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macOS 10.15 Catalina ist da – das ist neu

07.10.2019 | 19:10 Uhr | Stephan Wiesend

Das neue macOS empfiehlt sich durch neue nützliche Apps und coole Funktionen wie Sidecar. Bei so manchem Anwender kann es aber zu Problemen mit alten Apps und alter Peripherie kommen.

Es ist keine neue Beobachtung, dass sich macOS und iOS immer mehr annähern. Beim neuen macOS 10.15 Catalina geht Apple aber noch einen Schritt weiter und schafft auffallend viele Parallelen – vor allem zum neuen iPadOS: Viele der neuen Apps gleichen sehr stark der iPad- bzw. iPadOS-Version, aber auch viele neue Funktionen wie Screen Time und die neue Sprachsteuerung kommen ursprünglich von der iOS-Version. Davon kann der Mac aber nur profitieren, fühlt sich der iPhone-Besitzer an einem Macbook oder iMac sofort heimisch – bei Bedienung und Funktionsumfang gibt es bei Catalina wenig zu bemängeln.

Eine Warnung vorab

Bei den letzten macOS-Installationen konnte man das neue System meist ohne größere Probleme über das alte installieren – allenfalls Video- und Audio-Profis klagten über Kompatibilitätsprobleme. Selbst steinalte Programme und Tools funktionierten meist ohne zu Probleme weiter. Beim neuen Catalina ist es nun anders: Erstmals funktionieren nur noch 64-Bit-Programme auf dem neuen Rechner, was sehr viele Programme betrifft, die seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurden – Catalina bedeutet so das Aus für Aperture, Indesign CS6, Acrobat 9.5.5, Quick Time Player 7 Pro und viele mehr. Was man vielleicht unterschätzt: Von dem Umstieg sind nicht zuletzt einige Codecs für alte Videoformate und Treiber für Peripheriegeräte betroffen. Dashboard und die alte Programmierschnittstelle Carbon fallen ebenfalls weg. Nutzt man die Mac-Plattform erst seit einigen Jahren, wird man kaum Probleme haben. Nach unserer eigenen Erfahrung sind vor allem viele alte Tools betroffen, bei denen einem ein Upgrade zu teuer war oder die  längst nicht mehr weiterentwickelt werden. Treiber für Drucker und Scanner sind oft nur teilweise betroffen, bei Brother-Druckern beispielsweise der TWAIN-Scannertreiber , bei Photoshop CS6 tückischerweise nur das Installationsprogramm: Photoshop CS6 ist zwar eine 64-Bit-App, nicht jedoch laut Berichten das Installationsprogramm. Nicht zu vergessen: Alte Spiele sind ebenfalls betroffen. Steinberg rät seinen Kunden etwa lapidar , vorerst weiter Mojave zu verwenden.

Mac bereinigen mit CleanMyMac

Man kann aber nicht sagen, Apple hätte die Anwender nicht gewarnt: Seit dem letzten Jahr wird man bei Nutzung eines 32-Bit-Programms darauf hingewiesen, dass es bei Catalina zu Problemen kommen kann.  Für die Auflistung aller installierten 32-Bit-Programme können Sie die App System Profiler nutzen, hier findet man unter dem Eintrag „Programme“ eine Liste aller installierten Apps – sortierbar nach der Art der Programme.

So installieren Sie mac Catalina

Ab etwa 19 Uhr am 7. Oktober ist Catalina kostenlos im Mac App Store verfügbar. 4,9 GB freier Speicherplatz sind für den Download, etwa 20 GB freier Speicher für die Installation notwendig. Tipp: Will man Catalina vorerst nur testweise nutzen, benötigt man bei Nutzung von APFS-Medium keine eigene Partition oder externes Medium. Man kann Catalina als paralleles System in einen APFS-Container installieren, eine Anleitung und ausführliche Erklärung finden Sie hier .

Speicherplatz schaffen mit CleanMyMac

Nach Download des Installers ist die Installation des neuen Systems sehr einfach, vor allem wenn man ein bestehendes System aktualisiert. Wie bei den letzten Systemen startet man einfach das Installationsprogramm und kann mit der Installation anfangen. Wie sie einen bootfähigen Installer erstellen, erklären wir nach Erscheinen der finalen Version des Installers von Catalina.

Wie vor jedem Systemupdate empfehlen wir, vor dem Update ein Backup des alten Systems, etwa mit Time Machine .

