oder Trackpad-Klicks. Geblättert wird mit dem Trackpad oder auf der Magic Mouse. Welche Möglichkeiten Sie haben, erfahren Sie über einen Mausklick auf den App-Namen rechts oben in der Menüleiste und den Befehl „Touch-Alternativen“. Machen Sie von diesem Fenster bitte ein Bildschirmfoto, dann haben Sie die Befehle immer griffbereit. Leider taucht dieses Fenster bisweilen nicht mehr auf, sofern Sie es einmal aufgerufen haben.

iPad- und iPhone-Apps können auf dem M1-Mac mittels Maus und Tastatur bedient werden. Die "Touch-Alternativen" unterstützen Sie dabei.
Vergrößern iPad- und iPhone-Apps können auf dem M1-Mac mittels Maus und Tastatur bedient werden. Die "Touch-Alternativen" unterstützen Sie dabei.

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