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macOS 10.15 Catalina: Das geteilte iTunes

03.07.2019 | 15:15 Uhr | Thomas Armbrüster

Mit macOS Catalina ist das Programm iTunes auf dem Mac Geschichte, und die Apps Musik, Apple TV, Podcasts und Bücher übernehmen die Aufgaben. In der ersten Betaversion ist die Scheidung aber noch nicht vollkommen vollzogen

Die App Musik sieht fast so aus wie bisher iTunes, nur dass es keine Filme, Fernsehsendungen, Podcasts und Hörbücher mehr gibt. Auch die Optionen zum Synchronisieren von iPhone und iPad findet man nun an anderer Stelle, nämlich im Finder. Schließt man ein iPhone oder ein iPad an den Mac an, erscheint in der Seitenleiste des Finder-Fensters das Symbol des Geräts, und rechts im Fenster kann man dann sowohl iOS aktualisieren, ein Backup anlegen und das Gerät mit auf dem Mac gespeicherter Musik, Filmen, Podcasts, Hörbüchern und Fotos synchronisieren. Die verfügbaren Optionen entsprechen denjenigen, die es bisher auch in iTunes gab.

Musik

Das Programm Musik lässt sich analog zu iTunes bedienen, nur die Programmoberfläche hat sich verschlankt, und einige Objekte sind an eine andere Stelle im Programmfenster gewandert. Dass es sich um eine frühe Betaversion handelt merkt man daran, dass zum einen in der Seitenleiste noch eine Option „TV & Filme“ auftaucht, und dass zum anderen nach dem Aufrufen von „Einkäufe“ im Menü „Account“ auch Filme und Fernsehfolgen aufgelistet werden, die sich dann aber nicht herunterladen lassen. Analog ist letzteres so auch im Programm Apple TV, das die Musik bei den Einkäufen auflistet, aber nicht laden kann. Öffnet man mit Musik aber den iTunes Store, wird ausschließlich die Musik angezeigt.

Neue Beta von Music

In der dritten Betaversion der Music-App von macOS Catalina ist eine Option in den Vorgaben weggefallen: Unter „Einschränkungen“ fehlt nun die Möglichkeit, Apple Music zu deaktivieren. Das bedeutet, dass in der Seitenleiste die Einträge für Apple Music immer sichtbar sind und sich nicht mehr ausblenden lassen, so wie es in iTunes möglich ist. Ob das ein Versehen ist oder ob sich die Music-App immer mehr zu einem Frontend für Apple Music entwickelt, ist momentan nicht herauszufinden.

Was momentan auch (noch) nicht funktioniert, ist das Starten von Musik mit gedrückter Alt-Taste, um eine andere Mediathek als diejenige im Ordner „Musik“ zu öffnen, so wie es in iTunes möglich ist. Man kann darum keine Mediathek öffnen, die auf einem externen Datenspeicher abgelegt ist. Die auf dem Mac unter „Musik“ abgelegte iTunes-Mediathek wird automatisch vom Programm Musik verwendet. Man kann weiterhin auch Musiktitel von einer CD importieren, und die wohl nur noch sehr selten benötigte Brennfunktion für eine Wiedergabeliste ist ebenfalls noch vorhanden.

Mediathek auswählen

Da sich in den ersten Betaversionen von macOS Catalina in der Music-App nicht wie in iTunes eine Mediathek beim Programmstart auswählen lässt, indem man die alt-Taste gedrückt hält, ist es auf den ersten Blick auch nicht möglich, eine externe Mediathek für den Betatest zu verwenden. Das klappt aber dann, wenn man vor dem Update auf macOS Catalina unter einer älteren Systemversion in iTunes die externe Mediathek ausgewählt hatte. Denn die Betaversionen der Music-App und der Programme Apple-TV und Podcasts verwenden immer diejenige iTunes-Mediathek, die zuvor in iTunes ausgewählt war. Nachträglich ist ein Wechsel der Mediathek dann nicht mehr möglich.

Filme und Podcasts

Apple TV funktioniert analog zur gleichnamigen App auf dem iPad und dem iPhone. Man kann auf Filme, Fernsehsendungen und Kinderfilme im Store sowie auf die eigene Mediathek zugreifen und bekommt unter „Jetzt ansehen“ Vorschläge aus der eigenen Mediathek und dem Store. Die Oberfläche des Programms sieht im Vergleich zu Musik und Podcasts noch etwas unfertig aus und wird eventuell noch einen ähnlichen Look wie die beiden anderen Programme bekommen. Podcasts spielt wie bisher schon iTunes sowohl Audio-Podcasts als auch Video-Podcasts ab. Sendungen lassen sich abonnieren, automatisch laden und nach dem Anhören beziehungsweise Ansehen auch wieder löschen. Anders als Musik und Apple TV speichert Podcasts seine Daten nicht in einem Ordner im Benutzerverzeichnis (Musik und Filme), sondern in der Library des Anwenders. Für die Hörbücher ist weder Musik noch Podcasts zuständig, sondern das Programm Bücher, das iBooks ersetzt und nun sowohl auf den Book Store als auch auf den Audiobook Store von Apple zugreift. Wie Podcasts legt Bücher seine Daten in der Library des Benutzers ab.

Eine weitere Funktion von iTunes hat Apple unter macOS Catalina an einen nicht schnell ins Auge fallenden Ort ausgelagert, nämlich die Freigabe der Mediathek im lokalen Netz. Diese findet man nun in der Systemeinstellung „Freigaben“ unter dem Namen „Media Sharing“. Aktiviert man rechts im Fenster dann die Privatfreigabe, kann man von anderen Macs und iOS-Geräten im Netz, die mit derselben Apple-ID angemeldet sind, sowohl auf die Mediathek von Musik als auch von Apple TV zugreifen.

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