Diese Rechner werden unterstützt

Macbook (ab 2015)

Macbook Air (ab 2012)

Macbook Pro (ab 2012)

Mac Mini (ab 2012)

iMac (ab 2012)

iMac Pro (ab 2017)

Mac Pro (ab 2013)

Sidecar – Das iPad als Zweitmonitor und Touchscreen

Webseiten mit nur einem Klick an Sidecar senden.
Vergrößern Webseiten mit nur einem Klick an Sidecar senden.

Für neuere Macs gibt es eine sehr nützliche neue Funktion, die man per Systemeinstellung konfiguriert: Sidecar. Die Idee ist eigentlich nicht ganz neu und wird schon länger von Tools von Drittherstellern angeboten. Per Wi-Fi bzw. Air Play verbindet sich der Mac mit einem iPad und stellt Bildschirminhalte auf dem Tablet dar. Das iPad muss dazu das neue iPadOS unterstützen, ein Kabel ist nicht nötig. Die Funktion funktioniert recht performant, ist komfortabel umgesetzt und gibt wenig Rätsel auf: Standardmäßig sieht man am iPad-Bildschirm den Mac-Bildschirm und daneben zwei schwarze Balken, die als Anzeigebereiche für verschiedene Funktionen dienen. Zu den Funktionen gehören Tastenbefehle wie „Shift“ und „Control“ aber auch die Deaktivierung von Sidecar und das Einblenden einer Touchbar. Konfigurieren kann man Sidecar über eine Systemeinstellung und am iPad über das Airplay-Symbol. Optional kann man hier etwa Doppeltipps bei der Verwendung des Apple Pencils aktivieren und kann entscheiden, ob man bei der Verwendung des Apple Pencils lieber einen Zeiger sehen möchten. Unterstützt wird die Funktion allerdings nur von iMacs ab Baujahr 2015, Macbooks ab 2016, dem Mac Mini 2018 und dem Macbook 2016 – sowie iMac Pro und kommendem Mac Pro.

Einige der Drittherstellertools sind deshalb aber nach unserer Meinung noch nicht überflüssig geworden, so funktioniert etwa Duet Display sogar ohne ein am Mac angeschlossenes Display und auch mit älteren Macs.

Sidecar funktioniert gänzlich ohne Kabel.
Vergrößern Sidecar funktioniert gänzlich ohne Kabel.
© IDG / Leif Johnson

Neue Systemeinstellungen

Dass man ein neues System vor sich hat, fällt einem besonders beim ersten Öffnen der Systemeinstellungen auf. Apple hat die Anordnung der Einstellungen verändert, sie in drei Spalten sortiert und neue Einstellungen ergänzt. Ganz oben findet man jetzt Einstellungen wie Familienfreigabe und Apple-ID, ganz unten die Systemeinstellungen von Drittherstellern. Komplett neu ist die Systemeinstellung für Sidecar – die aber nur bei Macs zu sehen ist, die diese Funktion unterstützen. Die Einstellung „Kindersicherung“ wird außerdem durch Bildschirmzeit ersetzt. Gut gefällt uns eine neue Option, die mancher schon von iOS 13 kennt: Man muss sich nicht mehr zwischen hellem und dunklem Modus entscheiden, es gibt die dritte Option Automatik. Das System schaltet dann automatisch bei Sonnenuntergang den Dark Mode ein, tagsüber dagegen den bei Tageslicht sinnvolleren hellen Modus.

Unter Sharing findet man beispielsweise erstmals die Option „Mediasharing“, die zuvor von iTunes bereitgestellt wurde. Man kann damit Mediendateien für andere Geräte freigeben.

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iTunes wird durch Finder, Apple Music sowie Podcast und Apple TV ersetzt

Mancher Käufer eines neuen Macs mit Catalina wird irritiert nach iTunes suchen oder gar versuchen es zu installieren: Unter macOS 10.15 ist iTunes nämlich nicht mehr vorhanden und auch nicht installierbar: Es wird durch mehrere Einzelapps ersetzt: Apple Music (das noch am stärksten an iTunes erinnert), Podcasts, Apple TV und Bücher – aber ebenso den Finder, der einige Aufgaben von iTunes übernimmt. Das hat Vor- und Nachteile, nach unserer Meinung überwiegen die Vorteile: Man muss sich etwa nicht mehr durch mehrere Ausklappmenüs kämpfen, wenn man einen Film ausleihen will und zuvor Musik gehört hat.

Bei iTunes waren oft mehrere Klicks notwendig, um zum gewünschten iTunes Store für Video oder Musik, zu gelangen. Bei den drei neuen Apps ist dies einfacher: App öffnen – in der Seitenleiste auf iTunes Store klicken. Hörbücher findet man übrigens in einer vierten App: Der App Bücher, Hörspiele in der App Musik.

Zu den Neuerungen gehört die App Podcasts.
Vergrößern Zu den Neuerungen gehört die App Podcasts.

Insgesamt wurden die Funktionen von iTunes also auf fünf Programme aufgeteilt. Bei angeschlossenem iPad oder iPhone – und nur dann – sieht man nach einem Klick auf das iPhone-Symbol im Finder eine spezielle iOS-Option: Eine Komplettübersicht über zahlreiche von iTunes bekannte Optionen, Verwaltungsmöglichkeiten für Mediendateien, Hörbücher aber ebenso für Bücher, Fotos und Dateien kann man überspielen, Infos anzeigen und vieles mehr.

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Die Backups von einem iPhone erstellt man unter macOS Catalina ebenfalls im Finder.

So übertragen Sie Daten und erstellen iOS-Backups

Für das Überspielen von Daten gibt es jetzt sogar mehrere Möglichkeiten: Wahlweise über eine der Apps oder den Finder: Das geht so: In einem der drei neuen Medienprogramme klicken Sie in der Seitenleiste auf ihr iOS-Gerät und rufen so die Sync-Einstellungen auf. Bei „Musik“ können Sie dann wie gewohnt die ganze Mediathek oder nur ausgewählte Playlists, Alben, Künstler oder Genres überspielen – oder einfach den freien Speicherplatz mit Titeln füllen. Bei Podcasts organisiert man seine Podcasts und mit Apple TV verwaltet man seine Videos.

Auch unter Catalina sind Backups von iOS-Geräten per USB oder WLAN weiter möglich, dazu ist aber jetzt der Finder zuständig. Klicken Sie auf das iPhone-Symbol in der Seitenleiste des Finders und sie können Backups konfigurieren.

Ein Sonderfall ist die App Apple TV, die es nun plattformübergreifend für iOS und den Medienplayer Apple TV gibt. Die App bringt nämlich Apple TV+ auf den Mac. Sobald Apple TV+ verfügbar ist, werden auch die Angebote des Streamingdienstes darin zu sehen sein. Die App unterstützt die Wiedergabe von 4K-Inhalten, HDR sowie Dolby Atmos. Letzteres allerdings unterstützen nur neue Macs: Dolby Atmos gibt es erst bei Macbooks ab Modelljahr 2018. Wie aus iTunes bekannt kann man außerdem Filme und Serien kaufen oder mieten.

Datenübernahme aus iTunes

Wie schon von iTunes bekannt, kann man per Tastenbefehl zwischen mehreren Musikmediatheken wählen – etwa um die Bibliothek eines anderen Rechners zu übernehmen. Beim Start der App Musik hält man dazu die Wahltaste gedrückt und kann über ein Fenster eine andere Mediathek wählen oder eine komplett neue anlegen. Bei den ersten Betaversionen funktionierte dies noch nicht, was zu einigen Irritationen bei Testern führte.

Einige praktische neue Funktionen des Systems

Nutzt man iCloud, kann man nun bequem Speicherplatz sparen. Man sieht im Kontextmenü eine neue Option, wenn man auf eine oder mehrere Dateien im Ordner iCloud klickt: Über die Option „Download entfernen“ kann man gezielt lokale Version(en) auf dem Mac löschen. Es bleibt dann nur ein Link zur Webversion auf dem Mac und man spart Speicherplatz.

Die Produktivität soll eine neue Splitscreen-Option steigern: Positioniert man den Mauszeiger längere Zeit über das grüne Symbol in der oberen Leiste eines Fensters, sieht man ein komplett neues Verwaltungsfenster mit drei Optionen: Vollbildmodus, Fenster auf der linken Bildschirmseite anordnen und Fenster auf der rechten Bildschirmseite anordnen. Neben dem bekannten Vollbildmodus kann man so bequem eine Splitscreen-Ansicht aktivieren, in der zwei Programme die komplette rechte und linke Bildschirmfläche belegen. Über „Vollbildmodus beenden“ beendet man diese Splitscreen-Ansicht wieder. Das ist praktisch, wenn man mit zwei Programmen gleichzeitig arbeitet, etwa Numbers und Safari.

Die Splitscreen-Ansicht aktiviert man per Button oder Menüleiste.
Vergrößern Die Splitscreen-Ansicht aktiviert man per Button oder Menüleiste.

Viele Apps und Funktionen erhielten kleine Optimierungen und Verbesserungen, darunter der Quicktime Player. Die aktuelle Version zeigt in der Navigationsleiste nun ein Symbol für den PiP-Modus, mit dem ein Video in einem Schwebefenster landet. Das Infofenster zeigt, falls vorhanden, zusätzliche Details wie Farbraum und Bitrate an. Interessant eher für Profis, das gilt ebenso für eine weitere Neuerung: Timecodes werden nämlich nun unterstützt. Interessant ist eine von alten Quicktime-Playern bekannte wieder verfügbare Funktion: Man kann einen Ordner mit Fotos auswählen und daraus ein Video erstellen.

Es gibt aber zahlreiche kleine Änderungen, an die man sich erst gewöhnen muss. So mussten wir beim Zugriff auf einen zweiten Rechner per Bildschirmfreigabe statt unserem Kurznamen des Benutzers zu unserer Überraschung den kompletten Namen eingeben.

Was aber nicht einmal vielen Profi-Anwendern auffallen wird: Catalina erhielt auch eine neue Shell, vermutlich aus Lizenzgründen. Die neu Shell zsh läuft unter der MIT-Lizenz, bash unter der GPL. Große Unterschiede gibt es eigentlich nicht , aber statt „bash“ liest man in der Kopfzeile des Terminals nun „zsh“.

Voice Control – Dein Mac hört auf dich

Apple arbeitet weiter daran, Nutzern mit körperlichen Einschränkungen den Gebrauch eines Macs so komfortabel wie möglich zu machen. Voice Control ist nicht mit dem Assistenten Siri zu verwechseln, sondern soll eine komplette Bedienung des Macs ermöglichen – über Sprachbefehle, die Mauseingaben ersetzen und das Scrollen durch eine Webseite ermöglichen. Selbst komplexere Aufgaben wie das Versenden einer Adresse an einen Kontakt sind relativ einfach möglich. Per Sprachbefehle wechselt das System dabei zwischen einem Diktiermodus und Befehlseingabe-Modus. Eine Besonderheit: Die Sprachsteuerung funktioniert geräteübergreifend, also ebenso auf iOS und dem neuen iPadOS. Die Verarbeitung der Sprachkommandos läuft auf dem jeweiligen Gerät ab, wird also auf keinen Servern verarbeitet oder gespeichert.

Bildschirmzeit

In den Systemeinstellungen findet man statt der einfachen „Kindersicherung“ nun die Funktion Bildschirmzeit, die über eine simple Zugangskontrolle hinausgeht. Setzt doch Bildschirmzeit oder Screen Time eher auf mahnende Berichte, die auch Erwachsene auf zu lange Bildschirmarbeitszeiten bzw. zu langes Chatten und Gamen hinweist. Durchdacht: Wurden strikte Zeitbegrenzungen festgelegt, erhält man vor der Aktivierung der Sperre noch eine Gnadenminute – um etwa ein Spiel zu sichern oder einen Chat zu beenden. Bildschirmzeit ähnelt sehr stark der iOS-Version, einen ausführlichen Artikel finden Sie hier.

Die Funktion Bildschirmzeit gibt es nun auch auf dem Mac.
Vergrößern Die Funktion Bildschirmzeit gibt es nun auch auf dem Mac.

Erinnerungen

Stark verbessert hat Apple seine Aufgabenverwaltung „Erinnerungen“, die man sich wirklich noch einmal näher ansehen sollte und die gut mit der iOS-Version zusammenarbeitet. Die Oberfläche wurde neu gestaltet und es gibt intelligente Listen. Letztere können automatisch Aufgaben mit einem Termin wie „Heute“ oder einer Markierung auflisten, auch Gruppierungen werden unterstützt. Die Erstellung einer neuen Erinnerung hat Apple ebenfalls vereinfacht, so kann man diese per Bearbeitungstaste anlegen. Siri kann jetzt außerdem aus der Nachrichten-App eine Erinnerung vorschlagen und erstellen.

Apple hat die App Erinnerungen stark verbessert.
Vergrößern Apple hat die App Erinnerungen stark verbessert.

Ein Problem: Damit andere Macs auf die Erinnerungen zugreifen können, müssen Sie auf Catalina aktualisiert werden. Man sieht sonst beim Öffnen von Erinnerungen ein Warnfenster, das nicht aktualisierte Macs auflistet und auf geteilte Listen hinweist. Bei den Betaversionen gab es leider einige Probleme mit dem Datenabgleich mit alten Versionen.

Fotos

Apples Fotoverwaltung bietet zahlreiche neue Optionen, wichtigste Neuerung ist eine bessere Aufbereitung und verbesserte Präsentation der Fotos. Wie bei der iOS-Version sieht man automatisch erstellte Übersichten, in denen Live Photos und Videos automatisch abgespielt werden. Verbessert hat Apple auch die Suchfunktion, bei der Suche nach Begriffen wie „Flugzeug“ zeigte die App auf Anhieb mehr Treffer und Suchvorschläge als unter Mojave.

Die App Fotos bekam zahlreiche neue Funktionen wie neue Übersichten und eine verbesserte Suchfunktion.
Vergrößern Die App Fotos bekam zahlreiche neue Funktionen wie neue Übersichten und eine verbesserte Suchfunktion.

Nach dem ersten Programmstart startet übrigens eine relativ zeitaufwendige Analyse der Fotos, bei der auch Duplikate erkannt und Favoriten bestimmt werden – am besten lässt man diese einfach durchlaufen. Auf die neuen Funktionen von Fotos werden wir aber noch in kommenden Artikeln hinweisen, einen Überblick über die iOS-Version finden Sie hier .

Mehr Sicherheit

Mit Catalina hat Apple viele neue Sicherheitsfunktionen ergänzt. Toll für Besitzer einer Apple Watch: Bei Passwortabfragen, etwa beim Zugriff auf eine passwortgeschützte Notiz, kann man sich mit der Apple Watch legitimieren: Durch simples Drücken der Seitentaste. Neu: Gatekeeper prüft nun jedes Programm, ob es von Apple als unbedenklich eingeschätzt wurde – sowohl beim ersten Start als später. Um Erlaubnis fragen muss aber jedes Programm außerdem, wenn es auf Benutzerordner oder externe Laufwerke zugreifen will. Besser geschützt ist man zudem vor Keyloggern oder anderen Spionageprogrammen, die auf Bildschirm oder Kamera zugreifen: Vor dem Zugriff auf iSight und Bildschirm wird der Benutzer jetzt ebenfalls gefragt.

Eine neue Funktion gibt es außerdem für Macs mit T2-Chip, wie aktuellen Mac Mini und Macbook: Wie bei einem iPhone oder iPad kann man einen verschwundenen oder gestohlenen Mac aus der Ferne zuverlässig sperren.

Intern hat Apple außerdem viele weitere Sicherheitsfunktionen verschärft. Erstmals haben Anwender nur Lese-Zugriff auf das Systemvolume – zumindest auf kritische Dateien, Voreinstellungen oder Startdateien von Drittprogrammen kann man also weiter löschen. Abgeschottet ist das System nun gegen Kernel-Extensions von Drittherstellern, etwa Treibern von USB-Geräten oder Netzwerk-Programmen. Ist eine solche Erweiterung fehlerhaft, sollte dadurch ein Mac etwas nicht mehr abstürzen

Insgesamt erhält man dank Catlina also ein gutes Maß an zusätzlicher Sicherheit. Der Nutzer muss zwar unter Catalina vielleicht etwas öfter App-Aktionen abnicken, was lästig ist. Malware-Angriffe und Spionprogramme gibt es aber gelegentlich wirklich auch auf der Mac-Plattform und sorgen für viel schlechte Presse – was Apple wohl lieber vermeiden will.

Notizen

Apples unscheinbare aber sehr praktische App Notizen bekommt ebenfalls neue Funktionen: Es gibt eine neue Galerieansicht, in der man die Notizen als Thumbnails sieht. Ebenso hat Apple die Suchfunktion verbessert: Erstmals bietet sie Suchvorschläge und bei einer Suche werden jetzt Texte in einem gescannten bzw. abfotografierten Dokument berücksichtigt – etwa ein Name, der auf einer Rechnung steht.

Es gibt zudem neue Listenfunktionen. Einzelne Punkte kann man nun per Drag-und-Drop verschieben, erledigte Punkte automatisch an das Ende der Liste versetzen lassen und es gibt eine neue Option, wenn eine Liste mehrmals verwendet werden soll: Auf Wunsch kann man alle Häkchen mit einem Klick wieder entfernen – etwa bei einer Liste mit wöchentlichen Aufgaben.

Praktisch: Man kann nun ganze Ordner mit Notizen freigeben, bisher war dies nur mit einzelnen Notizen möglich.

Notizen bietet unter anderem mehr Optionen für die Verwaltung von Listen.
Vergrößern Notizen bietet unter anderem mehr Optionen für die Verwaltung von Listen.

Die App "Wo ist"?

Die von iCloud bekannte Ortungsfunktion kann man unter Catalina mit der neuen App „Wo ist?“ nutzen – eine weitere Annäherung an iOS. Schneller und bequemer als über die Webseite iCloud kann man hier Geräte orten, sperren und löschen.

Mail

Auch Mail bekommt einige neue Funktionen, die Apples E-Mail-Client attraktiver machen. Bekannt sind sie bereits aus Apples Chatprogramm: Man kann etwa einen Absender komplett blockieren, die Nachrichten landen dann automatisch im Papierkorb. Man aktiviert die Funktion, indem man die Adresse des Absenders klickt.

Es gibt neue Verwaltungs- und Ansichtsoptionen für Mail.
Vergrößern Es gibt neue Verwaltungs- und Ansichtsoptionen für Mail.

An Chatprogramme erinnert die neue Option, einen bestimmten Thread stumm zu schalten, etwa eine E-Mail-Abfolge der Firma, die sehr aktiv ist, einen aber nur sehr am Rande betrifft. Man erhält dann keine Benachrichtigungen mehr über neue E-Mails.  Neu: Es gibt wie unter iOS eine Funktion für das Abmelden eines Newsletters.

Mit der neuen Spaltenansicht bietet Apples E-Mailer außerdem eine neue Ansichtsoption. Wahlweise kann man außerdem die Vorschauansicht einer E-Mail unter oder rechts neben der Postfachübersicht positionieren.

Safari

Safari hat zwar unter Catalina die gleiche Versionsnummer wie unter Mojave, einige Neuerungen bleiben aber dem neuen Betriebssystem vorbehalten. So soll die Catalina-Version von Safari eine überarbeitete Startseite erhalten, die ebenfalls an iOS erinnert: Man sieht hier neben Lesezeichen die Leseliste, Siri-Vorschläge, iCloud-Tabs und per Nachrichten erhaltene Links.

Neu: Bei einfachen Passwörtern warnt Safari den Nutzer und schlägt eine sicherere Alternative vor. Manchmal verliert man die Übersicht über offene Tabs: Gibt man die Adresse von einer Webseite ein, die schon in einem Tab geöffnet ist, meldet Safari dies und bietet den Wechsel zu diesem Tab an.

Mac Catalyst

Eine weitere wichtige Neuerung: Eine ganze Flut an iOS-Programm ist zu erwarten. Apple hat es für Entwickler weit einfacher gemacht, iPad-Programm auf den Mac zu bringen – übrigens ausschließlich iPad-Programme, iPhone-Apps sind wohl zu stark auf kleine Touchscreens optimiert.

Kann man macOS Catalina auf nicht unterstützten Macs installieren?

Es gibt wie schon bei früheren Versionen ein Spezialtool, mit dem man Catalina auf älteren Macs installieren kann. Das Tool von dosdude kann für Macs ab 2008 eine spezielle Installationsdatei erstellen, mit der man das neue System auch auf einigen älteren Macs installieren kann. Allerdings würden wir noch Anpassungen an das aktuelle System abwarten und bei einigen Modellen mit AMD-Grafikkarten gibt es anscheinend bedenkliche Performance-Probleme. Für Rechner mit schwacher Grafikleistung ist Catalina offensichtlich kaum geeignet, greift das System doch schon bei einfachen Aktionen stark auf Metal zurück – was nur Macs ab 2012 unterstützen.

Fazit: Installieren oder noch warten?

macOS Catalina ist sicher eine sinnvolle Weiterentwicklung der Mac-Plattform. Der Wechsel zur 64-Bit-Plattform lässt allerdings doch viele alte Apps außen vor – wobei vielleicht vor allem Treiber und Erweiterungen das größte Problem sein werden. Will man sich unnötigen Ärger ersparen, würden wir deshalb wohl doch noch einige Wochen mit dem Wechsel warten – vielleicht gar auf macOS 10.15.1. Das gibt schließlich nicht nur Apple Zeit für das Lösen von kleineren Problemen, sondern gibt auch App-Entwicklern Zeit, nötige Updates zu erstellen.

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